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LEGENDEN: 1- Das Fahrstuhlritual - Horror
Dana Müller
Bereits gelesen: 54 %
Das Tal. Das Spiel: Season 1. Band 1 von Kuhn. Krystyna (2013) Broschiert
Kuhn. Krystyna
Bereits gelesen: 208/298 pages
Das Lied von Eis und Feuer 03: Der Thron der Sieben Königreiche
George R.R. Martin, Andreas Helweg
Bereits gelesen: 280/576 pages
Fireman: Roman
Ronald Gutberlet, Joe Hill
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Calendar Girl - Verführt: Januar/Februar/März (Calendar Girl Quartal 1)
Christiane Sipeer, Graziella Stern, Friederike Ails, Audrey Carlan
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Tess: Roman
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Bereits gelesen: 98/592 pages
Die Reise der Amy Snow: Roman
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Bereits gelesen: 285/480 pages
Dornen des Glücks (Das Erbe von Foxworth Hall, #3)
Michael Görden, V.C. Andrews
Bereits gelesen: 200/416 pages

Willkommen in Finsterhoven. Einen angenehmen Aufenthalt!

Finsterhoven - Jeidra Rainey

Inhaltsangabe

Oktober 2016: Miranda und Seth erkunden die längst vergessene Kinder- und Jugendpsychiatrie im Wald von Finsterhoven. Tragisches scheint sich auf der geschlossenen Station im letzten Stockwerk abgespielt zu haben und als Seth plötzlich verschwindet, findet sich Miranda in ihrem persönlichen Albtraum wieder.

April 2016: Cara wird aufgrund eines Vorfalls in die Kinder- und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Sie fühlt sich missverstanden und rebelliert, muss jedoch mit Entsetzen feststellen, wie verloren die Patienten dieser Anstalt sind und wie wenig Verständnis die Angestellten ihnen entgegenbringen. Als sie Parker, eine engagierte Psychologiestudentin kennenlernt, schöpft sie Hoffnung. Doch bringt diese Hoffnung auch eine Veränderung mit sich?

 

Meine Meinung 

Diese Bücher, die man am Tag der Erscheinung sofort kauft und dann auch gleich mit dem Lesen anfängt. Das neue Buch der Autorin, welche nun unter dem Namen Jeidra Rainey schreibt, gehört für mich zu dieser Kategorie. Ich habe bereits ein anderes Buch der Autorin gelesen und auch da konnte sie mich mit einer tollen Story überraschen. Was ich besonders an den Büchern von Jeidra Rainey mag, sind die Schauplätze im Buch: verfallene Gebäude und hier nun eine ehemalige Kinder- und Jugendpsychiatrie. Allein dieser Punkt bringt immer schon einen gewissen Schauer mit sich.

 

Ich lese sehr häufig Bücher auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Besonders hier, dass die Erzählstränge gar nicht so weit auseinander liegen. Lediglich 6 Monate trennen die Geschichten von Miranda, Cara und Parker.

 

Im April 2016 begegnen wir zuerst der jungen Psychologiestudentin Parker, welche vor allem durch ihre Unsicherheit auffällt. Schnell wird sie zum Opfer anderer Mitstudenten und findet lediglich Anklang bei Chuck, welcher ebenso Psychologie studiert und sich wie sie als Außenseiter bezeichnet. Im Verlauf des Buches wird schnell klar, dass Parker ein Geheimnis hat. Irgendwas ist in der Vergangenheit vorgefallen, denn als ihre Zimmergenossin Ivy ihr Tagebuch stiehlt, erwacht in Parker eine ungeahnte Panik, dass genau dieses Geheimnis ans Licht kommen wird.

Und als die dann auch noch den heißbegehrten Assistentenplatz in Finsterhoven unter ihrer Dozentin Frau Dr. Wolff bekommt, droht Ivy ihr mit Konsequenzen.

 

Ebenfalls im April begegnen wir der 17-jährigen Cara, welche aufgrund von aggressivem Verhalten in der Schule von ihrer Mutter nach Finsterhoven gebracht wird. Anhand ihres Charakters lernen wir einige andere Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie kennen und bekommen einen Einblick in den Alltag der Klinik und den Machenschaften des Klinikpersonals. Schnell wird klar, das Cara sich gegen alles und jeden aufbringt, weil sie ihrer Meinung einfach nicht dort hingehört. Mit ihrer Psychiaterin Frau Dr. Wolff kann sie auf Anhieb keine Verbindung aufbauen, bis die Ärztin ihre neue Assistentin Parker mitbringt. Cara fühlt sich erstmals von Parker verstanden und öffnet sich.

 

6 Monate später erzählt uns die Autorin die Geschichte von Miranda, welche ebenfalls Psychologie studiert und die mit ihrem Freund Seth in die kürzlich geschlossene Psychiatrie Finsterhoven einsteigt. Das stellte sich mir doch von Anfang an die Frage, wieso „Finsterhoven“ geschlossen wurde?

Als die die geschlossene Abteilung betreten, tritt das ein, womit Miranda wohl nie gerechnet hat. Seth wird niedergeschlagen und Miranda bleibt hinter verschlossener Tür in der Psychiatrie gefangen.

„Willkommen in der Jugendpsychiatrie.

Ich wünsche dir einen angenehmen Aufenthalt.“ (Pos. 627)

Von da an, schafft es Jeidra Rainey den Leser zum Überlegen anzustiften, was dort mit Miranda passiert. Wer tut ihr das an? Und wieso?

 

Als der Name eines Mitpatienten von Cara genannt wird, fand ich schnell eine Verbindung zwischen Cara und Parker, aber dieser Name brachte mich auch bei diesen beiden Erzählsträngen überhaupt nicht weiter. Bei Miranda schaffte es die Autorin durch gezielte Wortwahl mich total zu verwirren, so dass ich hinsichtlich des Täters gar keine Vermutung anstellen konnte.

Durch den ständigen Wechsel der drei Perspektiven und sehr knackigen Kapitel konnte mich die Autorin sehr zum Weiterlesen animieren.

Durch die vielen undurchschaubaren Gegebenheiten hätte ich niemals aufhören können mit diesem Buch. Ich war sehr gespannt auf das Ende.

 

Dieses kam auf jeden Fall überraschend daher, mag aber Geschmackssache sein.

In der Hinsicht bin ich sehr gespannt auf andere Meinungen.

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Ich fand das Ende gut, im Großen und Ganzen auch passend zur Story, aber ein Punkt erschien mir etwas unrealistisch. Diesen Punkt habe ich mir aber nur notiert, weil die Autorin über die gesamte Story sehr authentisch und realistisch geschrieben hat.

Und für den perfekten Bogen hätte ich zum Ende hin gern noch etwas mehr von ein, zwei Nebencharakteren gelesen. Die letzten Kapitel schossen sich doch sehr auf die drei Hauptcharakter Cara, Parker und Miranda ein.

 

Mein Fazit

Ein Jugendthriller, der meiner Meinung nach auch super für Erwachsene zu lesen ist. Die Charaktere sind Jugendliche, aber die Geschehnisse und die Story passen zu Jedermann. Ich mag diese Atmosphäre in ihren Büchern einfach sehr gern. Und ihre Ideen sind genau mein Beuteschema: Psychiatrie, Geheimnisse, ein wenig Action und ein unvorhersehbares Ende, sowas brauch man einfach ab und zu.

Für alle Fans ihrer anderen Bücher ein Muss und für Leser, denen die Bücher der Autorin noch nicht bekannt sind, wäre „Finsterhoven“ ein super Startschuss.

Der Auftakt macht neugierig

Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal - Band 1: historischer Thriller - Nicole Lischewski, Robert R. McCammon

Inhaltsangabe

Geht eine Hexe in Carolina um? Das zumindest glauben die Bewohner der kleinen Stadt Fount Royal. Ihr Name ist Rachel Howarth, eine Fremde – wunderschön und mutig.

Der fahrende Friedensrichter Isaac Woodward und sein scharfsinniger Gerichtsdiener Matthew Corbett sollen ihr den Hexenprozess machen. Die Beweise sind erdrückend.

Es tobt tatsächlich ein Kampf zwischen Gott und Teufel, zwischen Gut und Böse in dieser Stadt, und selbst die Unschuldigen sind nicht länger sicher. Schon bald muss sich Matthew Corbett mit Herz und Hirn dem wahrhaftigen Bösen stellen, das in Fount Royal umgeht…

 

Meine Meinung 

Dieser erste Band einer voraussichtlich etwas längeren Reihe fiel mir dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse ins Auge. Ich hatte es vorab schon im Internet gesehen, aber live hat dieses Werk dann doch noch eine ganz andere Wirkung. Die Covergestaltung finde ich persönlich wirklich grandios und an dem Wort Hexe kam ich einfach nicht vorbei.

 

Wie der Titel schon aussagt, spielen die Hexe von Fount Royal und der junge Matthew Corbett hier eine besondere Rolle. Dies geht in dem Buch auf jeden Fall hervor. Aber man lernt hier auch einige andere Charaktere kennen, welche für die Geschichte nicht ganz unbedeutend sind. Dazu zähle ich zum Beispiel den Richter Isaac Woodward und auch das Oberhaupt der Gemeinde Fount Royal Robert Bidwell.

 

Besonders gefallen an diesem Buch hat mir der Einstieg. Hier konnte der Autor eine gewisse düstere und unvorhersehbare Atmosphäre erschaffen. Man wusste einfach nicht wohin diese Geschichte gehen wird und ich war sehr gespannt auf das erste Aufeinandertreffen mit der Hexe Rachel Howarth. Zeitlich befinden wir uns hier im Jahre 1699 und das Setting sind die Kolonien von Carolina in Amerika. Auch diese beiden Faktoren konnte Robert McCammon vor allem am Anfang des Buches sehr gut wiederspiegeln.

 

Nach einem Überfall in einem Wirtshaus erreichen der Richter Woodward und sein Gerichtsdiener Matthew Corbett endlich Fount Royal. Das Aufeinandertreffen mit der Hexe habe ich mir ganz anders vorgestellt, aber es war dennoch interessant die Anschuldigungen und das Wesen der Hexe selbst vor Augen geführt zu bekommen. Ganz eindeutig stellt sich die gesamte Gemeinde gegen die unerwünschte Fremde und fordert ihren zeitnahen Tod.

Der Richter und Corbett sind allerdings nach Fount Royal gekommen, um Rachel Howarth den Hexenprozess zu machen. Und um genau diesen handelt der erste Band der Reihe. Wie des Öfteren bei Prozessverhandlungen in Büchern geht es um verschiedene Zeugen, deren Aussagen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen der Bewohner und vor allem des Richters. Lediglich Matthew Corbett misstraut den Aussagen der Zeugen sehr schnell, denn als er selbst im Gefängnis landet, hört er die Geschichte der seltsamen Geschehnisse aus ihrem Mund.

 

Was geht in Fount Royal vor sich?

Wer ist Schuld an den Morden?

Ist es zu vermeiden, dass noch mehr Anwohner die Gemeinde vor Angst verlassen?

Wer ist diese Person, die stiehlt und die Hausbrände legt?

Und die große Frage: Wieso das alles?

 

Und genau diese Fragen sind es gewesen, die das Lesen für mich sehr angenehm gemacht haben. Unterschwellig war immer eine gewisse Spannung vorhanden, da der Autor den Leser animiert nachzudenken und sich selbst diese eben genannten Fragen zu stellen und eventuell schon Antworten zu finden. Antworten konnte ich noch gar keine finden, denn man merkt, dass dieser Band im Deutschen gesplittet wurde, das heißt wie viele Leser es von der „Game of Thrones Reihe“ kennen, gehört im Englischen noch ein zweiter Teil zu diesem Auftakt. Daher ein er unspektakuläres Ende, aber die Vorfreude auf den zweiten Band der Reihe steigt daher umso mehr.

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Wie oben betont, gehört für mich zu einem Hexenbuch eine gewisse Atmosphäre und Düsternis. Diese Stimmung konnte der Autor meiner Meinung nach lediglich am Anfang des Buches erschaffen. In der Mitte und am Ende fehlte es mir im Detail. Die Zeit und auch das Setting hätten da noch einiges in Petto gehabt.

 

Ein wenig ängstlich und auch skeptisch stehe ich der Verbindung zwischen Matthew und der Hexe entgegen. Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung sich dies weiterentwickeln wird und vor allem, wie es mir in Bezug auf die Story gefallen wird.

 

Mein Fazit

Der erste Band einer Reihe um den Gerichtsdiener Matthew Corbett, der mich vor allem wegen den vielen offenen Fragen und die Geheimnisse in und um Fount Royal überzeugt zurücklässt. Bis auf ein paar nicht ganz zeitgenössische Wortspiele konnte mich der Autor mit seiner flüssig geschriebenen Geschichte neugierig auf die Fortsetzung machen.

 

Mittendrin im Leben der Hohensteins

Das Hotel am Drachenfels: Roman (Hotel Hohenstein, Band 1) - Anna Balbusso;Elena Balbusso;Ann Jonas

Inhaltsangabe

Silvester 1904: Majestätisch thront das Luxushotel Hohenstein im sagenumwobenen Siebengebirge. Bekannt für seine rauschenden Feste, lädt es auch an diesem Abend zu einer glanzvollen Neujahrsfeier. Nur mit einem Gast hat Hotelier Maximilian Hohenstein nicht gerechnet: Konrad Alsberg, sein unehelicher Halbbruder, ist gekommen, um Anspruch auf die Hälfte des Hotels zu erheben. Und er ist nicht der Einzige, der etwas im Schilde führt. Auch das neue Dienstmädchen Henrietta scheint etwas zu verheimlichen. Als verborgene Wünsche eines jeden an die Oberfläche kommen, verstrickt sich die Familie Hohenstein immer tiefer im Geflecht von neuen Lebenswegen und folgenschweren Entscheidungen...

 

 

Meine Meinung 

Nachdem ich immer wieder gern in Familiengeschichten versinke, fiel meine Wahl auf diese Reihe von Anna Jonas und so viel kann ich euch gleich zu Beginn verraten: ich habe die richtige Wahl getroffen!

 

Denn zu allererst konnte mich dieser Reihenauftakt mit seiner Vielzahl an Charakteren bzw. Familienmitgliedern packen, welcher jeder seine ganz eigene Geschichte zu erzählen hat. Und in diesen Geschichten spielen Geheimnisse, Affären und Intrigen eine sehr große Rolle.

Am meisten packen konnte mich zu allererst tatsächlich der gefürchtete Halbbruder des Hoteliers Maximilian Hohenstein, welcher seine Hälfte des Familienerbes nun in Anspruch nehmen will. Dachte ich zuerst, da kommt ein Mann daher, der sofort jegliche Antipathie auf sich zieht, so kam es ganz anders. Er erschien mit während des Lesens als der einzige Charakter, der halbwegs klar sieht und denken kann. Im Verlauf der Geschichte greift er dem einen oder anderen Familienmitglied gern unter die Arme.

 

Karl Hohenstein, einer der beiden Söhne vom Familienoberhaupt konnte sich ebenso beweisen, da er dank weiblicher Hilfe seiner Frau endlich erkennt, für was es zu kämpfen und zu leben gilt.

 

Und auch Alexander, sein Bruder, zauberte mir vor allem bei den Konversationen mit dem angestellten Mädchen Agnes immer wieder ein Lächeln auf die Lippen.

 

Besonders angenehm fielen mir der Schreibstil und allgemein die Wortwahl der Autorin auf. Diese passte perfekt zu der Zeit um 1900 und auch viele Beschreibungen, zum Beispiel die des Hotels Hohenstein ordneten sich bildhaft wunderbar in diese Epoche ein. Zeitweise war es für mich persönlich ein Zuwachs an Informationen. Die Autorin konnte beim Lesen die Einführung bzw. Erfindung verschiedener technischer Geräte näherbringen, welche für das Hotel eine Bedeutung haben könnten.

 

Die Geschichte an sich und die vielen Geheimnisse sorgen dafür, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Anna Jonas treibt die Geschichte sehr gut voran. Die Geheimnisse selbst sind super gewählt worden und gleichzeitig ist es erschreckend was zu dieser Zeit so alles Gang und Gebe war.

 

Für mich persönlich stimmt hier alles. Der Anfang, der Verlauf und auch das Ende der Geschichte. Sowie die vielen Familienmitglieder und deren Eigenarten, als auch die landschaftlichen Beschreibungen und Gegebenheiten. Anna Jonas konnte mich durch und durch gut unterhalten und es war mir eine Freude diese Familie kennen zu lernen.

 

Mein Fazit

Der Beginn einer Reihe um das Hotel und die Familie Hohenstein, welches mich total begeistern konnte. Und selten freue ich mich so sehr auf die Fortsetzung einer Reihe. Band 2 wird sofort nach Erscheinung verschlungen und ich freue mich drauf, wie die Autorin diesen Reihenauftakt weitergedacht hat. Ein Wiedersehen mit den Charakteren freut mich am meisten.

Pure Verwirrung im Murder Park

Murder Park: Thriller - Jonas Winner

Inhaltsangabe

Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde. 

Ein Killer ist auf der Insel…keiner kann dem anderen trauen …die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen…

 

 

Meine Meinung 

Beim ersten Lesen des Klappentext kam mir sofort der Gedanke: ein Mörder auf der Insel und alle sterben, sehr vorhersehbar. Dann folgt das große Aber. Denn der Name Zodiac ließ mich sofort an den Zodiac-Killer denken, das Wort Serienmörder und ein Vergnügungspark. Somit stand ganz schnell fest, dass ich dieses Buch lesen werde.

 

Der Autor konnte mich gleich mit seinen kurzen, knackigen Kapiteln überzeugen, welche den Lesefluss bei einem Thriller einfach erheblich verbessern. Bereits in der Inhaltsangabe wird von 12 Personen gesprochen, welche nach 20 Jahren in den ehemaligen Freizeitpark zurückkehren. Gedacht habe ich mir zu Beginn dabei nicht viel, weil dieser Besuch eine Art Pressebesuch ist. Das heißt unter den Personen befindet sich ein Kameramann, eine Reporterin und zum Beispiel auch polizeiliche Bearbeiter der Serienmorde vor 20 Jahren. Der neue Eigentümer möchte diesen Leuten seine neue Idee nahe bringen, den MURDER PARK.

 

Zuerst lernen wir Paul Greenblatt anhand eines Interviews kennen und dieser Punkt ist einer meiner Highlight im Buch. Die Überschrift lautete Interview 1 von 12, das heißt es wird sehr schnell klar, dass hier anscheinend jeder Charakter einmal zu Wort kommen wird und so kommt es auch. Führen tut die Interviews ein Psychiater, welcher ebenfalls unter den 12 Besuchern ist. Die Interviews fanden zeitlich vor dem Besuch statt und anhand dieser wurden die Akteure ausgewählt.

Das interessante an den Interviews war, dass dem Leser sehr schnell klar wird, dass wirklich jede Person irgendeine Verbindung zum ehemaligen Vergnügungspark auf Zodiac Island hat. Dieser Punkt gab mir großen Ansporn beim Lesen und ich war immer wieder gespannt eine neue Verbindung zu erlesen.

 

Neben den Interviews erzählt der Autor die Geschichte der Charaktere in der Gegenwart. Los geht es auf der Fähre, welche alle zum MURDER PARK bringt und wie bereits erwähnt, legt diese erst wieder in 3 Tagen auf der Insel an, um alle 12 Gäste wieder abzuholen.

 

Die Charaktere selbst bleiben in der Erzählung sehr blass, umso mehr habe ich mich auf die einzelnen Interviews gefreut, lediglich dort bekommt man als Leser einen intensiveren Einblick in die jeweiligen Erlebnisse und Charakterzüge der Personen.

Alle Leser sind also gewarnt, die intensive Charakterausarbeitung steht in diesem Thriller nicht an erster Stelle.

 

Zur Story kann ich sagen, dass ich während des Lesens immer etwas ängstlich war, dass die Geschichte um den Murder Park einfach nichts Neues ist. Dennoch war ich immer motiviert und gespannt, was als nächstes passiert und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Die eigentliche Idee, welche der neue Besitzer des Vergnügungspark hat, erzeugte auch erst ein wenig Skepsis und ich war dann froh, dass dieser Teil nicht weiter intensiviert wurde.

 

Und worauf wohl alle Leser warten, ist der erste Mord. Und als es zu diesem wirklich kommt, geht das zweite meiner persönlichen Highlights los, das Rätselraten wer der Mörder ist. Es kann doch nur einer der 12 Gäste sein oder? Und jeder, wirklich jeder wird von Jonas Winner mindestens einmal in der Hinsicht beleuchtet, dass es förmlich danach schreibt „er ist der Mörder!“. Als wäre dieses Wirrwarr nicht genug, kommt auf einmal noch ein Schlauchboot vor der Insel ins Gespräch. Ist doch noch eine weitere Person auf der Insel?

Mein Highlight dahingehend, weil ich schon lange nicht mehr so gerätselt habe beim Lesen, dass ich mir sogar verschiedene Theorien auf Papier gezaubert habe. Denn der Autor bietet hier wirklich einige Möglichkeiten an. Dies rührt daher, dass er verschiedene Themen in seinem Buch eingearbeitet hat. Da wäre der Name Zodiac, welcher sich um die 12 Tierkreiszeichen dreht und welch Zufall sind 12 Gäste auf der Insel. Man hat also ständig die Sternzeichen der Personen im Hinterkopf. Dann schwebt immer das Thema um den Mörder von vor 20 Jahren im Kopf umher und als die Gruppe sich in der Anzahl immer weiter minimiert, weiß man als Leser überhaupt nicht mehr wo Vorne und Hinten ist.

Bei den Morden selbst fehlte es mir an Spannung, aber der Spaß am Rätseln konnte dies bei mir wett machen.

 

Bei solchen Büchern, die das Kopfkino so sehr in Gange bringen, ist man natürlich unheimlich gespannt auf das Ende. Das Ende vom „Murder Park“ ist für mich gelungen, auch wenn es mir fast zu schnell abgehandelt wurde. Die Auflösung kam für mich total überraschend, dennoch logisch daher.

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Dennoch gab es auch ein, zwei Punkte, von denen ich mir etwas mehr versprochen habe. Zum einen intensivere Morde auf der Insel, das heißt, mir wurden sie fast nebensächlich erzählt und beschrieben. Man merkte beim Lesen sehr stark, dass der Autor eher dahingehend konzentriert ist, wer der Mörder ist und weniger das Geschehen fokussieren wollte.

 

Und als absoluter Fan von Vergnügungsparks und Serienmördern habe ich mir im Allgemeinen mehr MURDER PARK gewünscht. Beschreibungen der Atmosphäre und der Fahrgeschäfte. Den ein solcher Park, in welchem in der Vergangenheit 3 Morde verübt wurden, kann doch eine echt gruselige Story erzählen oder?

 

Mein Fazit

Jonas Winner erschafft einen Thriller, welcher unheimlich zum Weiterlesen anspornt, dessen Story dann aber doch sehr oberflächlich bleibt. Die Idee des Autors wird auf jeden Fall in meinem Büchergedächtnis bleiben, aber ich würde diesen Thriller als schnelllebige, knackige Kost betiteln, welcher sehr in die Psychothrillerschiene geht.

Für alle Leser, die gerne rätseln, wer der Mörder ist, kann ich „Murder Park“ empfehlen.

 

Spannend von Anfang bis Ende

Das Lied von Eis und Feuer 02: Das Erbe von Winterfell von George R.R. Martin Ausgabe (2011) - George R.R. Martin

Inhaltsangabe

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – doch die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch dann nicht, wenn man die Hand des Königs ist...

 

 

Meine Meinung

 

Diese Reihe wird groß. Das beziehe ich nicht auf die 10 Bände, sondern eher auf die Geschichte. Zu so einem Werk eine Rezension zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Es passiert so viel, an allen Ecken und Enden und jeder Charakter reißt den Leser mit seiner eigenen Geschichte mit.

Hatte ich nach Band 1 schon meine Charakterlieblinge gefunden, aber eher die Sprachgewalt und das erschaffene Drumherum gelobt, so konnten mich im zweiten Band die Charaktere deutlich mehr in ihren Bann ziehen.

Soviel sei verraten: war ich im ersten Band vor allem gefesselt von Arya und Jon, so gesellen sich nach Band 2 auch Daenerys und Tyrion zu meinen Lieblingen. Also sind es nun bereits 4 Geschichten, die mich unheimlich neugierig machen.

 

Nach überraschenden Wendungen in der Thronfolge, kann man die kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Häusern Stark und Lennister nicht mehr vermeiden. Hier war es sowohl spannend mitzuerleben, wie sich die Familie Stark zusammenbaut um ein Heer aufzustellen, als auch die Familie Lennister. Von Anfang an hatte ich keine Vermutung, wie dieser große Kampf um die sieben Königslande ausgehen wird. Mit dem Ausgang macht George R.R. Martin uns Leser dann mächtig neugierig auf die Fortsetzung der Geschichte im 3. Band der Reihe.

 

Besonders gelitten habe ich in diesem Band mit Arya, Daenerys und Eddard. Nie hätte ich erwartet, dass diese Reihe auch Emotionen bei mir auslösen kann. Schrecklich, aber absolut positiv zu erwähnen. Solche Szenen bleiben in Erinnerung.

 

Neben dem Kampf um die 7 Königslande begleiten wir als Leser auch wieder Jon Schnee an der Mauer. Dieser Part ist für mich bisher noch sehr eigen. Aber auch hier nimmt die Geschichte an Fahrt an. Jon Schnee hat nun seinen Eid geschworen und gehört nun offiziell und für den Rest seines Lebens zu den schwarzen Männern. Immer noch ist sein Onkel Benjen im verfluchten Wald außerhalb der Mauer verschwunden und zum Ende des zweiten Bandes machen sich die schwarzen Männer auf. In den Wald. Kampfbereit für die Wildlinge, die sie vielleicht dort erwarten werden.

 

Weiterhin positiv ist die erweiterte Welt, sowohl an Königreichen, als auch an den dazugehörigen Charakteren, die uns der Autor hier bietet. So langsam reitet man mit den Hauptcharakteren durch die sieben Königslande und bekommt ein immer besseres Bild von der Welt um Westeros.

 

Am Ende merkt man, dass der deutsche Band 2 im Englischen das eigentliche Ende des ersten Bandes ist. Hier bleiben nämlich so einige offene Fragen stehen, welche lediglich Ausschau auf den folgenden Band der Reihe geben.

So viel steht fest, es bleibt spannend, wenn es nicht sogar noch spannender wird.

 

Nachdem die ersten zwei Bände nun gelesen waren, konnte ich endlich die erste Staffel der Serie „Game of Thrones“ gucken und die ganze Thematik noch in bewegten Bildern zu sehen, hat meine Begeisterung noch um einiges steigern können. Die erste Staffel wurde wirklich sehr buchgetreu umgesetzt. Super!

Ich bleibe dem Buch aber treu und werde nun erst Band 3 und 4 lesen, bevor es weiter in der Serie geht.

 

Mein Fazit

Sowohl hinsichtlich des Geschehens, der Spannung, als auch der Charaktere, kann Band 2 den Auftakt der Reihe noch toppen. Ich war mittendrin und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass mich diese Reihe so begeistern kann, aber der Anfang ist getan und ich hoffe, dass es auf diesem Level weitergehen wird.

 

 

Kleine Kritikpunkte, dennoch ein Pageturner

So Kalt Dein Herz: Psychothriller (Leipzig-Thriller) - Richard L. Frey

Inhaltsangabe

Hinter dieser Fassade lauert der Tod...
Als Tim in ein abbruchreifes Haus einzieht, ahnt er nicht, dass das alte Gemäuer bereits einen Bewohner hat. Eines Nachts macht er eine Entdeckung, die sein Leben für immer verändern wird.

Anna ist eine Herumtreiberin, die vor allem eins möchte: Unsichtbar sein. Als Tim auf den Wildfang Anna trifft, scheint der Ärger vorprogrammiert. Das Mädchen ist von düsteren Geheimnissen umgeben. Warum beobachtet sie wie besessen das Haus gegenüber? Wer ist sie wirklich?

Ein tödliches Geheimnis. Als in der Nähe des Hauses ein kleines Mädchen spurlos verschwindet, findet Tim heraus, dass Anna ein schreckliches Geheimnis vor ihm verbirgt. Weiß Anna mehr von den grausamen Verbrechen, als sie zugibt?

Wahrheit oder nicht? Als Tim herausfindet, wer Anna wirklich ist, wird er unaufhaltsam in einen Strudel aus Lügen und Verbrechen gezogen. Als er begreift, was auf dem Spiel steht, muss er eine Wahl treffen, die das Leben aller Beteiligter für immer verändern wird.

Wem kann er noch vertrauen, wenn die letzte Fassade fällt?

 

Meine Meinung 

„So Kalt Dein Herz“ ist mein erstes Buch dieses Autors und so viel kann ich schon verraten, es wird nicht mein letztes gewesen sein.

 

Das Buch teilt sich insgesamt in 5 Teile ein, hinzukommend sind der Pro- und der Epilog. Fangen wir vorne an. So einen packenden, schockierenden und fesselnden Prolog habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Der Leser erfährt sofort, um welche Thematik sich dieses Buch drehen wird und dennoch wird man total im Dunkeln gelassen. Ich war sowas von gespannt weiterzulesen.

Die 5 Teile des Buches  und auch die untergeordneten Kapitel tragen jeweils eine aussagekräftige Überschrift. Aufgrund von massigen Psychologiestunden hätten sie mir eigentlich früher verraten müssen, in welche Richtung es geht, aber ich bin natürlich erst durch Hilfe des Autors draufgekommen. Auch dieser Punkt wurde perfekt umgesetzt, bleibt in Erinnerung und macht Sinn.

 

Den männlichen Hauptpart stellt hier der selbständige Handwerker Tim dar, welcher sich eine Bruchbude gekauft hat und nun sein handwerkliches Geschick in dieses Haus stecken möchte, um es herzurichten und um den Grundstein eines neuen Lebensabschnitts zu setzen. Frisch getrennt will er sich nun auf sich selbst verlassen, wäre da nicht Anna. Anna nimmt die weibliche Hauptrolle im Buch ein. Von vornherein eine sehr geheimnisvolle Persönlichkeit. Als Ausreißerin und Psychologiestudentin betitelt sie sich selbst. Denkt man zu Beginn dieses Aufeinandertreffens, dass da keine Sympathie aufkommen kann, beweisen es die Charaktere schnell anders. Denn Anna ist ebenfalls handwerklich nicht ganz unbegabt, greift Tim unter die Arme und darf im Gegenzug bei ihm wohnen.

 

Spannung kann der Autor immer wieder durch verschiedene Mittel in die Geschichte einbringen. Sei es ein Sitzungsprotokoll einer höchst aggressiven und psychotischen Frau, welches den Leser dazu anregt, die ersten diffusen Lösungsansätze zu finden oder einen Zeitungsartikel über eine Kindesentführung, mit dem Anna sich Tim auf ihre Seite ziehen will.
Denn Anna verfolgt einen Plan und Tim soll ihr helfen.

Ob sich Tim darauf einlässt und welchen Plan Anna verfolgt, verrate ich an dieser Stelle nicht.

 

Insgesamt ist zu sagen, dass der Autor hier eine sehr interessante und spannende Grundidee hatte, um dieses Buch zu schreiben. Verliert sich dieses Buch ab und zu in seinem Spannungsbogen, schafft er es doch immer wieder packende Kapitel einzufügen. Verwirrende und unvorhersehbare Wendungen überraschen den Leser des Öfteren, aber so soll es doch sein in einem Thriller oder?

 

Schreib- und Stiltechnisch kann man sagen, dass der Autor hier sehr vielseitig ist, welches das Lesen sehr angenehm macht.

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Bisher klingt meine Meinung zum Buch doch ganz gut oder?

Im Großen und Ganzen ist es auch so, aber als Vielleserin hat man irgendwann gewisse Vorstellungen und Erwartungen und zwei kleine Punkte konnten mich in diesem Buch nicht begeistern. Zum einen verliert sich der Autor in seiner anfänglichen sehr geheimnisvollen und spannenden Methodik, in dem er zu schnell und zu viel im Verlauf des Buches auflöst. Hätte er dem Leser immer nur einzelne Puzzleteile hingeworfen, hätte er die Spannung noch weiter steigern können.

 

Und den entwickelnden Beziehungsaspekt zwischen Tim und Anna hätte dieses Buch meiner Meinung nach nicht gebraucht. Ihr anfängliches Verhältnis fand ich sehr angenehm und so hätte es auch beibehalten werden können.

 

Mein Fazit

Beim Lesen merkt man, wie durchdacht diese Geschichte ist. Als Leser sollte man immer zu schätzen wissen, wie viel Arbeit in so einem Werk steckt und dies tue ich. Dennoch traue ich mich auf kleine Kritikpunkte anzusprechen, die mich beim Lesen einfach gestört haben. L.C. Frey scheint für mich ein Autor zu sein, der sich gern mit den Abgründen unserer Menschlichkeit auseinandersetzt und deshalb ist er für mich eine Autorenneuentdeckung, die ich weiterverfolgen werde.

Auch wenn mich zwei Punkte beim Lesen nicht ganz so angefixt haben, kann ich allen Lesern dieses Genres dennoch eine Leseempfehlung aussprechen, da die spannende Grundidee, die ein Thriller brauch, einfach da sind.

Die Lektion

Geständnisse: Roman - Kanae Minato, Sabine Lohmann

Inhaltsangabe

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

 

Meine Meinung 

An dieses Buch ging ich sehr unvorbereitet heran. Der Klappentext und auch das Cover machten mich unheimlich neugierig auf diese Geschichte, welche ja bereits unter den Titel „Confessions“ verfilmt wurde. Den Trailer zum Film habe ich euch oben verlinkt. Des Weiteren ist es meiner Meinung nach mein allererstes Buch einer japanischen Autorin.

 

Während des Lesens des ersten Kapitels schoss ich mich darauf ein, dass das Buch lediglich aus der Sicht der Lehrerin erzählt wird, welche im Klassenzimmer vor ihrer Klasse steht und über den Mord an ihrer kleinen Tochter, sowie über die Täter spricht.

Ab Kapitel 2 wurde mir allerdings klar, dass die Autorin bei jedem folgenden Kapitel einen Perspektivwechsel vorsah. Dieser Aufbau über die 6 Kapitel hinweg hat mir super gefallen. Man konnte die Tat dadurch zum Beispiel auch aus der Sicht der Täter, anderer Klassenkameraden oder Familienmitgliedern betrachten.

 

Ein weiterer Punkt, der mit positiv beim Lesen aufgefallen ist, dass die Autorin eine sehr direkte Sprache verwendet hat. Hier wurde nicht viel um den heißen Brei herumgeredet, sondern die Fakten auf den Tisch gelegt und angesprochen. Dies hat die Dramatik des Buches deutlich angehoben.

 

Die einzelnen Figuren mit ihrer ganz eigenen Persönlichkeit wurden kurz und knackig, aber auf den Punkt charakterisiert. Für mich der interessanteste Charakter war hier eindeutig die Mutter Lehrerin Moriguchi. Ihr Leid, ihre Akzeptanz und ihr Plan, den Schülern eine ordentliche Lektion zu erteilen, überraschten und schockierten mich gleichermaßen.

Das Ende, welches ich einfach nur bombastisch fand, ist zum Teil auch ihrer Person zu verdanken.

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Einzig die Kapitel aus der Sicht der beiden Täter verstimmten mich etwas. Für meinen Geschmack ähnelten sie zu sehr den Ausführungen der Lehrerin. Zu viele Wiederholungen und nur wenig neue Erkenntnisse und Aspekte hinsichtlich ihres Handelns.

 

Mein Fazit

Meiner Meinung nach ist es ein Buch, welches den Leser schockiert, aber berührt zurücklässt. Eine schreckliche Tat, aber auch eine grausame Lektion.

Die japanische Autorin spricht hier ein sehr interessantes Thema an und kann den Leser an die 272 Seiten fesseln.

Fest steht ebenso, dass ich mich nun nach dem Lesen auf die Verfilmung freue und bin gespannt, wie die geschriebenen Wörter umgesetzt wurden.

 

Martin Krist prägt

Brandstifter: Thriller - Martin Krist

Inhaltsangabe

Sie haben deinen Ehemann brutal ermordet - jetzt bedrohen sie deine Kinder! 
Wie weit wird die junge Witwe Valentina gehen, um ihre Familie zu beschützen?

Problemlöser David Gross soll den Feuertod einer jungen Frau aufklären und gerät dabei selbst in lebensgefährliche Ermittlungen. 
Doch die Sorge um seine eigene Familie lenkt ihn bald mehr ab, als ihm lieb ist…

 

 

Meine Meinung

Warum er dies tut, weil er eine reelle Welt erschafft, die in Erinnerung bleibt.

Die Geschichte spielt in Berlin Neukölln und dank eines Besuches am vergangenen Wochenende, fühlte ich mich sofort ins Buch zurückversetzt.  Die Bahnhöfe, die S-Bahn Fahrt. Es hat nur David Gross neben mir gefehlt.

 

Allen Lesern, die wie ich bei Reihen nicht immer die Reihenfolge einhalten, sollte klar sein, dass man die Bücher von Martin Krist auch unabhängig voneinander bzw. durcheinander lesen kann. Bezieht man dies auf die Reihe um den Problemlöser David Gross, kann man zwischen „Drecksspiel“ und „Brandstifter“ gerne noch „Engelsgleich“ lesen. Diesen habe ich ausgelassen, werde dies aber zeitnah nachholen, da sich hier anscheinend die Wege der beiden Ermittler seiner zwei Reihen (Gross und Kalkbrenner) begegnen.

 

Der Start ins Buch fiel mir hier wirklich leicht. Im Buch selbst sind mittlerweile 4 Monate vergangen und immer noch plagte mich die Frage, was aus Davids Frau Caro geworden ist. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich David Gross nicht nur sehr geheimnisvoll, sondern auch extrem cool finde, dass mich seine Geschichte nach wie vor am meisten interessiert. Jeder Perspektivwechsel, der mich in seiner eigenen Geschichte ein paar klitzekleine Schritte voranbrachte, machte mich echt glücklich und ließ die Spannung steigen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Autor ein wenig Licht ins Dunkle gebracht hat, aber ich weiterhin neugierig bin, wie es (hoffentlich) weitergehen wird.

Der Problemlöser selbst, sieht sich nicht nur mit der Entführung seiner Frau konfrontiert, auch sein Sohn Jan macht ihm in diesem Band große Sorgen. Als Leser bekommt man leider nur einen kleinen Einblick in die Gefühlswelt des 9-jährigen.

Sein Umgang mit dem Verschwinden seiner Mutter und David, dem die Hände gebunden sind, stellen für mich in dieser Reihe den emotionalen Part da. Auch diese Seite darf ein Thriller meiner Meinung nach gern mit sich bringen.

 

Und weil man PROBLEMLÖSER hier wörtlich nehmen kann reichen eben genannte Situationen natürlich nicht aus.

Da war dieser Brand, bei dem eine junge Frau ums Leben gekommen ist.

Dann verschwindet ein Wissenschaftler plötzlich, der sich beruflich in Berlin aufgehalten hat.

Und zu guter Letzt wäre da noch Valentina, die ihren Mann Georg eines Morgens tot in seinem Büro findet und nun um ihre Kinder bangt.

 

Ob und wie diese Gegebenheiten miteinander zusammenhängen, erfahrt ihr erst, wenn ihr dieses Buch selbst zur Hand nehmt.

Soviel sei euch verraten: wer den Stil von Martin Krist bereits kennengelernt hat, wird in „Brandstifter“ absolut nicht enttäuscht. Der Autor überzeugt mit knackigen Kapiteln, vielen unvorhersehbaren Verstrickungen und einer stetig steigenden Spannung. Gerade das letzte Drittel war für mein Empfinden bombastisch. Man will wissen, was los ist und sieht keine Lücke im Alltag, dieses Buch zur Seite zu legen, bevor man es nicht ausgelesen hat!

Gerade hinsichtlich der Spannung kann Martin Krist den ersten Band der Reihe sogar noch um einen Tucken toppen. Weiter so!

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Auch hier ist das Wort Kritik wieder fehlplatziert, aber in eine Rezension gehört immer auch das persönliche Empfinden. Also nehmt es euch nicht allzu sehr zu Herzen. Geschmäcker und Empfindungen sind verschieden^^

Neben David Gross konnte der Autor im ersten Band mit einem anderen speziellen Charakter namens Toni überzeugen. Nicht unbedingt er, sondern allgemein ein anderer Charakter neben David, der aufgrund seiner speziellen Persönlichkeit bzw. Darstellung im Buch in Erinnerung bleibt, hat mir hier gefehlt.

 

Und dann dieses Ende Herr Krist, das kann doch nicht Ihr Ernst sein???

Ich habe ungelogen mindestens 5x geguckt, ob mein Reader Seiten gefressen hat.

 

Mein Fazit

Ich denke, dass ich Fans dieses Autors nicht wirklich motivieren muss, auch dieses Buch zu lesen. Nein, mit meinem Fazit möchte ich die Leser ansprechen, die sich bisher noch nicht gewagt haben oder aufgrund der allseits bekannten Über-Bücherung noch nicht dazugekommen sind.

Also nicht viel Nachdenken, sondern lesen.

(wie oben erwähnt, egal in welcher Reihenfolge, ABER damit ihr genauso mitfiebert wie ich, empfehle ich euch mit „Drecksspiel“ zu beginnen. Davids Geschichte und so^^)

Horror und Mythologie perfekt verbunden

Der Fährmann - Bernhard Kleinschmidt, Christopher Golden, John Howe

Inhaltsangabe

Die Ebenen der Realität verschieben sich, als ein uralter Mythos auf furchtbare Weise lebendig wird.
David und Janine, die nach einem quälenden Verlust wieder zueinander finden, müssen sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen und den brüchig gewordenen Glauben an sich und ihre Welt wiederfinden.

Intelligenter Horror mit emotionalem Tiefgang von Christopher Golden, einem der vielseitigsten Autoren des Genres.

Kongenial illustriert von John Howe, bekannt für seine Visualisierungen der Werke J.R.R. Tolkiens und sein Mitwirken an Peter Jacksons Film-Trilogie Der Herr der Ringe.

 

 

Meine Meinung 

Auf dieses Buch wurde ich vom Verleger selbst aufmerksam gemacht. Als Leserin im Bereich Horror wurde ich wirklich neugierig. Der Klappentext verrät nicht allzu viel, in welche Richtung die Geschichte gehen wird, aber meine Neugierde war geweckt und somit war der Buchheimverlagsstand auf der Leipziger Buchmesse eine meiner ersten Anlaufstellen und „der Fährmann“ mein Highlight-Buch der diesjährigen Messe.

 

Zur Optik muss man glaub ich nicht mehr viel sagen. Wann hält man heutzutage noch ein Buch mit einem selbstgemalten Cover in der Hand?

Die Farben sind sehr gut aufeinander abgestimmt und erschaffen sofort diese besondere düstere Stimmung. Einziger Punkt, der die Optik für meinen Geschmack noch perfektioniert hätte, wäre ein hellgrünes Lesebändchen (anstatt eines rotem), welches die Farbe der Laterne des Fährmanns wieder aufgreift.

 

Der Prolog startet so, wie ich es mir gedacht habe. Als Leser hat man sofort den ersten Kontakt mit dem Fährmann. Da man zu Beginn natürlich noch von sehr ahnungslos ist, wirkt alles sehr geheimnisvoll und wirft einige Fragen auf.

Die perfekte Horrorstimmung ist allerdings von Anfang an gegeben.

Nach dem Prolog hat mich Christopher Golden total überrascht!

Dachte ich wirklich, dass der Fährmann stark im Fokus stehen wird, bekommen wir doch sehr ausführlich die Geschichte um die beiden Charaktere Janine und David erzählt. Und ich fand es klasse! Diese Hintergrundinformationen waren mir hier wirklich wichtig.

Janine, die nach einem schwierigen Schicksalsschlag versucht zurück ins Leben zu finden und deren Träume sie nach und nach um den Verstand bringen und David, der ebenso an seinem Verstand zweifelt, da er immer wieder längst tot geglaubte Menschen sieht.

 

Ich war sehr gespannt darauf, wie der Autor die Geschichte der beiden mit der eher mythologischen des Fährmanns verbinden will.

Wie er diese Verbindung nach und nach aufbaut, wow!

Ein Spannungsbogen, der tatsächlich bis zum Schluss aufrechterhalten wird und sich stetig sogar steigert. Wie der Fährmann anfänglich immer wieder in der Welt von Janine und David auftaucht, war grandios. Es war düster und unheimlich beschrieben und die Illustrationen von John Howe im Buch machten dieses mulmige Gefühl beim Lesen perfekt. Meine Vorfreude auf den Showdown wuchs und wuchs.

 

Liest man immer wieder Bücher, bei denen auffällt, dass der Autor entweder ein besonderes Augenmerk auf die örtlichen Beschreibungen, auf die Charaktere oder speziell auf den reinen Ideenverlauf hat, so fiel mir hier stark auf, dass Christopher Golden an allen Ecken und Enden aktiv war. Jegliche Örtlichkeiten hatte ich direkt vor Augen, das Geschehen und seine Idee kann er seinen Lesern sehr gut vermitteln und sie einfach mitnehmen, mitnehmen in seine Geschichte.

Mein persönliches Highlight waren jedoch die ausgewählten Charaktere.

Janine und David werden uns Lesern sehr detailliert beschrieben, ihre Denkweisen und ihre Eigenarten, die sie zu etwas Besonderem in dieser Geschichte machen. Aber auch ihre gemeinsame lesbische Freundin Annette und Father Charles, welcher die katholische Schule an der David und Annette unterrichten betreut, werden mir in Erinnerung bleiben. Eindeutig ein Vorteil hinsichtlich der Personen im Buch ist, dass Golden sich auf diese vier und den Fährmann besonders konzentriert hat und einige andere Charaktere einfach wichtig für die Geschichte an sich waren, aber nicht so sehr fokussiert wurden, wie die anderen.

 

Der Fährmann oder auch Charon genannt, ist ein Wesen aus der griechischen Mythologie. Sein Auftrag bestand darin die Toten mit seinem Binsenboot über den Totenfluss Styx zu bringen, damit diese ins Reich der Unterwelt gelangen können.

Perfekt ins Buch hineingebracht und für mich ein Showdown am Ende, welches stimmig ist und zum Buch passt.

 

Der Schreibstil ist genau nach meinem Geschmack und wie der Verleger mir auf der Messe bereits angekündigt hat, wurde sich sehr viel Mühe mit dem Lektorat gegeben.

 

Mein Fazit

Dieses Buch kann ich vor allem allen Horrorfans ans Herz legen. Man merkt beim Lesen, welches Herzblut der Autor in diese Geschichte gesteckt hat. Sowohl mit der Geschichte um Janine und David, als auch mit der des Fährmanns konnte er mich total in den Bann ziehen. Und es stellt ein Buch da, welches aufgrund seiner Optik einen ganz besonderen Platz in meiner Büchersammlung bekommt.

Ein besonderes literarisches Werk

Der Dornengarten - Wahrburg Eva

Inhaltsangabe

1824: Um nicht enteignet zu werden, muss die scheue Erbin eines verarmten Gutes den von der Kirche entsandten Restaurator Herwegh bei sich aufnehmen. Maria von Eschweih, die von einem Priester sinnesfeindlich erzogen wurde, hat gelernt, Männer zu fürchten. Damit beginnt eine magische Geschichte um Schicksal, Liebe, Tod und Glück.

 

 

Meine Meinung 

„Der Dornengarten“ fiel mir durch eine Rezension auf einem anderen Buchblog sofort ins Auge. Es erinnerte mich optisch sofort an einen Klassiker und gerade diese machen aufgrund ihrer Schlichtheit immer einiges im heimischen Bücherregal her. Bis zum Erhalt des Buches ging ich fest davon aus, dass das Cover matt gestaltet wurde, umso überraschter war ich dann, als mich das Cover beim Auspacken förmlich anstrahlte. Wie auf dem Bild oben zu erkennen, werden der Titel und auch die Ornamente am Rand durch die Farbe Silber auf dem rötlich-braunen Untergrund perfekt in Szene gesetzt. Optisch für mich schon mal ein absoluter Hingucker!

 

Der Klappentext machte mich von Anfang an neugierig, da die Thematik für viele vielleicht als langweilig, wenn sogar als langatmig empfunden werden könnte. Ich stelle mich jedoch gerne neuen Büchern mit speziellen Thematiken. Bücher, welche das Thema Kirche betreffen, liegen nämlich nicht allzu häufig bei mir bei bereit. Aber dank des sprachgewaltigen Schreibstils der Autorin wurde mir sehr schnell klar, dass es hier um ganz andere Themen und Fragen ging.

Wer bist du und wer willst du sein?

Wozu wurdest du geboren und wozu erzogen?

 

Daraus resultierte, dass mich vor allem die beiden Hauptcharaktere in ihren Bann ziehen konnten. Maria von Eschweih, welche nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Onkel, der als Priester tätig war sehr streng und fromm erzogen wurde. Nachdem dieser ebenso verstarb, ist Maria die Erbin des Gutes. Jedoch lebt sie unter ärmlichen Verhältnissen und wird von der Dorfgemeinschaft gemieden. Zurückgezogen lebend, ist es für sie ein umso größerer Schock, als sie plötzlich einen von der Kirche entsandten Fremden bei sich aufnehmen soll, den Restaurator Herwegh.

 

"Stattdessen hatte ich mich an meine Einsamkeit gewöhnt;

sie war meine Freundin geworden, das Einzige, das sicher war -..." (S. 17)

 

Dieser stand aufgrund der sehr detaillierten Beschreibungen beim Lesen förmlich vor mir. Ein sehr rauer Zeitgenosse, der auf seinem Gebiet der Restauration wirklich begabt ist, aber mit Frauen umgeht, als wären sie Vieh.

Somit trafen hier Welten aufeinander. Mich konnten ihre Begegnungen und die damit verbundenen Gesprächen und Dispute überzeugen. Vor allem Herwegh und seine Weltansichten haben es mir wirklich angetan. Ich habe während des Lesens immer mit gefiebert, dass er Marias erbaute Mauer nach und nach mit Rissen versehen kann, bis diese irgendwann einstürzt.

Maria wird in ihren Gedanken und Handlungen von zwei jungen Mädchen unterstützt. Immer wieder weisen sie Maria daraufhin, das Wahre in einem Menschen zu erkennen und nicht davor wegzulaufen. In Bezug auf die gesamte Geschichte kommt den beiden Mädchen eine besondere und bedeutende Rolle zu.

 

Weitere Themen, die mir wirklich zugesagt haben, waren tatsächlich die Malerei und allem Voran die Geschichte der Rosen.

 

Neben den Charakteren ist es die düstere Atmosphäre im Buch. Hervorgerufen durch vielerlei Faktoren, wie zum Beispiel der sehr angepassten Sprache der Autorin an die damalige Zeit. Aber auch dieses Gefühl, das eine höhere Macht über diesem Buch verweilt.

Maria glaubt, dass ein Fluch auf ihr lastet, ich glaube, die Autorin kann den Leser sehr gut in den Bann ziehen.

 

Nach einem kurzen „Auf der Stelle treten“ überrascht mich Eva Wahrburg damit, dass wir als Leser wirklich noch mehr über die Vergangenheit von Maria und Herwegh erfahren. Diese Vorgeschichten machen die Story einfach rund.

Bringen den Leser noch mehr zum Nachdenken und hinterlassen Eindrücke, die nachwirken.

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Ein kleiner Kritikpunkt ,ist der etwas trockene Mittelteil, bevor die Geschichte wieder an Fahrt aufnahm, der einige Momente mit sich brachte, in denen ich der Protagonistin Maria nicht folgen, ihren Gedankengängen nicht verstehen und auch ihren Handlungen nicht ganz nachvollziehen konnte.

 

Mein Fazit

Eine Geschichte, mit der mich die Autorin sehr zufrieden zurücklässt.

Mit ihrer Sprachgewalt und den vielen Mitteilungen im Buch konnte sie mich immer wieder überzeugen. Diese Geschichte ist es wirklich wert gelesen zu werden.

Es ist wirklich schon sehr lange her, dass ich intensiv gespürt habe, wie viel Mühe sich Eva Wahrburg gegeben hat, um zwei Charaktere zu erschaffen, die fast real wirken. Zwei Lebensgeschichten, die sich beeinflussen.

Mit Band 7 geht es wieder bergauf

Selfies: Der siebte Fall für das Sonderdezernat Q in Kopenhagen Thriller (Carl Mørck) - Jussi Adler-Olsen, Hannes Thiess

Inhaltsangabe

Vizepolizeikommissar Carl Mørck wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalls von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten Cold case, aus dem sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Ausgerechnet jetzt geht es Carls Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Rose kämpft mit aller Macht dagegen an - und gegen das Dunkel, in dem sie zu ertrinken droht. Welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben?

 

 

Meine Meinung 

Ich muss sagen, dass dies seit langem ein Klappentext ist, der mir unheimlich gut gefällt. Dem Leser werden auf dem Punkt die wichtigsten Geschehnisse des siebten Bandes vor Augen geführt. Sehr gut gemacht!

 

Für mich als Leserin der kompletten Reihe habe ich mir nach zuletzt zwei etwas schwächeren Bänden natürlich wieder einen spannenderen Fall gewünscht und ein weiter super harmonierendes Team. Leser die die Reihe und das ganze Drumherum wie ich verfolgt haben, wussten auch bereits, dass der Autor in den kommenden Bänden separat etwas gezielter auf die Geschichten der einzelnen Teammitglieder eingehen wird. So bekommt man in diesem Buch einen Einblick in Rose‘ Leben, lernt ihre Geistern der Vergangenheit, aber auch die der Gegenwart kennen. Ich selbst möchte Rose nicht mehr missen in dieser Reihe. Der Autor schafft es, sie so ganz eigen darzustellen und sie dennoch als unersetzlich für das Team zu gestalten. Ich mag sie wirklich sehr und man kann ihr wirres, manchmal unverständliches Wesen mit ihren nicht nachvollziehbaren Taten durch diesen Band besser verstehen. Fatal für alle Rose Fans ist, dass Jussi Adler-Olsen ihre zukünftige Geschichte in der Buchreihe um Carl Mørck relativ offen lässt.

Also heißt es Abwarten und Assads speziellen Tee trinken.

 

Der Mordfall an sich, der von Carl hier bearbeitet wird, fiel dieses Mal nicht so ganz in das Raster „ungelöster Fälle“, was manche Leser eventuell verwirren könnte, weil sie auf den großen Fall vom dicken Stapel im Büro des Sonderdezernats Q warten. Hier sollte man aber beachten, dass der aktuelle Fall große Gemeinsamkeiten mit einem Fall von vor 12 Jahren aufweist und Carl sofort einen Zusammenhang sieht.

 

Im Klappentext sehr gut beschrieben, darf man hier wirklich auf eine hochexplosive Mischung, bestehend aus einer 3er Gruppe Mädels und deren Sachbearbeiterin beim Sozialamt hoffen. Es hat einfach super in die Geschichte gepasst und hier kann ich im Nachhinein nur sagen: jeder bekommt, was er verdient.

 

Ich bin wirklich froh über diesen Band, denn Jussi Adler-Olsen schafft hier wieder einen Aufschwung in seiner mittlerweile siebenteiligen Thrillerreihe.

Besonders die angeschnittenen Thematiken konnten mich hier wirklich überzeugen, was bei Band 5 und 6 leider nicht der Fall war. Aber wie viele Leser wissen, ist dies bekanntlich Geschmackssache.

 

Was alle wissen, die diese Reihe lesen, dass Herr Adler-Olsen es schreibtechnisch absolut drauf hat. Ich kann mich in seinen Worten total verlieren.

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Nicht ganz nachvollziehen kann ich leider die Wahl des Titels. Das Wort Selfie kommt vor, ja, aber da weicht mir der Autor doch zu sehr von seiner Wahl bei Band 1 – 6 zu sehr ab.

 

Mein Fazit

Der siebte Fall des Sonderdezernats Q konnte mich der Autor sowohl mit den Charakteren, als auch mit Thematiken und Umsetzung seiner Idee wieder überzeugen und es ist wirklich grausam nun wieder so lange auf einen neuen Band zu warten.

Ob wir dann mehr von Assad und seinen vielen Geheimnissen erfahren?

Problemlöser David Gross begeistert

Drecksspiel: Thriller (German Edition) - Martin Krist

Inhaltsangabe

Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! – Hannahs Tochter schläft im Zimmer nebenan. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall...

 

 

Meine Meinung

Für mich ist es der zweite Einblick in die Werke von Martin Krist. Ich habe bereits einen Band seiner „Paul Kalkbrenner- Reihe“ gelesen und war da sehr angetan von der Story, aber vor allem vom Schreibstil des Autors. So war ich natürlich sehr gespannt, ob Herr Krist seinen Stil auch bei der „David Gross- Reihe“ beibehält. Und JA, er tut es!

Seine Bücher lesen sich aufgrund der kurzen Kapitel, welche dennoch auf dem Punkt sind, weg wie nichts. Pageturner!


Weiterer Pluspunkt ist das unheimlich coole Personenverzeichnis zu Beginn des Buches. Einzigartig und auf diese Art noch nie zu Gesicht bekommen!

 

Der Entführungsfall, welcher im Klappentext beschrieben wird, bringt auf jeden Fall Spannung mit sich. Von der ersten Seite an, war man gefasst, dass etwas passiert und dann geht es los und man hat keine Ahnung, wie es ausgeht. Eine Menge Personen tauchen im Buch auch und wie wir Leser es in diesem Genre immer versuchen, so versuchte auch ich den Bogen hier zu schließen, aber keine Chance. Ich verzweifelte immer wieder.

 

Zu dem macht es uns der doch sehr geheimnisvoll dargestellte Ex-Polizist David Gross es nicht leicht. Seine Person ist auch am Ende des ersten Bandes für mich noch ein Mysterium. Ich bin unheimlich scharf auf seine Vergangenheit. Vor 5 Jahren muss irgendetwas passiert sein, dass David unter neuem Namen untertauchen musste. Und sobald er beim Lesen in den Fokus tritt, merkt man sofort, dass diese Geschichte aus der Vergangenheit noch nicht abgehakt ist. Irgendetwas oder irgendjemand lauert da noch im Hintergrund.

 

Bei mir bleiben Bücher vor allem aufgrund bestimmter Faktoren in Erinnerung, die im Buch immer wieder auftauchen und sich beim Leser verankern. Martin Krist kann da mit einigen Sachen auftrumpfen, ob das nun der Klingelton von David Gross ist, der mir wohl nie wieder aus dem Kopf gehen wird

„Flieg, flieg, fahr aus der Haut.“ (Silly)

oder ob es die markanten Ausdrücke zweier Charaktere im Buch sind. Zum einen David Gross und sein „Mhm“, zum anderen ein weiterer agierender Polizist, der gefühlte 100 Mal im Buch den Ausruf „verfickte Scheiße“ verwendet.

Einfach genial.

 

Bei einem Teil einer Reihe ist es mir immer besonders wichtig, dass das Ende neugierig macht auf den Folgeband bzw. auf weitere Bände und das schafft Martin Krist auf jeden Fall. Zwar habe ich Band 2 übersprungen und lese aktuell Band 3, aber das macht bisher gar nichts. Ich tappe noch genauso im Dunkeln und wurde nicht gespoilert oder Ähnliches. Die Bände sind wirklich unabhängig voneinander lesbar.

 

Mein Fazit

Ein Buch, welches mit seinem Tempo und seinem Prota punkten kann.

Ich hoffe, dass Martin Krist seine Reihe so fortsetzt und er nach und nach mehr über die Vergangenheit von David Gross preisgibt.

Dieses Buch macht einfach neugierig und alle Thrillerfans kommen meiner Meinung nach auf ihre Kosten.

 

Band 2 toppt den Reihenauftakt

Sturmwolken am Horizont (Meindorff-Saga #2) - Elisabeth Büchle

Inhaltsangabe

St. Petersburg im Juli 1914: Anki van Campen hat sich in den jungen Arzt Robert Busch verliebt. Doch ihre zarte Romanze wird vom Beginn des Ersten Weltkriegs überschattet. In Berlin werden unterdessen die Lebensmittel knapp, die jüngeren Meindorff-Männer sind an der Front, der alte Patriarch krank. Demy van Campen versucht, gemeinsam mit den Angestellten den Haushalt zusammenzuhalten. Bald beginnt sie, heimatlose Kinder und andere Kriegsopfer aufzunehmen. Noch glauben alle, der Krieg sei bis Weihnachten vorbei. Doch das soll sich als bitterer Irrtum erweisen...

 

 

Meine Meinung 

Allein dieser Fakt ist bei Reihen sehr selten, umso mehr freut es mich. Denn für viele Autoren ist es sehr schwer den ersten Band einer Reihe zu toppen. Egal ob hinsichtlich der Geschichte oder der Charaktere. Es ist eine Aufgabe, die Elisabeth Büchle allerdings gemeistert hat. Dieses Band und allgemein dieses Buch wird in Erinnerung bleiben und bekommt aufgrund seiner Optik einen ganz besonderen Platz im Bücherparadies.

 

Nachdem der erste Band der Reihe im Jahre 1908 endete, finden wir die Charaktere im Jahr 1914 wieder. Traten im ersten Band Settings wie Berlin, Deutsch-Südwestafrika und ein bisschen St. Petersburg in Erscheinung, halten wir uns als Leser in Band 2 vor allem in Berlin und St. Petersburg auf.

Persönlich hohe Ansprüche an die Geschichte hatte ich bei dem russischen Part der Geschichte. Ich liebe die russische Geschichte und das Land an sich, welches einfach diese gewissen Eigenarten hat, welche in der Literatur besonders gut dargestellt werden können. Anki van Campens Leben als Kindermädchen bei einer adligen Familie war sehr schön zu lesen. Ebenso wie die verschiedenen Situationen mit dem berüchtigten Rasputin, als auch die beginnende Romanze mit dem Arzt Robert Busch. Anki und Robert konnten sich in diesem Band zu meinen absoluten Lieblingen herausarbeiten. Sympathie pur und ich freue mich riesig auf ein Wiedersehen mit ihnen im dritten Band der Reihe.

 

Der andere große Part nimmt Anki’s kleine Schwester Demi ein, welcher bereits im ersten Band eine entscheidende Rolle zugeschrieben wurde. Auch ihr Werdegang ist spannend zu verfolgen und an ihr hat man die Weiterentwicklung, das Älterwerden am meisten gemerkt. Die erwachsene Demi konnte mich deutlich mehr von sich überzeugen, als die jugendliche aus dem ersten Band. Ihre Anliegen und Ängste in Berlin sind ganz anderer Natur, als die ihrer großen Schwester Anki.

 

Die Autorin konnte mir diese Geschichte vor allem aufgrund der vielen kleinen Highlights zu einem ganz besonderen Buch machen. Im Buch angekommen war ich beim ersten Flug in den Wolken mit Demi und Philippe. Viele historische Hintergründe fand ich sehr gut beleuchtet und es gab diese Momente, die einem nahegingen. Wie ahnungslos die Menschen damals waren. Ahnten sie doch, dass der Krieg nur ein paar Wochen, maximal ein paar Monate ging. Doch wie wir heute wissen, kam alles anders. Daraus resultierend konnte Elisabeth Büchle auch die Themen Verlust, Kampf und Mut in ihrem Roman sehr gut darstellen.

 

Bei Buchreihen treten vor allem nach dem ersten Band viele Fragen auf, so war es auch hier. In diesem Band beantwortet uns die Autorin schon einiges Offenstehendes, aber die Reihe ist noch nicht vorbei. Da kommt noch was.

 

Vom Schreibstil bin ich wie auch schon beim ersten fasziniert. Büchle schafft es mich mitzunehmen, mir bestimmte Dinge vor Augen zu führen. Und auch wenn diese in diesem Buch viel Leid und Schrecken mit sich bringen, so ist es für mich doch ein positiver Punkt. Auch emotional konnte sie mich berühren und vereinzelt ein paar Tränchen hervorlocken.

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Klingt doch bisher perfekt oder?

Die folgenden Punkte sollen keine Kritik sein, da entscheidet meiner Meinung nach der Lesegeschmack eines jeden Einzelnen.

Aufgrund der Vielfalt an Charakteren im ersten Band möchte die Autorin natürlich niemanden aus der Reihe verlieren bzw. vernachlässigen. So bringt sie alle mal um mal wieder in die Geschichte ein. Im Großen und Ganzen war es mir allerdings zu viel. Vielen Charakteren begegneten wir wieder, erfuhren in welcher Situation sie sich befinden und als man neugierig wurde, verlief sich die Geschichte wieder. Ich denke bei einer Familien-Saga kann man nicht an allen Ecken und Enden gleich auf sein.

 

Mein Fazit

Ein zweiter Teil einer Reihe, der mich total in seinen Bann ziehen konnte.

Die Autorin nimmt den Leser mit in eine andere Zeit und ich habe unheimlich gern in der Geschichte verweilt und freue mich riesig auf den dritten und letzten Band der Reihe.

 

Kaum zu glauben, aber es ist amerikanische Geschichte

Der Zug der Waisen: Roman - Anne M. Fröhlich, Christina Baker Kline

Inhaltsangabe

New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisenkindern wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch nur die wenigsten erwartet ein liebevolles Heim. Stattdessen müssen sie als billige Landarbeiter, Haushaltshilfen oder Näherinnen harte Knochenarbeit leisten. Auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor, bis es ihr nach entbehrungsreichen Jahren endlich gelingt, einen Ort der Geborgenheit zu finden und ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Aber erst Jahrzehnte später vermag sie, durch die überraschende Freundschaft zu einem rebellischen jungen Mädchen, das wie sie seine Eltern verloren hat, das Schweigen zu brechen und wahren Frieden zu finden.

 

 

Meine Meinung 

Zwei Zeiten, zwei Generationen und zwei ähnliche Geschichten. Dies beschreibt die Geschichte um den Zug der Waisen vorerst sehr gut. Aber nur Vivian Daly hat diesen Teil der Geschichte miterlebt. In einer neuen Stadt, verliert sie ihre gesamte Familie und steht vor dem Nichts. Auf Hilfe hoffend, gerät sie an eine Organisation, welche sich Waisenkindern widmet und diese vermittelt. Auch das Wort „vermittelt“ trifft es hier sehr gut. Die Kinder, meist wirklich noch Kleinkinder, mussten sich im Jahre 1929 auf die Reise vom Osten in den Westen Amerikas machen, um eventuell eine neue Familie zu finden. Dies hört sich erst sehr schön an, aber dann hörte Wörter wie „kostenlos“, „Probezeit“ und „zurückschicken“ und dachte nur, dass dies nicht wirklich passiert sein konnte. Aber so ist es. Ein Teil der Geschichte. Vor allem im ersten Teil des Hörbuches wird der Schrecken auf Seiten und auf Kosten der Kinder unheimlich gut rübergebracht und solche Szenen bleiben auf jeden Fall in Erinnerung eines Hörers bzw. Lesers.

Ein Fakt, der mich ganz besonders erschüttert hat, war der Werdegang des Namens Vivian. Denn Vivian ist nicht ihr erster Name und der Weg dorthin war einfach schrecklich, wenn man bedenkt, dass sich mit einem Namen auch eine Persönlichkeit entwickelt.

 

Neben diesem Erzählstrang wird von Susanne Schroeder die Handlung der jugendlichen Molly im Jahre 2011 erzählt. Auch sie sieht sich als Waise und ist mit ihrer aktuellen Lebenssituation gar nicht zu frieden. Immer wieder bekommt sie zu spüren, dass sie in ihrer Pflegefamilie nicht erwünscht ist. Ein weiterer Punkt, der im Buch behandelt wird, sind ihre Sozialstunden, die sie abzuleisten hat, weil sie einen Diebstahl begangen hat. Auch wenn es eine wunderbare Sache war, die sie sich angeeignet hat. Und genau diese Sozialstunden sind es, die die beiden Generationen um Vivian und Molly zusammenführt.

 

Ich kann im Nachhinein gar nicht sagen, welche der beiden Sprecherinnen mir besser gefallen hat. Sowohl Beate Himmelstoß in Bezug auf Vivian, als auch Susanne Schroeder in Bezug auf Molly passten einfach sehr gut. Beide Sprechstimmen waren unheimlich angenehm.

 

Steht zu Beginn des Hörbuches die Geschichte um Vivian in der Vergangenheit doch sehr im Fokus, nimmt dieses im Verlauf nach und nach an Intensität ab. Die Autorin nimmt uns mit und fügt beide Leben nach und nach zusammen und diese Entwicklung und der Werdegang an sich waren sehr schön zu verfolgen.

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Wie die meisten Bücher, welche auf zwei Zeitebenen spielen, wechseln auch hier die Erzählstränge. Verwirrend beim Hören war nur, dass wenn sich die Geschichte im Jahre 2011 abspielte, es mehrere Male die Überschrift 2011 gab, so dass man immer kurz überlegen musste, ob es gerade einen Wechsel in der Zeitebene gab oder nicht. Dieser Punkt wurde wahrscheinlich eingefügt, um die einzelnen Kapitel in der jeweiligen Ebene nicht zu lang zu gestalten. Gewöhnungsbedürftig.

 

Ein weiterer Punkt, sind die Emotionen. Die erste Hälfte fesselte den Leser wirklich an die Geschichte. Da die komplette Lebensgeschichte von Vivian erzählt wird, kann dies nicht konstant aufrecht gehalten werden, aber vor allem ihre späteren Lebensjahre erschienen mir sehr emotionslos. Es wurde nur noch als Abhandlung von Ereignissen erzählt und ich hatte als Hörer Schwierigkeiten mich so schnell auf die verschiedenen Lebenssituationen einzulassen.

 

Mein Fazit

Egal ob hörend oder lesend, diese Geschichte kann ich jedem ans Herz legen. Vor allem den Hörern und Lesern, welche es wie ich nicht fassen können, dass es die „Orphan Trains“ wirklich gab. Dieses Buch vereint Vergangenheit und Gegenwart sehr gut und ist historisch gesehen sehr gut recherchiert.

Alles was das Herz begehrt

Das Strunz-Low-Carb-Kochbuch: Über 150 Rezepte: mediterran, asiatisch, urban und Landlust pur - Ulrich Strunz

Inhaltsangabe

Low Carb und Genuss gehören zusammen! Mit diesem opulenten Kochbuch zeigt der Bestsellerautor Dr. med. Ulrich Strunz, dass es ein Leichtes ist, sich gesund und fit zu halten. Essen à la Strunz bedeutet: überflüssige Kohlenhydrate streichen, dafür auf hochwertiges Eiweiß und knackfrische Vitalstoffe setzen – kurz, sich genetisch korrekt ernähren. Klingt einfach, ist lecker! Eine moderne Küche mit vielen vegetarischen und auch veganen Rezepten – von mediterran bis asiatisch, von urban bis „Landlust". Aufwändig fotografiert, verführerisch gestaltet: über 150 unkomplizierte Forever-Young-Gerichte für jeden Geschmack.

 

Meine Meinung 

Immer mal wieder mache ich mich auf die Suche nach neuen Rezepten, die gesund sind, aber auch schmecken müssen. Generell halte ich bevorzugt Ausschau nach Kochbüchern zu den Themen Low Carb und Clean Eating.

Beide Ernährungsformen habe ich in meinen Alltag integriert, ich kann also nicht sagen, dass ich mich streng nach einer Form ernähre. Nein! Bei mir gibt es auch mal Ausnahmen.

 

Mit seinem neuen Buch hat mich Dr. med. Ulrich Strunz gleich neugierig gemacht. Das Cover mit seiner hellblauen Farbe fiel mir sofort ins Auge und irgendwie entführte es mich in Gedanken gleich in den Sommer.

Nachdem die Optik stimmt, ist mir bei solchen Büchern das Inhaltsverzeichnis sehr wichtig. Die Überschriften wählte der Autor sehr speziell und anders, aber dies ist auf keinen Fall schlecht. Als kleines Beispiel. Hier wird nicht nur Frühstück als Überschrift verwendet, sondern „Lecker & Leicht: Hallo wach!“. Vor allem beim zweiten Durchstöbern gefallen mir die einzelnen Kategorien sehr.

Einen kleinen Theorieteil bringt dieses Buch mit sich, aber dieser reicht mir persönlich auch völlig aus.

 

Das Cover verrät bereits, dass dieses Buch 150 Rezepte beinhaltet und ich habe wirklich mal nachgezählt und sogar 153 Rezepte gezählt. Also dieses Buch hat wirklich einiges zu bieten. Ebenfalls wird die Vielfalt der Rezepte direkt auf der Buchfront erwähnt. Viele Kategorien unterteilen sich nochmals in die Unterkategorien: Mediterran, Landlust, Asiatisch und Urban.

Hier ist wirklich alles drin:

Survival- Rezepte

Frühstück

Suppen

Leichte Gerichte

Warme Gerichte

Süßes

 

Viele Rezepte sind bildlich in Szene gesetzt wurden. Die Bilder sind sehr ansprechend und machen einfach Lust sofort drauf loszulegen. Viele Leser interessiert immer die Zutatenliste bei den einzelnen Rezepten. Diese sind hier mal kürzer, mal länger, aber ich finde sie ok und vor allem sind wenig außergewöhnliche Sachen dabei, welche bei vielen immer eine wirtschaftliche Rolle spielen. Die Zubereitung ist meist in maximal 4 Schritten beschrieben, das heißt man geht von vornherein sehr motiviert an die Rezepte heran, da sehr viele wenig Zeit im Kochen bzw. Vorbereiten benötigen.

 

Da es in diesem Buch um Low Carb geht, sind natürlich sehr viele Rezepte mit wenigen Kohlenhydraten enthalten. Alle Gerichte, die weniger als 10g KH enthalten wurden im Buch mit einem NO CARB- Stempel versehen, so weiß man auf einem Blick sofort Bescheid. Für die, die ihre KH am Tag zählen ein absoluter Vorteil. Aber auch unter jedem Rezept findet man eine genaue Angabe zu KH- und Eiweißgehalt.

Eine weitere Zielgruppe, die in dem Buch erreicht wird, sind Vegetarier und Veganer. Am Ende des Buches sind die jeweilig zugehörigen Rezepte notiert, dies hilft beim Suchen ungemein.

Ebenfalls am Ende des Buches kann man als Leser in tabellarischer Form mehr über den Kohlenhydratgehalt einzelner Lebensmittel erfahren.

 

Meine Highlights des Buches sind auf jeden Fall die Survival- Rezepte, mit einigen Varianten von Energy-Balls und –riegeln, sowie Chips und Bonbons. Es sind einfach diese schnellen Problemlöser, welche den Heißhunger vertreiben und super zum Vorbereiten sind. Sowie auch die süßen Speisen am Ende. Eigentlich bin ich nicht so die Naschkatze, aber die ausgewählten Rezepte sind einfach SUPER, so dass ich mich gerne nur von diesen ernähren würde.

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Einziges kleines Manko ist, dass das Buch mit Low Carb ausgeschrieben ist, sich aber dennoch sehr viele NO CARB (unter 10g KH) im Buch befinden. Auch ich habe eine Zeit lang No Carb gelebt, komme aber mit Low Carb verdauungstechnisch viel besser zurecht.

 

Mein Fazit

Dieses Buch ist sein Geld auf jeden Fall wert. Egal ob Einsteiger oder alter Hase beim Thema Low Carb, hier findet wirklich jeder etwas nach seinem Geschmack. Einige Rezepte habe ich bereits praktisch umgesetzt, aber es ist absolut noch kein Land in Sicht und ich möchte noch sehr viel ausprobieren und kosten.

Interessantes Thema, schwache Charaktere

Das verlorene Medaillon: Roman - Ellen Marie Wiseman, Claudia Franz

Inhaltsangabe

Eine ergreifende Geschichte über den Sieg von Liebe und Mut über Unrecht und Gier

Angesichts des Elends, das in der Bergarbeiterstadt Coal River herrscht, ist Emma Malloy fassungslos. Selbst Waise, geht ihr besonders das Schicksal der Kinder zu Herzen, die halb verhungert und unter Lebensgefahr in den Kohlenminen schuften müssen. Gegen den Willen ihrer wohlhabenden Verwandten, bei denen Emma seit dem Tod ihrer Eltern lebt, verteilt sie heimlich Nahrungsmittel an die Ärmsten und bringt den Kindern Lesen und Schreiben bei. Eines Tages trifft sie dabei auf den Arbeiter Clayton Nash, der sie vor der Kohlekompanie warnt, denn die duldet keine Einmischung...

 

 

Meine Meinung 

Nachdem das erste Buch der Autorin … mir sehr gut gefallen hatte, war es für mich selbstverständlich auch das neue Buch von Ellen Marie Wiseman zu lesen.

 

Emma Malloy, muss als Waise nach dem Tod ihrer Familie zurück in die verhasste Stadt Coal River, um bei ihrer Tante und deren Familie zu lesen. Mit Coal River verbindet die 19-jährige Emma nur Schrecken. Vor 9 Jahren kam ihr kleiner Bruder ums Leben und auch von der Menschlichkeit ihres Onkels und Cousins ist sie absolut nicht überzeugt. Dennoch bleibt ihr vorerst nichts anderes übrig.

Sehr schnell merkt man, dass Emma die Zustände in der Stadt unter ganz anderen Augen sieht, als der Rest ihrer schrecklichen Familie. Der Onkel verdient und die Bergarbeiter und deren Familien leben in Not und Leiden.

Emma bekommt sehr schnell mit, dass die Bergarbeitersiedlung von Armut und Sterben überschattet werden. Nur sterben hier keine alten Menschen, sondern Kinder! Dieser Punkt war auch für mich sehr erschreckend und meiner Meinung nach die Thematik, welche beim Leser Emotionen hervorruft.

 

Neben der motivierten Emma, die etwas verändern und bewirken möchte, gibt es in dem Buch sehr wenige Sympathieträger. Auf einige habe ich auf den ersten Seiten wirklich gehofft, aber die Autorin hat den Charakteren eine eher unwichtige Rolle für die Geschichte zugeschrieben.

Der allseits verhasste Clayton Nash, der für die Oberhäupter der Bergarbeiterbranche in Coal River eine große Gefahr darstellt, fällt Emma sofort ins Auge. Denn hinter seinem Ruf steckt anscheinend ein ganz anderer Mann, als erwartet.

 

Die Thematik Kohleabbau schien für mich anfangs gar nicht so relevant zu sein, aber es war im Nachhinein genau das Thema in Verbindung mit der im Buch dargestellten Kinderarbeit, welches mich total begeistern bzw. erschrecken konnte. Ein Punkt in der Geschichte, welcher auf jeden Fall angesprochen werden muss, denn diese Situationen gibt es meiner Meinung nach noch zu Genüge auf unserer Welt. Auch das Bild von der Stadt Coal River, die Atmosphäre in der Bergarbeitersiedlung und die große Not der Menschen konnte Wiseman dem Leser sehr gut vor Augen führen. Mein absolutes Highlight und ich möchte daher auf jeden Fall noch andere Bücher über diese Thematik lesen.

 

Ellen Marie Wiseman beschreibt die Zeit um 1912 wirklich toll. Das Buch liest sich, wie bereits auch ihr Debut in Deutschland sehr flüssig.

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Wie bereits in meiner Überschrift erwähnt, konnte mich dieses Buch lediglich in Hinsicht der Charaktere nicht überzeugen. Ich benötige in jedem Buch einen Charakter, mit dem ich mit fiebern kann und dies war hier einfach nicht der Fall. Bei Emma fehlte es mir an Emotionen. Sie wurde zwar mit einem gewissen Kampfgeist beschrieben, aber sie blieb mir dennoch sehr blass.

Mein persönliches Highlight waren die armen Menschen in der Bergarbeitersiedlung. Hier beschrieb die Autorin die Gefühle und schrecklichen Situationen sehr gut und man konnte als Leser mitfühlen.

 

Ein weiterer Punkt bei diesem Buch, der mir vor allem im Nachhinein überhaupt nicht gefallen hat, ist der Titel des Buches. Hier hätte im Deutschen unbedingt der Originaltitel „Coal River“ beibehalten werden sollen. Der Hinweis auf das Medaillon verwirrt den Leser beim Lesen zusehend, weil es meiner Meinung nach einfach nicht im Fokus steht.

 

Mein Fazit

Dieser Roman bringt für mich ein sehr interessantes und emotionales Thema mit sich, welches berührt und zum Nachdenken anregt. Schreibtechnisch konnte mich die Autorin wieder überzeugen und ich freue mich auf weitere Romane.

Dennoch kann der zweite in Deutschland erschienene Roman vor allem in Hinsicht auf die Charaktere nicht mit dem ersten Buch mithalten. Ich wünsche mir für ein weiteres Buch der Autorin, dass sie dem Leser ein intensiveres Bild der Personen vor Augen führen wird.