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Unterschätze niemals eine Frau

Power Women - Geniale Ideen mutiger Frauen: Was würden sie dir raten? - Andreas Jäger

Inhaltsangabe

In diesem Buch finden sich die wahren Geschichten von 25 Frauen, die alle auf ihre eigene Weise die Welt verändert haben - von den Trung-Schwestern, die vor 2000 Jahren in Vietnam eine Rebellion gegen China anführten, über Katharina die Große, die Kaiserin von Russland wurde, zu der großartigen Malerin Frida Kahlo, der jungen Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai, der engagierten Schauspielerin Emma Watson und Michelle Obama, die eine große Fürsprecherin der Rechte von Frauen und Mädchen ist.

Jede dieser Frauen ist auf ihre Weise beeindruckend, aber ob Naturwissenschaftlerin, Krankenschwester, Schriftstellerin, Rechtsanwältin, Schauspielerin, Umweltschützerin, Fußballerin oder Tierschützerin – eines haben sie alle gemeinsam: Sie waren und sind der Überzeugung, dass Männer und Frauen ebenbürtig sind, und haben sich geweigert, Männern den Lauf der Geschichte zu überlassen. 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch gehört einfach in die Hand jedes jungen Mädchens und auch gerne in jede Hand einer erwachsenen Frau. Mit diesem Werk zeigt uns der Verlag auf, dass es weit mehr als zwei Hände voll Frauen gibt, die zu unserer Geschichte etwas beigetragen haben.

 

Ich bezeichne mich nicht nur gerne als starke und selbstbewusste Frau, sondern bin es auch. In einer Welt, die meiner Meinung nach noch sehr weit von Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männer entfernt ist, sind solche Bücher unheimlich wichtig. Vor allem für die weibliche junge Generation.

Denn schaut man sich den heutigen Alltag einer Jugendlichen an, so fällt auf, dass es nicht nur Jungs sind, die einen erdrücken. Nein! Mobbing, Neid und Hass spielen in unserer modernen Welt für viele Mädchen eine große Rolle.

Zurückzug und ein geringes Selbstbewusstsein sind das Resultat.

 

Dieses Buch zeigt euch, dass Mädchen und Frauen so einiges erreichen können.

Und das Phänomen „unterschätze niemals eine Frau“ zieht sich einmal komplett durch die Weltgeschichte. Im Buch zeigt Kleopatra bereits 69 v. Chr., dass man eine Frau als Herrscherin nicht verkennen sollte.

 

Einige der 25 vorgestellten Frauen, wie zum Beispiel Jeanne D’Arc, Katharina die Große oder Florence Nightingale waren mir bereits bekannt.

„Ich habe keine Angst. Ich wurde geboren, um dies zu tun.“

(Jeanne D’Arc, 1429)

Andere wiederum waren mir noch aus der Schulzeit ein Begriff. Dazu gehören Marie Curie, Virginia Woolf und Rosa Parks.

„Ich wage sogar zu behaupten, dass sich hinter dem >Anonymus<, der so viele Gedichte geschrieben hat, ohne seinen Namen darunterzusetzen, oft eine Frau verbirgt.“

(Virginia Woolf)

 

Absolute neue und unheimlich interessante Informationen bekam ich durch dieses Buch von Ada Lovelace, Amelia Earhart und Junko Tabei.

Diese drei Geschichten machen mich wirklich neugierig auf mehr Literatur über die Damen.

„Du sollst wissen, dass ich mir der Gefahren vollauf bewusst bin.

Ich will es tun, weil ich es tun will.

Frauen müssen versuchen, das Gleiche zu wagen wie Männer.

Wenn sie scheitern, soll ihr Scheitern nur eine Herausforderung für andere sein“

(aus einem Brief von Amelia Earhart)

 

Wie bereits im Klappentext ersichtlich, hatten diese 25 Frauen Erfolg auf die verschiedensten Weisen. Dass hier nicht nur die Politik oder Bürgeraktivisten zählen, ist ein absoluter Pluspunkt. Es werden auch eine Architektin und eine Malerin geehrt.

 

Ein weiteres Highlight sind die einzelnen Illustrationen der Frauen, welche von verschiedenen Illustratoren stammen. So hat man die Frau, über die man liest, gleich vor Augen. Allerdings wurde ich dennoch angespornt auch das Internet nochmal zu einigen Damen zu befragen.

 

Vom Aufbau her erfährt man anfangs wichtige Fakten zur Biografie, im Anschluss befindet sich ein Text zum Wirken der Frauen. Dieser beläuft sich allerdings immer nur auf lediglich eine Seite. Mir war es fast immer ein wenig kurz, aber da dieses Buch unter die Kategorie Kinder- und Jugendbuch fällt, sind diese kurzen, aber informativen Abschnitte auf jeden Fall sinnvoll.

 

Am Ende jeder Vorstellung stellte der Autor verschiedene Fragen in den Raum, welche vor allem junge Frauen in der heutigen Welt beschäftigen und ließ diese Fragen aus der Sicht einer jeden porträtierten Frau beantworten.

Dieser Teil fällt absolut in das Jugendbuch-Genre. Ich konnte mich an meine Schulzeit zurückerinnern, in der mich da einige der Tipps motiviert hätten.

Als Erwachsene steht man mittlerweile über viele der angesprochenen Probleme drüber.

 

Mein Fazit

Für mich ein Buch, welches mich gut unterhalten hat und welches nachwirkt.

Der Beweis dafür, dass nicht nur Männer zu unserer Weltgeschichte etwas beigetragen haben. Dieses Buch sehe ich abschließend eher als Buch für 12- 17- Jährige, aber dennoch konnte es mir auch als Erwachsene einige neue Informationen beschaffen. Ich bin dankbar über jede starke Frau, die ich kenne.

Schenkt euren Füßen mehr Beachtung!

Unfuck your Feet: Das Comeback eines vernachlässigten Körperteils - Marco Montanez

Inhaltsangabe

DAS COMEBACK EINES VERNACHLÄSSIGTEN KÖRPERTEILS

Der Fuß, von den einen geliebt, von den anderen gehasst, aber meistens sträflich vernachlässigt. Damit ist jetzt Schluss! Unfuck your Feet lenkt die Aufmerksamkeit auf unsere Füße und den großen Zeh und führt Sie auf eine unterhaltsame und bilderreiche Reise von der Evolution des zweibeinigen Fußgängers bis zum modernen Turnschuh und den Irrungen und Wirrungen der modernen Orthopädie und ihren Einlagen. Marco Montanez Fußfitness-Konzept Toebility stärkt Ihre Füße und bietet Hilfe bei gängigen Fußproblemen wie Hallux valgus oder Fersensporn. Mit den zahlreichen Übungen in diesem Ratgeber machen Sie Ihre Füße endlich fit und holen sie aus ihrem Schattendasein heraus. 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch habe ich vor geraumer Zeit vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Und ich war wahnsinnig neugierig auf diese Thematik, gerade da ich beruflich sehr viel mit den Füßen eines Menschen arbeite.

Da passte es super, dass ich bei NetGalley zusätzlich auf eine Challenge traf, welche dieses Buch beinhaltete. Ganz schnell habe ich das Buch nun wieder zur Hand genommen, um noch die letzten fehlenden Seiten zu beenden.

 

Und bereits im ersten Kapitel spricht der Autor das an, worum es in diesem Buch geht.

„Kaum ein Körperteil wird so offensichtlich vernachlässigt.“ (S. 13)

 

In insgesamt 38 kurzen und knackigen Kapiteln nimmt sich Marco Montanez den Fuß vor. Ich mag seine Art, wie er den Leser anspricht. Dies macht er sehr persönlich und eindringlich. Er verschönert in keinerlei Hinsicht bestehende Tatsachen und greift Beispiele aus dem Alltag auf, in denen sich mit Sicherheit viele der Leser wiederfinden werden.

 

Wie viele Menschen haben ihren Fuß schon einmal anatomisch betrachtet?

Auch wenn ich als Therapeutin mit der Anatomie des Fußes vertraut bin, war es interessant einmal Zahlen zu sehen. Denn Knochen und Muskeln eines Körperteils habe ich bisher noch nie gezählt.

26 Knochen

33 Gelenke

60 Muskeln

mehr als 100 Bänder

 

Fantastisch und erschreckend zugleich oder?

 

Der Autor nimmt im Buch immer wieder Anlauf, um dem Leser zu verdeutlichen, wie stark wir unsere Füße im Alltag ignorieren. Meines Erachtens brauch ein Mensch solche Bücher, um sich gewisse Themen erstmals näher zu bringen und zum Nachdenken anzuregen.

Fragt auch ihr euch einmal, was eure Füße für euch tun.

Welchen Aufgaben und Funktionen bringen sie mit sich?

Was müssen sie über das gesamte Leben alles aushalten?


„Wir haben vergessen, wie man steht, geht und läuft.“ (S. 26)

 

„Moderne Menschen haben verlernt zu gehen und schuld sind die Schuhe.“ (S. 45)

 

Das Thema Schuhe baut Marco Montanez in die Thematik Joggen ein.

Dieser Punkt spaltet immer wieder die Gemüter.

Ich persönlich finde, dass man diese Sportart sehr gut beherrschen muss, um seiner Physiologie treu zu bleiben. Aus therapeutischer Sicht bin ich allerdings kein Befürworter des Joggings, einfach weil ich der Meinung bin, dass sehr viele Menschen dieses physiologische Laufen nicht beherrschen. Der Autor spricht davon, dass viele Menschen erst einmal wieder lernen sollten, richtig zu stehen.

Damit trifft er es auf den Punkt.

Mir selbst wurden meine Probleme sehr gut vor Augen geführt.

An Laufen denke ich nicht, aber ich werde nun wieder üben physiologisch zu stehen.

 

Besonders erschreckt hat mich ein Beispiel hinsichtlich der Belastung beim Joggen. Wenn man da auf einmal Kilogrammangaben vor sich hat, sitzt man mit großen Augen und einem offenen Mund vor den geschriebenen Zeilen.

 

„Ein Körper ist nur so stark wie sein Fundament.“ (S. 80)

Und unser Fundament sind unsere Füße.

 

Um euch nicht zu viel vorwegzunehmen, möchte ich meine Worte an dieser Stelle sacken lassen. Jeder sollte in sich gehen und überlegen, wie viel Gutes er seinen Füßen tut und auch darüber nachdenken, wie viel Schlechtes wir unserem Fundament zu muten.

 

Da meine Füße selbst ein sehr unphysiologisches Grundgerüst darstellen, habe ich mich sehr über den praktischen Teil im Buch gefreut. Mit einfachen, aber so schwierigen Übungen werde ich mich in Zukunft meiner Fußmotorik widmen.

Es ist erschreckend, was ein Fuß wahrscheinlich einmal konnte und mit der Zeit verlernt hat.

 

Mein Fazit

Ich bedanke mich vielmals für diese Fokussierung auf meine Füße.

Trotz Vorwissen konnte der Autor mich zum Nachdenken anregen und er zeigt mir neue Perspektiven auf, um mich und auch meine Patienten besser zu beraten und zu behandeln. Mit seinem Buch „Unfuck your feet!“ spricht Montanez den Leser direkt an. Sowohl für Laien, als auch Fachleute super verständlich und unbedingt empfehlenswert.

Widmet euch diesen vernachlässigten Körperteilen.

Zwei sehr unterschiedliche Themen perfekt verknüpft

Dreizehn - M.H. Steinmetz

Inhaltsangabe

Detective Sergeant Ethan Ward vom New Scotland Yard wird mit der Aufklärung einer Mordserie in London betraut. Ein mysteriöser Täter verstümmelt auf bizarre Weise arglose Opfer und überzieht ihre Haut mit winzigen Schnitten in Form uralter mystischer Symbole, die einem bestimmten Muster folgen. Er hinterlässt dabei Spuren, die jeder Logik widersprechen.
Zusammen mit der eigenwilligen Graphologin Natascha Horvat verstrickt sich Ward in einem tödlichen Netz aus altägyptischer Mythologie und gefährlichen Geisterbeschwörungen.
Eine Spur führt sie nach Foulness Island zur Courtsend Psychiatrie, in der die Insassen unter dem harten Regime des rätselhaften Doktor Botkin anstelle von Namen Nummern tragen. Besonders Patientin Dreizehn weckt ihr Interesse, denn sie kennt Details zur Mordserie, die sie verdächtig machen. Doch wie kann sie von den Morden wissen, ruhiggestellt von Medikamenten und eingesperrt in eine Gummizelle?
Verbirgt sich hinter ihrer Schizophrenie mehr als nur eine gespaltene Persönlichkeit? 

 

Meine Meinung

Bevor ich mir Bücher selbst kaufe, stelle ich mir immer die Frage, was mich an dem Buch anspricht. Hier war es im ersten Moment die Optik. Die düsteren Farben mit der sehr „sympathisch“ aussehenden Frau konnten mir sofort einen zweiten Blick abgewinnen. Der Titel „Dreizehn“ war so nichtssagend, dass mir absolut nichts anderes übrig blieb, als das Buch umzudrehen und mir den Inhalt ein weniger näher anzuschauen. Beim Lesen stieß ich dann auf Worte wie Mordserie, mystische Symbole, Psychiatrie, Schizophrenie und schon landete dieses Buch von M.H. Steinmetz in meiner „Gekauft-Tasche.“

Das zur Geschichte des Kaufvorganges. Ich denke, da wird es einigen ähnlich gehen.

 

Mit Detective Sergeant Ethan Ward setzt der Autor uns einen Hauptcharakter vor, der einfach sympathisch ist, weil er aus der Rolle fällt. Denkt man beim New Scotland Yard sofort an anzugtragende Männer, so punktet Ward bei mir mit Parka, Cargos und Militärstiefeln.

Nach dem ersten Mord, welcher schon sehr speziell ist, holt Ethan Ward sich die Symbologin Natasha Horvat mit ins Boot. Und DIE konnte mich fast noch besser unterhalten, einfach weil sie noch mehr aus der Reihe fällt.

„Das gelbe Krokodil schwimmt im Fluss.“ (S. 73)

Beide zusammen ergeben ein perfektes Team.

Und weil der Autor hinsichtlich der Charaktere noch einen oben draufsetzen wollte, fügt er noch eine Frau namens „Dreizehn“ in die Geschichte ein.

Sie war für mich in der Geschichte der Joker. In Bezug auf eine Charaktervielfalt und Charakterausarbeitung hätte Steinmetz nicht mehr bieten können.

Völlig orientierungslos erwacht sie in einem dunklen Raum.

Sie trägt eine Zwangsjacke und stellt sich folgende Fragen.

Wo bin ich?

Bin ich ein Patient?

Das Opfer eines Unfalls?

Ist mein Name Jane Doe?

(S. 10)

 

Und was haben diese seltsamen schwarzen Linien auf ihrem gesamten Körper zu bedeuten? An dieser Stelle war ich schon bereit für die Geschichte.

Auf den ersten Seiten wirft der Autor dem Leser so viele Häppchen hin, dass man einfach nur anbeißen kann. Mein Notizzettel überschlug sich mit Fragen und ich war bereit dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

 

Bereits im Klappentext wird erwähnt, dass sie Symbole auf ihrer Haut mit der altägyptischen Mythologie zusammenhängen. Ich bin eine große  Liebhaberin der großen Thematik Mythologie. Dabei gehört die ägyptische nicht zu meinen Liebsten, aber man merkt schon auf den ersten Seiten zu diesem Thema, welche tiefgründige Recherchearbeit der Autor an den Tag gelegt hat.

 

Steinmetz erschafft eine Figur, welche ab dem Zeitpunkt ihrer Erwähnung dauerhaft Horror und Action in die Geschichte brachte.

 

„Ich bin die Herrin des Gemetzels.“ (S. 91)

Diese Todesbotin verfolgt einen Plan und nichts scheint sie auf ihrem Weg aufhalten zu können.

 

„Ich werde euch heimsuchen zur Fahrt in die Hallen der ewigen Verdammnis.“ (S. 184)

 

Als ich beim Lesen bereits des Öfteren ein innerliches Lob an den Autor ausgesprochen habe, kommt er doch tatsächlich noch mit einem Thema um die Ecke, mit dem er mich ja total auf seiner Seite hat. Diejenigen unter euch, die mich schon länger begleiten oder sogar privat ein wenig besser kennen, könnten drauf kommen, welche Materie ich meine. Mehr möchte ich an dieser Stelle zu dieser Überraschung nicht sagen.

Bis zu diesem Punkt im Buch und auch in meiner Rezension scheint es hier um eine Vielzahl von Themen und Charakteren zu gehen. Das kann ich sofort bestätigen, aber Mario Steinmetz schafft es, weit auszuholen, den Leser mit auf die Reise der alles verschlingenden Schlange zu nehmen und dennoch alle Punkte in seiner Geschichte so zu verpacken, dass es stimmig wird.

 

Wer bei diesem Buch Horrorelemente erwartet, der bekommt diese.

Des Weiteren erlebt man das Setting Psychiatrie durch „Dreizehn“ ausgiebig mit.

Das Thema Mythologie setzt der Autor interessant in Szene, ohne dass es unverständlich wirkt. Beim Lesen konnte er mich mit seinen nichtssagenden und im Nachhinein so passenden Kapitelüberschriften fortwährend zum Weiterlesen motivieren. Zu diesem Buch gehört einfach ein Showdown und mich konnte er mitreißen. Die letzte Seite und der anschließende Epilog machen das Buch zu einem Leseerlebnis.

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Lange habe ich über diese kurze Information nachgedacht und mich letztendlich dazu entschlossen, diese hier einzufügen.

Würde ich nur die Geschichte und das Können des Autors bewerten, hätte ich hier absolut nichts zu meckern. In meinen Rezensionen gehe ich allerdings auf das Komplettpaket ein, das heißt, ich bewerte das Buch so, wie es im Handel erhältlich ist und beim Lesen war ich einfach unheimlich enttäuscht vom Lektorat. Dieses lag

nicht im Aufgabenbereich des Autors und dennoch halten viele Leser nun dieses schlecht korrigierte Exemplar in den Händen. Dies zur kurzen Erklärung in Bezug auf meine folgende Bewertung.

 

Mein Fazit

Wer bereits Bücher von Mario Steinmetz gelesen hat, der wird sehr schnell merken, welch Herzblut und Arbeit in diesem Buch steckt. Meiner Meinung nach hat er sich hier an etwas Neues herangetraut und dieses Experiment ist ihm geglückt. Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht gelesen. Das heißt, die Geschichte mit seinen vielen Ideen und den hervorragenden und perfekt auf die Geschichte abgestimmten Figuren konnte mich super unterhalten und wird mir in Erinnerung bleiben.

Trotz meiner kurzen Kritik kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass ihr dieses Buch unbedingt lesen solltet. Es ist anders, aber es ist horrormäßig gut.

Ketchum zeigt zu was Menschen in der Lage sind

Evil - Jack Ketchum

Inhaltsangabe

Die USA in den 50er- Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden, grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf. 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch habe ich über die Jahre schon mehr als einmal gelesen und ich weiß, dass ich es noch viele weitere Male lesen werde. Der zwölfjährige David, welcher in diesem Roman den Ich-Erzähler darstellt, schildert anfänglich das Leben einer amerikanischen Vorstadtidylle im Jahr 1958.

 

„Diese Geschichte ist für dich, Ruth“ (S. 32)

 

Diese Worte vom erwachsenen David stehen allerdings in keinem Fall für eine nett gemeinte Widmung. David erzählt viele Jahre später in welchen Sumpf aus Schrecken und kaum glaubhafter Gewalt er hineingezogen wurde.

 

Jeder, der dieses Buch liest, wird anfänglich merken, dass Jack Ketchum den Leser ganz langsam und sacht an dieses Buch heranführt. Mit kleinen Schritten nähert man sich dem großen Schrecken.

David lebt in einer beschaulichen Nachbarschaft. Da die Beziehung zu seinen Eltern nicht gerade die herzlichste ist, zieht es ihn sehr oft nach nebenan ins Nachbarhaus. Hier lebt Ruth mit ihren drei Söhnen Donnie, Willie und Ralphie. Vor allem mit Donnie verbindet David eine Freundschaft, da beide im gleichen Alter sind. Durch die Beschreibungen aus Davids Sicht wird sehr schnell klar, dass Ruth eine sehr spezielle Erziehung anwendet. Sie hat kein Problem, wenn ihre Söhne Alkohol trinken oder sich mit sexuell basierten Filmen im Fernsehen die Zeit vertreiben. David ist gerne bei der Familie Chandler nebenan, einfach weil alle locker miteinander umgehen und es keine Regeln gibt. Ruth ist weniger eine Erwachsene, eher eine Freundin der Jungs.

 

Eines Tages trifft David auf Meg, welche nach einem Schicksalsschlag mit ihrer kleinen Schwester Susan zu ihrer Tante Ruth ziehen. Von Anfang an ist David fasziniert von Meg, doch schnell wird klar, dass Ruth mit den Mädchen nicht so umgeht, wie es eine Tante tun sollte.

Für die beiden Mädchen war es im Endeffekt das schrecklichste Omen, dass ihre Obhut an ihre Tante Ruth ging. Von nun an verändert sich das Leben aller…

 

Vom Ich-Erzähler bekommt man noch kurze Einblicke in sein Erwachsenenleben. Gescheiterte Ehen, Ängste und Kinderlosigkeit. Und dass er keine Kinder hat, liegt vor allem an dem Wissen, zu was Kinder in der Lage sind.

 

Ab einem gewissen Punkt verändert sich die Atmosphäre im Buch erheblich.

Jack Ketchum setzt einen Punkt hinter der heimischen Vorstadtidylle und nimmt den Leser mit zu einem Setting, welches jeden Leser packen und psychisch belasten wird.

 

Dieses Buch bringt eine fesselnde und schockierende Story mit sich, spricht aber ebenso Themen an, welche weiterhin aktuell sind und mit denen man sich immer wieder auseinandersetzen sollte.

Steckt in jedem etwas Böses?

Aktivität vs. Passivität eines Handelnden.

 

„Ich konnte es nicht mehr mit ansehen und schaute weg.“ (S. 144)

 

Und immer wieder Fragen, wie: zu was wärst du in der Lage?

 

Mit hat der Autor Bilder in mein Gehirn verpflanzt, die ich bereits nach dem ersten Mal lesen nicht mehr vergessen habe. Das wiederholte Lesen bringt mir jedes Mal das Grauen an sich näher.

Im letzten Drittel traut man sich fast gar nicht mehr weiterzublättern.

Wer dieses Buch als leichte Kost an sieht, der ist absolut abgehärtet.

Meiner Meinung nach geschehen hier Dinge, die man einfach verachten muss.

 

„Es gibt Dinge, die erzählt man nicht. Da stirbt man lieber.

Dinge, von denen man weiß, dass man besser gestorben wäre, statt sie zu erleben.

Diese Dinge habe ich erlebt.“ (S. 293)

 

Mein Fazit

Für mich ist und bleibt dieses Werk von Jack Ketchum einfach das Beste.
„Evil“ kann ich ganz klar zu einem meiner Lieblingsbücher zählen.

Und nicht aus dem Grund, weil ich es befürworte, was hier geschieht, sondern weil Ketchum den Leser hier sowas von in der Hand hat. Die Spannungskurze, ich nenne sie auch gern die Kurve des Grauens, fügt er so gekonnt in die Geschichte ein. Die Charakterdarstellungen sind brillant und die sehr detailgetreuen Beschreibungen packen jeden Leser emotional.

Für jeden, der sich traut eine absolute Leseempfehlung.

Bekannter Plot, tolle Umsetzung

Stiefmutter: Roman - Paula Daly, Eva Bonné

Inhaltsangabe

Seit eine Auseinandersetzung mit ihrer Stiefmutter Karen eskalierte, gilt die sechzehnjährige Verity als emotional instabil. Karen ignoriert sie seit dem Vorfall und legt all ihre Aufmerksamkeit auf ihre jüngere Tochter Brontë. Deren Tage sind vollgepackt mit Klavierunterricht und Nachhilfe – was immer es braucht, um sie zu neuen Höchstleistungen zu treiben. Denn Karen lässt nichts außer Perfektion gelten. Eines Tages entschließt Verity impulsiv, ihrer kleinen Schwester eine Auszeit zu gönnen, und geht mit ihr auf den Spielplatz. Doch der Ausflug wird zum Alptraum, als in einem kurzen unbeobachteten Moment Brontë spurlos verschwindet... 

 

Meine Meinung 

Paula Daly ist bereits einigen Lesern als Autorin psychologischer Spannungsthriller bekannt. Für mich war es ein Kennenlernen mit der Autorin, umso gespannter bin ich immer, ob der jeweilige Stil und das Ideenreichtum mich packen können.

 

Im Mittelpunkt dieses Romans steht die Patchworkfamilie Bloom.

Beim Vater Noel wird schnell klar, dass er mit seinem Leben nicht zufrieden ist.

Das Familienleben um seine Frau und den drei Kindern bekommt er als vielarbeitender Arzt nur am Rande mit. Flüchtet er sich doch gern in die Arbeit.

Seine Frau Karen spielt in diesem Buch eine entscheidende Rolle.

Für mich verkörpert sie als Beispiel von „Extremeltern“ die Ursache des nahenden Unheils. Zu ihrem älteren Sohn hat sie eine mehr als emotionslose Beziehung. Ihre zehnjährige Tochter Brontë hingegen, welche das einzige gemeinsame Kind von Noel und Karen ist, vergöttert sie. Und zu guter Letzt lernt man noch die 16-jährige Verity kennen. Nachdem seine erste Ehefrau erkrankte, holte Noel Bloom seine Tochter zu seiner neuen Familie.

 

Allein diese Konstellation verspricht Unheil.

Jeder Leser wird sehr schnell Mitleid mit der kleinen Brontë haben, die von ihrer Mutter weniger gefördert, sondern gedrillt wird. Termine über Termine jagen sie durch ihren Alltag. Für Karen völlig normal, für Brontë Stress pur.

Demnach kann man es Verity nicht verdenken, als sie ihrer Schwester eine kleine Auszeit im Park mit Freunden gönnen will. Und dann war da nur diese kurze Zeitspanne, in der Verity nicht da war und Brontë verschwand.

Als Leser denkt man an dieser Stelle, dass die restlichen Seiten die mysteriöse Kindesentführung behandeln, aber weit gefehlt. Paula Daly überrascht hier mit einer Wende, mit der wohl niemand rechnet.

 

Plötzlich tritt noch ein weiteres Verschwinden in den Fokus und der Strudel zieht die Familie Bloom immer tiefer in einen Sumpf.

Beim Lesen fiel mir auf, dass mich der Schreibstil, der Aufbau des Buches und die erstaunlichen Ereignisse wirklich mitgerissen haben. Auch wenn die Atmosphäre und die Thematik an sich sehr düster wirken, schaffte es die Autorin mit kurzen, knackigen Kapiteln mich an die Story zu fesseln.

 

Ein Charakter, den ich an dieser Stelle nicht missen möchte, ist Detective Joanne Aspinall. Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen, aber diese Frau, welche den Fall um die Entführung zugesprochen wird, war mir von Anfang an sympathisch.

 

Das Ende kam wie erwartet überraschend. Ich hatte beim Lesen eine Vermutung, diese beruhte sich nach guten 400 Seiten mindestens einmal auf jeden vorkommenden Charakter, so dass ich absolut nicht sagen kann: ich habe es gewusst.

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Auch wenn dieser Roman als psychologischer Thriller einzuordnen ist, fehlte es mir gerade beim Thema Extremeltern und die Auswirkungen auf die Kinder an Emotionen. Karens Perspektive konnte die Autorin noch recht gut darstellen, allerdings gingen mit Brontë und Verity zu stark unter. Dies mag gewollt sein, zerstückelt für mich aber die Message des Buches.

 

Mein Fazit

Mit dem Roman „Stiefmutter“ lässt mich die Autorin dennoch zufrieden zurück.

Ich hatte Spaß beim Lesen und wollte diesem Geheimnis unbedingt auf die Spur kommen. Dass Paula Daly den Leser an der Nase herumführt, ist hier solide ausgedrückt. Wie gesagt, es hätte jeder sein können. Den Bogen, den sie am Ende schloss fand ich super.

Dies führt dazu, dass mich die Autorin neugierig auf ihre anderen Werke macht.

Hier erwarte ich mir einen ebendiese Sogwirkung und einem fesselnden Ideenreichtum.

Verwirrend und verstörend

Seht, was ich getan habe: Roman - Sarah Schmidt, Pociao

Inhaltsangabe

Ein ungeklärter Mordfall, der bis heute die Gemüter erhitzt

»Vater ist tot!« Zutiefst verstört starrt Lizzie Borden ihren Vater an, der blutüberströmt auf dem Sofa liegt. Auch ihre Stiefmutter wird tot aufgefunden – ebenfalls hingerichtet mit einer Axt. Eindeutige Spuren sind an jenem schicksalhaften Morgen des 4. August 1892 kaum auszumachen, dafür häufen sich die Fragen. Denn während die Nachbarn in Fall River, Massachusetts, nicht begreifen, wie einer so angesehenen Familie etwas derart Grausames zustoßen kann, erzählen diejenigen, die den Bordens wirklich nahestehen, eine ganz andere Geschichte: von einem jähzornigen Vater, einer boshaften Stiefmutter und zwei vereinsamten Schwestern. Schnell erklärt die Polizei Lizzie zur Hauptverdächtigen, deren Erinnerung jedoch lückenhaft ist. Wo war sie zum Zeitpunkt der Morde? Saß sie wie so oft unter den Birnbäumen und träumte vor sich hin? Oder ist sie doch verantwortlich für diesen Albtraum? 

 

Meine Meinung 

Es war der 4. August 1892 als die 32- jährige Lizzie Borden ihren toten Vater im Wohnzimmer entdeckt. Blutüberströmt liegt er da. Lizzie geht näher, betrachtet seine Leiche, berührt seine blutige Hand. Sie geht langsam und völlig ruhig aus dem Zimmer, schließt die Tür und ruft:

„Schnell! Jemand hat Vater getötet!“ (S. 12)

 

Bereits auf diesen ersten Seiten wird dem Leser durch die eindringlichen Beschreibungen um den Charakter Lizzie Borden klar, dass man es hier mit einer sehr seltsamen Frau zu tun haben.

 

Der historische Name Lizzie Borden und der Fall waren mir natürlich bekannt.

Die Präsenz darum ist meiner Meinung auch heute dank Internet und fachspezifischen Büchern noch immer sehr aktuell.

Allerdings füllte dieser Roman noch einige meiner Lücken zu diesem Fall.

Was wohl ein jeder schon mal gehört oder gelesen hat, ist folgender Abzählreim.

 

Lizzie Borden took an axe
And gave her mother forty whacks.
When she saw what she had done,
She gave her father forty-one

 

Denn im Haus der Bordens wurde an diesem Tag nicht nur eine Leiche entdeckt.

Das Hausmädchen Bridget entdeckt kurze Zeit später im Gästezimmer des Hauses den leblosen Körper von Abby Borden, Lizzie’s Stiefmutter.

 

„Seht, was ich getan habe“ ist der Debütroman der australischen Autorin Sarah Schmidt. In ihrem Roman erzählt sie die Geschichte um den oben genannten Doppelmord aus vier Erzählperspektiven.

Lizzie, 32 Jahre, Tochter des Hauses Borden

Emma, 42 Jahre, ebenfalls Tochter des Hauses Borden

Bridget, 26 Jahre, Hausmädchen der Familie Borden

Benjamin, Bekannter des Onkels der beiden Bordengeschwister

 

Der Roman wird in drei Teile unterteilt und enthält insgesamt 17 Kapitel, welche hauptsächlich den Zeitraum um die Tat behandeln. Als Leser bekommt man sehr viele Einsichten in dem 4. August des Jahres 1892. Aus allen vier Perspektiven beschreibt die Autorin eingehend die Geschehnisse, die Handlungsweisen und die Emotionen einer jeden Figur.

Jedes Kapitel ist durch eine optisch sehr ansprechende Überschrift mit Name der Person und einem Datum versehen.

 

Die Autorin schafft es trotz der Verbindung von historischen Fakten und fiktiven Fakten eine sehr authentische Atmosphäre zu erschaffen. Man erhält sehr detaillierte Einblicke in die handelnden Personen. Sie kann sehr bildhaft das Haus der Bordens und das gesamte Umfeld beschreiben. Und sehr eindringlich und gleichzeitig empfand ich die Beschreibungen um die familiären Verbindungen.

Lizzie Borden war mit Sicherheit keine einfache Persönlichkeit, umso spannender fand ich die Beziehung zu ihren Eltern und ihrer älteren Schwester Emma.

Die besondere und gesonderte Rolle in der Familie nahm eindeutig Lizzie ein.

 

„Sie gab mir dasselbe Gefühl wie Vater, ich schämte mich dafür, was ich war: das ewige Kind.“ (Lizzie, S. 277)

 

„Als ich Lizzie ansah, meine sonderbare, fremde Schwester…“ (Emma, S. 343)

 

Da es ein Debüt ist, fiel mir beim Lesen sofort der besondere Schreibstil auf.

Eine meiner Überlegungen dazu war, ob sich die Autorin ihrer Geschichte mit diesem historischen Aspekt angepasst hat oder ob sie diesen Stil auch bei folgenden Werken einbringen wird. Vor allem die Verwendung von personifizierenden Adjektiven ist mir beim Lesen sehr stark ins Auge gefallen. Für mich eine Seltenheit in letzter Zeit und umso bewegender konnte ich mir die einzelnen Personen situativ vorstellen.

 

Der Mordfall der Eheleute Borden konnte nie geklärt werden.

Lizzie Borden wurde zwar angeklagt und am 5.6.1883 begann die Gerichtsverhandlung, allerdings wurde sie freigesprochen. Lediglich von den Anwohnern der Stadt Fall River wurde sie bis an ihr Lebensende verachtet.

Auch Sarah Schmidt lässt in ihrem Roman alles offen.

Dass sie den fiktiven Charakter Benjamin in die Geschichte eingebracht hat, machte es beim Lesen umso spannender und undurchsichtiger.

Beim Lesen fiel mir durch den Wechsel in der Erzählperspektive immer wieder erst im Nachhinein auf, dass die Autorin immer noch denselben Tag beschreibt.

Dass ihr dies möglich war, lag einer sehr guten Recherchearbeit zu Grunde. Dieser Punkt könnte aber bei einigen Lesern auch eine Langatmigkeit hervorrufen. Dazu schreibe ich im unteren Teil noch ein wenig mehr.

 

Positiv zu erwähnen, ist, dass man zum Ende des Buches noch einen kurzen Einblick in das Danach bekommt. Ein Kapitel bespricht die Zeit 13 Jahre nach den Geschehnissen und die letzten Seiten umfassen eine sehr ausführliche Zeitleiste, die es lohnt, durchgelesen zu werden.

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„Seht, was ich getan habe“ kann ich nicht als leichte Lesekost bezeichnen.

Man muss sich auf die Geschichte und den Schreibstil einlassen können.

Auf einer Seite konnten mich die sehr ausführlichen Beschreibungen den Figuren näher bringen, auf der anderen hätte ich mir manchmal einen ständigeren Wechsel der Sichtweisen gewünscht. Zum einen um die Spannung noch ein wenig zu steigern, zum anderen, weil es manchmal doch schwer war, dem erzählenden Charakter über 30 Seiten lang zu folgen.

Diese Einschätzung ist aber subjektiv. Hier sollte sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden.

 

Mein Fazit

Dieser Roman wird mir als sehr bedrückend in Erinnerung bleiben.

Die Autorin setzt hier auf sehr viel kühle Emotionen, die der Fall an sich, aber auch die Charaktere im Buch mit sich bringen. Mit einem sehr speziellen Schreibstil und einer sehr gut recherchierten Geschichte kann sie den Lesern den ungelösten Fall im Hause Borden näherbringen lässt einen jeden mit der Frage zurück, was damals wirklich in Fall River passierte.

Nach diesem eindrücklichen Roman bin ich sehr gespannt, auf weitere Werke der Autorin. Vor allem, ob sie in diesem Genre bleibt oder ob man als nächstes etwas völlig anderes von ihr lesen wird.

 

 

Eine keltische Legende super umgesetzt

Sieben Pfeifer - Christopher Golden, Amber Benson, Bernhard Kleinschmidt

Inhaltsangabe

In alten Legenden heißt es, man höre in stürmischen Nächten manchmal ein seltsames Pfeifen, gefolgt vom Erscheinen riesiger schwarzer Hunde. Aber dies sind keine gewöhnlichen Kreaturen, sondern dämonische Wesen, entfesselt von der wilden Jagd auf verlorene Seelen. Nur selten sieht man mehr als einen von ihnen zur selben Zeit, doch wenn alle sieben gemeinsam erscheinen sollten, sei das Ende der Welt gekommen.

In der malerischen Stadt Kingsbury mitten in Vermont betrauert Rose Kerrigan den Tod ihres Großvaters, eines liebenswürdigen, aber seltsamen alten Mannes. Schon bald wird sie von der Legende der Sieben Pfeifer erfahren, denn die gespenstischen Hunde sind nach Kingsbury gekommen und jagen eine Seele, die man vor ihnen verborgen hat. Zuerst ist es nur einer, doch es werden mehr, je länger sie nicht finden, wonach sie suchen.

Und wenn alle sieben Dämonen zusammenkommen… 

 

Meine Meinung 

Die Novelle „Sieben Pfeifer“ von dem Autorenduo Benson und Golden ordnet sich im Genre Mystery- Horror ein.

 

Als ich vor Erscheinen von dem Titel hörte, hatte ich keinerlei Vermutung, was da inhaltlich auf mich zukommen wird. Christopher Golden‘s Händchen fürs Schreiben und dem Erschaffen einer passenden Atmosphäre kenne ich bereits aus dem Horrorroman „Der Fährmann“, mit dem der Buchheim Verlag sich in der Buchszene etablieren konnte. Nun war ich sehr gespannt auf das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Autorin und Schauspielerin Amber Benson.

 

„Der Tod ist auf der Jagd nach mir, Rose“ (S. 18)

 

Dies sind die Worte des völlig verschreckten Walter Hartung zu seiner Enkeltochter Rose Kerrigan. Walter lebt in einem Pflegeheim in Kingsbury und als Leser wird schnell klar, dass die beiden Autoren den Leser sofort in die Haupthandlung einführen. Es geht los…

 

Als Rose an diesem Tag das Pflegeheim verlässt und sich auf den Weg zu einem Treffen macht, hört sie dieses Geräusch zum ersten Mal. Sie kann es zuerst kaum in Worte fassen, aber es klingt nach einem Pfeifen.

Parallel hört auch ihr Großvater das Pfeifen, der allerdings eine ganz andere Reaktion zeigt als seine Enkelin.

 

Nach diesem Abend macht Rose eine weitere seltsame Entdeckung.

Von der Hütte ihrer Eltern aus sieht sie einen silbernen Hirsch und hört wieder dieses Pfeifen. Was hat das alles nur zu bedeuten. Plötzlich schlägt Lucy, der Hund ihrer Eltern, auf etwas an. Folgen tut ein schreckliches Szenarium, welches Rose nicht mehr loslässt.

 

Im Mittelteil der Haupthandlung konnte das Duo mit einer Auflockerung der Rahmenhandlung punkten. Nicht nur Rose wird von seltsamen Ereignissen verfolgt, in ganz Kingsbury geschehen den Einwohnern seltsame Dinge. Dass dies in die Geschichte mit eingeflossen ist, machte die ganze Thematik für mich nur umso schauriger.

 

Was es mit diesem Pfeifen auf sich hat, erfährt Rose erstmals häppchenweise von ihrer Großmutter Isobel. Eine keltische Sage besagt, dass es sich bei den Sieben Pfeifern um Unheilsbringer handelt, welche von der Hölle ausgesandt worden sind.

Ein persönlicher Besitz ihres Großvaters lässt Rose weitere Rückschlüsse ziehen, aber schafft sie es, das Rätsel noch rechtzeitig zu lösen?

Vier Pfeifer wurden bereits gesichtet. Sollten alle sieben zusammenkommen, wartet Schreckliches auf sie.

 

Ich hätte niemals damit gerechnet, dass mir Hunde in Kombination mit einem schrillen Pfeifen eine Gänsehaut verschaffen können. Die Covergestaltung vom Illustrator John Howe versetzt den Betrachter und Leser in die gewünschte Stimmung. Man weiß nicht was kommt und die beiden Autoren schaffen es, den gewünschten Höhe- und Wendepunkt in die 165-seitige Novelle perfekt einzuarbeiten. Mich konnten vor allem das provozierte Kopfkino und die Grundidee um die existierende Legende begeistern.

 

Meiner Meinung nach fehlt diesem Buch nichts.

Es bringt einen mysteriösen Start mit sich, einen schaurigen und spannenden Mittelteil und ein alles klärendes Ende mit sich.

Die Autoren beschränken sich auf ein Mindestmaß an Charakteren, welche alle auf ihre Art und Weise zur Geschichte beitragen.

 

Mein Fazit

Wieder einmal erschafft Christopher Golden, hier in Zusammenarbeit mit der Autorin Amber Benson etwas Großes. Über eine wiederholte Kooperation der beiden würde ich mich sehr freuen. Die Chemie passt einfach, dass merkt man beim Lesen, und auch bei dem eingefügten Interview vorab der Geschichte, sofort.

Die Legende um die „Sieben Pfeifer“ wird mir noch lange im Kopf herum schwirren und wieder ist dieses Buch der Beweis dafür, welche tollen Geschichten aus mythologischem Hintergrundwissen entstehen können.

Der Buchheim Verlag hat in dieses Werk wieder sehr viel Herzblut und Arbeit hinein gesteckt und ich freue mich bereits auf das kommende Projekt.

 

 

Lass das Vieh los

Der Hornbrecher: Festa Extrem - Edward Lee

Inhaltsangabe

Dean Lohan hat so einige Probleme. Das schlimmste ist das Zusammenleben mit der hysterischen Schlampe, die er geheiratet hat. 
Doch als sein Vater stirbt, kehrt Dean zurück auf die alte Ranch und steht wieder vor dem Leben, das er hinter sich gelassen hatte – ein Leben voller Sex, Gewalt, Drogen und Vieh…viel Vieh. 
Und dann ergründet Dean die bösen Geheimnisse seiner Familie… 

 

Meine Meinung 

Edward Lee ist ein Autor, der mich begeistert mit seinen abgrundtief grausigen Ideen, welche er in seinen Werken verarbeitet, aber hinsichtlich seiner stilistischen Mittel nicht immer überzeugt.

 

Glasklar ist hier aber, dass er diese perfekte Charakterdarstellung hat. Setze mir 10 Charakterprofile vor die Nase und ich kann dir auf Anhieb sagen, welches Profil von Herrn Lee ist. Diese Hinterwäldlerfiguren sind einfach seins!

 

Von Dean Lohan lernt man im Prolog kurz als Jungen kennen.

Trägt er doch diesen ganz besonderen Titel des Landessiegers im Hornbrechen.

Über das Abbrechen von Hörnern junger Ochsen habe ich mir tatsächlich noch nie Gedanken gemacht, umso mehr Leid konnte ich empfinden.

Aber in DeSmet, South Dakota ist das eine Art Sportart und die Umschreibungen dieser Disziplin, als auch das Setting im Nirgendwo an sich, haben mir super gefallen.

 

Dann lernt man kurz darauf einen ganz anderen Dean kennen.

Dean Lohan ließ DeSmet hinter sich und begann ein komplett neues Leben in Seattle. An seiner Seite ist seine Frau Daphne. Er spricht von Liebe, aber plötzlich sind da diese Tagträume, in denen er Daphne als Schlampe bezeichnet und auch so mit ihr umspringt. Lee spielt hier so gut mit seinen Worten, dass ich das eine und andere Mal ganz schön geschluckt habe, was da abging.

 

Gemeinsam mit seinem ganz speziellen Kumpel Ajax versucht Dean seinen Fantasien auf den Grund zu gehen. Leidet er an einer gespaltenen Persönlichkeitsstörung? Oder kommt einfach sein altes Ich durch?

Der tabakspuckende, bombastisch aussehende Ranch-Dean?

Die Sex-Maschine, der jede Frau in ganz DeSmet von innen gesehen hat?

Edward Lee überrascht mich mit dieser sehr starken Story auf so wenig Raum.

 

In seiner Heimatstadt selbst ereignen sich zur gleichen Zeit sehr seltsame Dinge.

Kinder verschwinden und werden kurze Zeit später tot aufgefunden.

Sie geben ein durchbohrtes und ausgeweidetes Bild ab.

Was treibt dort sein Unwesen?

Zeugen sprechen von einer Schattenfrau.

 

Als Deans Vater verletzt wird, geht kein Weg daran vorbei, dass Dean zurückkehrt.

Ach, er gehört nach DeSmet. Scheiß auf Seattle und Daphne dachte ich mir die ganze Zeit.

Howdy und los geht’s!

 

Wer Edward Lee’s Stil kennt, weiß, dass dieser sich gerne sci-fi-angehauchten Elementen bedient. Da komme ich einfach nicht ran. Dieser Punkt trat hier allerdings nicht zu, sondern ein Fakt, der mein Interessengebiet völlig einnimmt.

Also Lee kann auch mich begeistern. Des Öfteren ist es das Ende, mit dem er mich einfach nicht rumbekommt. Hier besteht das Ende aus Dean Rückkehr nach Seattle. Diese Szene werde ich NIE wieder vergessen. Daphne, Daphne, Daphne…

 

Mein Fazit

Für mich ist „Der Hornbrecher“ ein etwas anderer Lee und dennoch überrascht er mich positiv. Der Autor verpackt eine gewalttätig und sexistische South Dakota- Geschichte auf 208 Seiten und lässt zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen.

Direkt nach Beenden des Buches war ich mir sicher, dass sich meine Bewertung auf 4 Sterne einspielen wird. Aber mit dem Schreiben meiner Rezi merke ich einfach, dass mir echt nichts fehlt. Lee brachte mich zum Erschauern und zum Lachen.

Und ich bin ein DEAN-Fan!

Auch wenn viele ihn als anders betrachten, traut euch!

Punktet mit viel Action und einem Weiterkommen in der Story

Das Lied von Eis und Feuer 04: Die Saat des goldenen Löwen von Martin. George R.R. (2011) Taschenbuch - Martin. George R.R.

Inhaltsangabe

Zwietracht und Verrat herrschen in den Sieben Königslanden, in denen ein Krieg um die Erbfolge entbrannt ist. Dem Tyrannen Joffrey, fast noch ein Kind, gefällt sein Platz auf dem Thron, und er denkt nicht daran, ihn wieder zu räumen. Während er von seiner mächtigen Familie unterstützt wird, sind seine Widersacher heillos zerstritten. Und obgleich Lady Catelyn Stark von Winterfell von einem düsteren Geheimnis um Joffreys Herkunft weiß, fehlen die Beweise, und ihr Versuch, ein Bündnis gegen den Tyrannen zu schmieden, droht endgültig zu scheitern…

 

Meine Meinung

  1. Band 4

(kann Spoiler enthalten!)

 

Auch den vierten Band der Reihe habe ich, wie schon bereits Band 3 gehört.

Weiterhin gefällt mir dieses Medium um die Geschichte von Westeros unheimlich gut. Reinhard Kuhnert passt für mich immer noch wie die Faust aufs Auge zu dieser Geschichte.

 

Meine Vorfreunde auf diese Fortsetzung war riesengroß, da es sich wieder um einen „geraden“ Band handelt, verspricht dies wieder einen Tucken mehr Action.

Dies war bereits beim zweiten Teil der Reihe der Fall.

Im dritten Band konnte man wahrlich spüren, wie sich unheimlich viele Fronten gegeneinander aufgetan haben. Und wie erwartet, kommt es im vierten Band zu einigen spannungsgeladenen Abhandlungen.

 

Weiterhin verfolge ich die Kapitel aus der Sicht des Gnoms Tyrion am liebsten.

Damit hätte ich anfänglich wirklich überhaupt nicht gerechnet, aber mir gefällt seine Raffinesse unheimlich gut. Er schmiedet Pläne, lässt seine Schwester beschatten und versucht seinen regierenden Neffen Joffrey so gut es geht in seinen Handlungen einzudämmen. Und der Autor schafft es immer wieder auch seine weiche, verletzliche Seite aufzuzeigen. Tyrion und die Liebe. Seine Auserwählte Shae passt meines Erachtens sehr gut zu ihm, einfach weil sie ihn respektiert für das was er ist und was er tut.

 

Im meiner Rezension zu Band 3 betonte ich, dass mir der Part um Jon Schnee, die Nachtwache und der verfluchte Wald noch sehr unklar erscheint. In diesem Teil brachte der Autor für mich endlich ein wenig Licht ins Dunkle. Es kommt endlich zu einer Begegnung mit den Wildlingen, den Menschen, die hinter der Mauer leben.

Als Hörer bekommt man an dieser Stelle endlich einen Einblick in die Ziele der beiden Parteien. Jon Schnee erhält von Seiten der Nachtwache einen Befehl, der ungeahnte Folgen mit sich bringt.

Habe ich an dieser Stelle genug von den Herren geschwärmt, ist es eine Frau, die mich neugierig macht. Brienne von Tarth. Tritt sie im Buch zunächst als Mitglied der Königsgarde unter Renly Baratheon auf, geht sie im Verlauf der Geschichte in die Dienste von Catelyn Stark über. Diese beiden Frauen haben Großes vor. Mit Brienne an ihrer Seite möchte Catelyn ihre beiden Töchter aus Königsmund befreien. Der Charakter Brienne macht mich in der Hinsicht neugierig, da der Autor an keiner Stelle erwähnt bzw. ist es bei George R. R. Martin überhaupt nicht abzusehen, ob sie lediglich ein kurzer Nebencharakter ist oder ob sie mich über einen längeren Zeitraum durch die Geschehnisse begleiten wird. Auf jeden Fall tritt hier eine starke Frau in Erscheinung.

 

In diesem Band ein wenig zu sehr in den Hintergrund getreten sind mir die beiden Starktöchter Arya und Sansa. Arya hat es immer noch nicht nach Winterfell geschafft und Sansa graust es, weil ihr wahrscheinlich eine Hochzeit mit dem König Joffrey Baratheon bevorsteht. Aber auch hier ist meine Vermutung, dass der Autor nur mit uns spielt und man von den beiden Mädchen noch einiges erwarten kann.

 

Band 4 endet mit einem Blick auf Winterfell.

„Es war nicht, tot, sondern nur gefallen.

So wie ich, dachte er.

Ich bin auch nicht tot.“

 

Mein Fazit

Die Rezension zu so einer großen Reihe finde ich weiterhin sehr schwer zu schreiben. Band 4 zu rezensieren, kann es meist nicht ganz ausschließen ein wenig von der Story zu verraten. Aber ich gebe mir immer unheimliche Mühe, nicht zu viel zu verraten. Letztendlich möchte ich euch ja motivieren, selbst in die Geschichte abzutauchen. Wer aus Zeitgründen auch gerne zum Medium Hörbuch greift, dem kann ich dieses aus der Produktion von Random House Audio nur empfehlen. Die Reihe geht für mich hörend weiter.

Wie bereits Band 2, bekommt auch dieser die Bestbewertung von mir.

Lasst euch dadurch nicht demotivieren, aber man merkt einfach, dass die Bücher im Deutschen gesplittet wurden.

Hier weiß sich auch eine Kommissarin zu behaupten

Kalte Haut: Thriller - Martin Krist

Inhaltsangabe

Mit einem Schmunzeln streckte der Mann die Hand nach dem Kind aus. Liebevoll strich er ihm übers Haar. »Und tot bist du«, flüsterte er.

Berlin wird von einer Mordserie erschüttert. Der Täter stellt Filme ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie er seine Opfer quält. Dann lockt er Journalisten zu den Leichen. Vieles deutet auf einen Zusammenhang mit den Ausländerhetzkampagnen des Innensenators hin.
Kommissarin Sera Muth und ihr Ermittlungsteam ziehen den Polizeipsychologen Dr. Babicz hinzu. Diesem kommt das Vorgehen des Täters vertraut vor. In den USA hatte er bei der Überführung eines Mörders mitgewirkt, der seine Opfer bei lebendigem Leib häutete. Ist der »Knochenmann« zurück? 

 

Meine Meinung 

Ich kann behaupten, dass ich schon einige Bücher vom Autor gelesen habe.

So fiel es mir natürlich sehr schnell ins Auge, dass in „Kalte Haut“ die Kommissarin Sera Muth, welche ich bereits aus „Märchenwald“ kenne, das ermittelnde Oberhaupt ist. Freut mich, denn ja, auch Frauen können einen Thriller anführen.

 

Der Einstieg in ein Buch ist mir persönlich immer recht wichtig, wenn er ein Statement beinhaltet. Es gibt Prologe, die machen neugierig und regen zum Nachdenken an, aber es gibt auch diese, die einfach nichtssagend sind für die Story. Der erste Eindruck von „Kalte Haut“ gefiel mir super, denn dieses geflüsterte „Und tot bist du“ hat beim Lesen schon etwas ausgelöst.

Aber der Prolog hatte auf mich auch noch eine andere Wirkung, dazu im Verlauf meiner Rezension mehr.

 

Das Polizistenteam um Sera Muth erleben wir zu Beginn in einem Fall, der vor allem für Sera eine persönliche Note mit sich bringt. Eine junge türkische Frau wird niedergestochen. Das Motiv: ihre Beziehung zu einem Deutschen.

Sera Muth, selbst Türkin, konnte ihr Leben so ausrichten, wie sie es wollte und ist nun Kommissarin. Am Tatort wird sie von einer älteren türkischen Frau angeklagt

„Frauen wie du sind schuld“ (Pos. 805)

Sera kann nicht anders, als sich dies zu Herzen zu nehmen.

 

Typisch für die Thriller von Martin Krist ist es, dass er nie nur einen Fall behandelt.

Ob die Fälle am Ende zusammen spielen oder gar nichts miteinander zu tun haben, lässt der Autor bis zum Ende offen. Da habe ich wirklich aufgehört einen Zusammenhang zu finden, denn ich habe noch nie den richtigen Riecher gehabt.

Der angesprochene zweite Fall behandelt die Thematik aus dem Klappentext.

Es geht um eine Entführung, ein Video, auf dem Folterszenen gezeigt werden und der Einsicht, dass der Täter schneller ist, als der Rest.

Bei dem Entführungsfall bringt der Autor eine weitere Frau ins Spiel.

Tania Herzberg, Journalistin, wird zum Tatort gelotst und entdeckt Schreckliches.

Anfänglich habe ich ihr gar nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber da war der Plan von Herrn Krist natürlich ganz anders als meiner.

Schnell zeigt sich, wie gut er den Leser wieder bei der Stange halten kann.

 

Kapitel für Kapitel zog er mich tiefer in die Story hinein.

Mein Brainstorming war wieder in vollem Gange und dann brach es auch wieder komplett zusammen. Denn ganz großes Kopfzerbrechen machte mir der zum Fall hinzugezogene Polizeipsychologe Dr. Robert Babicz.

Hier war schnell klar, dass das die Figur mit den Geheimnissen ist.

Wirklich nur stückchenweise bringt der Autor hier Licht ins Dunkle.

Der Bezug zu seinen toten Eltern, sein Bruder, der ständig auftaucht und aufzeigt, welch komisches Geschwisterverhältnis die beiden haben.

Vor vier Jahren verließ Babicz aus privaten Gründen schlagartig Berlin.

Nun ist er zurück und viele Fragen mit ihm.

 

Die Frage, welche ich mir beim Lesen am häufigsten gestellt habe, war

WER IST DAS EIGENTLICHE OPFER IN DEM BUCH?

 

Ein Punkt, den ich in all meinen Rezensionen immer wieder als positiv bezeichne, ist der Aufbau und der Stil des Autors. Kurze, knackige Kapitel und jedes endet beinahe mit diesem ganz fiesen Cliffhanger.

Hier passt der Ausspruch „ich lese nur noch ganz schnell ein weiteres Kapitel“ super, denn aus einem werden hier locker zehn bzw. versucht euch erst gar nicht solche Grenzen zu setzen, denn es ist echt schwer, sich daran zu halten.

 

Das Ende war wieder überraschend und nein, auch hier gingen alle Spürnasen nicht an mich. Gekonnt fädelt Krist wieder vieles zusammen, so dass es Sinn und einen in sich abgeschlossenen Thriller ergibt.

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Und nun zum Meckern auf höchstem Niveau.

Hier möchte ich noch ein paar Worte zum am Anfang angesprochenen Prolog loswerden. Ich bleibe dabei, dass ich ihn super fand. Zum Ende des Buches fand ich auch endlich den Zusammenhang zum Einstieg.

Aber gerade diese vier Worte „Und tot bist du“, welche mir zu Beginn einen kleinen Schauer über den Rücken jagten, haben mir im Verlauf der Story tatsächlich gefehlt. Für mich brachte der Einstieg eine gewisse Erwartung, vor allem in Bezug auf die seltsamen Ähnlichkeiten zum Fall des „Knochenmanns“ mit sich.

Soll kurz und knapp heißen, dass ich mit einer Täterperspektive gerechnet habe, welche aber nicht Inhalt des Thrillers war.

 

 

Mein Fazit

Wieder einmal konnte mich der Autor sehr gut unterhalten.

„Kalte Haut“ beinhaltet eine Thematik um Macht und Kontrolle, aber auch viele Themen, welche sich auf die dargestellten Figuren beziehen. Für mich eine super Mischung, um beim Lesen am Ball zu bleiben.

Ein Hoch, dass sich auch Frauen, wie Sera Muth behaupten können. Danke für das kurze Wiedersehen mit Paul Kalkbrenner und ich freue mich, dass sich der Autor nun entschieden hat, seine Werke in einem einheitlichen Design unter die Leser zu bringen. Mich regt es zum Kaufen an!

Leseempfehlung für alle Martin Krist Leser und für die, die es werden wollen, ein super Einstiegsbuch.

Hamburger Trümmermorde 1947

Trümmerkind: Roman - Mechtild Borrmann

Inhaltsangabe

Hamburg 1946/47 - Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel. 
Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47. 
Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.
Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist… 

 

Meine Meinung 

Zu Beginn möchte ich ein paar Worte zum Klappentext loswerden.

Nicht immer lese ich sie, da viele Inhaltsangaben bereits zu viel verraten.

Bei diesem Buch habe ich mir den Klappentext durchgelesen und ich muss sagen, dass er doch ein wenig unpassend wirkt. Ein paar Details sind in der Geschichte einfach anders verwoben worden.

 

Ein Punkt, der mich gleich auf den ersten Seiten überraschte war, dass die Autorin in ein Buch mit knapp 300 Seiten drei Handlungsstränge packt.

Dieses stilistische Mittel hätte Verwirrung stiften können, tat es aber nicht.

Durch den Wechsel der Erzähler und der Jahreszahl konnte Mechtild Borrmann eine gewisse Spannung und Neugierde aufbauen.

Im Buch enthalten ist der Erzählstrang von Clara Anquist im Jahre 1945.

Der Erzählstrang von Hanno Dietz im Jahre 1947.

Und der Part um Anna Meerbaum im Jahre 1992.

 

Im Jahre 1945 begegnet man als Leser der Familie Anquist auf deren Gutshof in der Uckermark. Als Mitglied der NSDAP steht dem Familienoberhaupt Heinricht Anquist seine Grundstücksenteignung bevor. Er will seine Familie und deren Erbe schützen, aber sehr schnell muss er auf seine Tochter Clara Anquist vertrauen.

 

Der kleine Hanno Dietz erzählt seine Geschichte im Nachkriegs-Hamburg.

Nachdem der Vater im Krieg geblieben ist, liegt es an ihm und seiner kleinen Schwester für einen gewissen Lebensstandard zu sorgen. Zusätzlich versucht seine Mutter die Familie mit Näharbeiten über Wasser zu halten. In diesem Strang wird die Geschichte einer Familie erzählt, welche am Existenzminimum lebt. Aber die Familie Dietz kämpft und das macht sie sympathisch. Eines Tages macht Hanno in den Trümmern der Stadt eine schreckliche Entdeckung, die ihn seines Lebtages nicht mehr loslässt. Schnell wendet er sich ab und entdeckt einen kleinen Jungen bei seiner Schwester. Sie nehmen ihn mit nach Hause und Agnes Dietz kann nicht anders, als den kleinen Jungen bei sich aufzunehmen.

 

Und in der Gegenwart macht sich Anna Meerbaum 1992 auf der Suche nach der Vergangenheit ihrer Mutter Clara Meerbaum, geborene Anquist. Sehr schnell schließt sich hier also der Bogen und ich war sehr gespannt, ob man durch diese Suche mehr über den Strang im Jahre 1945 erfährt. Sogleich war vor allem meine Neugierde um den Verbleib der Familie Anquist entfacht.

Wie die Geschichte um Familie Dietz ins Bild passte, blieb ein wenig länger im Unklaren. Allerdings hatte ich auch hier sehr schnell eine Vermutung.

 

Die Autorin Mechtild Borrmann schickt den Leser hier also auf eine Reise in die Vergangenheit, in der es einige Geheimnisse zu geben scheint. Die einzelnen Handlungsstränge wurden meiner Meinung nach durch einen tollen Schreibstil und einem gelungenen Aufbau des Buches miteinander verbunden.

 

Das Ende, welchem ich von Anfang an entgegengefiebert habe, kam nicht ganz überraschend, aber es passt zur Geschichte. Denn man sollte nicht vergessen, dass es sich hier um einen Kriminalroman, nicht um einen Thriller handelt.

 

Ein besonderer Punkt ist für mich immer nach Nachwort. Hier hörte ich zum ersten Mal von den tatsächlich geschehenen Trümmermorden in Hamburg. Die Autorin nahm den Tatsachenbericht als Grundlage für ihr Buch und fügte es durch eine fiktive Geschichte zusammen.

 

Als Fazit bin ich dankbar über dieses Buch. Es greift eine Thematik auf, welche es nun einmal gab. Der Schrecken und die Nachwehen des Zweiten Weltkrieges waren da und die Autorin nimmt in vielerlei Hinsicht Bezug zu dieser schwierigen Zeit. Ob es das Thema Armut, Enteignung oder Familientrennung ist, dieses Buch ist themenspezifisch sehr kompakt. Und es zeigt, was Menschen in schwierigen Zeiten in der Lage sind zu tun.

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Im letzten Drittel des Buches wurde mit ein Thema allerdings zu schnell abgearbeitet. Es kam überraschend, wurde für meinen Geschmack aber zu schnell abgehandelt, so dass es sehr kühl und emotionslos wirkte. Für die Geschichte hätte ich mir an dieser Stelle ausführlichere Beschreibungen gewünscht. Dies mag Geschmackssache sein, aber im Nachhinein hätten es gerne 50 Seiten mehr sein dürfen.

 

Mein Fazit

Ein Buch, welches ich nicht missen möchte.

In „Trümmerkind“ wird um eine Tatsache eine spannende Geschichte erfunden.

Vor allem der stete Wechsel der Erzählstränge brachte zu keinem Zeitpunkt Längen in die Geschichte.

Für alle historisch Interessierten kann ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen.

Schneeweiß

Wie Wölfe im Winter - Tyrell Johnson

Inhaltsangabe

Die Welt, wie Lynn sie kannte, existiert nicht mehr, seit ein Grippevirus einen Großteil der Menschheit ausgelöscht hat. Mit ihrer Familie kämpft sie im eisigen Yukon ums Überleben. Jahrelang haben sie keinen Kontakt zum Rest der Welt gehabt, bis plötzlich ein Fremder erscheint. Er wird verfolgt, und sie nehmen ihn bei sich auf. Doch in dieser neuen Welt ohne Nahrung, ohne Regeln und ohne Moral bringen sich Lynn und die anderen damit in Lebensgefahr … 

 

Meine Meinung 

Bei diesem Buch weiß ich auf Anhieb gar nicht, wo ich anfangen soll.

Nun gut, das Offensichtliche zuerst. Der Titel gefällt mir unheimlich gut.

In meinen Notizen setze ich ein großes Ausrufezeichen für Titel des Jahres 2018.

WWIW – Wie Wölfe Im Winter.

Sieht doch schon wahnsinnig toll aus oder?

 

Dann haben die Personen hinter der Covergestaltung meiner Meinung nach ganz große Arbeit geleistet. Wer den Winter und schlichte, aber aussagekräftige Titelbilder mag, kommt an diesem Schmuckstück absolut nicht vorbei.

Klare Farben, eine passende, einfach, groß dargestellte Schriftart und Lynn als i- Tüpfelchen im Wort Winter.

 

Zum Genre ist zusagen, dass ich gar nicht so oft Endzeitromane lese.

Im Nachhinein mag ich fast sagen, dass dies für dieses Buch ein großer Vorteil war. Denn es hat mich dementsprechend positiv überrascht und fesseln können.

Hatte ich anfänglich noch Angst vor einem Zombieeinschub (mit denen kann ich nämlich nicht viel anfangen), wusste ich doch recht schnell, dass der Autor in eine andere Richtung geht.

Tyrell Johnson infiziert uns Leser mit einem tödlichen Grippevirus und es bleibt bei diesem. Keine wandelnden Untoten und so weiter.

 

Hinsichtlich handelnder Figuren in der Geschichte beschränkt der Autor sich auf eine kleine Gruppe. Das fand ich gut, denn der Roman wird von einer sehr ruhigen Atmosphäre durchzogen. Unruhe durch eine Vielzahl von Personen hätte diese Stimmung nur zerstört.

Der Hauptkreis besteht aus der 23-jährigen Lynn, ihrer Mutter, ihrem Bruder Ken, ihrem Onkel Jeryl und dessen Ziehsohn Ramsay.

Diese Konstellation tritt in der Geschichte nach dem Ende der Menschheit auf.

Der Großteil der Menschheit hatte keine Chance dem Virus zu entkommen.

Auch Lynn’s Vater erlag den Symptomen, woraufhin seine Familie von Eagle in Alaska nach Yukon im Nordwesten Kanadas flüchtete. Das Leben der fünf besteht aus dem Ziel des Überlebens. Der dominierende Winter, die Unmassen an Schnee und die Kälte machen dies zu keinem leichten Unterfangen.

Bereits damals in Chicago wurden Lynn und Ken von ihrem Vater im Umfang mit Pfeil und Bogen und Angeln unterrichtet. Als wenn der Vater darauf bedacht war, dass seine Kinder durchs Leben kommen.

Besonders gefallen haben mir die relativ vielen Szenen um Lynn, in denen sie auf Jagd geht, Fallen baut und die erlegten Tiere zerlegt, um der Gruppe Fleisch bringen.

 

Als Lynn eines Tages einem Fremden namens Jax begegnet, ahnt die Gruppe noch nicht, dass ihr bisheriges Leben eine Wende nehmen wird. An seiner Seite hat Jax einen sibirischen Husky namens Wolf, der mein heimlicher Held in der Geschichte ist. Jax ist auf der Flucht.

Auf der Flucht vor dem Virus und vor einer Organisation namens Immunity.

 

Dass es Lynn’s Vater ist, der als Biologe die Verbindung zu Immunity darstellt, kristallisiert sich schnell heraus, dennoch mochte ich, wie Tyrell Johnson die kurzen Rückblenden in die Vergangenheit eingebaut hat. Die Übergänge sind vor allem thematisch sehr gut gewählt.

 

Vermittelt Lynn dem Leser am Anfang noch den riesigen Verzicht, den sie in sich spürt. Die Protagonistin vermisst nicht nur ihren Vater unheimlich, nein. Auch Dinge wie „Schokolade, Comics,(…), Autos, Flugzeuge, Busse, (…), die Regierung“ (S. 64) gibt es nicht mehr. Am Anfang habe ich mir über diese Kenntnisse einige Gedanken gemacht und war umso überraschter als ich das Buch nach 350 gelesenen Seiten zuschlug und einen ganz anderen Grundgedanken im Kopf hatte.

Die Message, die der Autor auf der letzten Seite vermittelt, machte das Buch dann zu etwas Besonderem für mich. Denn es liegen wahre Worte darin, auch wenn es sich hier um einen Endzeitroman handelt.

 

Welches Unheil Jax und die Organisation Immunity mit sich bringen bleibt geheim.

Entscheidend für euch als Leser ist, dass es einige Actionszenen gibt, in denen mich die Figuren vor allem mit ihrer Rauheit überzeugen konnten.

 

Mein Fazit

Das Buch glänzt mit einer durchgängig verschneiten, kühlen Atmosphäre, wirkt im Verlauf sehr ruhig und gedämmt und hat es dennoch in sich.

Winterfans kommen hier total auf ihre Kosten.

Mein persönliches Fazit ist, dass sich der Virus mit der Einöde des Schnee’s perfekt zu einem Endzeitroman verbinden ließ. Gerne mehr solcher Geschichten.

Auf mehr von Tyrell Johnson freue ich mich auf jeden Fall!

Verlorene Seelen

Die andere Schwester: Roman - Kristin Hannah, Hedda Pänke

Inhaltsangabe

Seit Jahren haben die Schwestern Claire und Meghann kaum Kontakt. Dann möchte Claire einen Mann heiraten, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt hat. Davor will sie die ältere Meg unbedingt bewahren – ist sie doch selbst zu oft enttäuscht worden, als dass sie noch an Liebe glauben könnte. Ausgerechnet jetzt lernt Meg jemanden kennen, der es wert wäre, ihre Angst vor Nähe zu überwinden. Doch dann droht den Schwestern ein erneuter Verlust, und sie werden gezwungen, sich ihrer schwierigen Vergangenheit zu stellen.

(Quelle: )

 

 

Meine Meinung

Verlorene Seelen

 

Eventuell kommt einigen Lesern die Inhaltsangabe vertraut vor. Das kann sehr gut möglich sein, wenn ihr die alten Werke der Autorin kennt. Dieser Roman wurde nämlich erstmals 2006 unter dem Titel „Wer zu lieben wagt“ veröffentlicht.

 

Aus dem Klappentext des neuaufgelegten Romans von Kristin Hannah, in wunderschöner Optik, geht bereits hervor, dass hier vor allem bei den beiden Schwestern einiges im Argen liegt. Schnell erfährt man, wie unterschiedlich Meghann und Claire sind. Meghann ist Anfang 40, eine erfolgreiche Scheidungsanwältin, lebt in der City von Seattle und hat die Suche nach der großen Liebe schon lang aufgeben.

„Nicht Selbstbefriedigung machte blind, wie ein alter Spruch behauptete, sondern die Liebe.“ (S. 77)

 

Claire hingegen lebt mit ihrer 5-jährigen Tochter Alison bei ihrem Vater in einem Wohnmobilpark. Hier beherrschen die Natur und ein geregelter Tagesablauf das Leben der 35-jährigen. Beim jährlichen Ausflug mit ihrer Highschoolclique trifft Claire auf Bobby und es ist um sie geschehen.

 

Bereits an dieser Stelle im Roman wird klar, dass Claire das Leben genießt und keine Angst vor Eventualitäten hat. Wohin gehend Meg’s Leben von Arbeit und Verzicht geprägt ist. Meg hat Geld ja, aber ihr fehlt das Soziale total.

Was die beiden allerdings verbindet und was zugleich das Geheimnis im Buch darstellt, ist ihre Vergangenheit. Was ist vor ca. 25 Jahren geschehen, dass die beiden Schwestern sich so voneinander entfernt haben? Waren sie als Kinder doch ein Herz und eine Seele.

Schnell teilt Claire ihrer Schwester ihr Vorhaben mit. Sie will schnellstmöglich und ganz schlicht heiraten. Wie vermutet ist Meg skeptisch und macht sich auf den Weg zu Claire, um Bobby unter die Lupe zu nehmen.

 

„Was ich mir von dir wünsche, ist Vertrauen.“ (S. 193)

 

Da bleibt Meg nichts anderes übrig, als ihre Meinung hintenan zu stellen und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Völlig überraschend möchte sie Claire’s Hochzeit sogar organisieren.

 

Dieser Roman konnte mich allerdings nicht nur wegen der Story um die beiden Schwestern gut unterhalten. Die Autorin zeigt uns eine weitere verlorene Seele auf. Joe Wyatt tritt als Aussteiger in dieser Geschichte auf. Vor 3 Jahren kehrte er seiner Heimat den Rücken und ließ alles zurück.

Was geschah damals? Seine Schuldgefühle spürte man zu jedem Zeitpunkt.

Auch er hat mit der Liebe abgeschlossen, bis er in einer Bar auf Meghann trifft.

 

„Ahnungslos hatte sie eine Tür mit der Aufschrift >>unverbindlicher Sex<< geöffnet und fand sich nun in einem Raum voller Möglichkeiten wieder.“ (S. 332)

 

„Es war, als hätte jemand in einem bisher kalten und dunklen Raum ein Licht angezündet.“ (S. 333)

 

Ich habe bereits mehrere Bücher der Autorin gelesen und muss sagen, dass ich von Stil her immer wieder zu ihren Büchern greifen würde. Bereits zwei Mal hat mir die Autorin ein Jahreshighlight beschert. Dazu im unteren Teil ein wenig mehr.

Für viele mag die Geschichte anfänglich nur so dahinplätschern, aber ich weiß, dass mich die Autorin im letzten Drittel der Geschichte immer wieder fesseln kann, so auch hier. Warum? Weil Kristin Hannah dann die große Emotionsschublade aufmacht. Die Frau kann mich einfach zum Weinen bringen, wie keine andere.

 

Auch charakterlich fand ich die Geschichte wieder stark.

Am Anfang dachte ich, dass ich mit Claire durch die Geschichte gehen kann, aber sehr schnell zeigten sich bei ihr Eigenschaften, mit denen ich mich nicht identifizieren kann. So war es Meghann, die mich mit ihrer Entwicklung total begeistern konnte. Hier gab es eine große Gratwanderung und sie ist meine Sympathieträgerin im Roman. Der Platz im meinem Herzen gehört aber wiederum der kleinen Alison. Ich weiß nicht wieso, aber Hannah hat ein Händchen dafür die kleinen Figuren in ihren Büchern ganz groß darzustellen.

 

Mein Fazit

Ich möchte keine großen Töne spucken, aber ich glaube, wer den Stil der Autorin kennt und mag, der wird auch diesen Roman mögen. Für mich war er vor allem wegen dem letzten Drittel wieder ein empfehlenswertes Buch. Der Schreibstil, die Charakterentwicklungen und die große Schublade voller Emotionen, ermutigen mich auch noch die nicht gelesenen Werke der Autorin zu lesen.

Vor allem zu Beginn und in der Mitte der Geschichte hätte ich mir allerdings noch mehr von der Figur Claire erhofft, war sie es doch, die mir den Anfang der Geschichte mit ihrer Art sehr versüßt hat.

Allerdings sollte man sich als Leser auf einen Frauenroman einlassen können, der mit Sachen aufwartet, die nicht immer hundert prozentig realistisch sind.

Für mich war der Lesezeitpunkt perfekt, ich hoffe, dass kann man aus meiner Rezension herauslesen.

 

Revolverheldaugen

Die Rache der Polly McClusky: Roman - Jordan Harper, Conny Lösch

Inhaltsangabe

Polly McClusky ist elf und eigentlich zu alt für den Teddybär, den sie überallhin mitnimmt, als überraschend ihr Vater Nate vor ihr steht. Der ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, um Polly das Leben zu retten. Denn auf Polly ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Nate hat sich im Knast einen mächtigen Feind gemacht: die Gang Aryan Steel hat ihn und seine Familie zu Freiwild erklärt. Nates Exfrau wurde bereits getötet, Polly ist die Nächste auf der Liste. Auf der Flucht durch Kalifornien werden Vater und Tochter zu einem starken Team. Nates Kampftraining macht aus dem schüchternen Mädchen einen selbstbewussten Fighter. Und durch Pollys Scharfsinn halten sie den Vorsprung vor ihren Verfolgern. Bald ist Nate jedes Mittel recht, damit Polly wieder ein Leben ohne Angst führen kann. 

 

Meine Meinung 

Zu Beginn des Romans lernt man als Leser die kleine Polly kennen. Mit ihrem Teddy wirkte sie so unheimlich unschuldig. Zu keinem Moment hätte man an dieser Stelle ahnen können, in welche Richtung der Autor die Geschichte lenken wird.

Polly wächst bei ihrer Mutter und deren neuer Lebenspartner Tom auf.

Ihr leiblicher Vater sitzt seit 5 Jahren im Gefängnis.

Ihre Mutter betont immer wieder die Gemeinsamkeit mit ihrem Vater, ihre stahlblauen Revolverheldenaugen.

 

Nate, Polly‘s Vater macht sich im Gefängnis unterdessen den falschen Mann zum Feind. Crazy Craig ist der Kopf der Gruppierung Aryan Steel.

„Steel forever, forever Steel“ (S. 53)

 Nach einer Auseinandersetzung spricht Crazy Craig einen Hinrichtungsbefehl aus. Nate soll sterben und mit ihm seine Liebsten. Heißt seine Ex- Frau und die gemeinsame Tochter. Nate bleibt nichts anderes übrig als zu fliehen.

Er muss seine Familie beschützen.

 

Und dann entdeckt Polly vor ihrer Schule diese Augen, ihre Augen, die Augen ihres Vaters.

„Bist du ausgebrochen?“ (S. 20)

Mit ihrem Teddy in den Armen steigt sie in ein gestohlenes Auto ein und sie hat noch keine Ahnung, was sie erwarten wird.

 

Währenddessen Nate Polly erklärt, in welcher Gefahr sie steckt, bereitet er sie auf diese Gefahr vor. Nate konfrontiert seine kleine Tochter mit Nahkampftrainingseinheiten. Polly erlernt den Unterschied zwischen Luft abdrücken und Würgen.

Polly verändert sich, sowohl optisch, als auch menschlich.

Die Zeit mit ihrem Vater macht sie erwachsener, aber immer dabei ihr Teddy. Durch ihn verbleibt ein Stück Kindheit bei ihr.

„Das Mädchen sagte gar nichts.

Es hatte einen Teddy im Arm und Mordgier in den Augen.“ (S. 143)

 

Als Leser erlebt man einen Roadtrip mit Vater und Tochter ganz im Stile von Revolverhelden. Die beiden halten sich mit Überfällen über Wasser und haben einen Plan. Erst wenn der Anführer tot ist, werden sie leben können.

Auf ihrer Reise begegnen sie sowohl Feinden, als auch Freunden.

Anfangs dachte ich noch, das arme Mädchen, aber sehr schnell wird klar, dass hinter Polly ein ganz anderer Charakter lauert.

„Hätte nie gedacht, dass das so viel Spaß macht.“ (S. 158)

 

Beim Lesen war ich auf jeden Fall voller Spannung, welche Station die beiden als nächstes bestreiten. Jordan Harper kann auf jeden Fall mit einem sehr bildhaften und leserlichen Schreibstil überzeugen. Aus diesem Grund freut es mich umso mehr, dass der Autor aktuell am Drehbuch zur Verfilmung des Romans arbeitet.

Für mich steht ganz klar fest, dass die Besetzung für mich eine immense Rolle spielen wird. Denn im Buch stehen die beiden Charaktere Polly und Nate ganz klar im Fokus. Eine ganz spezielle Vater- Tochter- Beziehung.

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Im Verlauf des Buches ist schnell klar, was dem Autor mit der Figur Polly im Sinn stand. Im Nachhinein war es mir aber zu wenig Polly. Den Wandel um ihren Charakter mochte ich, wurde aber vor allem im letzten Drittel immer wieder durch die Figur Nate eingedämmt. Dem Ende entgegen stand die Vaterfigur doch zu sehr im Vordergrund. Pollys Szenen wurden immer kürzer und der Action blieb aus. Der Charme der Vater- Tochter- Beziehung ging verloren.

Des Weiteren empfand ich den Charakter Detektiv John Park für die Geschichte an sich überflüssig.

Lediglich das letzte Kapitel machte seinem Titel wieder alle Ehre und ließ mich mit einem Schmunzeln zurück.

 

Mein Fazit

Allen Lesern, die eine schnelllebige Revolverheldenstory suchen, sollten zu diesem Roman greifen. Diese besondere Vater- Tochter- Beziehung bleibt auf jeden Fall in Erinnerung. Die nachträgliche Aussicht auf eine Verfilmung lässt die Geschichte nochmal gut bildhaft in meinem Kopf ablaufen.

Der Name Jordan Harper ist auf jeden Fall notiert und ich freue mich auf mehr von dem Autor.

 

 

Interessant, aber das kann Anna Romer noch besser

Der Schattengarten: Roman - Anna Romer, Roberto de Hollanda, Pociao

Inhaltsangabe

Nach einigen Jahren in London kehrt Lucy Briar wieder nach Melbourne zurück. Sie möchte ein ruhiges Leben führen, doch als ihr Vater Ron einen Unfall hat, holt sie ihre Vergangenheit ein. Lucys Vater bittet sie, in Bitterwood Park, dem mittlerweile halb verfallenen Anwesen der Familie, nach einem alten Fotoalbum zu suchen. Mit Bitterwood verbindet Lucy böse Erinnerungen und düstere Träume, die sie seit ihrer Kindheit quälen. Auf der Suche nach dem Album entdeckt sie schließlich ein schreckliches Geheimnis. Und sie muss sich endlich ihren Dämonen stellen... 

 

Meine Meinung

„Der Schattengarten“ ist für mich der zweite Roman der Autorin Anna Romer.

Vor ein paar Jahren konnte sie mich mit ihrem Debut „Das Rosenholzzimmer“ total begeistern. Demnach war ich sehr gespannt auf diesen Roman.

 

Gleich auf den ersten 100 Seiten zeigt die Autorin durch mehrere Erzähl- und Zeitstränge auf, dass es im Buch nicht nur um die Protagonistin Lucy Briar gehen wird.

 Im Jahr 1931 starten wir in die Geschichte und begegnen Edwin Briar, Lucys Großvater, welcher uns auf den ersten Seiten vor das große Geheimnis dieses Buches stellt.

Lucy selbst kehrt im Jahr 1993 nach Melbourne zurück. In London zurückbleiben tut ihr Verlobter. Man könnte sagen, dass Lucy kalte Füße bekommt und sich in ihre Heimat flüchtet, um nachzudenken. Allerdings wartet hier eine ganz andere Gefühlsangelegenheit auf sie. Mit Lucy erfahren wir ein wenig mehr über das unheimlich schlechte Verhältnis zwischen ihrem Vater und ihrem Großvater Edwin. Als Leser wird schnell klar, dass dieses Zerwürfnis für die geheimnisumwobene Story ebenso von großer Bedeutung ist.

Im dritten Zeitstrang geht es um die kleine Orah, welche nach einem Sturm schiffbrüchig wird, aber als einzige überlebt. Sie wollte eigentlich mit ihrer Mutter von Schottland nach Australien überreisen, um sich auf die Suche nach ihrem Vater zu machen, welcher dem Goldrausch verfallen war. Als Orah von zwei einheimischen Kindern aus dem Wasser gerettet wird, nimmt ihr Leben eine ganz andere Wendung.

 

Hinsichtlich der Charaktere und der verschiedenen Zeitebenen sollte man beim Lesen schon eine gewisse Aufmerksamkeit haben. Ich habe dieses Buch als keines empfunden, welches man mal für 10 Seiten zur Hand nehmen sollte. Ich vermute, dass man dann immer sehr schwer wieder in die Geschichte zurückfindet.

Ich musste vor allem im ersten Drittel sehr konzentriert lesen, um der Geschichte zu folgen.

Wie im Klappentext beschrieben, macht sich Lucy im Verlauf der Geschichte auf die Suche nach der Lösung des großen Familiengeheimnisses. Allerdings wird sie meiner Meinung nach sehr in den Vordergrund gestellt. Die eigentliche Hauptperson war für mich tatsächlich Edwin Briar. Mit ihm nahmen die Geheimnisse im Jahr 1917 seinen Anfang und mit seinem Tod im Mai 1993, nahm er diese mit ins Grab.

Die Handlungsstränge in der Vergangenheit nahmen für mich einen deutlich größeren Part ein, als die Gegenwart um Lucy und ihrer Entscheidungsfindung, was sie sich vom Leben verspricht.

Für mich war die Geschichte schon sehr kompakt, dass ich die Liebesgeschichte um Lucy und ihrer eigenen Vergangenheit gar nicht unbedingt gebraucht hätte.

Sie nahm aber auch keinen allzu großen Teil ein, um der Geschichte zu schaden.

 

Das Buch an sich bringt neben einigen Geheimnissen, auch einige Wendungen mit sich, welche sehr überraschend kamen und einen immer wieder an die Geschichte binden konnten.

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Im Vergleich zu „Das Rosenholzzimmer“ konnte mich die Autorin mit den Beschreibungen zum Land Australien und allgemein zur Umgebung, welche in der Geschichte doch schon eine Rolle spielt, nicht abholen. Ihr Debut war wie Urlaub für mich. Hier geht das australische Flair leider vollkommen an mir vorbei. Wäre das Wort Melbourne nicht gefallen, hätte ich den Beschreibungen gar nicht unbedingt Australien zugeordnet.

 

Des Weiteren konnte mich dieses Mal auch das Cover und der Titel zum Buch nicht begeistern. Um dem Titelbild einen Wiedererkennungswert zuordnen zu können, fehlte es mir hier einfach an bildhaften Beschreibungen. Wieso die Titelwahl auf „Der Schattengarten“ fiel, ist mir leider nicht klar. Das Wort ist mir nicht einmal in der Geschichte bewusst begegnet.

 

Nicht nur Lucys Gefühlswelt, auch ein, zwei Charaktere oder Zeitebenen, welche noch neben den drei oben beschriebenen Zeitebenen spielten, hätte ich ebenso nicht gebraucht, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

 

Mein Fazit

In manchen Romanen vermisst man diese gewissen Details, die eine Geschichte erst richtig rund machen. Anna Romer machte mir die Geschichte um ihren dritten Roman leider zu groß. Sie war zu ausschweifend, so dass man zu viele Einblicke bzw. Blickwinkel auf die eigentliche Thematik hatte. Dennoch war es spannend den Verlauf zu verfolgen und letztendlich das große Geheimnis zu erfahren.

Leider kann dieser Roman nicht an ihr Debut anknüpfen.

Umso gespannter bin ich auf ihren zweiten Roman „Der dunkle Fluss“, welchen ich im April mit ein paar anderen Romer-Fans lesen werde.

Fast perfekt

Die bittere Gabe: Roman - Ellen Marie Wiseman, Sina Hoffmann

Inhaltsangabe

Noch nie im Leben durfte die zehnjährige Lilly ihre Kammer auf Blackwood Manor verlassen. Die Menschen würden bei ihrem Anblick zu Tode erschrecken, so ihre Mutter. Umso erstaunter ist das Mädchen, als sie eines Tages mit in den Zirkus darf. Doch statt eine Vorstellung zu bestaunen, wird Lilly an die Freakshow verkauft und fortan als »Eisprinzessin« ausgestellt. Ihr Schicksal bessert sich erst, als sie entdeckt, wie gut sie mit den Elefanten umgehen kann. Aber erst zwanzig Jahre später wird ihr hartes Los gesühnt... 

 

Meine Meinung 

Für mich ist es bereits der dritte Roman der Autorin. Ellen Marie Wiseman’s Bücher verfolge ich von Anfang an. Dieses Buch wäre kein Coverkauf geworden, da ich mich nicht als Fan von Zirkusgeschäften bezeichnen kann. Ich habe weder etwas für Clowns übrig, noch kann ich die Tiershows ohne Hintergedanken verfolgen.

Bei „die bittere Gabe“ war es eindeutig der Klappentext, der beschloss, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. So ging es gleich am Erscheinungstag in den Buchladen.

 

Im Jahre 1931 lernen wir die zehnjährige Lilly kennen. Schnell wird klar, dass diesem Kind jede Art von Kindheit geraubt wurde. Sie wurde im Haus ihrer Eltern in die Dachkammer verbannt. Seit sie Denken kann verbringt sie ihren Alltag dort oben allein. Liebe bekommt sie vor allem von ihrer kleinen Katze Abby.

Für mich war Abby der Seelentröster, denn von ihren Eltern erfuhr Lilly nur wenig Liebe. Ihre streng gläubige Mutter beharrt darauf, dass Lilly auf dem Dachboden sicher ist. Die Menschheit würde sich vor ihr erschrecken.

Sie solle beten, damit ihr dafür vergeben werden kann.

Ein kleiner Lichtblick mag der Vater sein, der Lilly ab und an ohne das Wissen der Mutter Bücher und Spielzeug mit nach oben bringt.

Diese Situation und das Setting ließen mich stark an ein anderes Buch erinnern, welches mich zutiefst erschüttert hat. „Die Blumen der Nacht“ von V.C. Andrews.

Diesen Punkt finde ich aber absolut nicht schlimm, aber Wiseman motiviert mich nun, diese Reihe nochmal zur Hand zu nehmen.

 

Eines Nachts wird Lilly von ihrer Mutter geweckt. Vorfreude steckt in ihr, vermutet sie darin eine Geburtstagsüberraschung. Aber warum mitten in der Nacht und wo ist ihr Vater? Lilly darf den Dachboden verlassen und wird von ihrer Mutter zu einem nahegelegenen Zirkus geführt. Lillys schreckliche Geschichte nimmt ihren Lauf.

 

Neben Lilly lernen wir im Jahre 1956 eine weitere junge Frau kennen. Julia Blackwood. Sehr schnell fällt der gemeinsame Nachname auf und die Autorin bringt die Lesergedanken ins Rollen. Die 18-jährige lief vor drei Jahren aus ihrem schrecklichen Elternhaus davon. Als der Name Blackwood Manor fällt, ist klar, wer Julias Mutter war. Nach ihrem Ausriss von zu Hause schlägt sich Julia eher schlecht als recht durchs Leben. Als plötzlich ein fremder Mann vor ihr steht und ihr einen Brief überreicht, ändert sich ihr Leben schlagartig. Ich war unheimlich gespannt, wie Ellen Marie Wiseman diese beiden Geschichten zusammenbringen würde.

 

Nicht immer ist es typisch, dass einem als Leser beide Erzählstränge in einem Buch gefallen. Hier konnte man einfach nicht anders. Ich habe die Geschichte um Lilly unheimlich gern gelesen. Dieser Part konnte viele Emotionen bei mir hervorrufen. Julias Part hingegen brachte Spannung in die Geschichte. In welchem Verhältnis steht sie zu Lilly und wird sie das schreckliche Geheimnis der Familie Blackwood aufdecken können?

 

Im Buch begleiten wir die kleine Lilly über 6 Jahre lang. Nachdem sie von ihrer Mutter an den Zirkus verkauft wurde, erlebt sie eine schreckliche Zeit.

Als „Eisprinzessin“ muss sie in einer Freakshow auftreten. Die Autorin setzt uns hier eine Welt vor Augen, die einerseits sehr interessant war, andererseits aber auch aufzeigt, wie böse Menschen sein können.

Die Einblicke in den Zirkus haben mir gefallen. Für Lilly sind die Artisten zu einer kleinen Familie geworden.

 

Besonders berühren konnte mich die Autorin mit Beschreibungen um Tiere. Lilly können wir im Zirkus mit den Elefanten begleiten. Und Julia führt sich nach ihrem Neuanfang an die Arbeit mit Pferden heran. An diesen Stellen zeigte sich der sehr bildhafte Schreibstil der Autorin. Allerdings sollte jedem Leser klar sein, wie in Zirkussen mit Tieren umgegangen wird. Eine Szene hat sich förmlich in meinen Kopf eingebrannt und hat mir die eine oder andere Träne geraubt.

 

Ellen Marie Wiseman erschuf mit diesem Buch eine tolle Geschichte. Zu keinem Zeitpunkt wollte ich diese Story beiseitelegen.

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In meiner Überschrift bezeichnete ich diesen Roman als fast perfekt.

Die Autorin konnte mich nämlich fast durchweg überzeugen und völlig eins werden lassen mit der Geschichte.

Leider konnte sie mich mit dem Ende der Geschichte nicht überzeugen.

Nachdem die vorangegangene Story so gut ausgearbeitet wurde, kam mir die schlussendliche Abhandlung zu abrupt daher. Die Ereignisse überschlugen sich und auch die Zusammenführung der beiden Erzählstränge bekam meiner Meinung zu

wenig Beachtung.

 

Mein Fazit

Auch wenn mich das Ende nicht ganz überzeugen konnte, muss ich euch dieses Buch ans Herz legen. Die Geschichte um Lilly und Julia bringt so viel Leid und Schrecken mit sich, aber auch einige Szenen, welche das Herz jedes Lesers berühren werden. Titel und Cover sind Programm und Ellen Marie Wiseman konnte mich auch beim dritten Buch mit ihrer Grundidee in ihren Bann ziehen und ich freue mich unheimlich auf weitere Geschichten von ihr.