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Geheimnisse zur viktorianischen Zeit

Die Reise der Amy Snow: Roman - Tracy Rees, Elfriede Peschel

Inhaltsangabe

Als Baby wurde Amy Snow ausgesetzt. Mittellos und von allen gehasst wird sie auf dem noblen Hatville Court aufgezogen. Die schöne Tochter des Hauses, Aurelia Vennaway, ist Amys einzige Freundin und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Als Aurelia jung stirbt, bricht Amys Welt zusammen. Aber Aurelia macht ihr ein letztes Geschenk: ein Bündel Briefe, das Amy auf Schatzsuche schickt. Einen Code, den nur Amy entschlüsseln kann. Am Ende erwartet Amy ein Geheimnis, das ihr Leben verändern wird. Amy Snow begibt sich auf eine Reise quer durch England.

 

 

Meine Meinung 

Ein Buch, welches viel zu lange auf meinem ungelesenen Stapel lag.

Zur Buchmesse 2015 ist es zu meiner Buchfamilie dazu gestoßen und aufgrund eines Zusammenschlusses zu einer Leserunde mit anderen Bloggerinnen wurde es endlich gelesen.

Viele mögen die Epoche des viktorianischen Zeitalters nicht, bekannt ist diese Zeitepoche zum Beispiel aus den Büchern von Jane Austen. Natürlich gibt es einiges an Geplänkel und Gefühlsduseleien, aber diese Zeit war halt so. Für mich ist es aufgrund des totalen Bruchs zu unserer heutigen Zeit immer sehr schön, in dieser zu lesen. Tracy Rees konnte dieses Vorsichtige und Zurückhaltende der Zeit in ihrer Geschichte um die junge Amy Snow sehr gut herüberbringen.

 

Amy Snow, deren Herkunft unbekannt ist, wird an einem eisigen Wintertag von Aurelia Vennaway im Garten des elterlichen Anwesens gefunden. Dieser Wintertag war für Aurelia und für Amy ein Geschenk, welcher im Nachnamen von Amy verankert bleiben sollte. Für Aurelia’s Eltern hingegen, war Amy ein Dorn im Auge, wuchs nun ein fremdes Kind bei ihnen auf. Ihrer einzigen Tochter zu Liebe, duldeten sie Amy und dulden spricht hier Worte. Die Eltern waren für mich die Figuren, die am wenigsten Sympathiepunkte verdient haben. Die Ansichten mögen zur Zeit so gewesen sein, aber von Herzlichkeit und Menschlichkeit war bei beiden nichts zu spüren.

 

Aurelia war das Lebendige dieser Familie und mir ihr wurde auch Amy zu einem Wirbelwind. Die beiden werden beste Freundinnen und im Herzen waren sie Geschwister. Doch nur 17 Jahre später soll diese Freundschaft ein Ende finden, Aurelia stirbt und hinterlässt ihrer treuen Freundin ein Erbe, viele Geheimnisse, aber auch viele Stolpersteine.

Im Buch geht es vor allem um die Geheimnisse. Aurelia schickt Amy ante mortem geschriebene Briefe, welche Amy auf eine Reise schicken sollen, eine Reise ins Ungewisse.

 

Wie für Amy war auch für mich als Leserin das ungewisse dieser Reise sehr spannend zu verfolgen. Immer wieder lernt Amy neue Leute kennen, reist zu verschiedenen Orten und jedes Mal wartet sie auf die Zeit, zu der ein neuer Brief und somit ein neuer Hinweis von Aurelia auftaucht.

Gerade die verschiedenen Orte und Charaktere belebten meiner Meinung nach dieses Buch. Der Schreibstil ließ sich sehr gut lesen und passt hervorragend zu dieser Zeit, in der die Geschichte spielt.

 

Welches Geheimnis soll Amy auf die Spur kommen?

Geht es um ihre Herkunft?

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Nun folgender Punkt kann an meiner weiblichen Intuition liegen oder doch daran, dass gewisse Geheimnisse fast zu offensichtlich in die Geschichte eingebaut wurden. Einiges war mir sofort klar und mit diesen Gedanken geht man solch einer Geschichte natürlich nicht mehr ganz unvoreingenommen entgegen.

 

Mein Fazit

Im Großen und Ganzen hat mir die Reise mit der jungen Amy Snow Spaß gemacht.

Es gab Freude und Leid. Viele neue Bekanntschaften und eine Aufgabe, der Amy sich stellen muss, um hinter die Lösung der vielen Rätsel zu kommen.

Für alle Leser, denen der Lebensstil und den typischen Umgangsformen des viktorianischen Zeitalters nichts ausmachen, sollten sich unbedingt auf die Reise mit Amy begeben.

 

 

Wer kennt die Wahrheit?

Der Tag, an dem wir dich vergaßen - Marion Ahl, Diane Chamberlain

Inhaltsangabe

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch?  Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens… 

 

Meine Meinung 

Das Buch der Autorin Diane Chamberlain teilt sich in drei Teile ein, wobei mir persönlich der erste Teil am besten gefallen hat, was bei Büchern ja eigentlich immer selten der Fall ist. Da die meisten Bücher eine gewisse Anlaufphase benötigen. Dieses hier jedoch überhaupt nicht! Der erste Teil konnte mich total in die Geschichte hineinziehen. Zu dem schreibt die Autorin sehr lebendig und meine Vorstellungskraft musste nicht viel dafür tun, dass dieses Buch in meinem Geiste wie ein Film ablief. Eine grandiose Wirkung!

 

Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau von HarperCollins gesehen habe, ist mir hier nicht sofort das Cover, aber der Titel ins Auge gesprungen. „Der Tag, an dem wir dich vergaßen“ klingt für mich sehr traurig und emotional. Des Öfteren sehne ich mich nach solchen Geschichten, weil man den eigenen Emotionen einfach mal freien Lauf lassen kann. Zu dem verbirgt dieses Buch ein Rätsel. Das Rätsel um Riley’s Schwester Lisa, welche sich vor 23 Jahren das Leben nahm.

 

Mittlerweile ich Riley 25 Jahre alt, frisch getrennt und nach dem Tod ihres Vaters wieder mit ihrem Elternhaus konfrontiert. Ihr älterer Bruder Danny, welcher auf einem Campingplatz lebt, hatte nie ein gutes Verhältnis zu seinem Vater, daher steht Riley mit den zu erledigenden Dingen nach dessen Tod so ziemlich allein da. Als die beim Ausräumen diesen Karton mit den alten Zeitungsartikeln findet, stößt sie auf Dinge zum Selbstmord ihrer Schwester, die ihr bisher nicht bekannt waren. Beziehungsweise weiß sie nun, dass ihre Eltern ihr einiges verschwiegen haben.

Was ist damals passiert?

Wieso wählte Lisa, welche eine talentierte Violinistin war diesen Ausweg?

Oder war dies nur eine Täuschung und Lisa lebt?

 

Die Grundidee fand ich sehr interessant und auch der Verlauf der Geschichte. Um das Rätsel zu lösen, tauchen wir in die gesamte Lebens- und Familiengeschichte der MacPhersons ein. Nach und nach bringt die Suche nach der Wahrheit immer mehr Unklarheiten, Lügen und Geheimnisse ans Licht. Ich habe jede Seite des Buches sehr gern umgeblättert. Da ich bei diesem Buch absolut nichts vorwegnehmen möchte, werde ich gar nicht auf das Ende eingehen. Lasst euch überraschen.

 

Dieses Buch bringt Spannung und Emotionen mit sich und regt sehr zum Nachdenken an.

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Nachfolgender Punkt ist eine persönliche Meinung und sollte euren Leseentschluss nicht verstimmen. Bereits im Prolog fiel mir als wachsame Leserin etwas auf und als ich den zweiten Teil des Buches erreichte, bestätigte sich meine Meinung. Diesen Aufbau wird die Autorin mit Bedacht gewählt haben. Ich, als Leserin, hätte mir einen anderen gewünscht. Aber sowohl der eine, als auch der andere Aufbau haben seine Vor- und Nachteile und ebenso seine Absichten.

 

Mein Fazit

Wortwörtlich werden hier auf 400 Seiten mehrere Lebensgeschichten erzählt, die mich in ihren Bann ziehen konnten. Vor allem Rileys Parts habe ich sehr gerne gelesen und mit ihr gefühlt. Der Titel ist im Buch Programm und das Thema Vergessen wurde von der Autorin durch eine besondere und berührende Geschichte dargestellt. Allen Lesern und Leserinnen, welche die Geheimnisse der Familie MacPhersons ergründen möchten, kann ich nur sagen, tut es!

 

Ein zufriedenstellendes Finale

Hoffnung eines neuen Tages: Roman. - Elisabeth Büchle

Inhaltsangabe

Während der Erste Weltkrieg seinen unheilvollen Lauf nimmt, versucht die junge Demy in Berlin weiter unermüdlich, sich und ihre Schützlinge durch die schwere Zeit zu bringen. Als sie unter der Last zusammenbricht, steht ihr Philippe Meindorff unverhofft zur Seite. Doch dann erhält die Familie eine niederschmetternde Nachricht, die alles erneut ins Wanken bringt... 

Anki und Robert geraten in Petrograd in die Unruhen der Februarrevolution und müssen mit den vier Fürstenkindern fliehen. Bei dem fast aussichtslosen Versuch, nach Berlin zu entkommen, wird die Schicksalsgemeinschaft auseinandergerissen. Wird das nahe Kriegsende alle wieder zusammenführen? 

 

Meine Meinung 

Nachdem St. Petersburg und die Geschichte um Anki und Robert im zweiten Band der Reihe einen großen Part eingenommen hatten, tritt im dritten Band wieder Berlin mehr in den Mittelpunkt. Dort verfolgen wir die Geschichte der jungen Demy weiter. Ihr Charakter ist kaum noch mit der kleinen Demy zu vergleichen, welche wir im ersten Band der Reihe kennengelernt haben. Mit jedem Band wächst sie über ihre Mittel, Möglichkeiten und auch Kräfte hinaus. Doch irgendwann erreicht jeder seine Grenze. So geschieht es ihr gleich zu Beginn des finalen Bandes, dass sie schwer erkrankt und das Haus mit den vielen Seelen, welche Demy bei sich aufgenommen hat, ohne sie zurechtkommen muss.

An ihrer Seite steht Philippe Meindorff. Habe ich mir ja im zweiten Band schon mehr erhofft bei den beiden, kam es nicht dazu. Demy blockt eventuelle Zuneigung immer wieder ab, aber ich mag Philippe seine Hartnäckigkeit und es war schön zu verfolgen, dass er Demy in dieser schwierigen Zeit unterstützt und ihr aufzeigt, dass das Leben auch ohne ihre guten Taten weitergeht.

 

Bisher haben wir das Kriegsgeschehen aus der Sicht von Hannes Meindorff betrachten können, welcher sich vor allem an der französischen und belgischen Front beweist. Im finalen Band tritt seine Ehefrau Edith ein wenig in den Vordergrund. Sie hat sich als Krankenschwester gemeldet und versucht mit allen Mitteln den verwundeten Soldaten zu helfen, wo sie nur kann. Das Schicksal will es so, dass sie dort auf einen Bekannten ihres Schwagers Philippe trifft. Dieser benötigt dringend Hilfe. Und sie erfährt Dinge, die ihr Leben komplett verändern werden.

 

Anki, ihr geliebter Robert und die vier Chabenski-Töchter versuchen unterdessen einen Weg aus Petrograd zu finden. Die Gefahr, dass der Feind die vier Kinder als Adlige erkennt, ist einfach zu groß.

 

Aber Gefahr lauert auch in Berlin. Philippes langjähriger Feind Karl Roth kann immer noch nicht von ihm lassen. Zu groß ist sein Rachedurst. Er will Philippe treffen und er weiß auch schon genau wie.

 

Für mich der wohl spannendste Part war, ob die Autorin hier alle Erzählstränge im finalen Band vereint. Nachdem sich die verschiedenen Familien im ersten Band aufgrund kriegsferner Gründe verzweigten, wäre eine Zusammenführung zum Kriegsende doch ein toller Abschluss für die Meindorff-Saga.

Wie die Autorin diese Reihe dann zu einem Abschluss bringt, stimmt mich glücklich. Anfänglich hätte ich es nicht gedacht, aber die Autorin schrieb hier eine Geschichte, an die und deren Charaktere ich mich noch lange erinnern werde.

 

Ein großes Lob kann ich auch im dritten Band der Reihe wieder aussprechen, weil sich das Buch durch den sehr flüssigen Schreibstil sehr angenehm lesen lässt und als Geschichtsliebhaberin merke und liebe ich die sehr gute Recherche über die Zeit und die Zustände des 1. Weltkrieges.

 

Mein Fazit

Wer interessiert ist an faszinierenden Charakteren, die sich in einer Geschichte mit jedem Band weiterentwickeln, und verschiedenen Einblicken in die Zeit des 1. Weltkrieges, der sollte unbedingt zu der „Meindorff-Saga“ von Elisabeth Büchle greifen. Denn diese Reihe ist nicht nur optisch ein Genuss.

 

Wer traut sich eine Runde mit dem Fahrstuhl zu fahren?

LEGENDEN: 1- Das Fahrstuhlritual -  Horror - Dana Müller

Inhaltsangabe

Existiert eine Welt hinter der uns bekannten?

Diese Frage stellt sich Justin nicht, denn für ihn ist das Übersinnliche nur eine Erfindung.

Doch dann führt er das Fahrstuhlritual durch und sein Weltbild gerät ins Wanken. Mittendrin in allem, was er für Aberglauben hielt, wird er von bedrohlichen Wesen verfolgt.

Wird Justin dem Bösen entkommen?

 

 

Meine Meinung

Nicht immer gehe ich drauf ein, aber dieses Cover ist ein Hingucker. Mir ist es bei Facebook und kurze Zeit später auch bei Amazon sofort in die Augen gesprungen. Für viele Bücherliebhaber leider nicht zum In-den-Schrank-stellen. Schade, aber nicht zu ändern.

 

Gut finde ich, dass der Klappentext nicht viel verrät. Er ist kurz und auf den Punkt.

Beim ersten Durchlesen, dachte ich sofort: „hmm, etwas Übersinnliches…da gehe ich eigentlich genauso ran, wie Justin…schauen wir mal.“

 

Solche Bücher haben meiner Meinung nach eine schwierige Aufgabe, und zwar de n Leser in seinen Bann ziehen, obwohl dieser bereits von Anfang an voreingenommen ist. Ich war es hier auf jeden Fall, denn wer glaubt schon an Geister?

 

Es ist mein erstes Buch von Dana Müller, aber nicht mein letztes, denn die Autorin schaffte es mich in den Bann zu ziehen und plötzlich kamen mir ganz andere Gedanken, als „ach, solch Geisterkram“.

 

Mit den 4 Charakteren Justin, Anna, Simon und Luca, welche zwischen 16 und 18 Jahre alt sind, stellt sie uns vier verschiedene Figuren vor, die die Geschichte auf ganz unterschiedliche Weise formen.

Justin erschien mir als normal, seinem Denken konnte ich am meisten folgen.

Anna, das einzige Mädchen in der Runde ist die Jüngste, aber gut das sie dabei ist.

Simon, der Abgedrehte mit einem Hang zu Drogen und irren Ideen.

Luca, ebenfalls von Drogen angezogen, ist der Draufgänger der Runde.

 

Es sind jugendliche Charaktere und die Autorin baut auch gelungen die typische neuzeitliche Jugendsprache in dieses Buch ein. Nicht jeden sein Fall, auch ich mag es nicht, aber in so ein Buch gehört es einfach rein. Würden gerade Simon und Luca normal sprechen, wäre die Atmosphäre futsch.

Als Simon im Internet ein Video einer Mutprobe sieht, ist er gebannt.

DAS FAHRSTUHLRITUAL

Als Justin sofort einlenkt, dass er an so einen Quatsch nicht glaubt, ist er plötzlich derjenige, der dasteht, als ob er ein Feigling wäre. So kommt es, dass er die Mutprobe als erster machen will, um den anderen dreien zu beweisen, dass da nichts dran ist.

 

Als Simon ihm erklärt, wie das Fahrstuhlritual funktioniert, wurde mir zum ersten Mal ein wenig mulmig. Egal wie sehr man sich gegen übernatürliche Gegebenheiten wehrt, das Kopfkino setzt sich von ganz allein in Gang. So war es zumindest bei mir. Und blöd dann auch noch, wenn man weiß, man muss am folgenden Tag wieder einen Fahrstuhl betreten.

Justins Erlebnisse haben anfänglich keine Folgen, doch dann geht es los…

Justin wird verfolgt…

Er hört ständig dieses flüstern…

Und der rote Handabdruck an seinem Knöchel ist seinen Freunden Beweis genug, dass auch sie sich fürchten vor dem, was sie da in Gang gesetzt haben.

 

Die Spannung musste sich erst aufbauen, aber als sie dann da war, war man gefesselt von der Geschichte. Was ist da im Fahrstuhl? Das kann ich euch natürlich nicht verraten. Allerdings hätte ich mir dazu gerne noch ein wenig tiefergehende Informationen gewünscht.

Es wird auf jeden Fall geheimnisvoll und die Jugendlichen werden vor eine harte Aufgabe gestellt, die Folgen von Justins Mutprobe rückgängig zu machen.

 

Mit dem Ende konnte mich die Autorin dann nochmal richtig begeistern.

Überraschend und so gut.

 

Mein Fazit

Der erste Band einer Reihe, die sich hoffentlich so fortsetzen wird. Die Ideen verschiedene Legenden zu behandeln finde ich sehr gelungen und die Vorfreude auf mehr ist da.

Band 1 konnte mich nach einer kurzen Anlaufstrecke in seinen Bann ziehen und bis zum Schluss fesseln.

Wenn ich mich jemals in ein Gebäude mit 10 Stockwerken und einem Fahrstuhl begebe, werde ich mutig sein und hoffe, dass nichts passiert!

 

Anders als erwartet

Wie bastel ich mir einen Zombie: Schaurig-schöne Geschichten aus der Wissenschaft - Frank Swain, Astrid Mania

Inhaltsangabe

Seit tausenden von Jahren versuchen wir Mittel und Wege zu finden, Körper und Geist unserer Mitmenschen zu beeinflussen und zu kontrollieren. Von giftigem Honig, der ganzen Armeen niederstrecken kann bis zu den Voodoo-Zaubern auf Haiti – Frank Swain erzählt ebenso fundiert wie mitreißend wahre Geschichten aus der Wissenschaft. Von Hundeköpfen, die ohne ihre Körper zum Leben erweckt werden, von Geheimgesellschaften, die tief in die Psyche des Menschen vordringen, mit dem Wunsch, den Tod zu überlisten. Und von Parasiten, die ihren Wirt so beeinflussen können, dass er zu Suizid oder zur Geschlechtsumwandlung getrieben werden kann.

 

Meine Meinung 

Und das heißt nicht schlecht!

Aber hier habe ich beim ersten Blick sofort Jeffrey Dahmer und sein Vorhaben einen Zombie zu erschaffen gedacht. Falsch gelegen.

 

Das Buch teilt sich in 7 verschiedene wissenschaftliche Geschichten auf, welche jeweils nochmal eigene Kapitel aufweisen, so dass jede Story 30 – 40 Seiten hat.

Für mich war es ein super Buch, um jeden Abend eine weitere Geschichte zu lesen. Dies geling mir glaub ich bis zur 3. Story, danach konnte ich fast gar nicht aufhören. Ab dem vierten Fall kamen meine Themen ins Spiel, die ich wirklich unheimlich interessant finde. Zeitlich gesehen startet man in der ersten Geschichte im Jahre 1887 und liest sich dann nach und nach der Gegenwart entgegen.

 

Wer Angst vor wissenschaftlichen Arbeiten hat, sollte diese hier Ablegen. Denn sobald Interesse an der Thematik besteht, stellt man sehr schnell fest, dass dieses Buch sehr gut ausgearbeitet ist und uns Menschen verschiedene Szenarien näherbringt unter dem Motto:

Sie sind ein Untoter, ein Zombie, sind es immer schon gewesen.“ (S. 277)

 

Was ich nie gedacht hätte, dass man aus diesem Buch so viel mitnimmt. Ich dachte, jeden Abend eine Geschichte, ganz nett und dann steht das Buch im Regal. Aber nein, so viele Markierungen und Klebchen habe ich lange nicht mehr benutzt.

Eigennamen, Tiernamen, Filmtitel, Buchtitel und und und. Das Buch hat mich wirklich angeregt, weiter zu forschen und ich habe meine Liste noch nicht abgearbeitet. Sobald Zeit ist, lese ich mich in markierte Thematiken nochmal rein.

Und wenn ein Buch sowas mit sich bringt, hat es schon was!

 

Der Schreibstil war nicht immer ganz flüssig, aber wissenschaftliche Ausarbeitungen lesen sich meiner Meinung einfach anders als ein gefühlsbetonter Roman.

 

Zu den einzelnen Fällen möchte ich gar nicht so viel verraten. Der Autor zeigt in siebenfacher Hinsicht auf, wie Zombies erschaffen werden und das ein oder andere Mal hat es mich wirklich geschaudert.

Meine Highlights, wenn man das überhaupt so nennen darf, waren die Themen:

Lobotomie

Parasiten

Klone

 

Einen Fakt, den ich nicht allzu oft betone ich meinen Rezension, dieses aber hier nur zu gern mache, ist, dass der Autor im Buch eine wahnsinnig lange Bibliographie angehängt hat. Unglaublich, was bei diesem Buch für Recherchetätigkeit dahintersteckt. Danke für diesen zusätzlichen Einblick.

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Ich weiß nicht, ob ich einen Anlauf brauchte, um in dem Buch anzukommen, oder ob mich die ersten Storys nicht so packen konnten wie die folgenden.

Geschmackssache und sehr interessenabhängig meiner Meinung nach.

 

Mein Fazit

Dieses Buch kann ich nicht nur allen Zombie-Fans unter euch empfehlen.

Dieses Buch ist Wissen, dass man einfach haben sollte und sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Frank Swain zeigt auf, wie oft vom Menschen und manchmal auf von der Natur versucht wird, einen Zombie zu basteln.

Für mich eine Wissenserweiterung auf die ich sehr stolz bin!

 

Willkommen in Finsterhoven. Einen angenehmen Aufenthalt!

Finsterhoven - Jeidra Rainey

Inhaltsangabe

Oktober 2016: Miranda und Seth erkunden die längst vergessene Kinder- und Jugendpsychiatrie im Wald von Finsterhoven. Tragisches scheint sich auf der geschlossenen Station im letzten Stockwerk abgespielt zu haben und als Seth plötzlich verschwindet, findet sich Miranda in ihrem persönlichen Albtraum wieder.

April 2016: Cara wird aufgrund eines Vorfalls in die Kinder- und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Sie fühlt sich missverstanden und rebelliert, muss jedoch mit Entsetzen feststellen, wie verloren die Patienten dieser Anstalt sind und wie wenig Verständnis die Angestellten ihnen entgegenbringen. Als sie Parker, eine engagierte Psychologiestudentin kennenlernt, schöpft sie Hoffnung. Doch bringt diese Hoffnung auch eine Veränderung mit sich?

 

Meine Meinung 

Diese Bücher, die man am Tag der Erscheinung sofort kauft und dann auch gleich mit dem Lesen anfängt. Das neue Buch der Autorin, welche nun unter dem Namen Jeidra Rainey schreibt, gehört für mich zu dieser Kategorie. Ich habe bereits ein anderes Buch der Autorin gelesen und auch da konnte sie mich mit einer tollen Story überraschen. Was ich besonders an den Büchern von Jeidra Rainey mag, sind die Schauplätze im Buch: verfallene Gebäude und hier nun eine ehemalige Kinder- und Jugendpsychiatrie. Allein dieser Punkt bringt immer schon einen gewissen Schauer mit sich.

 

Ich lese sehr häufig Bücher auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Besonders hier, dass die Erzählstränge gar nicht so weit auseinander liegen. Lediglich 6 Monate trennen die Geschichten von Miranda, Cara und Parker.

 

Im April 2016 begegnen wir zuerst der jungen Psychologiestudentin Parker, welche vor allem durch ihre Unsicherheit auffällt. Schnell wird sie zum Opfer anderer Mitstudenten und findet lediglich Anklang bei Chuck, welcher ebenso Psychologie studiert und sich wie sie als Außenseiter bezeichnet. Im Verlauf des Buches wird schnell klar, dass Parker ein Geheimnis hat. Irgendwas ist in der Vergangenheit vorgefallen, denn als ihre Zimmergenossin Ivy ihr Tagebuch stiehlt, erwacht in Parker eine ungeahnte Panik, dass genau dieses Geheimnis ans Licht kommen wird.

Und als die dann auch noch den heißbegehrten Assistentenplatz in Finsterhoven unter ihrer Dozentin Frau Dr. Wolff bekommt, droht Ivy ihr mit Konsequenzen.

 

Ebenfalls im April begegnen wir der 17-jährigen Cara, welche aufgrund von aggressivem Verhalten in der Schule von ihrer Mutter nach Finsterhoven gebracht wird. Anhand ihres Charakters lernen wir einige andere Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie kennen und bekommen einen Einblick in den Alltag der Klinik und den Machenschaften des Klinikpersonals. Schnell wird klar, das Cara sich gegen alles und jeden aufbringt, weil sie ihrer Meinung einfach nicht dort hingehört. Mit ihrer Psychiaterin Frau Dr. Wolff kann sie auf Anhieb keine Verbindung aufbauen, bis die Ärztin ihre neue Assistentin Parker mitbringt. Cara fühlt sich erstmals von Parker verstanden und öffnet sich.

 

6 Monate später erzählt uns die Autorin die Geschichte von Miranda, welche ebenfalls Psychologie studiert und die mit ihrem Freund Seth in die kürzlich geschlossene Psychiatrie Finsterhoven einsteigt. Das stellte sich mir doch von Anfang an die Frage, wieso „Finsterhoven“ geschlossen wurde?

Als die die geschlossene Abteilung betreten, tritt das ein, womit Miranda wohl nie gerechnet hat. Seth wird niedergeschlagen und Miranda bleibt hinter verschlossener Tür in der Psychiatrie gefangen.

„Willkommen in der Jugendpsychiatrie.

Ich wünsche dir einen angenehmen Aufenthalt.“ (Pos. 627)

Von da an, schafft es Jeidra Rainey den Leser zum Überlegen anzustiften, was dort mit Miranda passiert. Wer tut ihr das an? Und wieso?

 

Als der Name eines Mitpatienten von Cara genannt wird, fand ich schnell eine Verbindung zwischen Cara und Parker, aber dieser Name brachte mich auch bei diesen beiden Erzählsträngen überhaupt nicht weiter. Bei Miranda schaffte es die Autorin durch gezielte Wortwahl mich total zu verwirren, so dass ich hinsichtlich des Täters gar keine Vermutung anstellen konnte.

Durch den ständigen Wechsel der drei Perspektiven und sehr knackigen Kapitel konnte mich die Autorin sehr zum Weiterlesen animieren.

Durch die vielen undurchschaubaren Gegebenheiten hätte ich niemals aufhören können mit diesem Buch. Ich war sehr gespannt auf das Ende.

 

Dieses kam auf jeden Fall überraschend daher, mag aber Geschmackssache sein.

In der Hinsicht bin ich sehr gespannt auf andere Meinungen.

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Ich fand das Ende gut, im Großen und Ganzen auch passend zur Story, aber ein Punkt erschien mir etwas unrealistisch. Diesen Punkt habe ich mir aber nur notiert, weil die Autorin über die gesamte Story sehr authentisch und realistisch geschrieben hat.

Und für den perfekten Bogen hätte ich zum Ende hin gern noch etwas mehr von ein, zwei Nebencharakteren gelesen. Die letzten Kapitel schossen sich doch sehr auf die drei Hauptcharakter Cara, Parker und Miranda ein.

 

Mein Fazit

Ein Jugendthriller, der meiner Meinung nach auch super für Erwachsene zu lesen ist. Die Charaktere sind Jugendliche, aber die Geschehnisse und die Story passen zu Jedermann. Ich mag diese Atmosphäre in ihren Büchern einfach sehr gern. Und ihre Ideen sind genau mein Beuteschema: Psychiatrie, Geheimnisse, ein wenig Action und ein unvorhersehbares Ende, sowas brauch man einfach ab und zu.

Für alle Fans ihrer anderen Bücher ein Muss und für Leser, denen die Bücher der Autorin noch nicht bekannt sind, wäre „Finsterhoven“ ein super Startschuss.

Der Auftakt macht neugierig

Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal - Band 1: historischer Thriller - Nicole Lischewski, Robert R. McCammon

Inhaltsangabe

Geht eine Hexe in Carolina um? Das zumindest glauben die Bewohner der kleinen Stadt Fount Royal. Ihr Name ist Rachel Howarth, eine Fremde – wunderschön und mutig.

Der fahrende Friedensrichter Isaac Woodward und sein scharfsinniger Gerichtsdiener Matthew Corbett sollen ihr den Hexenprozess machen. Die Beweise sind erdrückend.

Es tobt tatsächlich ein Kampf zwischen Gott und Teufel, zwischen Gut und Böse in dieser Stadt, und selbst die Unschuldigen sind nicht länger sicher. Schon bald muss sich Matthew Corbett mit Herz und Hirn dem wahrhaftigen Bösen stellen, das in Fount Royal umgeht…

 

Meine Meinung 

Dieser erste Band einer voraussichtlich etwas längeren Reihe fiel mir dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse ins Auge. Ich hatte es vorab schon im Internet gesehen, aber live hat dieses Werk dann doch noch eine ganz andere Wirkung. Die Covergestaltung finde ich persönlich wirklich grandios und an dem Wort Hexe kam ich einfach nicht vorbei.

 

Wie der Titel schon aussagt, spielen die Hexe von Fount Royal und der junge Matthew Corbett hier eine besondere Rolle. Dies geht in dem Buch auf jeden Fall hervor. Aber man lernt hier auch einige andere Charaktere kennen, welche für die Geschichte nicht ganz unbedeutend sind. Dazu zähle ich zum Beispiel den Richter Isaac Woodward und auch das Oberhaupt der Gemeinde Fount Royal Robert Bidwell.

 

Besonders gefallen an diesem Buch hat mir der Einstieg. Hier konnte der Autor eine gewisse düstere und unvorhersehbare Atmosphäre erschaffen. Man wusste einfach nicht wohin diese Geschichte gehen wird und ich war sehr gespannt auf das erste Aufeinandertreffen mit der Hexe Rachel Howarth. Zeitlich befinden wir uns hier im Jahre 1699 und das Setting sind die Kolonien von Carolina in Amerika. Auch diese beiden Faktoren konnte Robert McCammon vor allem am Anfang des Buches sehr gut wiederspiegeln.

 

Nach einem Überfall in einem Wirtshaus erreichen der Richter Woodward und sein Gerichtsdiener Matthew Corbett endlich Fount Royal. Das Aufeinandertreffen mit der Hexe habe ich mir ganz anders vorgestellt, aber es war dennoch interessant die Anschuldigungen und das Wesen der Hexe selbst vor Augen geführt zu bekommen. Ganz eindeutig stellt sich die gesamte Gemeinde gegen die unerwünschte Fremde und fordert ihren zeitnahen Tod.

Der Richter und Corbett sind allerdings nach Fount Royal gekommen, um Rachel Howarth den Hexenprozess zu machen. Und um genau diesen handelt der erste Band der Reihe. Wie des Öfteren bei Prozessverhandlungen in Büchern geht es um verschiedene Zeugen, deren Aussagen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen der Bewohner und vor allem des Richters. Lediglich Matthew Corbett misstraut den Aussagen der Zeugen sehr schnell, denn als er selbst im Gefängnis landet, hört er die Geschichte der seltsamen Geschehnisse aus ihrem Mund.

 

Was geht in Fount Royal vor sich?

Wer ist Schuld an den Morden?

Ist es zu vermeiden, dass noch mehr Anwohner die Gemeinde vor Angst verlassen?

Wer ist diese Person, die stiehlt und die Hausbrände legt?

Und die große Frage: Wieso das alles?

 

Und genau diese Fragen sind es gewesen, die das Lesen für mich sehr angenehm gemacht haben. Unterschwellig war immer eine gewisse Spannung vorhanden, da der Autor den Leser animiert nachzudenken und sich selbst diese eben genannten Fragen zu stellen und eventuell schon Antworten zu finden. Antworten konnte ich noch gar keine finden, denn man merkt, dass dieser Band im Deutschen gesplittet wurde, das heißt wie viele Leser es von der „Game of Thrones Reihe“ kennen, gehört im Englischen noch ein zweiter Teil zu diesem Auftakt. Daher ein er unspektakuläres Ende, aber die Vorfreude auf den zweiten Band der Reihe steigt daher umso mehr.

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Wie oben betont, gehört für mich zu einem Hexenbuch eine gewisse Atmosphäre und Düsternis. Diese Stimmung konnte der Autor meiner Meinung nach lediglich am Anfang des Buches erschaffen. In der Mitte und am Ende fehlte es mir im Detail. Die Zeit und auch das Setting hätten da noch einiges in Petto gehabt.

 

Ein wenig ängstlich und auch skeptisch stehe ich der Verbindung zwischen Matthew und der Hexe entgegen. Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung sich dies weiterentwickeln wird und vor allem, wie es mir in Bezug auf die Story gefallen wird.

 

Mein Fazit

Der erste Band einer Reihe um den Gerichtsdiener Matthew Corbett, der mich vor allem wegen den vielen offenen Fragen und die Geheimnisse in und um Fount Royal überzeugt zurücklässt. Bis auf ein paar nicht ganz zeitgenössische Wortspiele konnte mich der Autor mit seiner flüssig geschriebenen Geschichte neugierig auf die Fortsetzung machen.

 

Mittendrin im Leben der Hohensteins

Das Hotel am Drachenfels: Roman (Hotel Hohenstein, Band 1) - Anna Balbusso;Elena Balbusso;Ann Jonas

Inhaltsangabe

Silvester 1904: Majestätisch thront das Luxushotel Hohenstein im sagenumwobenen Siebengebirge. Bekannt für seine rauschenden Feste, lädt es auch an diesem Abend zu einer glanzvollen Neujahrsfeier. Nur mit einem Gast hat Hotelier Maximilian Hohenstein nicht gerechnet: Konrad Alsberg, sein unehelicher Halbbruder, ist gekommen, um Anspruch auf die Hälfte des Hotels zu erheben. Und er ist nicht der Einzige, der etwas im Schilde führt. Auch das neue Dienstmädchen Henrietta scheint etwas zu verheimlichen. Als verborgene Wünsche eines jeden an die Oberfläche kommen, verstrickt sich die Familie Hohenstein immer tiefer im Geflecht von neuen Lebenswegen und folgenschweren Entscheidungen...

 

 

Meine Meinung 

Nachdem ich immer wieder gern in Familiengeschichten versinke, fiel meine Wahl auf diese Reihe von Anna Jonas und so viel kann ich euch gleich zu Beginn verraten: ich habe die richtige Wahl getroffen!

 

Denn zu allererst konnte mich dieser Reihenauftakt mit seiner Vielzahl an Charakteren bzw. Familienmitgliedern packen, welcher jeder seine ganz eigene Geschichte zu erzählen hat. Und in diesen Geschichten spielen Geheimnisse, Affären und Intrigen eine sehr große Rolle.

Am meisten packen konnte mich zu allererst tatsächlich der gefürchtete Halbbruder des Hoteliers Maximilian Hohenstein, welcher seine Hälfte des Familienerbes nun in Anspruch nehmen will. Dachte ich zuerst, da kommt ein Mann daher, der sofort jegliche Antipathie auf sich zieht, so kam es ganz anders. Er erschien mit während des Lesens als der einzige Charakter, der halbwegs klar sieht und denken kann. Im Verlauf der Geschichte greift er dem einen oder anderen Familienmitglied gern unter die Arme.

 

Karl Hohenstein, einer der beiden Söhne vom Familienoberhaupt konnte sich ebenso beweisen, da er dank weiblicher Hilfe seiner Frau endlich erkennt, für was es zu kämpfen und zu leben gilt.

 

Und auch Alexander, sein Bruder, zauberte mir vor allem bei den Konversationen mit dem angestellten Mädchen Agnes immer wieder ein Lächeln auf die Lippen.

 

Besonders angenehm fielen mir der Schreibstil und allgemein die Wortwahl der Autorin auf. Diese passte perfekt zu der Zeit um 1900 und auch viele Beschreibungen, zum Beispiel die des Hotels Hohenstein ordneten sich bildhaft wunderbar in diese Epoche ein. Zeitweise war es für mich persönlich ein Zuwachs an Informationen. Die Autorin konnte beim Lesen die Einführung bzw. Erfindung verschiedener technischer Geräte näherbringen, welche für das Hotel eine Bedeutung haben könnten.

 

Die Geschichte an sich und die vielen Geheimnisse sorgen dafür, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Anna Jonas treibt die Geschichte sehr gut voran. Die Geheimnisse selbst sind super gewählt worden und gleichzeitig ist es erschreckend was zu dieser Zeit so alles Gang und Gebe war.

 

Für mich persönlich stimmt hier alles. Der Anfang, der Verlauf und auch das Ende der Geschichte. Sowie die vielen Familienmitglieder und deren Eigenarten, als auch die landschaftlichen Beschreibungen und Gegebenheiten. Anna Jonas konnte mich durch und durch gut unterhalten und es war mir eine Freude diese Familie kennen zu lernen.

 

Mein Fazit

Der Beginn einer Reihe um das Hotel und die Familie Hohenstein, welches mich total begeistern konnte. Und selten freue ich mich so sehr auf die Fortsetzung einer Reihe. Band 2 wird sofort nach Erscheinung verschlungen und ich freue mich drauf, wie die Autorin diesen Reihenauftakt weitergedacht hat. Ein Wiedersehen mit den Charakteren freut mich am meisten.

Pure Verwirrung im Murder Park

Murder Park: Thriller - Jonas Winner

Inhaltsangabe

Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde. 

Ein Killer ist auf der Insel…keiner kann dem anderen trauen …die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen…

 

 

Meine Meinung 

Beim ersten Lesen des Klappentext kam mir sofort der Gedanke: ein Mörder auf der Insel und alle sterben, sehr vorhersehbar. Dann folgt das große Aber. Denn der Name Zodiac ließ mich sofort an den Zodiac-Killer denken, das Wort Serienmörder und ein Vergnügungspark. Somit stand ganz schnell fest, dass ich dieses Buch lesen werde.

 

Der Autor konnte mich gleich mit seinen kurzen, knackigen Kapiteln überzeugen, welche den Lesefluss bei einem Thriller einfach erheblich verbessern. Bereits in der Inhaltsangabe wird von 12 Personen gesprochen, welche nach 20 Jahren in den ehemaligen Freizeitpark zurückkehren. Gedacht habe ich mir zu Beginn dabei nicht viel, weil dieser Besuch eine Art Pressebesuch ist. Das heißt unter den Personen befindet sich ein Kameramann, eine Reporterin und zum Beispiel auch polizeiliche Bearbeiter der Serienmorde vor 20 Jahren. Der neue Eigentümer möchte diesen Leuten seine neue Idee nahe bringen, den MURDER PARK.

 

Zuerst lernen wir Paul Greenblatt anhand eines Interviews kennen und dieser Punkt ist einer meiner Highlight im Buch. Die Überschrift lautete Interview 1 von 12, das heißt es wird sehr schnell klar, dass hier anscheinend jeder Charakter einmal zu Wort kommen wird und so kommt es auch. Führen tut die Interviews ein Psychiater, welcher ebenfalls unter den 12 Besuchern ist. Die Interviews fanden zeitlich vor dem Besuch statt und anhand dieser wurden die Akteure ausgewählt.

Das interessante an den Interviews war, dass dem Leser sehr schnell klar wird, dass wirklich jede Person irgendeine Verbindung zum ehemaligen Vergnügungspark auf Zodiac Island hat. Dieser Punkt gab mir großen Ansporn beim Lesen und ich war immer wieder gespannt eine neue Verbindung zu erlesen.

 

Neben den Interviews erzählt der Autor die Geschichte der Charaktere in der Gegenwart. Los geht es auf der Fähre, welche alle zum MURDER PARK bringt und wie bereits erwähnt, legt diese erst wieder in 3 Tagen auf der Insel an, um alle 12 Gäste wieder abzuholen.

 

Die Charaktere selbst bleiben in der Erzählung sehr blass, umso mehr habe ich mich auf die einzelnen Interviews gefreut, lediglich dort bekommt man als Leser einen intensiveren Einblick in die jeweiligen Erlebnisse und Charakterzüge der Personen.

Alle Leser sind also gewarnt, die intensive Charakterausarbeitung steht in diesem Thriller nicht an erster Stelle.

 

Zur Story kann ich sagen, dass ich während des Lesens immer etwas ängstlich war, dass die Geschichte um den Murder Park einfach nichts Neues ist. Dennoch war ich immer motiviert und gespannt, was als nächstes passiert und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Die eigentliche Idee, welche der neue Besitzer des Vergnügungspark hat, erzeugte auch erst ein wenig Skepsis und ich war dann froh, dass dieser Teil nicht weiter intensiviert wurde.

 

Und worauf wohl alle Leser warten, ist der erste Mord. Und als es zu diesem wirklich kommt, geht das zweite meiner persönlichen Highlights los, das Rätselraten wer der Mörder ist. Es kann doch nur einer der 12 Gäste sein oder? Und jeder, wirklich jeder wird von Jonas Winner mindestens einmal in der Hinsicht beleuchtet, dass es förmlich danach schreibt „er ist der Mörder!“. Als wäre dieses Wirrwarr nicht genug, kommt auf einmal noch ein Schlauchboot vor der Insel ins Gespräch. Ist doch noch eine weitere Person auf der Insel?

Mein Highlight dahingehend, weil ich schon lange nicht mehr so gerätselt habe beim Lesen, dass ich mir sogar verschiedene Theorien auf Papier gezaubert habe. Denn der Autor bietet hier wirklich einige Möglichkeiten an. Dies rührt daher, dass er verschiedene Themen in seinem Buch eingearbeitet hat. Da wäre der Name Zodiac, welcher sich um die 12 Tierkreiszeichen dreht und welch Zufall sind 12 Gäste auf der Insel. Man hat also ständig die Sternzeichen der Personen im Hinterkopf. Dann schwebt immer das Thema um den Mörder von vor 20 Jahren im Kopf umher und als die Gruppe sich in der Anzahl immer weiter minimiert, weiß man als Leser überhaupt nicht mehr wo Vorne und Hinten ist.

Bei den Morden selbst fehlte es mir an Spannung, aber der Spaß am Rätseln konnte dies bei mir wett machen.

 

Bei solchen Büchern, die das Kopfkino so sehr in Gange bringen, ist man natürlich unheimlich gespannt auf das Ende. Das Ende vom „Murder Park“ ist für mich gelungen, auch wenn es mir fast zu schnell abgehandelt wurde. Die Auflösung kam für mich total überraschend, dennoch logisch daher.

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Dennoch gab es auch ein, zwei Punkte, von denen ich mir etwas mehr versprochen habe. Zum einen intensivere Morde auf der Insel, das heißt, mir wurden sie fast nebensächlich erzählt und beschrieben. Man merkte beim Lesen sehr stark, dass der Autor eher dahingehend konzentriert ist, wer der Mörder ist und weniger das Geschehen fokussieren wollte.

 

Und als absoluter Fan von Vergnügungsparks und Serienmördern habe ich mir im Allgemeinen mehr MURDER PARK gewünscht. Beschreibungen der Atmosphäre und der Fahrgeschäfte. Den ein solcher Park, in welchem in der Vergangenheit 3 Morde verübt wurden, kann doch eine echt gruselige Story erzählen oder?

 

Mein Fazit

Jonas Winner erschafft einen Thriller, welcher unheimlich zum Weiterlesen anspornt, dessen Story dann aber doch sehr oberflächlich bleibt. Die Idee des Autors wird auf jeden Fall in meinem Büchergedächtnis bleiben, aber ich würde diesen Thriller als schnelllebige, knackige Kost betiteln, welcher sehr in die Psychothrillerschiene geht.

Für alle Leser, die gerne rätseln, wer der Mörder ist, kann ich „Murder Park“ empfehlen.

 

Spannend von Anfang bis Ende

Das Lied von Eis und Feuer 02: Das Erbe von Winterfell von George R.R. Martin Ausgabe (2011) - George R.R. Martin

Inhaltsangabe

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – doch die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch dann nicht, wenn man die Hand des Königs ist...

 

 

Meine Meinung

 

Diese Reihe wird groß. Das beziehe ich nicht auf die 10 Bände, sondern eher auf die Geschichte. Zu so einem Werk eine Rezension zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Es passiert so viel, an allen Ecken und Enden und jeder Charakter reißt den Leser mit seiner eigenen Geschichte mit.

Hatte ich nach Band 1 schon meine Charakterlieblinge gefunden, aber eher die Sprachgewalt und das erschaffene Drumherum gelobt, so konnten mich im zweiten Band die Charaktere deutlich mehr in ihren Bann ziehen.

Soviel sei verraten: war ich im ersten Band vor allem gefesselt von Arya und Jon, so gesellen sich nach Band 2 auch Daenerys und Tyrion zu meinen Lieblingen. Also sind es nun bereits 4 Geschichten, die mich unheimlich neugierig machen.

 

Nach überraschenden Wendungen in der Thronfolge, kann man die kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Häusern Stark und Lennister nicht mehr vermeiden. Hier war es sowohl spannend mitzuerleben, wie sich die Familie Stark zusammenbaut um ein Heer aufzustellen, als auch die Familie Lennister. Von Anfang an hatte ich keine Vermutung, wie dieser große Kampf um die sieben Königslande ausgehen wird. Mit dem Ausgang macht George R.R. Martin uns Leser dann mächtig neugierig auf die Fortsetzung der Geschichte im 3. Band der Reihe.

 

Besonders gelitten habe ich in diesem Band mit Arya, Daenerys und Eddard. Nie hätte ich erwartet, dass diese Reihe auch Emotionen bei mir auslösen kann. Schrecklich, aber absolut positiv zu erwähnen. Solche Szenen bleiben in Erinnerung.

 

Neben dem Kampf um die 7 Königslande begleiten wir als Leser auch wieder Jon Schnee an der Mauer. Dieser Part ist für mich bisher noch sehr eigen. Aber auch hier nimmt die Geschichte an Fahrt an. Jon Schnee hat nun seinen Eid geschworen und gehört nun offiziell und für den Rest seines Lebens zu den schwarzen Männern. Immer noch ist sein Onkel Benjen im verfluchten Wald außerhalb der Mauer verschwunden und zum Ende des zweiten Bandes machen sich die schwarzen Männer auf. In den Wald. Kampfbereit für die Wildlinge, die sie vielleicht dort erwarten werden.

 

Weiterhin positiv ist die erweiterte Welt, sowohl an Königreichen, als auch an den dazugehörigen Charakteren, die uns der Autor hier bietet. So langsam reitet man mit den Hauptcharakteren durch die sieben Königslande und bekommt ein immer besseres Bild von der Welt um Westeros.

 

Am Ende merkt man, dass der deutsche Band 2 im Englischen das eigentliche Ende des ersten Bandes ist. Hier bleiben nämlich so einige offene Fragen stehen, welche lediglich Ausschau auf den folgenden Band der Reihe geben.

So viel steht fest, es bleibt spannend, wenn es nicht sogar noch spannender wird.

 

Nachdem die ersten zwei Bände nun gelesen waren, konnte ich endlich die erste Staffel der Serie „Game of Thrones“ gucken und die ganze Thematik noch in bewegten Bildern zu sehen, hat meine Begeisterung noch um einiges steigern können. Die erste Staffel wurde wirklich sehr buchgetreu umgesetzt. Super!

Ich bleibe dem Buch aber treu und werde nun erst Band 3 und 4 lesen, bevor es weiter in der Serie geht.

 

Mein Fazit

Sowohl hinsichtlich des Geschehens, der Spannung, als auch der Charaktere, kann Band 2 den Auftakt der Reihe noch toppen. Ich war mittendrin und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass mich diese Reihe so begeistern kann, aber der Anfang ist getan und ich hoffe, dass es auf diesem Level weitergehen wird.

 

 

Kleine Kritikpunkte, dennoch ein Pageturner

So Kalt Dein Herz: Psychothriller (Leipzig-Thriller) - Richard L. Frey

Inhaltsangabe

Hinter dieser Fassade lauert der Tod...
Als Tim in ein abbruchreifes Haus einzieht, ahnt er nicht, dass das alte Gemäuer bereits einen Bewohner hat. Eines Nachts macht er eine Entdeckung, die sein Leben für immer verändern wird.

Anna ist eine Herumtreiberin, die vor allem eins möchte: Unsichtbar sein. Als Tim auf den Wildfang Anna trifft, scheint der Ärger vorprogrammiert. Das Mädchen ist von düsteren Geheimnissen umgeben. Warum beobachtet sie wie besessen das Haus gegenüber? Wer ist sie wirklich?

Ein tödliches Geheimnis. Als in der Nähe des Hauses ein kleines Mädchen spurlos verschwindet, findet Tim heraus, dass Anna ein schreckliches Geheimnis vor ihm verbirgt. Weiß Anna mehr von den grausamen Verbrechen, als sie zugibt?

Wahrheit oder nicht? Als Tim herausfindet, wer Anna wirklich ist, wird er unaufhaltsam in einen Strudel aus Lügen und Verbrechen gezogen. Als er begreift, was auf dem Spiel steht, muss er eine Wahl treffen, die das Leben aller Beteiligter für immer verändern wird.

Wem kann er noch vertrauen, wenn die letzte Fassade fällt?

 

Meine Meinung 

„So Kalt Dein Herz“ ist mein erstes Buch dieses Autors und so viel kann ich schon verraten, es wird nicht mein letztes gewesen sein.

 

Das Buch teilt sich insgesamt in 5 Teile ein, hinzukommend sind der Pro- und der Epilog. Fangen wir vorne an. So einen packenden, schockierenden und fesselnden Prolog habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Der Leser erfährt sofort, um welche Thematik sich dieses Buch drehen wird und dennoch wird man total im Dunkeln gelassen. Ich war sowas von gespannt weiterzulesen.

Die 5 Teile des Buches  und auch die untergeordneten Kapitel tragen jeweils eine aussagekräftige Überschrift. Aufgrund von massigen Psychologiestunden hätten sie mir eigentlich früher verraten müssen, in welche Richtung es geht, aber ich bin natürlich erst durch Hilfe des Autors draufgekommen. Auch dieser Punkt wurde perfekt umgesetzt, bleibt in Erinnerung und macht Sinn.

 

Den männlichen Hauptpart stellt hier der selbständige Handwerker Tim dar, welcher sich eine Bruchbude gekauft hat und nun sein handwerkliches Geschick in dieses Haus stecken möchte, um es herzurichten und um den Grundstein eines neuen Lebensabschnitts zu setzen. Frisch getrennt will er sich nun auf sich selbst verlassen, wäre da nicht Anna. Anna nimmt die weibliche Hauptrolle im Buch ein. Von vornherein eine sehr geheimnisvolle Persönlichkeit. Als Ausreißerin und Psychologiestudentin betitelt sie sich selbst. Denkt man zu Beginn dieses Aufeinandertreffens, dass da keine Sympathie aufkommen kann, beweisen es die Charaktere schnell anders. Denn Anna ist ebenfalls handwerklich nicht ganz unbegabt, greift Tim unter die Arme und darf im Gegenzug bei ihm wohnen.

 

Spannung kann der Autor immer wieder durch verschiedene Mittel in die Geschichte einbringen. Sei es ein Sitzungsprotokoll einer höchst aggressiven und psychotischen Frau, welches den Leser dazu anregt, die ersten diffusen Lösungsansätze zu finden oder einen Zeitungsartikel über eine Kindesentführung, mit dem Anna sich Tim auf ihre Seite ziehen will.
Denn Anna verfolgt einen Plan und Tim soll ihr helfen.

Ob sich Tim darauf einlässt und welchen Plan Anna verfolgt, verrate ich an dieser Stelle nicht.

 

Insgesamt ist zu sagen, dass der Autor hier eine sehr interessante und spannende Grundidee hatte, um dieses Buch zu schreiben. Verliert sich dieses Buch ab und zu in seinem Spannungsbogen, schafft er es doch immer wieder packende Kapitel einzufügen. Verwirrende und unvorhersehbare Wendungen überraschen den Leser des Öfteren, aber so soll es doch sein in einem Thriller oder?

 

Schreib- und Stiltechnisch kann man sagen, dass der Autor hier sehr vielseitig ist, welches das Lesen sehr angenehm macht.

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Bisher klingt meine Meinung zum Buch doch ganz gut oder?

Im Großen und Ganzen ist es auch so, aber als Vielleserin hat man irgendwann gewisse Vorstellungen und Erwartungen und zwei kleine Punkte konnten mich in diesem Buch nicht begeistern. Zum einen verliert sich der Autor in seiner anfänglichen sehr geheimnisvollen und spannenden Methodik, in dem er zu schnell und zu viel im Verlauf des Buches auflöst. Hätte er dem Leser immer nur einzelne Puzzleteile hingeworfen, hätte er die Spannung noch weiter steigern können.

 

Und den entwickelnden Beziehungsaspekt zwischen Tim und Anna hätte dieses Buch meiner Meinung nach nicht gebraucht. Ihr anfängliches Verhältnis fand ich sehr angenehm und so hätte es auch beibehalten werden können.

 

Mein Fazit

Beim Lesen merkt man, wie durchdacht diese Geschichte ist. Als Leser sollte man immer zu schätzen wissen, wie viel Arbeit in so einem Werk steckt und dies tue ich. Dennoch traue ich mich auf kleine Kritikpunkte anzusprechen, die mich beim Lesen einfach gestört haben. L.C. Frey scheint für mich ein Autor zu sein, der sich gern mit den Abgründen unserer Menschlichkeit auseinandersetzt und deshalb ist er für mich eine Autorenneuentdeckung, die ich weiterverfolgen werde.

Auch wenn mich zwei Punkte beim Lesen nicht ganz so angefixt haben, kann ich allen Lesern dieses Genres dennoch eine Leseempfehlung aussprechen, da die spannende Grundidee, die ein Thriller brauch, einfach da sind.

Die Lektion

Geständnisse: Roman - Kanae Minato, Sabine Lohmann

Inhaltsangabe

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

 

Meine Meinung 

An dieses Buch ging ich sehr unvorbereitet heran. Der Klappentext und auch das Cover machten mich unheimlich neugierig auf diese Geschichte, welche ja bereits unter den Titel „Confessions“ verfilmt wurde. Den Trailer zum Film habe ich euch oben verlinkt. Des Weiteren ist es meiner Meinung nach mein allererstes Buch einer japanischen Autorin.

 

Während des Lesens des ersten Kapitels schoss ich mich darauf ein, dass das Buch lediglich aus der Sicht der Lehrerin erzählt wird, welche im Klassenzimmer vor ihrer Klasse steht und über den Mord an ihrer kleinen Tochter, sowie über die Täter spricht.

Ab Kapitel 2 wurde mir allerdings klar, dass die Autorin bei jedem folgenden Kapitel einen Perspektivwechsel vorsah. Dieser Aufbau über die 6 Kapitel hinweg hat mir super gefallen. Man konnte die Tat dadurch zum Beispiel auch aus der Sicht der Täter, anderer Klassenkameraden oder Familienmitgliedern betrachten.

 

Ein weiterer Punkt, der mit positiv beim Lesen aufgefallen ist, dass die Autorin eine sehr direkte Sprache verwendet hat. Hier wurde nicht viel um den heißen Brei herumgeredet, sondern die Fakten auf den Tisch gelegt und angesprochen. Dies hat die Dramatik des Buches deutlich angehoben.

 

Die einzelnen Figuren mit ihrer ganz eigenen Persönlichkeit wurden kurz und knackig, aber auf den Punkt charakterisiert. Für mich der interessanteste Charakter war hier eindeutig die Mutter Lehrerin Moriguchi. Ihr Leid, ihre Akzeptanz und ihr Plan, den Schülern eine ordentliche Lektion zu erteilen, überraschten und schockierten mich gleichermaßen.

Das Ende, welches ich einfach nur bombastisch fand, ist zum Teil auch ihrer Person zu verdanken.

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Einzig die Kapitel aus der Sicht der beiden Täter verstimmten mich etwas. Für meinen Geschmack ähnelten sie zu sehr den Ausführungen der Lehrerin. Zu viele Wiederholungen und nur wenig neue Erkenntnisse und Aspekte hinsichtlich ihres Handelns.

 

Mein Fazit

Meiner Meinung nach ist es ein Buch, welches den Leser schockiert, aber berührt zurücklässt. Eine schreckliche Tat, aber auch eine grausame Lektion.

Die japanische Autorin spricht hier ein sehr interessantes Thema an und kann den Leser an die 272 Seiten fesseln.

Fest steht ebenso, dass ich mich nun nach dem Lesen auf die Verfilmung freue und bin gespannt, wie die geschriebenen Wörter umgesetzt wurden.

 

Martin Krist prägt

Brandstifter: Thriller - Martin Krist

Inhaltsangabe

Sie haben deinen Ehemann brutal ermordet - jetzt bedrohen sie deine Kinder! 
Wie weit wird die junge Witwe Valentina gehen, um ihre Familie zu beschützen?

Problemlöser David Gross soll den Feuertod einer jungen Frau aufklären und gerät dabei selbst in lebensgefährliche Ermittlungen. 
Doch die Sorge um seine eigene Familie lenkt ihn bald mehr ab, als ihm lieb ist…

 

 

Meine Meinung

Warum er dies tut, weil er eine reelle Welt erschafft, die in Erinnerung bleibt.

Die Geschichte spielt in Berlin Neukölln und dank eines Besuches am vergangenen Wochenende, fühlte ich mich sofort ins Buch zurückversetzt.  Die Bahnhöfe, die S-Bahn Fahrt. Es hat nur David Gross neben mir gefehlt.

 

Allen Lesern, die wie ich bei Reihen nicht immer die Reihenfolge einhalten, sollte klar sein, dass man die Bücher von Martin Krist auch unabhängig voneinander bzw. durcheinander lesen kann. Bezieht man dies auf die Reihe um den Problemlöser David Gross, kann man zwischen „Drecksspiel“ und „Brandstifter“ gerne noch „Engelsgleich“ lesen. Diesen habe ich ausgelassen, werde dies aber zeitnah nachholen, da sich hier anscheinend die Wege der beiden Ermittler seiner zwei Reihen (Gross und Kalkbrenner) begegnen.

 

Der Start ins Buch fiel mir hier wirklich leicht. Im Buch selbst sind mittlerweile 4 Monate vergangen und immer noch plagte mich die Frage, was aus Davids Frau Caro geworden ist. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich David Gross nicht nur sehr geheimnisvoll, sondern auch extrem cool finde, dass mich seine Geschichte nach wie vor am meisten interessiert. Jeder Perspektivwechsel, der mich in seiner eigenen Geschichte ein paar klitzekleine Schritte voranbrachte, machte mich echt glücklich und ließ die Spannung steigen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Autor ein wenig Licht ins Dunkle gebracht hat, aber ich weiterhin neugierig bin, wie es (hoffentlich) weitergehen wird.

Der Problemlöser selbst, sieht sich nicht nur mit der Entführung seiner Frau konfrontiert, auch sein Sohn Jan macht ihm in diesem Band große Sorgen. Als Leser bekommt man leider nur einen kleinen Einblick in die Gefühlswelt des 9-jährigen.

Sein Umgang mit dem Verschwinden seiner Mutter und David, dem die Hände gebunden sind, stellen für mich in dieser Reihe den emotionalen Part da. Auch diese Seite darf ein Thriller meiner Meinung nach gern mit sich bringen.

 

Und weil man PROBLEMLÖSER hier wörtlich nehmen kann reichen eben genannte Situationen natürlich nicht aus.

Da war dieser Brand, bei dem eine junge Frau ums Leben gekommen ist.

Dann verschwindet ein Wissenschaftler plötzlich, der sich beruflich in Berlin aufgehalten hat.

Und zu guter Letzt wäre da noch Valentina, die ihren Mann Georg eines Morgens tot in seinem Büro findet und nun um ihre Kinder bangt.

 

Ob und wie diese Gegebenheiten miteinander zusammenhängen, erfahrt ihr erst, wenn ihr dieses Buch selbst zur Hand nehmt.

Soviel sei euch verraten: wer den Stil von Martin Krist bereits kennengelernt hat, wird in „Brandstifter“ absolut nicht enttäuscht. Der Autor überzeugt mit knackigen Kapiteln, vielen unvorhersehbaren Verstrickungen und einer stetig steigenden Spannung. Gerade das letzte Drittel war für mein Empfinden bombastisch. Man will wissen, was los ist und sieht keine Lücke im Alltag, dieses Buch zur Seite zu legen, bevor man es nicht ausgelesen hat!

Gerade hinsichtlich der Spannung kann Martin Krist den ersten Band der Reihe sogar noch um einen Tucken toppen. Weiter so!

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Auch hier ist das Wort Kritik wieder fehlplatziert, aber in eine Rezension gehört immer auch das persönliche Empfinden. Also nehmt es euch nicht allzu sehr zu Herzen. Geschmäcker und Empfindungen sind verschieden^^

Neben David Gross konnte der Autor im ersten Band mit einem anderen speziellen Charakter namens Toni überzeugen. Nicht unbedingt er, sondern allgemein ein anderer Charakter neben David, der aufgrund seiner speziellen Persönlichkeit bzw. Darstellung im Buch in Erinnerung bleibt, hat mir hier gefehlt.

 

Und dann dieses Ende Herr Krist, das kann doch nicht Ihr Ernst sein???

Ich habe ungelogen mindestens 5x geguckt, ob mein Reader Seiten gefressen hat.

 

Mein Fazit

Ich denke, dass ich Fans dieses Autors nicht wirklich motivieren muss, auch dieses Buch zu lesen. Nein, mit meinem Fazit möchte ich die Leser ansprechen, die sich bisher noch nicht gewagt haben oder aufgrund der allseits bekannten Über-Bücherung noch nicht dazugekommen sind.

Also nicht viel Nachdenken, sondern lesen.

(wie oben erwähnt, egal in welcher Reihenfolge, ABER damit ihr genauso mitfiebert wie ich, empfehle ich euch mit „Drecksspiel“ zu beginnen. Davids Geschichte und so^^)

Horror und Mythologie perfekt verbunden

Der Fährmann - Bernhard Kleinschmidt, Christopher Golden, John Howe

Inhaltsangabe

Die Ebenen der Realität verschieben sich, als ein uralter Mythos auf furchtbare Weise lebendig wird.
David und Janine, die nach einem quälenden Verlust wieder zueinander finden, müssen sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen und den brüchig gewordenen Glauben an sich und ihre Welt wiederfinden.

Intelligenter Horror mit emotionalem Tiefgang von Christopher Golden, einem der vielseitigsten Autoren des Genres.

Kongenial illustriert von John Howe, bekannt für seine Visualisierungen der Werke J.R.R. Tolkiens und sein Mitwirken an Peter Jacksons Film-Trilogie Der Herr der Ringe.

 

 

Meine Meinung 

Auf dieses Buch wurde ich vom Verleger selbst aufmerksam gemacht. Als Leserin im Bereich Horror wurde ich wirklich neugierig. Der Klappentext verrät nicht allzu viel, in welche Richtung die Geschichte gehen wird, aber meine Neugierde war geweckt und somit war der Buchheimverlagsstand auf der Leipziger Buchmesse eine meiner ersten Anlaufstellen und „der Fährmann“ mein Highlight-Buch der diesjährigen Messe.

 

Zur Optik muss man glaub ich nicht mehr viel sagen. Wann hält man heutzutage noch ein Buch mit einem selbstgemalten Cover in der Hand?

Die Farben sind sehr gut aufeinander abgestimmt und erschaffen sofort diese besondere düstere Stimmung. Einziger Punkt, der die Optik für meinen Geschmack noch perfektioniert hätte, wäre ein hellgrünes Lesebändchen (anstatt eines rotem), welches die Farbe der Laterne des Fährmanns wieder aufgreift.

 

Der Prolog startet so, wie ich es mir gedacht habe. Als Leser hat man sofort den ersten Kontakt mit dem Fährmann. Da man zu Beginn natürlich noch von sehr ahnungslos ist, wirkt alles sehr geheimnisvoll und wirft einige Fragen auf.

Die perfekte Horrorstimmung ist allerdings von Anfang an gegeben.

Nach dem Prolog hat mich Christopher Golden total überrascht!

Dachte ich wirklich, dass der Fährmann stark im Fokus stehen wird, bekommen wir doch sehr ausführlich die Geschichte um die beiden Charaktere Janine und David erzählt. Und ich fand es klasse! Diese Hintergrundinformationen waren mir hier wirklich wichtig.

Janine, die nach einem schwierigen Schicksalsschlag versucht zurück ins Leben zu finden und deren Träume sie nach und nach um den Verstand bringen und David, der ebenso an seinem Verstand zweifelt, da er immer wieder längst tot geglaubte Menschen sieht.

 

Ich war sehr gespannt darauf, wie der Autor die Geschichte der beiden mit der eher mythologischen des Fährmanns verbinden will.

Wie er diese Verbindung nach und nach aufbaut, wow!

Ein Spannungsbogen, der tatsächlich bis zum Schluss aufrechterhalten wird und sich stetig sogar steigert. Wie der Fährmann anfänglich immer wieder in der Welt von Janine und David auftaucht, war grandios. Es war düster und unheimlich beschrieben und die Illustrationen von John Howe im Buch machten dieses mulmige Gefühl beim Lesen perfekt. Meine Vorfreude auf den Showdown wuchs und wuchs.

 

Liest man immer wieder Bücher, bei denen auffällt, dass der Autor entweder ein besonderes Augenmerk auf die örtlichen Beschreibungen, auf die Charaktere oder speziell auf den reinen Ideenverlauf hat, so fiel mir hier stark auf, dass Christopher Golden an allen Ecken und Enden aktiv war. Jegliche Örtlichkeiten hatte ich direkt vor Augen, das Geschehen und seine Idee kann er seinen Lesern sehr gut vermitteln und sie einfach mitnehmen, mitnehmen in seine Geschichte.

Mein persönliches Highlight waren jedoch die ausgewählten Charaktere.

Janine und David werden uns Lesern sehr detailliert beschrieben, ihre Denkweisen und ihre Eigenarten, die sie zu etwas Besonderem in dieser Geschichte machen. Aber auch ihre gemeinsame lesbische Freundin Annette und Father Charles, welcher die katholische Schule an der David und Annette unterrichten betreut, werden mir in Erinnerung bleiben. Eindeutig ein Vorteil hinsichtlich der Personen im Buch ist, dass Golden sich auf diese vier und den Fährmann besonders konzentriert hat und einige andere Charaktere einfach wichtig für die Geschichte an sich waren, aber nicht so sehr fokussiert wurden, wie die anderen.

 

Der Fährmann oder auch Charon genannt, ist ein Wesen aus der griechischen Mythologie. Sein Auftrag bestand darin die Toten mit seinem Binsenboot über den Totenfluss Styx zu bringen, damit diese ins Reich der Unterwelt gelangen können.

Perfekt ins Buch hineingebracht und für mich ein Showdown am Ende, welches stimmig ist und zum Buch passt.

 

Der Schreibstil ist genau nach meinem Geschmack und wie der Verleger mir auf der Messe bereits angekündigt hat, wurde sich sehr viel Mühe mit dem Lektorat gegeben.

 

Mein Fazit

Dieses Buch kann ich vor allem allen Horrorfans ans Herz legen. Man merkt beim Lesen, welches Herzblut der Autor in diese Geschichte gesteckt hat. Sowohl mit der Geschichte um Janine und David, als auch mit der des Fährmanns konnte er mich total in den Bann ziehen. Und es stellt ein Buch da, welches aufgrund seiner Optik einen ganz besonderen Platz in meiner Büchersammlung bekommt.

Ein besonderes literarisches Werk

Der Dornengarten - Wahrburg Eva

Inhaltsangabe

1824: Um nicht enteignet zu werden, muss die scheue Erbin eines verarmten Gutes den von der Kirche entsandten Restaurator Herwegh bei sich aufnehmen. Maria von Eschweih, die von einem Priester sinnesfeindlich erzogen wurde, hat gelernt, Männer zu fürchten. Damit beginnt eine magische Geschichte um Schicksal, Liebe, Tod und Glück.

 

 

Meine Meinung 

„Der Dornengarten“ fiel mir durch eine Rezension auf einem anderen Buchblog sofort ins Auge. Es erinnerte mich optisch sofort an einen Klassiker und gerade diese machen aufgrund ihrer Schlichtheit immer einiges im heimischen Bücherregal her. Bis zum Erhalt des Buches ging ich fest davon aus, dass das Cover matt gestaltet wurde, umso überraschter war ich dann, als mich das Cover beim Auspacken förmlich anstrahlte. Wie auf dem Bild oben zu erkennen, werden der Titel und auch die Ornamente am Rand durch die Farbe Silber auf dem rötlich-braunen Untergrund perfekt in Szene gesetzt. Optisch für mich schon mal ein absoluter Hingucker!

 

Der Klappentext machte mich von Anfang an neugierig, da die Thematik für viele vielleicht als langweilig, wenn sogar als langatmig empfunden werden könnte. Ich stelle mich jedoch gerne neuen Büchern mit speziellen Thematiken. Bücher, welche das Thema Kirche betreffen, liegen nämlich nicht allzu häufig bei mir bei bereit. Aber dank des sprachgewaltigen Schreibstils der Autorin wurde mir sehr schnell klar, dass es hier um ganz andere Themen und Fragen ging.

Wer bist du und wer willst du sein?

Wozu wurdest du geboren und wozu erzogen?

 

Daraus resultierte, dass mich vor allem die beiden Hauptcharaktere in ihren Bann ziehen konnten. Maria von Eschweih, welche nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Onkel, der als Priester tätig war sehr streng und fromm erzogen wurde. Nachdem dieser ebenso verstarb, ist Maria die Erbin des Gutes. Jedoch lebt sie unter ärmlichen Verhältnissen und wird von der Dorfgemeinschaft gemieden. Zurückgezogen lebend, ist es für sie ein umso größerer Schock, als sie plötzlich einen von der Kirche entsandten Fremden bei sich aufnehmen soll, den Restaurator Herwegh.

 

"Stattdessen hatte ich mich an meine Einsamkeit gewöhnt;

sie war meine Freundin geworden, das Einzige, das sicher war -..." (S. 17)

 

Dieser stand aufgrund der sehr detaillierten Beschreibungen beim Lesen förmlich vor mir. Ein sehr rauer Zeitgenosse, der auf seinem Gebiet der Restauration wirklich begabt ist, aber mit Frauen umgeht, als wären sie Vieh.

Somit trafen hier Welten aufeinander. Mich konnten ihre Begegnungen und die damit verbundenen Gesprächen und Dispute überzeugen. Vor allem Herwegh und seine Weltansichten haben es mir wirklich angetan. Ich habe während des Lesens immer mit gefiebert, dass er Marias erbaute Mauer nach und nach mit Rissen versehen kann, bis diese irgendwann einstürzt.

Maria wird in ihren Gedanken und Handlungen von zwei jungen Mädchen unterstützt. Immer wieder weisen sie Maria daraufhin, das Wahre in einem Menschen zu erkennen und nicht davor wegzulaufen. In Bezug auf die gesamte Geschichte kommt den beiden Mädchen eine besondere und bedeutende Rolle zu.

 

Weitere Themen, die mir wirklich zugesagt haben, waren tatsächlich die Malerei und allem Voran die Geschichte der Rosen.

 

Neben den Charakteren ist es die düstere Atmosphäre im Buch. Hervorgerufen durch vielerlei Faktoren, wie zum Beispiel der sehr angepassten Sprache der Autorin an die damalige Zeit. Aber auch dieses Gefühl, das eine höhere Macht über diesem Buch verweilt.

Maria glaubt, dass ein Fluch auf ihr lastet, ich glaube, die Autorin kann den Leser sehr gut in den Bann ziehen.

 

Nach einem kurzen „Auf der Stelle treten“ überrascht mich Eva Wahrburg damit, dass wir als Leser wirklich noch mehr über die Vergangenheit von Maria und Herwegh erfahren. Diese Vorgeschichten machen die Story einfach rund.

Bringen den Leser noch mehr zum Nachdenken und hinterlassen Eindrücke, die nachwirken.

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Ein kleiner Kritikpunkt ,ist der etwas trockene Mittelteil, bevor die Geschichte wieder an Fahrt aufnahm, der einige Momente mit sich brachte, in denen ich der Protagonistin Maria nicht folgen, ihren Gedankengängen nicht verstehen und auch ihren Handlungen nicht ganz nachvollziehen konnte.

 

Mein Fazit

Eine Geschichte, mit der mich die Autorin sehr zufrieden zurücklässt.

Mit ihrer Sprachgewalt und den vielen Mitteilungen im Buch konnte sie mich immer wieder überzeugen. Diese Geschichte ist es wirklich wert gelesen zu werden.

Es ist wirklich schon sehr lange her, dass ich intensiv gespürt habe, wie viel Mühe sich Eva Wahrburg gegeben hat, um zwei Charaktere zu erschaffen, die fast real wirken. Zwei Lebensgeschichten, die sich beeinflussen.

Mit Band 7 geht es wieder bergauf

Selfies: Der siebte Fall für das Sonderdezernat Q in Kopenhagen Thriller (Carl Mørck) - Jussi Adler-Olsen, Hannes Thiess

Inhaltsangabe

Vizepolizeikommissar Carl Mørck wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalls von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten Cold case, aus dem sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Ausgerechnet jetzt geht es Carls Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Rose kämpft mit aller Macht dagegen an - und gegen das Dunkel, in dem sie zu ertrinken droht. Welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben?

 

 

Meine Meinung 

Ich muss sagen, dass dies seit langem ein Klappentext ist, der mir unheimlich gut gefällt. Dem Leser werden auf dem Punkt die wichtigsten Geschehnisse des siebten Bandes vor Augen geführt. Sehr gut gemacht!

 

Für mich als Leserin der kompletten Reihe habe ich mir nach zuletzt zwei etwas schwächeren Bänden natürlich wieder einen spannenderen Fall gewünscht und ein weiter super harmonierendes Team. Leser die die Reihe und das ganze Drumherum wie ich verfolgt haben, wussten auch bereits, dass der Autor in den kommenden Bänden separat etwas gezielter auf die Geschichten der einzelnen Teammitglieder eingehen wird. So bekommt man in diesem Buch einen Einblick in Rose‘ Leben, lernt ihre Geistern der Vergangenheit, aber auch die der Gegenwart kennen. Ich selbst möchte Rose nicht mehr missen in dieser Reihe. Der Autor schafft es, sie so ganz eigen darzustellen und sie dennoch als unersetzlich für das Team zu gestalten. Ich mag sie wirklich sehr und man kann ihr wirres, manchmal unverständliches Wesen mit ihren nicht nachvollziehbaren Taten durch diesen Band besser verstehen. Fatal für alle Rose Fans ist, dass Jussi Adler-Olsen ihre zukünftige Geschichte in der Buchreihe um Carl Mørck relativ offen lässt.

Also heißt es Abwarten und Assads speziellen Tee trinken.

 

Der Mordfall an sich, der von Carl hier bearbeitet wird, fiel dieses Mal nicht so ganz in das Raster „ungelöster Fälle“, was manche Leser eventuell verwirren könnte, weil sie auf den großen Fall vom dicken Stapel im Büro des Sonderdezernats Q warten. Hier sollte man aber beachten, dass der aktuelle Fall große Gemeinsamkeiten mit einem Fall von vor 12 Jahren aufweist und Carl sofort einen Zusammenhang sieht.

 

Im Klappentext sehr gut beschrieben, darf man hier wirklich auf eine hochexplosive Mischung, bestehend aus einer 3er Gruppe Mädels und deren Sachbearbeiterin beim Sozialamt hoffen. Es hat einfach super in die Geschichte gepasst und hier kann ich im Nachhinein nur sagen: jeder bekommt, was er verdient.

 

Ich bin wirklich froh über diesen Band, denn Jussi Adler-Olsen schafft hier wieder einen Aufschwung in seiner mittlerweile siebenteiligen Thrillerreihe.

Besonders die angeschnittenen Thematiken konnten mich hier wirklich überzeugen, was bei Band 5 und 6 leider nicht der Fall war. Aber wie viele Leser wissen, ist dies bekanntlich Geschmackssache.

 

Was alle wissen, die diese Reihe lesen, dass Herr Adler-Olsen es schreibtechnisch absolut drauf hat. Ich kann mich in seinen Worten total verlieren.

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Nicht ganz nachvollziehen kann ich leider die Wahl des Titels. Das Wort Selfie kommt vor, ja, aber da weicht mir der Autor doch zu sehr von seiner Wahl bei Band 1 – 6 zu sehr ab.

 

Mein Fazit

Der siebte Fall des Sonderdezernats Q konnte mich der Autor sowohl mit den Charakteren, als auch mit Thematiken und Umsetzung seiner Idee wieder überzeugen und es ist wirklich grausam nun wieder so lange auf einen neuen Band zu warten.

Ob wir dann mehr von Assad und seinen vielen Geheimnissen erfahren?