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Ganz anders als erwartet…

Pretty Baby - Mary Kubica

Inhaltsangabe

Schon immer hat Heidi Wood sich gern um andere gekümmert. Doch als sie eines Tages ein mysteriöses obdachloses Mädchen und dessen Baby mit nach Hause bringt, geht sie zu weit! Heidis Mann Chris hat Angst um seine Tochter – und um seine Frau. Denn sie beginnt sich zu verändern, scheint immer mehr in den Bann des unbekannten Mädchens zu geraten.
Chris beginnt zu recherchieren und stößt auf ein schreckliches Geheimnis. Aber um seine Frau und seine Tochter zu retten, scheint es schon zu spät zu sein…

 

Meine Meinung

Der Verlag HarperCollins ist für mich Neuland, aber auf dieses Buch bin ich sofort aufmerksam geworden. Habe ich mir fest vorgenommen Bücher nicht mehr nach der Optik zu bewerten, komme ich hier nicht drum herum dies doch zu tun.

Ein bombastisches Cover oder?

Passend zum Genre, schwarz, weiß verwischte Schrift und dieses düsterwirkende Mädchen. Perfekt! Mir war von Anfang an klar, auch wenn mir dieses Buch nicht gefallen wird, bleibt es als Hingucker im Regal.

 

Wenn man schon häufig in diesem Genre gelesen hat, hat man als Leser immer eine gewisse Vorahnung, was auf einen zukommen wird. So war es bei mir auch hier.

Anfänglich dachte ich, na wann will die Story denn an Fahrt aufnehmen, aber als mir dieser Gedanke kam, fiel mir gleichzeitig auf, welche Stimmung schon das gesamte Buch über herrscht. Eine unterschwellige und bedrückende Stimmung, die mich als Leserin einfach nicht mehr losließ. Ab einer gewissen Seitenanzahl hatte ich keinerlei Ahnung wohin mich diese Geschichte führen wird und daher ist der Spannungspunkt für mich gegeben.

Es muss nicht immer Action sein, auch wenn ich diese hier erwartet hatte.

Dieses Buch kommt fast ganz ohne Blut aus. Für mich mal etwas anderes, aber aus diesem Grund auf jeden Fall ein Buch, welches mich im Nachhinein noch beschäftigen wird.

 

Erzählt wird diese Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven:

Heidi, die fürsorgliche Mutter, welche nur helfen will.

Chris, deren Mann, der das Helfer-Gen seiner Frau übertrieben findet.

Und Willow, das obdachlose Mädchen.

 

Weitere Gründe, warum mich dieses Buch positiv gestimmt zurücklässt, sind die Ideen, die Übermittlung der Geschichte und die Charaktere.

Gleich zu Beginn, vielleicht auch, weil die Protagonistin Heidi heißt, kamen mir der Einstieg, die Familie und die Gesamtsituation sehr menschlich und realistisch vor.

Wer von uns hatte noch nicht dieses Gefühl einem Menschen helfen zu wollen?

Heidi sieht dieses junge Mädchen mit dem Baby auf dem Arm im Regen stehen und will helfen. Dieser lobenswerte Gedanke ist für sie selbst und für ihre Familie allerdings der Beginn einer Tortur.

 

Dieses Buch geht meiner Meinung nach ganz klar in die Richtung Psychothriller. In diesem Bereich für mich ganz wichtig, dass ich auf keinen Fall vor Erreichen der Hälfte des Buches erfahren möchte, wo der Hase langläuft.

Mary Kubica zeigt hier ihr Schreibtalent, denn ich war ab S. 54 sowas von verwirrt und diese Erzählperspektive machte es mir bis zum Schluss schwer den Faden zu finden. Und wer bis zur Mitte des Buches dachte, ahhh, dahin geht es, der liegt falsch. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die hier frühzeitig den Weg erkennen.

 

Und wer das Buch dann gelesen zuklappt, wird sich denken, wie realitätsnah diese Geschichte ist. Das hier Themen aufgegriffen werden, die schockierend, aber auch nachvollziehbar sind. Ich bin begeistert von der Grundidee.

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Trotz bisher sehr positiven Punkten möchte ich auch zwei kleine Dinge anbringen, die das Buch meiner Meinung noch besser gemacht hätten. Zum einen finde ich zwei Geschichten von Charakteren nicht zu Ende erzählt. Manchen Leser wird es reichen, mir nicht so ganz. Es bleibt ein kleines Loch. Und mir haben an gewissen Passagen die Emotionen gefehlt. Natürlich hat man diese bedrückende Stimmung, die einen als Leser begleiten, aber hier hätte die Autorin noch mehr mit den Gefühlen des Lesers spielen können.

 

Mein Fazit

Mit ihrem zweiten Roman erschafft Mary Kubica vor allem ein Buch, welches nachwirkt. Realitätsnähe ist hier ein Punkt, der mir sofort in den Sinn kommt und dies mochte ich an der Geschichte sehr. Mit der Tendenz zur Bestbewertung kann ich dieses Buch für alle, die sich buchtechnisch schon auf die düstere Jahreszeit vorbereiten und mal ein Buch ohne Blut zur Hand nehmen möchten, nur empfehlen.