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Ein tolles Debüt, welches Lust auf mehr macht

Die Luft da oben - Pauline Keller

Inhaltsangabe

War es früher anders? Gab es eine Zeit, in der Lena dazugehörte? Eine Zeit, in der sie normal war, nicht auffiel? Eine Zeit, in der sie "hineinpasste"?
Lenas Geschichte packt: mit Eltern, die drücken, drängen und mit "den anderen" vergleichen. Packt mit Verena, der besten Freundin - ... die keine Freundin ist, mit dem Schwager Manfred, einem Mister Oberwichtig, Pascha und spackig bis dorthinaus. Mit Christian, Lenas Freund, der für sie da ist, was auch passiert. Doch vor allem packt Lenas Größe, 1 Meter und 82 Zentimeter, die sich zwischen sie und andere Menschen zwängen. 1 Meter und 82 Zentimeter, die sie immer wieder aufs Neue verletzen.

 

Meine Meinung

Auf dieses Buch bin weniger ich allein aufmerksam geworden, sondern ich wurde von der unheimlich sympathischen Autorin angeschrieben, ob ich Interesse hätte, ihren Debütroman zu lesen und zu rezensieren.

Auf den ersten Blick fiel dieses Buch in den Jugendbuchbereich, in dem ich mich ja immer mal wieder ausprobiere, der aber nicht zu meinen Hauptgenres gehört.

 

Erst kürzlich wurde in der Bloggerszene diskutiert, dass wir Buchblogger Bücher zu subjektiv bewerten. Gerade aus diesem Grund scheue ich mich nicht davor auch Bücher zu lesen und zu rezensieren, welche nicht auf meiner Wunschliste stehen bzw. welche ich mir nicht selbst gekauft habe. Jeder Autor und jeder Autorin gehört der nötige Respekt zugesprochen, ihr Werk mehr objektiv als subjektiv zu bewerten.

 

Pauline Keller erschuf einen interessanten Charakter. Lena ist Mitte 20, gerade fertig mit ihrem BWL-Studium und ist sich noch nicht so ganz sicher, welchen Weg sich zukünftig einschlagen soll. Einerseits erscheint Lena unsicher, introvertiert und naiv, anderseits mochte ich ihre oft taffe und direkte Art unheimlich gern. Die sehr unterschiedlichen Charaktereigenschaften waren für mich anfangs eher schwierig miteinander zu vereinen, aber dieser Punkt lockerte die Story immer wieder auf.

Die eher lockere und eigensinnige Art Lena’s, vermischt mit dem sehr eigenen Schreibstil der Autorin waren für mich persönlich das Highlight des Buches. Trotz des eher beklemmenden Themas konnte mir immer wieder mit Witz und Charme ein Lächeln auf die Lippen gezaubert werden.

 

Zur Thematik fallen mir folgende Begriffe ein: Selbstfindung, Unterdrückung, wenig Selbstbestimmtheit, Verständnislosigkeit, Unsicherheit und Selbstwahrnehmung.

Auf den ersten Blick sind es negative Wortlaute und alle finden in diesem Buch ihren Platz, denn die Protagonistin wird von ihnen beherrscht. Jugendliche und auch junge Erwachsene, die unter ähnlichen Umständen, wie Lena leben, können diese Geschichte wahrscheinlich um einiges besser nachvollziehen, aber auch ich konnte mich in Lenas Lage gut hineinversetzen und verstehe, warum sie so ist, wie sie ist.

 

Lenas gesamte Geschichte und die Faktoren, die ihr immer wieder im Weg stehen,

wie Lena sich im Buch entwickelt und welchen Weg sie für ihre Zukunft einschlagen wird, verrate ich euch an dieser Stelle nicht.

Jeder Leser sollte angespornt sein, zu diesem Buch zu greifen.

 

Für mich persönlich wäre ein interessanter und spannender Faktor, ob die Autorin mit ihren Ideen auch in die Erwachsenenliteratur gehen könnte.

Trotzdem Lena mit ihren 25 Jahren ein Alter hat, welches in dieser Riege liegt, spricht die Autorin doch eher Themen an, die Jugendliche und junge Erwachsene beschäftigen. Diesen frischen Schreibstil kann ich mir auch super im Erwachsenenbereich vorstellen.

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Der Titel des Buches hat auf jeden Fall einen Bezug zum Buch und findet auch wortwörtlich einen Platz in der Story. Für mich ist Lenas Größe im Nachhinein allerdings nicht das große Thema. Aufgrund des Titels habe ich mit vielen Hänseleien gerechnet, auch im schulischen Bereich, da ich mit Lena viel jünger vorgestellt hatte.

Das Cover ist zum Thema „Die Luft da oben“ natürlich passend und lässt den Zusammenhang erkennen. Optisch hat jeder Leser meiner Meinung nach einen anderen Geschmack, den wir jedoch keinem Autor aufzwingen sollten, denn es steckt nicht unser Herzblut im Buch.

 

Mein Fazit

Ein Buch, das ein Thema anspricht, über welches ich immer wieder sehr gern lese. Selbstfindung nimmt meiner Meinung nach vor allem im Jugendbuchbereich einen großen Stellenwert ein. Bewertet man das Buch in diesem Bereich, ist Pauline Keller mit „Die Luft da oben“ ein tolles Debüt gelungen.

Gerne würde ich nochmal etwas von diesem lockeren, ehrlichen und direktem Schreibstil lesen.