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Wer trägt die Schuld?

Neunzehn Minuten - Ulrike Wasel, Klaus Timmermann, Jodi Picoult

Inhaltsangabe

»Es ist vorbei, sagte er. Doch das war es nicht, es fing gerade erst an.« Nach seiner unaussprechlichen Bluttat in der Sterling Highschool zweifelt niemand an der Schuld des 17-jährigen Peter Houghton. Doch während der kleine Ort mit den Folgen dieser 19 Minuten zu ringen hat, wird das Rätsel um den Ablauf der Tragödie immer größer … Die Bestsellerautorin Jodi Picoult lotet die Hintergründe von großer Schuld und der verzweifelten Suche nach Gerechtigkeit aus.

(Quelle: Piper)

 

Bewertung

Diese Rezension habe ich ziemlich lange auf mich warten lassen, warum?

Weil dieses Buch einfach wahnsinnig schockierend und gleichzeitig berührend ist.

Dieses Buch schafft es, dem Leser das Thema Amoklauf, seine Beweggründe/ Motive und deren Folgen näher zu bringen.

 

Jodi Picoult startet in diesem Buch mit der Bedeutung von „19 Minuten“. Was kann man in 19 Minuten alles machen, erledigen und erleben. Diese Einleitung fand ich sehr schön, weil man heutzutage über solche Fragen bzw. Kleinigkeiten nicht mehr nachdenkt.

In diesem Buch geht es um die folgenreichen „19 Minuten“ von Peter Houghton. In seinen 19 Minuten tötete er 10 Schüler und verletzte weitere Schüler seiner Schule.

 

Picoult bringt uns sämtliche Charaktere im Buch sehr nahe, wobei mir nicht alle sympathisch erschienen. Dieses Buch braucht das aber auch nicht, ansonsten wären Peter’s Motive weit hergeholt. Hier ist menschlich einfach einiges schiefgelaufen und wer der Leidtragende ist, muss jeder Leser meiner Meinung nach selbst für sich entscheiden. Für mich der interessanteste Charakter war eindeutig Peter. Seine Darstellung schaffte es meine Emotionen und eigenen Gedanken mächtig hin und her zu wirbeln.

 

Die große Frage im Buch ist das WARUM und WER die Schuld trägt. Es ist einfach spannend geschrieben und ich habe auch die Gerichtsverhandlungen sehr gerne verfolgt. Picoult erschafft hier eine wirklich spannende Situation, man fiebert mit.

 

ACHTUNG SPOILER!!!

Ich kann diese beiden Zitate bzw. Stellen aus dem Buch einfach nicht heraus lassen, dafür haben sie sich einfach zu sehr in mein Hirn gebrannt. Beide Zitate sind von Peter:

„Die haben angefangen“, flüsterte er. (S. 57)

 

„Ich wollte den Menschen töten, den ich am meisten gehasst habe.“

„Wen wolltest du denn töten?“

„Mich“, sagte er.“ (203)

 

Peter’s Charakter schockiert und berührt einfach gleichzeitig.

 

Wie die Gerichtsverhandlungen verlaufen und welches Urteil gesprochen wird, verrate ich euch natürlich nicht. Lest diese Geschichte über einen Jugendlichen, der einfach keinen anderen Ausweg mehr wusste selbst.

 

Und abschließen möchte ich meine Rezension mit ganz besonderen Worten der Autorin in ihre Danksagung. Ich bin froh, diese gelesen zu haben, denn nicht immer tue ich dies :)

„Und ganz zum Schluss möchte ich den Tausend von Kinder da draußen, die ein bisschen anders, ein bisschen ängstlich, ein bisschen unbeliebt sind, sagen: Dieses Buch ist für euch.“ (S.476)

 

Fazit

Ein Buch, welches mit seiner Idee, seinem Schreibstil, seiner Dramatik, seiner Emotionalität und mit dem Realismus total überzeugen konnte. Jodi Picoult erschafft hier ein Meisterwerk und es ist nimmt den Platz Nr. 1 meiner gelesenen Picoult-Bücher ein.

Absolute Leseempfehlung!!!