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Ich lese gerade

Von ferne klingt ein Lied (Sturmzeiten, #2)
Judith Pella
Bereits gelesen: 275/580 pages
Sturm des Todes: Roman (Sigurd 3) (German Edition)
Giles Kristian, Wolfgang Thon
Bereits gelesen: 154/544 pages
Tess: Roman
Thomas Hardy, Helga Schulz
Bereits gelesen: 98/592 pages
Dornen des Glücks (Das Erbe von Foxworth Hall, #3)
Michael Görden, V.C. Andrews
Bereits gelesen: 200/416 pages

Wow

Anstand - Matthew Quick

Inhaltsangabe

Er liebt sein Land, das er nicht mehr versteht. Er hasst die Liberalen. Er schläft nicht ohne seine Waffen. Er ist das Gegenteil von politisch korrekt. Er liebt seine Enkelin Ella über alles. Er hat einen Gehirntumor, für den er das Agent Orange aus dem Vietnamkrieg verantwortlich macht. Er überlebt die Operation. Er nimmt die letzte Chance wahr, sich mit seiner Vergangenheit, seinem Sohn und seinem Erzfeind aus dem Krieg, Clayton Fire Bear auszusöhnen.

Er heißt David Granger, 68 Jahre, Vietnamveteran.

Er ist: Ein Mann mit Anstand. 

 

Meine Meinung 

Diese Story hatte ich damals ganz schnell ins Auge gefasst, dann ist sie jedoch ziemlich schnell wieder in Vergessenheit geraten. Als ich bei Spotify auf das Hörbuch gestoßen bin, dachte ich mir, das ist ein Zeichen, nun wird es Zeit.

 

Warum mir die Story ins Auge fiel?

Ich mag das Cover unheimlich gern! Manche sagen, es ist nichtssagend, ich finde es sehr ausdrucksstark. Zu dem interessieren mich Geschichten um Kriegsveteranen sehr.

 

David Granger’s Geschichte wird hier kontinuierlich von Volker Lechtenbrink erzählt, als ob der Mann direkt neben dir sitzt. Da ich das Hörbuch ausschließlich beim Auto fahren gehört habe, saß David bei jeder Fahrt neben mir und hat von sich erzählt. Erzählerisch war das ganz großes Kino!

 

Anfänglich konnte mich David natürlich mit den Geschichten aus dem Dschungel in Vietnam fesseln. Er nimmt beim Erzählen kein Blatt vor den Mund und sagt frei heraus, wie es ist.

 

„Mit Männern, die gute Weine verkosten, kommst du nicht wieder lebend aus dem Dschungel raus.“ (Kapitel 3)

 

Und dann bleiben diese Begegnungen in Erinnerung, egal ob es hier um den Kambodschaner Tao oder um Bullshit geht. Mein Herz war erweicht.

Zu dem punktet der Autor mit Themen, wie zum Beispiel das Agent Orange, da habe ich im Nachhinein tatsächlich sehr viel nachgelesen.

 

„Das lernt man übrigens im Dschungel.

Du schläfst, aber du schläfst nie wirklich.“ (Kapitel 22)

 

Neben den Erzählungen aus der Kriegszeit, erzählt David Granger aus seinem Leben. Von seinem liberalen Sohn Hank, seiner verhassten Schwiegertochter Femke und der geliebten Enkelin Ella. Die Beziehung zu seinem Sohn war vor allem interessant zu verfolgen, denn hier lag einiges im Argen, aber David nimmt sein Leben und auch das einiger anderer in die Hand.

 

„Jeder, der den Dschungel in Vietnam überlebt hat, kennt sich mit dem Tod aus.

Ich kenne den Scheißkerl besser, als du dich selbst kennst.“ (Kapitel 7)

 

Wunderschön zu verfolgen, war sein Verhältnis zur kleinen Ella.

Denn ja, David hat auch eine weiche Seite.

 

Ich könnte ewig aus seinem Leben erzählen, aber das würde einfach zu viel vorwegnehmen. Hört oder lest selbst, über welche menschlichen Begegnungen und Hürden David noch erzählt.

 

„Nur die Guten sterben jung und ich hatte böse gelebt.“ (Kapitel 5)

 

Ich brauche bei Büchern nicht immer ein besonderes oder schönes Ende.

Das, welches hier auf mich wartete, gefiel mir super und bringt die Geschichte zu einem krönenden Abschluss.

 

Mein Fazit

Für mich war „Anstand“ tatsächlich einer der besten Hörbücher, die ich bis dato gehört habe. Mich konnte sowohl der Protagonist, als auch die gesamte Story um ihn herum packen. Der Sprecher macht diese Geschichte zu einem Hörgenuss und das Hörbuch vereint Ernst mit Humor.

Meiner Meinung nach hätte man nichts besser machen können.

Absolute Hörempfehlung!

 

Zu wenig von Joona Linna

Der Hypnotiseur - Lübbe Audio, Lars Kepler, Simon Jäger

Inhaltsangabe

Vor den Toren Stockholms wird an einem Sportplatz die Leiche eines brutal ermordeten Mannes entdeckt. Kurz darauf werden Frau und Tochter ebenso bestialisch getötet aufgefunden. Offenbar wollte der Täter die ganze Familie auslöschen. Doch der Sohn überlebt schwer verletzt. Als Kriminalkommissar Joona Linna erfährt, dass es ein weiteres Familienmitglied gibt, eine Schwester, wird ihm klar, dass er sie vor dem Mörder finden muss. Er setzt sich mit dem Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Bark in Verbindung. Er will, dass Bark den kaum ansprechbaren Jungen unter Hypnose verhört. Bark hatte sich jedoch wegen eines traumatischen Erlebnisses geschworen, niemals mehr zu hypnotisieren. Aber es geht hier um ein Menschenleben. Es gelingt ihm schließlich, den Jungen zum Sprechen zu bringen. Was er dabei erfährt, lässt ihm das Herz gefrieren... 

 

Meine Meinung 

Vor Kurzem habe ich den neu erschienen siebten Teil der Reihe („Lazarus“) gelesen und das Buch konnte mich so packen, dass feststand, dass ich diese Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen möchte. Und da kam es mir doch gelegen, dass der Bastei Lübbe Verlag die Bücher neu auflegt, in diesem wunderschönen blau-schwarzen Design. So war „Der Hypnotiseur“ sehr schnell gekauft, auch wenn ich mich dann kurzerhand für das Hörbuch entschieden habe.

 

Hier fand ich es von Anfang an sehr überraschend, dass meine ungekürzte Version über 18 Stunden Hörzeit betrug, während die gekürzte Version lediglich 7 Stunden beinhaltet. Im Nachhinein würde mich die gekürzte Version tatsächlich interessieren, aber dazu später mehr.

 

Die Reihe fiel in meinen Fokus aufgrund des Protagonisten Joona Linna und der fesselnden Story im siebten Band. Die Grundidee in diesem Reihenauftakt hier, war gut, aber gefühlt ging das Autorenduo ganz anders an die Story heran.

So erfährt man hier ziemlich zu Beginn wer der Täter ist, aber irgendwie auch nicht, weil sich in der Geschichte auf einmal noch ein ganz anderer Fall auftut.

 

Simon Jäger als Sprecher gefiel mir gut und passt auch super zur Reihe, aber im Großen und Ganzen fand ich die Story stellenweise langatmig, deshalb würde mich interessieren, ob das bei der stark gekürzten Version nicht so wäre.

 

Der Punkt, der mir am meisten missfiel, war, dass Joona Linna hier noch eine ganz sparsame Flamme ist. Auch wenn die Ermittlerreihe seinen Namen trägt, verschwindet er hier förmlich hinter einer anderen Romanfigur: Erik Maria Bark.

Er ist Arzt und Hypnotiseur, wo der Bezug zum Titel gegeben ist und er nimmt meines Erachtens 80% der Story ein. Denn um ihn und die Entführung seines Sohnes Benjamin dreht sich der zweite Fall, den ich vorhin angesprochen habe.

Was das Autorenduo macht, ist ein verzwicktes Verwirrspiel in das Buch einzubauen, welches für mich anfänglich total zusammenhangslos zum Mordfall im Klappentext stand, aber nach und nach kam dann Licht ins Dunkle.

 

Mein Fazit

Nach dem grandiosen Buch „Lazarus“ war ich nach dem Beenden etwas enttäuscht. Auch wenn ich mir meine Notizen anschaue, sehe ich vielleiht 2-3x den Namen Joona Linna. Dabei kennt man es ja aus anderen Krimireihen, das anfänglich auf die Lebensgeschichte des Ermittlers eingegangen wird. Ich hoffe, dass ich im zweiten Band der Reihe mehr von diesem Mann erfahre.

Andererseits muss man auch bedenken, dass ich nun den siebten Teil der Reihe als Vergleich habe, da gab es natürlich schon deutlich mehr Futter für die Story.

Also ich bleibe dran und erhoffe mir mehr.

 

 

Eine packende Thematik

Teufelseltern: Erster Fall von Sonderermittlerin Natalie Bennett - Andrea Reinhardt

Inhaltsangabe

Zwei Jahre nach einer schweren Lebenskrise kehrt Sonderermittlerin Natalie Bennett zum FBI zurück. Ihr erster Fall, zwei aus einer Klinik entführte Kinder, entwickelt sich zu einer wahrlichen Zerreißprobe. 
Während der Ermittlungen stoßen die FBI Agenten auf eine Reihe verstorbener Kinder. Die Todesursache ist laut Obduktionsbericht immer die gleiche, die Todesumstände jedoch werfen Fragen auf. 
Der Druck auf die Ermittler wächst, als die Hauptverdächtige nicht mehr vernehmungsfähig ist.
Für Natalie Bennett und ihren Partner Alexander Johnson beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, die Kinder lebend zu finden.
Der erste Thriller „Teufelseltern“ um FBI Sonderermittlerin Natalie Bennett führt die Leser in eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, die von Wut, über Trauer bis hin zu Fassungslosigkeit reichen.

 

Meine Meinung 

Dieses Buch hat sich tatsächlich schon eine gewisse Zeit auf meinem Reader befunden. Der Klappentext war bis zum Lesen für mich überhaupt nicht relevant, der Titel „Teufelseltern“ reichte hier völlig, um von mir gelesen werden zu wollen.

 

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, die zwar nur drei Jahre auseinander liegen, dennoch andere Emotionen beim Leser hervorrufen.

 

2013 begegnen wir der 13-jährigen Emilia, welche die Hilfeschreie ihrer kleinen Geschwister ertragen muss. Hier findet das Martyrium um die „Teufelseltern“ statt.

Im Keller. Unter schlimmsten Bedingungen. Mit Gewalt.

 

„Angst vor dem Tod quälte sie nicht. Mit ihren dreizehn Jahren hatte sie mit dem Leben abgeschlossen.“ (S. 12)

 

Im Jahr 2016 treffen wir auf die namensgebende Frau der Reihe: Natalie Bennett.

Vor Jahre war sie außer Dienst, nun kehrt sie zurück und wird gleich mit diesen beiden Vermisstenfällen konfrontiert. Zwei Kinder wurden aus einem Krankenhaus entführt! Wie kann das nur passieren?

Beide Kinder wurden von der gleichen Krankenschwester betreut und diese gerät natürlich prompt ins Visier der Ermittler.

 

Was bei solchen Thrillerreihen meist eine Rolle spielt, ist das Privatleben der Ermittler. Die Grundidee zu Natalie Bennett gefällt mir gut. Das traumatische Erlebnis hatte ihre Folgen. Aber sie scheint eine Kämpferin zu sein und will zurück in ihren harten Job. Für den kommenden Band der Reihe erhoffe ich mir einen noch tafferen Eindruck von ihr. Die Situation zwischen Natalie und ihrem Kollegen Alexander finde ich interessant, vor allem, wenn die Parts aus seiner Sicht erzählt werden. Es wirkt sehr realitätsnah und ernst.

 

Was es mit diesen mysteriösen Vermissten- und bekannten Todesfällen im Krankenhaus auf sich hat, müsst ihr an dieser Stelle natürlich selbst erlesen. Die Aufgabe nehme ich euch nicht ab, ich möchte euch das Buch lediglich schmackhaft machen.

 

Das Ende behält einen großen Showdown bereit, der mir auch echt gut gefiel.

Noch hängt man in der Schwebe, aber das reizt mich im Endeffekt nur an, schnellstmöglich Band 2 zu lesen.

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Eine Frage, die mich beim Lesen immer wieder begleitet hat, ist, warum eine deutsche Autorin als Setting Amerika auswählt.

Die Story an sich hätte für mich auch super ins heimische Deutschland gepasst.

 

Ein Punkt, der die Geschichte für mich emotional noch etwas ergreifender gemacht hätte, wären ausführlichere bzw. längere Parts in dem Handlungsstrang 2013.

 

Mein Fazit

Ein Reihenauftakt, der sich sehen lassen kann.

Ich mag es, wenn sich Autoren auch an diese gewagte Thematik versuchen.

Dieses Thema ist real und wird von dieser Welt niemals verschwinden.

Warum also nicht darüber schreiben?

Ich werde die Reihe um Natalie Bennett auf jeden Fall weiterverfolgen und bin gespannt, wie der zweite Fall der FBI-Ermittlerin aussieht.

 

Diesen Verlag solltet ihr euch nicht entgehen lassen

Souled Out - John Aysa

Inhaltsangabe

Wie zur Hölle schafft man es, seinen kleinen und

zugegebenermaßen ezwas schrägen Außenseiter-Verlag  an die Spitze der Verkaufscharts zu katapultieren?

 

Diese zermürbende Frage stellen sich Lexi und Ted seit Monaten. Reichten die sechs großartigen und dabei so unterschiedlichen, action-, sex- und horrorgeladenen Kurzgeschichten ihrer Autoren allein aus oder sollte man lieber auf Nummer sicher gehen?

 

Letztendlich wollten sie nichts den Zufall überlassen.

 

Die unorthodoxe Lösung:

Eine Dämonenbeschwörung!

 

Der absurde Deal:

Seelen, Blut und Körpersäfte ihrer Autoren einsammeln und fertig...oder etwas doch nicht?

 

Enter at your own risk!

 

 

Meine Meinung 

Ihr kennt den Verlag um Savage Types noch nicht?

Das ist nicht schlimm, da es sich ja nun ändert.

 

Hinter diesem Verlag stecken zwei ganz sympathische Personen von denen wir in naher Zukunft wohl noch öfters etwas hören werden.

Und ich freue mich mega auf kommende Veröffentlichungen.

Bisher hat der Verlag zwei Bücher veröffentlicht. Meine erste Wahl fiel zuerst auf „Souled Out“, weil ich Kurzgeschichten sehr mag.

Im Nachhinein kann ich sagen: das war eine gute Wahl.

Die bessere nicht, da ich „Mayhem“ ja noch nicht gelesen habe.

 

Titel im Buch

Breeder von S. Mulligan

Mit dieser Story konnte mich der Autor bzw. der Verlag sofort begeistern.

„Breeder“ an den Anfang dieses Buches zu stellen, war die absolut richtige Entscheidung. Ich war beim Lesen in einer ganz anderen Welt, förmlich vor Ort.

Knackig, aber on Point!

 

The Manhattan Inferno von Lee F. Kershaw

In dieser Geschichte erwartet Frank ein neuer Job. Rasant und actionreich, aber leider nicht meine Thematik.

 

Katzenfutter von Jean Rises

Hier war ich ja nun gespannt, da ich schon einige Kurzgeschichten von Jean Rises gelesen habe. Ich wurde nicht enttäuscht. Absolut nicht. In dieser Story bricht eine Krankheit aus. Folgen sind Angst, Plünderungen und Gewalt. Viel Gewalt.

 

Blutiger Trip von Ellie Wintersun

Hach, hier weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.

Mein Setting: Ukraine. Eine Thematik, die mich einfach immer packen kann.

Eine ganz besonders böse Geschwisterkonstellation, die man so schnell nicht vergisst. Hat mir super gefallen und bringt einen perfekten Spannungsbogen mit sich.

 

Family Affairs von Jamie Eckhart

Das berüchtigte Weihnachtsessen steht bevor. Erst dachte ich…puh, wo soll das denn hingehen. Aber dann DAS. Bäm! Knall auf Fall konnte mich die Geschichte total für sich einnehmen und ich wollte gar nicht, dass sie zu Ende geht.

 

Apokalyptische Reiter von John Aysa

Der Autor konnte mir mit seiner Protagonistin Agash ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern. Ich mag starke Frauen, die kämpfen, sich nichts sagen lassen und sich Männern mit Ach und Krach gegenüber stellen. Aber auch hier war die Thematik nicht meins.

 

Ich hoffe, dies gibt euch einen kurzen Einblick, verrät euch aber auch nicht zu viel zum Inhalt, so dass ihr jede Geschichte noch allein für euch entdecken könnt.

Wie bei allen Büchern sollte man sich eine eigene Meinung bilden. Vor allem Kurzgeschichten packen jeden Leser auf ganz andere Art und Weise.

Geschmäcker sind verschieden.

Und ich mag vor allem eine fiese Mischung aus Sex, Gewalt und Action.

Eine Bewertung jeder Story gebe ich im unteren Bereich dennoch ab und freue mich über Kommentare, wenn eure Empfindungen ganz anders sind, als meine.

 

Und nun kommt noch das i-Tüpfelchen dieses Buches.

Zwischen den einzelnen Kurzgeschichten lest ihr eine Rahmenhandlung, welche das Buch einfach perfekt abrundet. Lexi und Ted wollen ihren Verlag erfolgreich machen und gehen einen bösen Bund mit Astaroth ein. Dieser fordert 6 Seelen von 6 Autoren. Wie die beiden sich diese beschaffen… Rrrrrr….

 

Mein Fazit

Für alle Leser, die gerne im härteren Genre lesen, ist dieses Buch ein Muss.

Jeder sollte sich aber auf viel Blut und Sex einstellen, da kommt ihr nicht drum herum.

 

Diesen Verlag behalte ich auf jeden Fall im Auge und ich freue mich, dass ich noch „Mayhem“ von Shane Mulligan vor mir habe.

Vertraue Niemandem

Westwall - Benedikt Gollhardt

Inhaltsangabe

Manche Spuren führen tiefer in die Vergangenheit, als uns lieb ist …

Scheinbar zufällig lernt Polizeischülerin Julia den attraktiven Nick kennen. Doch nach der ersten gemeinsamen Nacht entdeckt sie, dass er ihr einen falschen Namen genannt hat und ein riesiges Hakenkreuz-Tattoo auf dem Rücken trägt. Julia ist geschockt – warum hat Nick sie angelogen? Mit einem Mal gerät ihr Leben in einen alptraumhaften Strudel, der droht, ihr alles zu nehmen, was ihr lieb ist. Die Suche nach der Wahrheit führt Julia in die menschenleeren Wälder der Eifel bis hin zum Westwall, einem alten Verteidigungssystem aus dem Zweiten Weltkrieg. Und damit zurück in ihre eigene Vergangenheit... 

 

Meine Meinung 

Ich bin immer wieder angetan von solchen Klappentexten, somit stand sehr schnell fest, dass ich dieses Buch lesen möchte. Des Weiteren finde ich es immer wieder interessant, dass mich Autoren noch mit Themen überraschen können, welche für mich völlig unbekannt sind.

DER WESTWALL?

Wer hat davon schon mal gehört?

Beim Lesen des Titels habe ich mir gar nichts dabei gedacht, bis ich das Buch aufschlug und in die Geschichte eintauchte. Den Westwall hat es wirklich gegeben, bzw. gibt es zu gewissen erhaltenen Teilen noch heute.

Er war eine 630km lange Verteidigungslinie entlang der Westgrenze des Deutschen Reiches. Vor allem spannend finde ich, dass dieser Westwall über eine riesige Anzahl von Bunkeranlagen mit sich zog.

So viel also zum Setting des Buches.

 

Mit der Protagonistin Julia brauchte ich meine Zeit, aber im Verlauf konnte sie sich beweisen. Anfänglich erschien sie etwas naiv, aber je tiefer sich ihre eigene Geschichte verstrickte, desto gestandener wirkte sie.

Bereits im Prolog erahnt man, zu was Julia später noch in der Lage sein wird.

Julia selbst wuchs bei ihrem Vater Wolfgang auf, einem schwerkranken Mann und ein ehemaliger Punk. Die Idee find ich super, denn als die Geschichte mit der Begegnung mit Nick an Fahrt aufnimmt, wird und bleibt es spannend.

 

Denn ein anderer Handlungsstrang führt Geschehnisse direkt am Westwall auf.

Hier bereitet eine Frau eine Gruppe Jugendlicher auf eine Mission vor.

 

Es beginnt ein Spiel gegen die Zeit.

Der Autor beschreibt in „Westwall“ Themen, welche in der heutigen Zeit immer wieder eine Rolle spielen. Er verknüpft gekonnt rechtsradikale Geschehnisse im Untergrund mit den geheimen Ermittlungen des Verfassungsschutzes.

Welche Rollen Julia und Nick in dem Ganzen spielen, dass erfahrt ihr wohl erst, wenn ihr euch selbst aufmacht zum WESTWALL.

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Das Geheimnis, welches im Verlauf die verschiedenen Stränge zueinander führt, war für mich etwas zu vorhersehbar, so dass mir da ein kleiner Überraschungsmoment verloren gegangen ist. Zu dem kamen mir in der Mitte des Buches fast zu viele Charaktere vor, so dass das Katz-und-Maus-Spiel einiges an Aufmerksamkeit benötigt.

 

Mein Fazit

Ein gelungenes Debüt von Benedikt Gollhardt.

Ich mochte den Schreibstil und die Themen im Buch sehr gerne.

Viele Leser sind aktuell gehemmt, wenn es um Themen wie rechte Gruppierungen geht, einfach, weil es in den Medien hoch und runter läuft. Für mich zählt die Umsetzung und die hat mir gefallen.

Den Autor selbst, behalte ich im Auge und ich freue mich auf mehr von ihm.

Packend, schockierend und spannend

Das Haus der Verlassenen - Emily Gunnis

Inhaltsangabe

Sussex, 1956. Als die junge Ivy Jenkins schwanger wird, schickt ihr liebloser Stiefvater sie fort – ins St. Margaret's Heim für ledige Mütter. Sie wird den düsteren, berüchtigten Klosterbau nie mehr verlassen... 

Sechzig Jahre später stößt die Journalistin Sam in der Wohnung ihrer Großeltern auf einen flehentlichen Brief Ivys. Er ist an den Vater ihres Kindes adressiert – aber wie ist er in den Besitz von Sams Großvater gelangt? Sam beginnt die schreckliche Geschichte von St. Margaret's zu recherchieren. Dabei stößt sie auf finstere Geheimnisse, die eine blutige Spur bis in die Gegenwart ziehen. Und die tief verstrickt sind mit ihrer eigenen Familiengeschichte. 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch hatte ich sofort bei der Verlagsvorschau ins Auge gefasst.

Als sich dann die Chance ergab, das Buch bereits vor dem Erscheinungsdatum am 18. März zu lesen, war die Vorfreude groß.

 

Nach einigen Seiten wusste ich bereits, dass dieser Roman etwas ganz Großes wird.

Seit langer Zeit habe ich keinen Roman mehr gelesen, welcher so voller Geheimnisse steckt.

Der Roman von Emily Gunnis wird auf zwei Zeitebenen erzählt und spielt in England. Zum einen entdecken wir in der Gegenwart mit der Journalistin Sam diese geheimnisvollen Briefe einer hilflosen Frau namens Ivy.

Und zurückblickend erleben wir mit Ivy die 50er Jahre in Sussex, welch schreckliches Los diese tolle Frau gezogen hat.

 

Wie in meiner Überschrift in drei Worte gefasst, konnte mich dieser Roman in mehrerer Hinsicht fesseln. Ich mochte den Aufbau mit dem steten Wechsel zwischen den beiden Frauen Sam und Ivy. Ich mochte eigentlich alle anderen Figuren, welche dieses Buch zu bieten hatte.

Und vor allem mochte ich diese tragische Geschichte um Ivy Jenkins, welche nach St. Margarets, ein Heim für ledige Mütter abgeschoben wurde.

Als Leser kann man es sich kaum vorstellen, wie so mit einem menschlichen Individuum umgegangen werden kann, aber wer das Nachwort der Autorin liest oder schon mal durch Zufall auf diese Thematik gestoßen ist, hat vielleicht schon mal etwas von den Magdalenenheimen gehört. Diese gab es vorherrschend in Irland, aber auf dieser Grundthematik beruht diese Geschichte um „Das Haus der Verlassenen“.

Für mich war die Thematik neu, umso packender fand ich sie und habe im Nachhinein auch so einiges nachgeforscht. Dieses Thema möchte ich gerne noch weiterverfolgen und bin so gespannt auf viele weitere Lesermeinungen.

 

Sowohl den Titel, als auch das Cover hätte nicht besser gewählt werden können.

Ich mochte die Mischung zwischen Roman, historischen Anteilen und dieser gewissen Prise Thriller, welches bei mir während des Lesens einfach aufkam.

Die Autorin packt neben den vielen Geheimnissen nämlich auch einen unheimlich guten Spannungsbogen in dieses Buch. Zum Ende hin rast man nur noch so durch dieses Buch. Die steigende Spannung ist zwischenzeitlich gepaart mit etlichen Wendungen, die ich absolut nicht vorhersehen konnte.

Während des Lebens bin ich sämtliche Lebensläufe der Figuren im Geiste durchgegangen, habe mit Jahreszahlen um mich geworfen, und konnte das Rätsel schlussendlich doch nicht lösen.

Einfach grandios!

 

Ich werde mir nun schleunigst den Filmtipp am Ende des Buches besorgen.

„Die unbarmherzigen Schwestern“

 

Mein Fazit

Dieser Roman schießt sofort an die Spitze meiner Highlights 2019!

Ich möchte auf jeden Fall mehr von Emily Gunnis, von ihrem Schreibstil, ihren Ideen und ihrer grandiosen Recherchearbeit.

„Das Haus der Verlassenen“ mit seiner packenden Geschichte wird noch lange nachwirken. Fast bis zum Schluss habe ich gedacht, die Autorin ruft viele Emotionen hervor, aber es floss kein Tränchen...bis zu dieser einen Szene.

Da hatte sie mich dann doch.

 

Geballte Ladung Action. Wenn du nur noch weiterlesen willst!

Lazarus: Schweden-Krimi (Joona Linna) - Adrien Meisch, Lars Kepler, Thorsten Alms, Susanne Dahmann

Inhaltsangabe

Hat Jurek Walter überlebt? Der gefährlichste Serienmörder Schwedens wurde vor Jahren für tot erklärt. Er war bei einem dramatischen Polizeieinsatz von mehreren Kugeln getroffen in den Fluss gestürzt. Seine Leiche wurde jedoch niemals gefunden. Als nun der Schädel von Joonna Linnas toter Ehefrau in der Wohnung eines Grabschänders entdeckt und eine perfide Mordserie aus ganz Europa gemeldet wird, ahnt Joona Linna das Unvorstellbare: Der Albtraum ist nicht zu Ende, und der grausame Serienmörder droht, alle lebendig zu begraben, die Joona lieb sind. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt… 

 

Meine Meinung 

Und gleich zu Beginn der Schock!

Ich hätte mir dieses Buch wohl aus zwei Gründen niemals gekauft.

Zum einen ist es Band 7 einer Reihe und zum anderen habe ich genug angefangene Ermittlerreihen im Regal stehen, welche unbedingt weitergelesen werden wollen.

 

Und dann befindet sich dieses wunderhübsche Buch eines Abends in meinem Postkasten. Die Entscheidung, die Cover nach und nach in blau-schwarz neu aufzulegen, ist eine super Entscheidung. Als ich das Überraschungsbuch umgedreht habe und den Klappentext gelesen habe, dachte ich: das klingt gut.

 

Als ich angefangen habe zu lesen, beschlich mich die Angst, vom Kontext hinterher zuhängen, weil ich die sechs vorhergehenden Teile nicht kenne, aber weit gefehlt. Ich kam super in die Story und nach spätestens 100 Seiten wusste ich, dass dieses Buch nicht nur gut ist, sondern mich vollkommen für sich einnimmt.

 

Jurek Walter, allein dieser Name. Er zerschmilzt förmlich auf der Zunge.

Allen Lesern, die die Reihe bereits kennen, wird der Name etwas sagen.

Für mich Neuland, aber ein unheimlich gruseliger, ernst zu nehmender und spannender Charakter. Und in „Lazarus“ stellt sich für den Protagonisten Joona Linna nun die Frage, ob der Serienmörder Jurek Walter noch lebt.

 

Das Autorenduo charakterisiert nicht nur Jurek Walter unheimlich gut, nein, auch das Ermittlerteam um Joona Linna und seine Kollegin Saga Bauer.

Beide sind mir unbekannt und dennoch hat es sich beim Lesen angefühlt, als ob ich die beiden schon ewig kenne.

Beide Figuren haben ihr ganz eigenes Päckchen mit sich herumzutragen und ich hinke hinsichtlich ihrer persönlichen Geschichte zwar hinterher, das hat mich an dieser Stelle aber überhaupt nicht gestört. Die Autoren vermitteln beim Lesen fast ein Gefühl, dass die der Beginn einer Reihe ist.

 

Womit kann dieses Buch noch punkten?

Einem grandiosen, detaillierten und flüssigem Schreibstil. Ich konnte wirklich kaum aufhören zu lesen. Die Charaktere werden einzeln beleuchtet und dennoch dreht sich alles um Jurek Walter. Dieser bleibt mir vor allem aufgrund seiner Beschreibung im Kopf. Jurek Walter hat niemals sinnlos getötet, sondern mit Bedacht. Allein durch die Erzählungen von ihm, fühlte ich mich als Leser unheimlich klein, aber es macht die Story auch so mega spannend. Ich hatte das Gefühl, dass dieser Mörder überhaupt nicht einzuschätzen ist.

 

„Er wollte die Opfer der ersten Kategorie, die primären Opfer, so weit brechen, dass sie lieber den Tod als das Leben wählten.“ (S. 87)

Und hat er nun überlebt oder bleibt diese Frage auch in diesem Band noch ungeklärt? Das verrate ich euch an dieser Stelle nicht.

 

Mein Fazit

Lazarus ist mein Lesehighlight im Februar.

Ich bin hin und weg. Vom schwedischen Setting, vom dem Ermittlerduo und deren persönlicher Geschichte. Und natürlich hat es mir das Mysterium um Jurek Walter, dem ehemaligen Kindersoldaten, sowas von angetan.

Vielen Dank an den Verlag, dass ihr mich auf dieses Buch bzw. diese Reihe aufmerksam gemacht habt.

Ganz klar steht fest, dass ich diese Reihe nun von vorn beginne.

Band 1 „Der Hypnotiseur“ ist bereits in neuer blau-schwarzer Ausgabe bei mir angekommen.

Diese Geschichte sollte sich niemand entgehen lassen!

Von Hoffnung getragen: Tage des Sturms (Band 2) - Ella Zeiss, Elvira Zeißler

Inhaltsangabe

Eine berührende und authentische Familiensaga über ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte. 

Februar 1942: Die Neuigkeiten über den rasanten Vormarsch der Wehrmacht fegen wie ein Sturm durch die gesamte Sowjetunion. Harald Pfeiffer ist sechzehn, als er in das Zwangsarbeitslager in Tscheljabinsk einberufen wird. Während um ihn herum erwachsene Männer zu Hunderten sterben, kämpft er mit aller Macht ums Überleben.

Auch die zwanzigjährige Yvo Scholz kommt nach Kriegsende mit ihrer Mutter in die russische Industriestadt, auf der Suche nach ihrem Bruder Erich, der ebenfalls in das Arbeitslager verschleppt worden war.

Als sich die Pfade von Yvo und Harri kreuzen, ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Doch angesichts der Anfeindungen und Diskriminierungen, die ihnen als Deutsche noch immer begegnen, ist es für sie nicht leicht, sich eine neue Existenz aufzubauen. 

 

Meine Meinung

Gleich zu Beginn muss ich nochmal betonen, wie glücklich ich bin, dass ich zu diesen beiden Büchern der Autorin gegriffen habe. Und noch mehr freue ich mich, dass die beiden Teile der Reihe aktuell neu aufgelegt werden. Beide Bände werden einen ganz besonderen Platz in meinem Bücheruniversum bekommen.

 

Bereits mit dem ersten Band „Wie Gräser im Wind“ konnte mich die Autorin total für sich einnehmen. Dort haben mich vor allem das Setting, die Not und das Thema Zwangsumsiedlung in ihren Bann ziehen können.

 

Im zweiten Band ist es eindeutig das Wort Hoffnung.

Der Titel ist meiner Meinung nach sehr gut gewählt, denn in diesem finalen Band hoffen alle Charaktere auf lediglich eins: eine Zukunft.

Denn auch dieser Band ist durchzogen von Schrecken, Leid und Verlusten.

 

„Wie grausam, wie unnötig das doch war. Als hätte jemand es darauf abgesehen, Familien zu zerreißen…“ (S. 13)

 

Haben im ersten Band noch die Familienoberhäupter der Familien Scholz und Pfeiffer die Hauptrolle der Geschichte eingenommen, so sind es in diesem Teil deren Kinder. Harri und Yvo.

 

„Als Deutscher war er davon befreit, sein Land im Krieg verteidigen zu müssen.“

(S. 9)

 

Auch wenn Harri aus diesem Grund nicht in das Kriegsgeschehen einbezogen wurde, liegt plötzlich seine Einberufung in die Trudarmee vor ihm. Von dieser und auch von dem Zwangsarbeitslager in Tscheljabinsk habe ich noch nie etwas gehört. Umso dicker sind diese Themen markiert, denn ich möchte gerne mehr Literatur dazu lesen.

 

„Solange dieser Krieg tobte und vermutlich auch danach, würde man sie für all das büßen lassen, was Hitler und die Wehrmacht verbrochen hatten.“ (S. 80)

 

„Noch nie zuvor war sie so glücklich, ein Mädchen zu sein, wie in diesem Moment.“ (S. 87)

 

Yvo kann auf der anderen Seite dem Schrecken vorerst entkommen. Mit ihr erleben wir das Leben mit ihrer Mutter Anna. Den Verlust ihres Bruders Erich, welcher ebenfalls einberufen wird und der Frage nach dem Verbleib ihres geliebten Vaters.

Anhand von Yvo und Anna kann der Leser spüren, dass die Deutschen zu dieser Zeit keinen Anspruch hatten einen Ort, als Zuhause oder Heimat zu bezeichnen. Beide werden immer wieder umgesiedelt, bis auch ihr Weg sie nach Tscheljabinsk führt.

 

„Die Menschen, die man liebte, waren viel wichtiger als Häuser oder Land.“ (S. 103)

 

Packend waren für mich wieder die Szenen, in denen deutlich wurde, dass beide Familien Feinde im eigenen Land waren. Und das, weil sie Deutsche waren und Russland einen Krieg mit den Deutschen führte.

 

„Sie waren echte Deutsche, Landsleute, irgendwie.

Und doch waren sie Feinde,…“ (S. 126)

 

Emotional haben mich vor allem die Szenen in dem Arbeitslager und die Entwicklung der Familien mitgenommen. Kinder mussten bereits in zwölf Stunden Schichten enorme körperliche Arbeit leisten. Geplagt von Hunger und Krankheit, blieb einem nichts anderes übrig, als seine Bedürfnisse auf das Mindeste hinunter zuschrauben und zu kämpfen.

Vor allem Harri werde ich in vielen Szenen nicht vergessen.

Für mich ein ganz besonderer Mann mit einer unheimlich bewegenden Lebensgeschichte.

 

„Der Krieg und die Arbeitsarmee hatten von ihnen allen ihren Blutzoll gefordert.“ (S. 332)

 

Schreibstiltechnisch habe ich mich mit Ella Zeiss wieder sehr wohl gefühlt. Ich mag den Aufbau des Buches, zum Beispiel, dass man in jeder Überschrift eine Orts- und Zeitangabe hat. So habe ich mich immer sehr gut im Buch zurechtgefunden und wusste gleich in welchen Handlungsstrang es weitergeht.

Die Autorin fand durchweg die passenden Worte, um der Leserschaft die Lebens- und Liebesgeschichte ihrer Großeltern Yvo und Harri zu erzählen.

 

Auch wie die Autorin diese Geschichte zu einem Ende gebracht hat, war großartig.

Sie zog es nicht unnötig in die Länge, sondern machte zum Ende hin etwas größere Zeitsprünge, welche zu einem tollen Ende führen und mich als Leserin sehr glücklich und zufrieden zurückgelassen haben.

 

Mein Fazit

Für mich ist es sonst immer sehr schwierig Bücher zu bewerten, in denen es um eine private und persönliche Geschichte geht. Aber hier fällt es mir überhaupt nicht schwer. Ich bin der Autorin sehr dankbar, dass sie diese Geschichte nach langjähriger Arbeit für uns veröffentlicht hat.

Das Erbe ihrer Großeltern bleibt mir in ganz besonderer Erinnerung und es sind zwei Bücher, zu denen ich trotz des sehr bewegenden Themas immer wieder greifen würde. Absolute Leseempfehlung!

 

Kühle Atmosphäre mit vielen Emotionen

Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms (Band 1) - Ella Zeiss, Elvira Zeißler

Inhaltsangabe

Eine berührende und authentische Familiensaga über ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte. 

1930 wütet das Sowjetregime mit Enteignungen und Verhaftungen in den ehemals wohlhabenden deutschen Dörfern der Krim. Jeder, der noch Land oder Einfluss hat, schwebt in Gefahr. Wilhelm Scholz weigert sich, seinen letzten Grundbesitz an den Staat zu überschreiben. Mitten in der Nacht zerren bewaffnete Männer ihn, seine Frau Anna und ihre kleinen Kinder aus dem Haus. Die Familie wird in die eisige Wildnis des Hohen Nordens gebracht und Baumfällarbeiten zugeteilt. Inmitten von Hunger, Krankheit und klirrender Kälte kämpfen Anna und Wilhelm ums Überleben und um einen Platz in der neuen Weltordnung. Samuel Pfeiffer entgeht einem ähnlichen Schicksal nur durch eine rechtzeitige Flucht. In einer Nacht- und Nebelaktion verlässt er mit seiner Familie das Dorf und lässt alles zurück. Doch die Verschnaufpause währt nicht lang. Als deutscher Lehrer wird er immer wieder verfolgt und denunziert. Eine Odyssee von der Krim bis nach Baku beginnt… 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch ist mir über einen gewissen Zeitraum immer wieder im Internet begegnet und bekam dann auch noch den Kindle Storyteller Award 2018.

Schnell war klar, diese Geschichte darf ich mir nicht entgehen lassen.

Dieses Buch ist Teil einer Reihe, welche zwei Bände beinhaltet.

 

Ella Zeiss schreibt hier eine Geschichte nieder, die mir aus mehreren Gründen nahe ging. Zum einen hat die Autorin einen persönlichen Bezug zur Geschichte, zum anderen bringt sie mir hier eine Thematik näher, welche nicht vollkommen an mir vorbei gegangen ist, aber mit welcher ich mich noch nie wirklich beschäftigt habe.

 

Anna und Wilhelm leben mit ihren zwei Kindern in einer deutschen Siedlung auf der Halbinsel Krim in der Sowjetunion. Ohne viel Ankommen konfrontiert uns die Autorin sofort mit viel Schrecken und Fassungslosigkeit.

Es ist eine Zeit des Verlustes.

Der Machtlosigkeit.

Als auch Wilhelms Familie umgesiedelt werden soll, eingepfercht wie Tiere in einen Waggon, ahnt man als Leser, dass dieses Buch viele solcher Momente mit sich bringen wird.

 

„Sie waren machtlos, der Obrigkeit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.“

(S. 15)

 

In meiner Überschrift erwähne ich eine kühle Atmosphäre. Damit meine ich nicht, dass mich das Buch kalt lässt, sondern eher, dass es mich unheimlich fröstelte beim Lesen. Die Familie um Anna und Wilhelm wird in den tiefen Norden der Sowjetunion umgesiedelt. Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Zudem kein Essen, eine grausame Unterkunft und die große Frage nach der Zukunft.

 

„Du darfst nur nie die Hoffnung aufgeben.“

(S. 92)

 

Ella Zeiss geht im Verlauf darauf ein, mit welchen Aufgaben die Menschen zu der Zeit konfrontiert waren. Die Männer mussten bei diesen Temperaturen körperlich hart arbeiten, um für weitere Menschen, die umgesiedelt werden sollten, neue Siedlungen zu bauen. Die Truppenführer schreckten zudem auch nicht davor zurück Frauen diese Arbeiten vollrichten zu lassen.

Kaum vorstellbar, aber wahr.

 

„Wissen ist Licht, Unwissen ist Dunkelheit.“

(Lenin, S.236)

 

Anna hat Glück und kann bei ihren Kindern bleiben. Aber auch hier kommt es zu Problemen. Immer mehr Menschen in den Baracken werden krank.

Eine Zeit des Bangens steht an. Als Leserin habe ich sehr schnell einen Bezug zu Anna und ihrem Mann Wilhelm gefunden. Beide werde ich als Kämpfer in Erinnerung behalten. Was dieses Ehepaar in dieser Geschichte durchmacht, ist kaum vorstellbar und dennoch herrschte durch weg ein spürbarer Zusammenhalt.

 

„Und doch hatte man ihnen ihre Identität nicht nehmen können, weder ihre Sprache noch ihre Lieder oder ihren Glauben.“ (S. 132)

 

Im zweiten Teil des Buches bringt Ella Zeiss eine weitere Familie in die Geschichte ein. Auch diese Familie um den Sohn Harri begleiten wir durch eine schreckliche Zeit. Niemand scheint mehr sicher zu sein. Die Familie trennt sich und als Leser wechselt man nun in der Perspektive beider Familien.

 

„Es gab keine Sicherheit mehr in dieser Welt, für keinen von ihnen.“ (S.181)

 

Emotional weiß ich nicht, wen dieses Buch nicht berühren sollte.

Man kommt nicht umhin, über diese Zeit und diese Situationen der angesprochenen Familien im Buch nachzudenken. Es hätten auch die eigenen Vorfahren sein können. Es war eine Zeit in der man einfach nicht wusste, wer Freund und Feind ist.

 

„Was auch geschieht, wir werden immer die Fremden sein, die anderen.

Die Deutschen oder die Sowjets, je nachdem, aus welcher Richtung man uns betrachtet.“ (S. 299)

 

Mein Fazit

Mit diesem Reihenauftakt trifft die Autorin nicht nur meinen Lesegeschmack, sondern auch einen ganz besonderen geschichtlichen Nerv.

In „Wie Gräser im Wind“ verbindet sie historische Realität mit vielen Themen, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen.

Sie schreibt über Verlust, Trennung, Tod, aber auch über Liebe, Zusammenhalt und Hoffnung. Und genau dieses Wort ist es, welches mich im Titel zu Band 2 hoffen lässt, dass die Geschichte der beiden Familien einen guten Ausgang nimmt und mich nochmal so gut unterhält, wie Band 1 der Reihe.

 

Ein Moment, eine Entscheidung und zwei Lebenswege

Traum des Lebens: Roman - Jeffrey Archer, Ann M. Martin

Inhaltsangabe

1968: Am Hafen von Leningrad müssen der junge Alexander Karpenko und seine Mutter auf der Flucht vor dem KGB entscheiden, auf welches Schiff sie sich als blinde Passagiere schleichen. Eines fährt nach Großbritannien, eines in die USA. Der Wurf einer Münze soll das Schicksal von Alexander und Elena besiegeln...

Über eine Zeitspanne von dreißig Jahren und auf zwei Kontinenten entfaltet sich in Jeffrey Archers neuem Roman eine Geschichte von einmaliger Spannung und Dramatik - eine Geschichte, die man nicht wieder vergisst. 

 

Meine Meinung 

Von Jeffrey Archer kenne ich bisher die 7-teilige Reihe um Harry Clifton.

Und zusammenfassend kann man sagen, dass ich diese Reihe sehr gern gelesen habe und einem vor allem die Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind und einem im Kopf bleiben. Mit „Traum des Lebens“ habe ich nun ein alleinstehendes Werk des Autors gelesen und war sehr gespannt, ob er mich auch hier ans die Geschichte fesseln kann.

 

Wer die Clifton-Saga gelesen hat, der wird gleich auf den ersten Seiten ein paar Ähnlichkeiten mit eben genannter Reihe feststellen. Wieder finden wir uns kurz an den Docks ein und auch die Namen Barrington und Clifton fallen.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass auch dem Protagonisten hier, ein Elternteil genommen wird. Nun müssen Alexander und seine Mutter Elena vor dem KGB fliehen. Der Aspekt um die Machenschaften des KGB‘s fand ich super spannend, so dass ich einen sehr guten Start in Leningrad hatte.

 

Und dann stehen Alexander und seine Mutter vor der Entscheidung ihres Lebens.

Zwei Schiffe, zwei Holzkisten und der Münzwurf, welcher entscheidet, in welche Kiste sie steigen und auf welches Schiff sie gebracht werden.

Großbritannien oder die USA.

 

Auf einmal kam ich ganz kurz ins Stocken beim Lesen, als ich folgende Überschrift las. SASCHA – Unterwegs nach Southampton.

Wer ist Sascha habe ich mich gefragt.

Und als dieser dann mit Elena sprach und sie aus der Kiste stiegen, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Jeffrey Archer wagt es, uns Lesern die Geschichte auf zweierlei Art zu erzählen. Mit Sascha und Elena erfahren wir, wie das Leben aussieht, wenn der Münzwurf sich für Großbritannien entschieden hätte.

Ein weiterer Erzählstrang beschreibt die Geschichte von Alexander und Elena, die das Schiff in die USA bestiegen haben.

 

Bei dem Buch hatte ich ganz kurz überlegt, ob ich zum Hörbuch greife.

Und bin letztendlich froh, es nicht getan zu haben. Die zwei Erzählstränge, welche stetig wechseln, brauchen doch eine gewisse Aufmerksamkeitsspanne.

Beim Hören stelle ich es mir sehr schwer vor, darauf zu achten, ob es gerade um Sascha und England oder um Alex und Amerika geht.

Also habe ich die richtige Wahl getroffen und kam so gut zu recht mit den zwei Lebensgeschichten.

 

Allerdings habe ich sehr schnell einen Unterschied zur Clifton-Saga feststellen können. Harry Clifton war ein totaler Sympathieträger und zählte bereits nach dem ersten Band zu meinen Lieblingsfiguren. In diesem Buch fiel es mir fast durchgängig recht schwer einen richtigen Bezug sowohl zu Sascha, als auch zu Alexander aufzubauen.

 

Da wir beide Männer über eine Zeitspanne von 30 Jahren begleiten, baut Jeffrey Archer natürlich auch einiges an geschichtlichen Ereignissen ein, was mir in Büchern immer sehr gut gefällt.

Zu den unterschiedlichen Lebenswegen möchte ich in meiner Rezension nicht viel mehr verraten. Jeffrey Archer schafft es auf jeden Fall wieder, den Leser an das Buch zu binden.

 

Absolut umgehauen hat mich der Autor übrigens mit den letzten drei Wörtern des Buches. Ich war baff, hatte ich beim Lesen der 700 Seiten doch nicht mal annähernd einen Gedanken daran verschwendet.

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Im Buch nimmt das Thema Politik wieder einen sehr großen Part ein.

Bereits aus der Clifton-Reihe kennt man die Thematik, so dass ich hier fast etwas gelangweilt war, wieder von Torris und Labour zu lesen und bei verschiedenen Wahlveranstaltungen, dass „Hört hört“ in den Ohren zu haben. Es ist wie ein Klingeln, welches nicht mehr weichen will. Auch nach diesem Buch steht fest, dass ich gerne weitere Werke des Autors lesen möchte, aber insgeheim hoffe ich, dass nicht alle seine Werke diese Thematik behandeln.

 

Mein Fazit

Jeffrey Archer erschafft wieder eine gewaltige Geschichte.

Mit seiner Art der Erzählung und seinem Schreibstil entpuppt er sich weiterhin als ein Autor, dessen Bücher man einfach in die Hand nehmen sollte.

Enttäuscht wird man nicht. Zu dem bin ich total verliebt in dieses Cover.

Es spiegelt die Geschichten einfach perfekt wieder.

Man kann es schon als Talent bezeichnen, um solch ein Buch, welches zwei Geschichten erzählt, aus einer identischen Grundidee zu erschaffen.

Für alle Fans eine Leseempfehlung.

Leser, die Archer noch nicht kennen, empfehle ich dennoch den Autor mit seiner Clifton-Saga kennen zu lernen.

 

Alles was ein Kämpferherz brauch

Das Herz der Kämpferin - Adrienne  Young, Sylvia Bieker, Henriette Zeltner

Inhaltsangabe

Sie ist zur Kämpferin erzogen worden, und als Tochter des Clan-Führers würde die 17-jährige Eelyn jederzeit ihr Leben für ihre Familie und ihre Freunde geben. Während einer Schlacht gegen die verfeindeten Riki glaubt sie zu träumen. Denn Eelyn sieht ihren totgeglaubten Bruder – wie er an der Seite eines kühnen Riki kämpft. Weder ein Pfeil im Arm noch ein Schwerthieb könnte Eelyn so schwer treffen wie der Verrat ihres Bruders. Sie selbst würde sich niemals mit dem Feind verbünden. Auch nicht wenn sie sich verliebt. Und selbst dann nicht wenn es den Untergang der Clans bedeutet. Oder? 

 

Meine Meinung 

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ein Buch beendet und in dem Augenblick feststellt, was ihr gerade für einen mega Story gelesen habt?

Man will sofort drauf losschreiben, im Kopf herrscht allerdings nur Chaos.

Man weiß einfach gar nicht, wo man anfangen soll.

So war es bei mir bei diesem Buch eines Genres, in dem ich mich gar nicht so häufig herumtreibe. Allerdings habe ich ein Herz für starke Frauen und für wikingerangehauchte Grundstorys.

So kam es auch, dass mir „Das Herz der Kämpferin“ auf der Verlagsseite sofort ins Auge schoss. Die Protagonistin mit Axt auf dem Cover ließ meine Augen stoppen und nach dem Lesen des Klappentextes stand sofort fest, dass ich dieses Buch lesen muss!

Das es aus dem Young Adult Genre kommt, war in diesem Moment egal.

Und alle denen dieses Genre sonst nicht zu sagt.

Halt! Stopp! Hier geblieben! Und unbedingt weiterlesen!

Denn dieses Buch können bzw. müssen ALLE lesen.

An dieser Stelle kann ich euch schon sagen, dass ich dieses Buch sowohl meiner zukünftigen 13-jährigen Tochter, als auch meiner Großmutter in die Hand drücken würde.

 

Eelyn gehört dem Volk der Aska an und wurde zur Kämpferin erzogen.

An der Seite ihrer besten Freundin und Kampfgefährtin Mýra zieht sich in den immer wiederkehrenden Kampf gegen die Riki, die größten Feinde der Aska.

 

„Ich benutze keinen Schild. Ich kämpfe mit einem Schwert in der Rechten und einer Axt in der Linken.“

(S. 20)

 

Nur dieser Kampf endet anders. Eelyn sieht ihren tot geglaubten Bruder und für sie bricht eine Welt zusammen, zu erkennen, dass er ihr Volk verraten hat.

Wut, Trauer und Naivität lassen sie in eine Falle tappen.

Eelyn wird verlässt, verschleppt und findet sich bei den Riki wieder.

 

Unsere Kämpferin ist hin- und hergerissen zwischen Flucht und Bleiben, will sie ihren Bruder doch zur Rede stellen, wie er die Aska so verraten konnte.

Mehrere Fluchtversuche scheitern, die Schneeschmelze steht bevor und Eelyn muss sich eingestehen, dass sie bis dahin keine Chance auf eine reelle Flucht aus dem Dorf der Riki hat. Sie muss sich fügen. Sie wird gebrandmarkt und muss um ihre Ehre vor dem Gott der Aksa fürchten.

 

Vegr yfir fjor. Ehre vor Leben.“ (S. 8)

 

Wir erleben mit, wie Eelyn ihren Glauben und ihre Erziehung zu einem Aska-Mädchen hintenanstellen muss. Sie fügt sich in den Alltag einer Riki-Familie ein.

Sie will es nicht. Aber sie hat keine andere Wahl.

 

„Ich versuchte, mich zu erinnern, wer ich war.
Stark. Mutig. Unerschütterlich. Sicher.“

(S. 280)

 

Als ein neuer Feind auftaucht, welcher sowohl die Dörfer der Aska, als auch der Riki überfällt, sehen die Anführer nur eine Lösung.

Kann es eine Vereinigung geben, um beide Völker zu retten?

Ein Showdown ist an dieser Stelle vorprogrammiert.

 

„Wir waren Kämpferinnen. Und sie war bereit, für mich zu kämpfen, ebenso wie ich für sie.“

(S. 286)

 

Nun noch mal zum Buch im Allgemeinen.

Dieses Buch gibt so viel. Themen, wie Familie, Freundschaft und auch Liebe werden hier einfach so perfekt in die Geschichte eingearbeitet, dass meiner Meinung nach einfach jedermann etwas an diesem Buch finden muss.

Die Autorin konnte mich mit ihren Beschreibungen, um die Traditionen der Völker, um die einzelnen Figuren oder des eisig kalten Winters total in ihren Bann ziehen.

Egal ob das Aska-Dorf am Wasser oder das Riki-Dorf in den Bergen.

Ich bin total fasziniert, so dass ich das Buch sofort nochmal lesen könnte.

Und ja, auch die Liebe kommt nicht zu kurz.

Highlight für mich ist, dass die Autorin sich so zaghaft und dennoch gewaltig an diese Liebesgeschichte herangeschlichen hat, dass es für den Leser keinerlei Kitsch zu lesen gibt.

 

Ich könnte an dieser Stelle weitere zwei A4 Seiten füllen, aber ich mache hier einen Strich. So viel Begeisterung und dennoch habe ich euch sooo wenig verraten.

Ihr sollt es selbst erleben!

 

Mein Fazit

Also nehmt euer Schwert in die Rechte und eure Axt in die Linke und lasst euch faszinieren von diesen 320 Seiten on Point!

Ich kann mir die Buchwelt ohne diese Thematik der wikingerähnlichen Völker nicht mehr vorstellen. Beim Lesen konnte mich die Autorin sowohl mit aufs Schlachtfeld, als auch mit auf die Pritsche nehmen, auf der Eelyn lag und darüber nachdachte, wie sie das alles überstehen soll, ohne ihre Grundprinzipien und ihr Volk zu verraten.

Absolute Leseempfehlung!

Und wenn nichts mehr kommt, ist dies mein Jahreshighlight!

Beide Geschichten versprechen tolle Lesestunden

Die Mondschwester: Roman - Die sieben Schwestern 5 - Lucinda Riley, Sonja Hauser

Inhaltsangabe

Tiggy d’Aplièse hat sich schon als Kind mit Hingabe um kranke Tiere gekümmert. Auch jetzt, als junge Zoologin, ist die Beschäftigung mit Tieren ihre Erfüllung. Als sie das Angebot erhält, auf einem weitläufigen Anwesen in den schottischen Highlands Wildkatzen zu betreuen, zögert sie nicht lange. Dort trifft sie auf Chilly, einen weisen, alten Zigeuner aus Andalusien. Es ist eine schicksalhafte Begegnung, denn er hilft Tiggy, die ein Adoptivkind ist, das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften. Sie reist nach Granada, wo sie dem ebenso glamourösen wie dramatischen Lebensweg ihrer Großmutter Lucia folgt, der berühmtesten Flamenco-Tänzerin ihrer Zeit. Und Tiggy versteht endlich, welch großes Geschenk ihr zur Stunde ihrer Geburt zu Teil wurde... 

 

Meine Meinung 

Jedes Mal, wenn ich einen weiteren Band dieser Reihe in die Hände nehme, frage ich mich, ob es eine gute Idee war, mir vorher den Klappentext durchzulesen. Warum?

Weil ich mich glaub ich gern mal überraschen lassen würde, wohin uns die Autorin entführt. Allerdings geht dies meist vorab so stark durch die Medien, dass es kaum zu vermeiden ist oder?

 

Im fünften Band der Reihe nimmt uns Lucinda Riley wieder mit auf eine ganz besondere Reise. Zum einen habe ich mich sehr auf Schottland gefreut. Die ersten Szenen mit Tiggy haben mich ganz stark an typische Merkmale aus der „Outlander-Reihe“ erinnert. Da ich diese aber sehr mag, hat mich das nicht weiter gestört.

Bekanntschaft mit Tiggy zu machen war schön.

Sie nimmt den Job auf Kinnaird Lodge an, um sich um die scheuen Wildkatzen zu kümmern. Kinnaird Lodge wurde einem realen Herrenhaus im schottischen Wildtierreservat nachvollzogen. Ich muss sogar sagen, dass ich es mir so ungefähr in meinem Kopf vorgestellt habe.

Bereits auf den ersten Seiten ihres Ankommens in dem kleinen Cottage, welches ein Nebengebäude auf dem Anwesen ist, konnte mich Tiggy für sich gewinnen.

Mit sich bringt Tiggy ihren Hausigel Alice. So göttlich und wie Alice zu ihrem Namen gekommen ist, ist noch goldiger.

 

Natürlich wissen alle Leser dieser Reihe, dass Riley immer auch eine Liebesgeschichte bereit hält. Anfänglich war ich mir unsicher, aber sehr schnell hatte ich eine Vermutung, an wen Tiggy ihr Herz verlieren wird.

 

Wie immer habe ich mich sehr auf den Strang der Vergangenheit gefreut.

Wie bereits in den vorhergehenden Bänden wird die Geschichte eines Großelternteils erzählt. Der Zigeuner Chilly, auf den Tiggy in Schottland trifft, erzählt ihr die Geschichte ihrer Großmutter Lucia, einer berühmten Flamenco-Tänzerin. Auch hier erzählt Lucinda Riley in groben Zügen die Geschichte einer realen Persönlichkeit: Carmen Amaya.

Lucia’s Leben in den Höhlen von Sacromonte, Granada, war sehr interessant zu verfolgen. Für mich war sowohl das spanische Land Andalusien Neuland, als auch die Kultur des Flamencos. Bevor ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich eine Frau mit einem roten Kleid vor Augen, dazu passend rote Stöckelschuhe. Zudem wusste ich, dass er kein flüssiger Tanz, sondern eher rau und ruckartig ist, wenn ich das an dieser Stelle so bezeichnen darf. Nach dem Buch habe ich nun ein ganz anderes Bild im Kopf. Flamenco ist anstrengend, schweißtreibend, förmlich aggressiv und doch kann die Autorin eine gewisse Leidenschaft hervorrufen.

Vor allem konnte Riley mittels Lucia eine ganz besondere Frau der damaligen Zeit Spaniens erschaffen. Lucia ist wild, dickköpfig und zum Teil sogar naiv, aber sie geht ihren Weg und das sehr erfolgreich.

 

Beim Beschreiben der verschiedenen Landschaften spürt man immer wieder, dass die Autorin für ihre Recherche immer vor Ort ist. Am gewaltigsten empfand ich die Beschreibungen der Alhambra in Granada.

 

Dicht gefolgt von der Weite des Wildtierreservats in Schottland.

 

Meistens war ich mir als Leser sehr sicher, welcher Aufenthalt in welchem Land mir besser gefiel. Und auch ob mir der Gegenwarts- oder der Vergangenheitsstrang mehr zugesagt hat, war immer sehr schnell zu beantworten.

Beim fünften Band ist alles anders.

Sowohl das kalte, raue Schottland, als auch die Hitze und Trockenheit in Andalusien konnten mich in ihren Bann ziehen.

Und auch die Geschichten um Tiggy und Lucia konnten mich im gleichen Maße gut unterhalten. Beide Erzählstränge hatten ihren Höhen und Tiefen, bleiben aber in Erinnerung.

 

Was die Autorin weiterhin schafft, ist das Rätsel um Pa Salt aufrecht zu halten.

In diesem Band bringt sie sogar wieder eine ordentliche Prise an Spannung rein.

In Atlantis stößt Tiggy auf seltsame Dinge.

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Auch im fünften Teil der Reihe gib es wieder ein, zwei Dinge, die hätten besser/anders hätten gelöst werden können. Zum einen konnte ich nicht ganz so viel mit dem Mystischen um Chilly und der Sehergabe anfangen. Auch der Bezug zum Titel hat mir in diesem Band gefehlt. In den vorhergehenden Teilen hat die Autorin den Titel deutlich intensiver einbezogen.

Und Tiggy’s Tierliebe, welche ich am Anfang so positiv betonte, verlor sich irgendwo in der Geschichte. Das fand ich unheimlich schade.

 

Mein Fazit

Dieser Band der Reihe hat mir wieder deutlich besser gefallen als Band 4 um CeCe.

Sowohl die Länder, als auch die Geschichten konnten mich deutlich mehr begeistern und unterhalten. Ein kleines i-Tüpfelchen erfuhr ich am Ende des Buches. Lucinda Riley verarbeitet in dem Roman eine ganz persönliche Geschichte.

Also das Nachwort nicht vergessen zu lesen.

Alle Riley Fans und Leser dieser Reihe sollten diesen Band auf gar keinen Fall auflassen. Riley verzaubert den Leser wieder mit ihrem einhüllenden Schreibstil und vor allem das letzte Kapitel macht unheimlich neugierig auf Schwester Nummer 6.

 

 

Unterschätze niemals ein Kind

Wenn Kinder töten: Wahre Verbrechen - Deutschlands bekanntester Serienmordexperte klärt auf - Stephan Harbort

Inhaltsangabe

Stephan Harbort erzählt acht spektakuläre Fälle von Kindern, die zu Mördern wurden. Er erklärt, was die Kindheit der Täter beschwerte, was sie außer Kontrolle geraten ließ und was sie dazu brachte, Taten zu begehen, die sonst nur Erwachsene verüben. 
Dabei stellt der Kriminalexperte fest, dass die Motive der kindlichen Täter denen der erwachsenen Mörder sehr ähnlich sind - es geht um Alltags- und Beziehungskonflikte, Macht, Habgier und sexualisierte Gewalt. Und obwohl die Kinder strafunmündig sind und juristisch nicht zur Verantwortung gezogen werden können, bedeutet das nicht, dass sie bei ihren Taten kein Schuldbewusstsein hatten oder nicht wussten, was sie taten. 

 

Meine Meinung 

Der Klappentext weist den Leser auf acht Fälle hin, sieben an der Zahl sind es allerdings nur. Hinzukommen ein gelungenes Vorwort als Einstieg, mit dem der Autor interessante und kritische Fragen in den Raum wirft und ein informatives Nachwort mit den bekannten Wahrscheinlichkeitstabellen in den Büchern des Autors, welche ich mir im Nachhinein immer sehr gerne näher anschaue.

 

Mein erster Gedanke, als ich dieses Buch in der Vorschau erblickte und es dann dank des Autors zeitnah in den Händen gehalten habe, war, dass wahrscheinlich viele Fälle in den USA spielen.

Warum?

Einfach weil viele Leser, da stehe ich glaub ich nicht alleine da, sofort an die USA denken, wenn es um Gewalt von Kindern geht. Ob es nun um die leicht greifbaren Waffen geht oder daraus resultierende Amokläufe, welche im großen Stil durch sämtliche Medien gehen.

Umso überraschter war ich, dass Stephan Harbort auf drei Fälle, welche in Deutschland geschehen sind, eingeht. Zwar liegen alle schon eine gewisse Zeit zurück, für mich ist dieser Fakt einfach greifbarer und einen Ticken spannender. Vor allem der letzte Fall, bei dem eine Stadt genannt wird, in der ich mich vor allem als Kind sehr oft aufgehalten habe.

 

„Er beschloss, das Leben des Jungen zu beenden,

und er entschied sich dafür, es auf eine Weise zu tun,

die weit mehr war, als nur zu töten.“

(S. 15)

 

Zu den einzelnen Fällen möchte ich tatsächlich an dieser Stelle nichts im Einzelnen verraten. Nehmt dieses Buch zur Hand und taucht selbst ab in eine Welt voller Schrecken, Gewalt und Kindern.

 

Natürlich regt es mich beim Lesen solcher True Crime-Fälle immer wieder an, dass Netz zu befragen, aber aufgrund der Persönlichkeitsrechte setzt Harbort hier wie immer auf Verfremdungen von Orts- und Zeitangaben und die Namen wurden teilweise pseudonymisiert. Dafür muss man als Leser Verständnis haben, dennoch gebe ich so schnell nicht auf

 

Kann man dieses Thema mit dem Wort Faszination beschreiben?

Man will diese Fälle nicht befürworten, dennoch bin ich beim Lesen immer wieder gebannt. Bereits bei seinen Büchern „Killerfrauen“ und „100 Prozent tot“ konnte ich einfach nicht aufhören zu lesen.

 

„Hast du den Film >Natural Born Killers< gesehen?

Es ist die beste Liebesgeschichte aller Zeiten.

Ich finde sie so gut, dass ich sie nachmachen will!“

(S. 174)

 

Man ist neugierig, WIE die Kinder getötet haben. Versinkt in dem Setting, welches der Autor beschreibt. Ist schockiert, welche Gewalt kleine Kinder an den Tag legen können.

Die familiären Umstände im Hintergrund vermuten wahrscheinlich viele beim Lesen und zum Teil treten diese Vermutungen auch ein, dennoch erfahre ich auch vom Umfeld sehr gern mehr.

Mit am Meisten interessieren mich allerdings die Motive.

In diesem Buch sind es Neid, Wut oder auch Habgier.

Von einigen Fällen war ich sogar extrem geschockt.

Wie können Kinder ohne eine gewisse Lebenserfahrung SO handeln?!

 

„Warum hast du ihn getötet?“

Stirnrunzeln. Achselzucken.

„Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht.“

(S. 35)

 

Mein Fazit

Must-Read-Status!

Stephan Harbort wählt hier Fälle aus, welche sehr unterschiedlich sind und demnach auf siebenfacher Linie schockieren und faszinieren.

„Wenn Kinder töten“ war mein drittes Buch des Autors und absolut nicht das Letzte! Ich mag die Themen, die einen als Leser wahnsinnig interessieren und dass Habort uns den passenden Lesestoff beschert. Des Weiteren mag ich seinen Schreibstil. Auch wenn die Geschehnisse auf kriminalpolizeilichen Ermittlungen bzw. prozessualer Wahrheit entsprechen, ist es nicht leicht, diese in den Akten niedergeschriebenen Fakten in eine so detailreiche Story zu verpacken.

Allen meiner Freunde, die sich noch nicht sicher sind, ob sie Kinder haben möchten, werde ich dieses Buch schenken.

(kleiner Scherz am Rande)

 

Hängt alle anderen 50er ab

50 Pieces for Grey - A.M. Arimont

Inhaltsangabe

Die junge Prostituierte Ann schlägt sich auf der Straße durch, als sich ihr die Chance eröffnet, für eine Callgirl-Agentur zu arbeiten. Unerwartet wird sie nach kurzer Zeit von deren wichtigstem Kunden angefordert – Alex Cotrell, ein reicher und mächtiger Geschäftsmann. Ann kann nicht glauben, dass er ausgerechnet sie ausgewählt hat und fühlt sich geschmeichelt, ahnt jedoch nicht, dass Alex spezielle Vorlieben und ein düsteres, blutiges Geheimnis hat. Für Ann hat Alex sich einen ganz besonderen Verwendungszweck überlegt, doch alles kommt anders.

 

Achtung: enthält drastische Gewaltszenen und sexuelle Inhalte. 

 

Meine Meinung

Wer sich nach der Warnung hinsichtlich der sexuellen Gewaltszenen anfänglich noch nicht sicher ist, sollte dies sehr schnell nach dem Prolog entscheiden können.

Mein absoluter Makel beim Lesen fast aller Bücher ist es allerdings, jegliche Inhalte eines Prologs zu verdrängen. So war es auch hier. Los ging es für mich, als das erste Mal der Name Ann erschien.

 

Ann lebt das abgefuckte Leben einer Prostituierten. Kennenlernen tun wir sie an ihrem Blowjob- Day. In Bahnhofnähe gibt sie alles für Lau, um sich ein einigermaßen erträgliches Leben leisten zu können.

Der einzige Lichtblick in ihrem Leben wird sehr schnell klar.

Ihre Freundin, Kollegin und WG-Partnerin Jessy.

Trotz der kurzen Sequenzen, welche das Miteinander der beiden beleuchtet, kann der Autor die zwischenmenschliche Beziehung sehr gut in Szene setzen.

Ein großer Freundschaftsbeweis zeigt sich, als es eine lautstarke Ankündigung ihres Zuhälters gibt. Auf wenigen Seiten überschlagen sich die Vorfälle in der Mädelswohnung nur so. Um Schlimmeres zu vermeiden, verschafft Jessy ihrer Freundin eine Möglichkeit zu fliehen. Ann schließt die Tür hinter sich und weiß nicht, ob sie ihre beste Freundin jemals wiedersehen wird.

 

Den Zeitsprung, den der Autor dann ansetzt, war optimal.

11 Monate später

Ann hat den Absprung geschafft. Vom Bahnhofsviertel in eine schicke Callgirl- Agentur. Verdutzt wirkt Ann, als ihre Chefin ihr den neuen Job beziehungsweise ihren neuen Kunden vorstellt. Alex Cotrell!

Der Geschäftsmann lädt Ann zu sich ein. Ann wird konfrontiert mit einer Welt, die ihr bisher nicht zugänglich war.

 

Klar ist Cotrell ist speziell!

Ungern möchte ich auf eine euch eventuell bekannte Reihe zurückgreifen, aber auch in diesem Buch betreten wir ein Spielzimmer.

Alex bringt Ann seine spezielle Vorliebe näher und zack nur eine Seite weiter und der Autor hat mich fast vom Hocker gerissen. Bei dieser ganz besonderen und wegweisenden Szene wusste ich nicht, welche Emotion ich zuerst zulassen soll.

Ich war schockiert, gespannt und musste auch ein wenig schmunzeln.

 

Denn diese junge Frau durchkreuzt den Plan des erfolgreichen, geheimnisvollen Mannes. Er will Ann plötzlich für längere Zeit buchen und dieser seltsamen Situation auf den Grund gehen.

 

Da dieser Redrum Cuts Band lediglich 127 Seiten besitzt, möchte ich nicht zu viel vorweggreifen. Daher nur noch kurz etwas zum Ende.

Ein Buch aus dem Genre brauch ein Finale.

Dieses Werk bot mir persönlich zwei actionreihe und überraschende Showdowns.

 

Mein Fazit

Eine scheinbar bekannte Story ganz neu und besser!

A.M. Arimont konnte mich von Anfang an abholen.

Ich saß mit Ann in der Limousine und war gespannt auf das, was auf uns wartet, sobald der Wagen hielt. Lesetechnisch habe ich absolut nichts zu meckern. Beim Lesen spürt man, wie rasant der Autor den Spannungsbogen aufgebaut hat.

Das Ende konnte mich überraschen, nahezu begeistert zurücklassen.

 

Aber tatsächlich stand meine Bewertung erst nach dem Lesen des Nachwortes fest.

Vielen Dank an den Autor für diesen Einblick und ein noch größeres Danke für das, was im Endeffekt im Buch gelandet ist.

Tolle Grundidee, aber da geht mehr

Die Party: Thriller. Wer Glück hat, stirbt als Erster - Jonas Winner

Inhaltsangabe

Es ist der 31. Oktober – Halloween: Zehn Jugendfreunde freuen sich auf ein Wiedersehen nach vielen Jahren. Brandon, der elfte im Bund, hat sie alle in einen Glasbungalow geladen, der sich auf einem Felsplateau hoch über dunklen Wäldern erhebt. Auf dieser Party will Brandon die Zeit der achtziger Jahre aufleben lassen – was damit beginnt, dass alle ihre Handys abgeben müssen. Doch als die Freunde begrüßt werden, überschlagen sich die Ereignisse. Aus einem vermeintlichen Schockeffekt wird tödlicher Ernst: Ein Kronleuchter löst sich von der Decke und begräbt den Gastgeber unter sich. Ein tragischer Unfall. Oder? In diesem Moment wird der Gesellschaft klar: Unter ihnen ist ein Killer. Die Party beginnt…ihre letzte Party! 

 

Meine Meinung 

Das diesem Klappentext ein düsteres Geheimnis zu Grunde liegt, das wird allen Lesern von Anfang an klar sein.

 

Brandon veranstaltete im Jahre 1986 eine Halloweenparty und viele seiner Schulfreunde feierten verkleidet mit ihm. In dieser Nacht passierte jedoch etwas. Nach dieser Party haben sich die Schulkameraden so gut wie nicht mehr gesehen.

30 Jahre später erhalten zehn seiner damaligen Schulfreunde eine Einladung von Brandon. Wieder möchte er mit ihnen eine Halloweenparty veranstalten.

 

Zu Beginn des Buches bekommt man einen knappen, aber ausreichenden Einblick in die Persönlichkeiten der Gäste. Unter den Gästen sind alte beste Kumpels, aber auch ein Pärchen, welches nach der Halloweennacht des Jahres 1986 getrennte Wege ging. Für mich steckte in den vielen, sehr unterschiedlichen Figuren auf jeden Fall Potenzial. Auf den ersten Seiten verbarg Brandon selbst natürlich das größte Geheimnis.

Wie im Klappentext allerdings bereits nachlesbar, erfährt man aus seiner Sicht zu wenig, da es bei der Begrüßung einen fatalen Unfall gibt. Hier wird mir persönlich schon wieder zu viel in der Inhaltsangabe verraten, denn dieser Punkt wäre es toller Überraschungsmoment beim Lesen gewesen.

 

Als sich alle Gäste auf zu Brandons Party machen und schließlich am Fuße des Berges ankommen, auf dessen Spitze sich das fulminante Glashaus befindet, beginnt der unabwendbare Schrecken für die Freunde.

Brandon plant eine 80er Revival-Party und vor 30 Jahren gab es keine Handys.

Diese sollen die geladenen Gäste abgeben.

Neben dem Glashaus, war dies für mich ein weiterer Punkt, der das typische Thrillerszenario andeutete. Abgeschiedenheit, kein Telefon und zum Schluss konnte der Weg zum Haus nur mit einer Fähre, welche einen Fluss überquert, passiert werden. Bis hier hin war ich sehr neugierig, was im Haus auf mich und die Gäste wartet. Im Haus angekommen geht es nach Brandons Unfall Knall auf Fall weiter.

Die Gäste werden mit einer erschreckenden Videobotschaft konfrontiert und die Party nimmt seinen Lauf.

 

Zu diesem Zeitpunkt erinnerte mich die Story zum Teil an einen klassischen amerikanischen Horror-Streifen, gepaart mit gut gewählten Sequenzen ähnlich der Filmreihe SAW. Damit konnte mich der Autor bis zur Hälfte des Buches auf jeden Fall sehr gut unterhalten. Ich konnte rätseln, lachen und es gab immer wieder Überraschungen.

 

Im zweiten Teil des Buches baut der Autor Rückblicke in die Vergangenheit ein. Passte gut, da man so mehr über Brandons Geschichte erfahren konnte.

Allerdings kommt hier auch nach und nach ein Geheimnis an die Oberfläche, welches meiner Meinung nach die Geschichte in Zwei gerissen hat. Thematisch für mich vollkommen aus der Luft gegriffen und daher konnte mich die zweite Hälfte nicht mehr fesseln.

Ich war zwar gespannt, wie Jonas Winner den Bogen schlägt, und fand es im Endeffekt auch gut gemacht. Aber für mich sind behandeln beide Teile im Buch unterschiedliche Themen.

 

Allerdings muss ich an dieser Stelle hinzufügen, dass sich jeder Leser eine eigene Meinung bilden sollte. Dies mag Geschmackssache sein und als Horrorfilmliebhaber, habe ich mir nach dem tollen Beginn wahrscheinlich eine ganz andere Story im Kopf zusammengebaut. Zudem sollten sich Leser aufgrund der vielen Figuren auf konzentriertes Lesen einlassen können. Ich muss stellenweise auch stark überlegen, wer nun gerade von uns gegangen ist und wer noch um sein Leben kämpft.

 

Mein Fazit

Jonas Winner konnte mich nach „Murder Park“ mit gewissen stilistischen Mitteln wieder fesseln. Aber die Story verlief sich im zweiten Abschnitt für mich zu stark in eine ganz andere Richtung. Mein Lesefluss entwickelte sich von „gespannt die Seiten umblättern, was noch kommt“ in „okay, schauen wir mal, wie es endet“.

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf mehr vom Autor.

80er Jahre Fans kommen musikalisch und filmtechnisch hier übrigens voll auf ihre Kosten.

 

Die Mitford- Schwestern gab es wirklich

Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht: Roman (Mitford-Schwestern, Band 1) - Jessica Fellowes, Andrea Brandl

Inhaltsangabe

London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Krieges jeder etwas zu verbergen hat. 

 

Meine Meinung 

Dass es diese Schwestern tatsächlich gab, wurde mir erst in der Leserunde bei Lovelybooks durch andere Mitleser bewusst. Die Mitfordfamilie war, wie bereits im Klappentext angekündigt eine skandalumwitterte Familie in England. Nach dem ersten Band kann ich da noch nicht ganz mitgehen, aber ein wenig Recherche mit einem abrupten Abbruch, aus Angst mich zu spoilern, verriet mir, dass da noch einiges auf die Leser der Reihe zukommen wird und ich freue mich allein aus diesem Grund schon sehr auf die Fortsetzung. Nun aber vorerst meine Meinung zum Reihenauftakt mit dem Titel „Unter Verdacht“. Der Titel wurde hier sehr gut gewählt, denn Mittelpunkt in dem Roman nimmt der Mord an einer Bekannten Frau der Familie Mitford ein.

„Es war das letzte Mal, dass Florence Nightingale Shore lebend gesehen wurde.“

(S. 15)

 

Zu Beginn lernt man als Lesern zwei der Hauptcharakter im Buch kenne. Zum einen ist das Louisa Cannon, welche aus ärmlichen Verhältnissen entstammt und aufgrund einer familiären Gefahr nach einer Lebensveränderung trachtet. Und zum anderen Nancy Mitford, die älteste der Schwestern im Hause Mitford.

Dank einer gemeinsamen Bekannten kommt es dazu, dass Louisa die Chance erhält im Hause Mitford als Kindermädchen angestellt zu werden. Für die junge Frau geht ein Wunsch in Erfüllung. Sie ist nun vor ihrem gewissenlosen Onkel in Sicherheit, muss allerdings ihre schwache Mutter zurücklassen.

 

Durch Louisa’s Flucht aus dem Elternhaus und dem Start der Ermittlungen um den Mord an Florence Nightingale Shore kommen noch zwei männliche Charaktere in die Geschichte dazu. Guy Sullivan und sein Kollege Harry Conlon. Beide sind Angestellte der Bahnpolizei und wirken noch recht tollpatschig in ihrem Job. Da der Mord in einem Zugabteil stattgefunden hat, sind sie an den Untersuchungen beteiligt.

Unter den bisher vorgestellten Figuren bahnt sich auch eine Liebesgeschichte an. Ich persönlich fand sie ganz süß. Die Autorin ließ den Part nebenher laufen und beließ das Augenmerk auf den Titel „Unter Verdacht“.

 

Kamen mir im Großen und Ganzen das Setting London und die Zeit der Goldenen Zwanziger ein wenig zu kurz, so konnte die Autorin mich bei der Ermittlungsarbeit doch fesseln. Die Voraussetzungen vor fast 100 Jahren waren natürlich ganz anders und meistens erschien die Arbeit der Polizei als sehr primitiv. Aber es war eine andere Zeit und für uns ist die damalige Polizeiarbeit heute wohl kaum noch denkbar.

 

Mehr zu den ganzen Verstrickungen unter den ganzen Figuren im Buch möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten. Um auf den Rätsels Lösung zu kommen, brauch es einiges an Zeit. Aber Jessica Fellowes legt sehr gekonnte Fährten und konnte mich persönlich mit einem sehr überraschenden Ende begeistern.

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Für den zweiten Teil wünsche ich mir ein bisschen mehr Feeling hinsichtlich der Zeit und auch des Settings. Nicht nur London kam mir etwas zu kurz, auch das Anwesen der Mitfords erscheint mir nach dem ersten Band noch vollkommen fremd. Im ersten Band hat sich die Autorin wirklich sehr auf die Figuren gestürzt und die Atmosphäre drum herum ein wenig schleifen lassen.

 

Mein Fazit

Die überraschende Wende, der Schreibstil und vor allem die Aussicht darauf, dass die Folgebände wohl noch einiges mehr an Skandalen mit sich bringen werden, lässt mich freudig auf den zweiten Band der Reihe warten.

Ich freue mich eine weitere Schwester kennenzulernen. Zudem bin ich gespannt, welchen Zeitsprung die Autorin einbauen wird, da Nancys jüngere Schwestern doch noch sehr kindlich sind in dem ersten Teil. Und ein dritter Punkt auf den ich gespannt bin, ist wie viel Wirklichkeit die Autorin mit Fiktion vermischen wird.