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Ein toller Start in Colorado

Die Perlenschwester: Roman - Die sieben Schwestern 4 - - Lucinda Riley, Sonja Hauser

Inhaltsangabe

Die neue Serie aus der Welt der »Mythos Academy«!

Mit ihrer »Frost«-Reihe begeisterte Jennifer Estep unzählige Fans in Deutschland. Doch ist der Kampf gegen Lokis Schnitter wirklich vorüber? Auf der Mythos Academy in Colorado geschehen besorgniserregende Ereignisse, aber nur wenige erkennen die Zeichen. Rory Forseti ist eine von ihnen. Trotz ihres jungen Alters hat sich die Spartanerin bereits im Kampf gegen Loki bewiesen. Dennoch ist sie eine Außenseiterin an ihrer Schule, denn ihre Eltern waren Schnitter – Verbrecher im Dienste Lokis. Rorys Vorsätze, endlich Freunde zu finden, werden über den Haufen geworfen, als sie Zeugin eines Mordes wird. Und wie sich herausstellt, stecken auch noch Lokis Schergen dahinter! Rory kann nicht zulassen, dass erneut Menschen durch die Schnitter leiden. Als eine Spezialeinheit sie für den Kampf gegen den Feind rekrutiert, gibt es für Rory kein Zurück mehr. 

 

Meine Meinung 

Nie hätte ich damit gerechnet, dass Jennifer Estep mit dieser Grundidee nochmal in die Vollen greifen würde. Nun geht es von der Mythos Academy in North Carolina zu der bereits bekannten Academy in Colorado. Bereits im Buch „Frostfluch“ mochte ich dieses kühle Setting, mit seinen Holzelementen und nordischen Gottheiten sehr gerne.

Absolut gern war ich mit Rory und den Greifen an den Eir-Ruinen.

 

Auch die neue Prota, Rory Forseti kenne ich bereits als Gwens Cousine, der sie bei dem entscheidenden Kampf gegen Loki zur Seite stand.

Anfänglich glich mir dieser Reihenauftakt zu sehr dem Reihenauftakt um Gwen. Rory alias Gwen, Rory’s Tante Rachel nahm die Rolle von Gwen’s Großmutter ein und dann begegnet auch Rory an ihrem ersten Tag nach den Ferien einen mysteriösen und gutaussehenden Jungen.

 

Aber die Autorin ließ diese Gemeinsamkeiten Gott sei Dank im Sand verlaufen. Sobald der Mord passierte und Rory der neuen Gefahr gegenüberstand, konnte man merken, dass Estep einen anderen Weg nimmt.

Toll finde ich die Idee der Spezialeinheit namens Midgard.

Dieses Wort hat in der Mythologie eine tolle Bedeutung und passt perfekt.

 

Natürlich lernen wir durch diese Gruppe neue Schüler und Lehrer kennen.

Team Midgard besteht aus dem Samurai Takeda, dem Wikinger Ian, dem Römer Mateo und der Walküre Zoe. Wie mir bereits der Kreis um Gwen Frost sehr gut gefiel, so konnte ich auch hier gleich jeden Charakter ins Herz schließen. Vor allem Ian, der anfänglich stark gegen Rory ist, hat in diesem Band seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.

 

Die neue Gefahr im Leben der Mythos Academy Schüler ist eine neue Art von Wesen und ein Mann namens Sisyphus. Wer ist er? Wer sind seine Helfer? Schüler dieser Schule? Was will er?

Natürlich sind die überlebenden Schnitter wieder auf der Jagd nach einem Artefakt. Sehr schnell fasst das Team Midgard jemanden ins Auge, der die Verbindung zu Sisyphus darstellen könnte.

 

Und dann kommt Schwung in die Geschichte. Die Bösewichte zeigen sich. Erste Kämpfe werden ausgetragen und es gibt Verletzte und Tote.

 

Am Ende des Buches gibt es sogar ein kleines Wiedersehen mit Gwen.

Allerdings wünsche ich mir für die Fortsetzung der Reihe, dass Rory als Charakter vorherrschend auftritt. Der Auftritt der Heldin Gwen stellte ihre Cousine Rory wieder ein wenig in den Schatten, das fand ich schade.

 

Mein Fazit

Es war mir eine Ehre, wieder an einer Mythos Academy zu sein.

Mir gefällt der Standort in Colorado noch besser und auch Rory und ihr Team Midgard gefallen mir sehr. Für die Folgebände erhoffe ich mir, dass sie sich weiterhin hinsichtlich der Story von der bekannten Reihe entfernt und weiterhin spannende Geschichte, viel Mythologie und Action vorkommen werden.

 

Die kleinen besonderen Dinge

Das Glück an Regentagen - Marissa Stapley, Katharina Naumann

Inhaltsangabe

Wenn Geheimnisse eine Liebe zerstören, kann die Wahrheit sie wieder heilen?
Tausend Inseln unter einem Himmel voller Tropfen. Das ist Maes Heimat, ein kleiner Ort am St. Lorenz Strom. Hier in Alexandria Bay hat Mae nicht nur als Kind ihre Eltern verloren, sondern auch ihre erste große Liebe Gabe. Eines Tages war er einfach verschwunden. Und so ist auch sie gegangen.
Zehn Jahre später: Mae kehrt zurück nach Alexandria Bay, in das Inn ihrer Großeltern, um sich von einer schlimmen Trennung zu erholen. Aber ihre Großeltern haben sich verändert. Geheimnisse werden gelüftet, die ein neues Licht auf Gabes Verschwinden werfen. Lässt sich die Vergangenheit zurückerobern, und damit die Chance auf das Glück?

 

 

Meine Meinung 

Das Cover konnte mich von Anfang an total begeistern und daher werde ich dieses Buch auch nicht aus den Händen geben.

Vielleicht lese ich es in ein paar Jahren ein zweites Mal und empfinde den Inhalt des Buches ganz anders.

 

Aber nun von vorne. Neben dem Cover finde ich den Klappentext unheimlich gut gewählt. Er macht aufgrund der Erwähnung von Geheimnissen neugierig, diese aufzudecken und auch das Setting, Alexandria Bay mit seinen Inseln konnte mich gleich begeistern. Ein weiterer gut gewählter Punkt ist der Erscheinungstermin des Romans. Kann ich immer sehr schwer nachvollziehen, warum im September schon so viele Winter-/Weihnachtsbücher im Buchhandel einziehen, so finde ich, passt „Das Glück an Regentagen“ perfekt in den Herbst. Sowohl Titelbild, als auch Inhalt können diese hübsche Jahreszeit widerspiegeln.

Und dann kommen wir auch schon zu meinem Highlight.

Über jedem Kapitel befindet sich ein Satz, der Dinge nennt, die man an Regentagen tun kann. Im Buch handelt es sich hier um eine Liste, welche Virginia, Mae’s Mutter geschrieben hat.

 

„Tu für jemand anderen etwas Nettes – selbst wenn es nur etwas Kleines ist. Manchmal sind die Menschen traurig, wenn es regnet.“ (S. 100)

 

Mae sollte sich diese Liste immer bei Regentagen vor Augen führen. Dass diese Liste so in den Roman eingearbeitet wurde, finde ich klasse.

 

„Geh spazieren. Im Regen? Unbedingt. Es macht ungeheuren Spaß, im Regen spazieren zu gehen, wenn man aufhört, darüber nachzudenken, dass man nass werden könnte.“ (S. 121)

 

Warum es mein Highlight ist?

Manche Sätze sind zwar eindeutig auf Alexandria Bay und deren Umgebung ausgelegt, aber nicht alle! Und auch ich verkrieche mich bei Regen gern drinnen.

Wieso nicht rausgehen und es genießen?

Einige Punkte möchte ich gerne umsetzen.

Regen, du kannst kommen!

 

„Tanze im Regen.“ (S. 213)

 

Die Grundidee des Buches fand ich gut, aber meiner Meinung nach ging das Buch in eine andere Richtung, als von mir erhofft. Dies mag Geschmackssache sein, daher möchte ich den Inhalt keineswegs schlecht reden.

Mae verliert in jungen Jahren ihre Eltern.

Ihre große Liebe Gabe lässt sich einfach zurück.

Als sie nach 10 Jahren heimkehrt, ist ihr Großvater bei ihrer Großmutter ausgezogen.

Hat sie in der Gegenwart auf weniger Probleme gerechnet, zeigt die Autorin auf, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist. Auch in der Gegenwart heißt es für Mae nicht genießen, sondern kämpfen.

Sie kämpft um die Liebe und um ihre Familie.

 

„Irgendwann wird der Regen aufhören, dass tut er immer. Warte einfach ab, wenn du zu nichts anderem Lust hast. Schau einfach hinaus und warte.“ (S. 291)

 

Der Titel „Das Glück an Regentagen“ fand sich meiner Meinung nach wirklich eher in den Regentagen-Tipps wieder, als in der Geschichte selbst.

Glück spielt schon eine Rolle, aber die Regentage wurden hier eher sinnbildlich für die schlechten Tage im Leben dargestellt.

 

Zum Ende hin konnte mich die Autorin noch mit der Message des Buches zufriedenstellen. Diese Geschichte wird nicht nur erzählt. Hinter der Geschichte steckt einiges an Bedeutung und das finde ich gut. Der Epilog war mir zwar zu weit hergeholt, aber er spricht wahre Worte, über die jeder Leser und jede Leserin ein paar Minuten drüber nachdenken sollte.

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Da ich in meinen Rezensionen auch immer auf die Punkte eingehe, die mir persönlich nicht so gefallen haben, möchte ich das an dieser Stelle tun.

Das Thema Geheimnisse wurde mir von der Autorin zu oberflächlich angekratzt. Auf einiges wurde nur nebenbei eingegangen, andere Sachen wurden für mich viel zu schnell verraten. Gerade den Part um Mae’s Großmutter Lilly fand ich schwach. Da hätte Marissa Stapley viel mehr rausholen können. Vor allem an Emotionen waren mir diese Teile des Buches zu verarmt.

Emotionen kamen für mich in diesem Buch allgemein zu kurz.

Mit Verlusten wurde nicht realitätsnah umgegangen und das fand ich sehr schade.

Dieser nicht nachvollziehbare Umgang mit Gefühlen kann ich sowohl auf Mae, als auch auf ihren Großvater beziehen.

 

Mein Fazit

Das Romandebüt von Marissa Stapley wird mir nicht unbedingt wegen der Story im Gedächtnis bleiben, aber auf jeden Fall bleibt es immer ein traumhaft schöner Anblick und für mich zählen, die kleinen Dinge im Buch. Die Liste „was man an Regentagen tun kann“ hat mein Herz berührt und auch die wichtigen Sätze, die man aus dem Buch am Ende mitnimmt, machen dieses Buch lesenswert.

Hier sollte wohl jeder einen eigenen Versuch wagen und sich sein eigenes Urteil bilden.

Ich würde mich freuen, wenn weitere Bücher der Autorin übersetzt werden.

Fesselnd bis zum Schluss

Schattenbrandung: Thriller Neuerscheinungen 2017 (books2read) - Sascha Lemon

 

Inhaltsangabe

Ein gewaltiges Unwetter fegt über die schottische Küstenstadt Groom hinweg und bringt Unheil über Lenas Familie: Ihre Teenagertocher Jenna verschwindet spurlos, ihr Mann scheint vor rasender Trauer fast blind, und ihr Sohn wird durch die Geschehnisse noch tiefer in einen Strudel aus Sucht und Schuld getrieben. Verzweifelt versucht Lena herauszufinden, wo und mit wem ihre Tochter zuletzt gesehen worden ist. Doch ihre einzige Spur ist ein dunkler Schatten draußen an den sturmumtosten Felsen der Dragonfalls-Bucht.

 

Meine Meinung 

Um diese Frage dreht sich dieses Buch von der ersten bis fast zur letzten Seite.

Wer also bei einem Thriller auf einen gelungenen Spannungsbogen hofft, ist hier sehr gut bedient. Der Autor gab nichts preis und fügte im Verlauf der Geschichte immer neue Rätsel hinzu, die den Leser bis zum Ende im Dunkeln tappen lassen.

 

Neben einem gelungenen, fesselnden Spannungsbogen brauch ein Thriller für mich ein ansprechendes Setting. Schottland während eines Unwetters und eine mysteriösen Bucht waren für mich beim Lesen des Klappentextes schon Ausschlag genug, dieses Buch lesen zu wollen.

 

Einen Hauptcharakter gibt es in diesem Thriller nicht.

Nach meinem Empfinden steht die komplette Familie Kastor, welche von Hamburg nach Schottland ausgewandert ist, im Fokus. Durch den sehr häufigen Perspektivwechsel lernt man jede Figur mit seinen Gedanken und Handlungen nach und nach kennen. Wer hier auf eine glückliche Familie hofft, deren 17-jährige Tochter verschwindet, wird allerdings enttäuscht. Das Familienleben der Kastors steht alles andere, als unter einem guten Stern.

Die Ehe zwischen Lena und Jo Kastor steht auf der Kippe.

Dies erschwert nur die gemeinsame Suche nach Tochter Jenna.

Wieso ist Jenna davongelaufen?

Lag es am Streit mit ihrer Mutter, weil diese ihr eine Party untersagte?

Ist es wegen diesem Typen Todd, den Jenna’s beste Freundin Amy ins Spiel bringt?

 

Mit dem Gedanken, dass sie Jenna schnell aufspüren werden, vermeiden es die Eltern ihrem Sohn über das Verschwinden seiner Schwester zu informieren und beschwören so einen erneuten Familienzwist herauf.

Eric Kastor selbst hat in Edinburgh allerdings seine eigenen Probleme. Ihm wird alles zu viel. Studium, Praktikum, Nebenjob, wie soll er das alles nur unter einen Hut bringen?

 

Dass dieses Buch so sehr auf die einzelnen Charaktergeschichten eingeht, hätte ich nicht vermutet, und dennoch bin ich vollends begeistert. In dieser Familie kann jeder eine Geschichte erzählen. Die einzelnen Probleme fand ich nebenbei sehr realitätsnah und überhaupt nicht aus der Luft gegriffen.

Einerseits ist man gespannt, andererseits macht man sich weiterhin Gedanken über den Verbleib von Jenna.

 

Diese hat einen ganz kurzen Part zu Beginn des Buches. Ich hatte fest damit gerechnet, dass ich bei jedem Umblättern wieder auf ihre Perspektive stoße, aber der Autor lässt den Leser total im Dunkeln, denn es bleibt bei diesem einen kurzen Kapitel aus ihrer Sichtweis und erhöht die Spannung ungemein.

 

Und dann bringt der Autor eine weitere sehr interessante Idee in diese Geschichte ein. Er verbindet die Story um Jenna und ihren Eltern mit einem Unglücksfall vor 20 Jahren. Schaurig, spannend und fesselnd zugleich.

 

Irgendwann geht jedes Buch zu Ende und als Leser erhofft man sich natürlich ein annehmbares, zufriedenstellendes Ende. Sascha Lemon konnte mich auf den letzten Seiten wirklich begeistern. Ich würde so gern aussprechen warum, aber das müsst ihr selbst erfahren. Ich kann es einfach nicht vorweg nehmen.

 

Mein Fazit

Sascha Lemon konnte mich mit seiner spannenden Geschichte um die individuellen Probleme der Familie Kastor und dem Verschwinden deren Tochter Jenna total fesseln. Weil er immer wieder neue Fragen aufwirft und mit einem sehr leserfreundlichen Schreibstil aufwartet, hatte ich keine Chance, dieses Buch aus den Händen zu legen. Ein packender Thriller vor perfekter Kulisse.

Absolute Leseempfehlung!

 

 

 

Ein spannendes Katz- und Mausspiel

Dahmer ist nicht tot: Thriller - Elizabeth Steffen, Edward Lee

Inhaltsangabe

Hat Dahmer seinen eigenen Tod nur vorgetäuscht?

Im Juli 1991 fasste die amerikanische Polizei einen der teuflischsten Serienmörder der Geschichte – den Kannibalen Jeffrey Dahmer. Drei Jahre später wurde er im Gefängnis von einem anderen Insassen erschlagen...
Doch kurz nach dem Begräbnis beginnt eine weitere kannibalistische Mordserie.

 

 

Meine Meinung 

Für dieses Buch haben sich der Horrorautor Edward Lee und die Serienkillerexpertin Elizabeth Steffen zusammengetan. Von vornherein war ich sehr gespannt auf diese Story, da Lee uns doch immer wieder mit seinen übernatürlichen Szenen überrascht. Hier arbeitet er aber mit einer Frau zusammen, die Tatsachen kennt und diese im Buch verarbeitet.

 

Sich als Serienkillerfan zu bezeichnen, ist immer etwas schräg, aber ja, ich finde dieses Thema unheimlich interessant und von mir aus könnten mehrere Bücher mit dieser Grundidee erscheinen. An Serienkiller mangelt es nicht und viele Geschichten lassen sich zu einem spannenden Thriller verarbeiten. So auch diese von Kannibalen Jeffrey Dahmer.

 

Das Buch beginnt im Jahr 1991, J.D. wird geschnappt, inhaftiert und 1994 von einem Mithäftling erschlagen. Bis hier alles ganz logisch und auf realen Fakten basierend. Wie man sich vorstellen kann, wurden und werden Leichen von Serienkillern mit besonderer Hingabe und Obacht obduziert. Die Gehirne werden genauestens untersucht, um bestimmte Merkmale und Auffälligkeiten zu bestimmen. In J.D.‘s Fall übernimmt das Tom. Pathologe und der aktuelle Lover der Ermittlerin Helen Closs. Übel zugerichtet und kaum zu erkennen, steht dennoch aufgrund von Zahnabdrücken und DNA fest, auf dem Leichentisch liegt Jeffrey Dahmer. Er ist tot!

 

Von der Geschichte abheben tun sich immer wieder kursiv geschriebene Parts, welche „vom Jungen aus Bath“ handeln. Wer sich ein wenig mit J.D. auskennt, weiß, dass er dort ein paar Jahre mit seiner Familie gelebt hat.

Wer erzählt diesen Part?

J.D. ist tot?

Ein Nachahmer?

Oder ist Dahmer gar nicht tot?

 

Diese Fragen haben mich fast durch das gesamte Buch begleitet, was ein absoluter Pluspunkt ist. Denn ich bleibe sehr gern im Ungewissen. Beim Lesen ärgert man sich zwar, dass einem der Durchblick fehlt, aber das Autorenduo hat die Story perfekt zum Ende getrieben.

 

Während wir als Leser noch über den Jungen aus Bath rätseln, taucht im Buch eine Leiche auf. Jedoch ist es nicht nur eine Leiche. Ein Mann, homosexuell und es fehlen Partien aus dessen Extremitäten. Kannibalistische Züge.

Kommt uns das nicht bekannt vor?

Auch Helen Closs wird sofort stutzig. Und dann dieser Brief. Unterschrieben mit „Mit freundlichen Grüßen, Jeffrey Dahmer“.

Das kann nicht sein?

Oder doch?!

 

Die Abschnitte, in denen man mehr von Dahmer erfährt, seinen Taten und seinen üblichen Vorgehensweisen, fand ich sehr interessant und diese schreibe ich Elizabeth Steffen zu. Sobald jedoch eine Leiche auftaucht, kann man die Gedanken von Edward Lee herauslesen. Dieser Mix hat mir echt gut gefallen. Man merkt, wie sich beide Autoren in diesem Buch ausgelebt haben.

 

Vor allem die Ungewissheit auch auf Seiten des Lesers, war es, die das Buch hinsichtlich Tempo und Spannung nach vorne getrieben hat.

Man war gewillt weiterzulesen, um endlich ein wenig Licht in dieses wirre Spiel hineinzubringen.

 

Der Showdown war gut. Total überraschend, mit einem zufriedenstellenden Ende.

Dieses Mal ganz ohne typische Edward Lee Merkmale.

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Da das Autorenduo immer wieder Spitzen zu der in psychologischer Behandlung befindlichen Helen anführte, hat es mir am Ende doch an einigen Erklärungen zu ihrer Person gefehlt. Sie ist ein interessanter Charakter, aber das Warum ist sie so wie sie ist, habe ich vermisst.

 

Und auch hinsichtlich Action kann die Mitte des Buches nicht ganz mit dem Anfang und dem Ende mithalten. Lesen tut es sich trotzdem spannend. Also absolut keine langweiligen Parts.

 

Mein Fazit

Mit „Dahmer ist nicht tot“ sprechen die beiden Autoren ein Thema an, welches den Leser ganz schön ins Grübeln und auch ins Schwitzen bringt. Dieses Verwirrspiel, ob er nun tot ist oder doch lebt, fand ich klasse und es hat mich sehr gut unterhalten. Highlight für mich diese auf realen Fakten basierende Grundidee in solch eine Story zu verpacken.

Absolute Leseempfehlung, vor allem für alle Serienkillerfans.

Kleiner Tipp noch an alle Festa-Leser. Dieses Buch kommt super ohne viel Blut und Sex aus.

Das Autorenduo darf sich übrigens gern noch einmal zusammensetzen.

Ein sehr geheimnisvoller Reihenauftakt

Dunkelfall: Die Verlorenen - Robert & Sarah Glas

Inhaltsangabe

Als Liam Weston, ein abgehalfterter Musiker, in einem Gewittersturm die völlig durchnässte und verängstigte Cara findet und ihr Unterschlupf gewährt, kann er nicht ahnen, dass ihre Begegnung sein Leben für immer verändern wird. Verfolgt vom mysteriösen Mann in Blau, treten die beiden eine Flucht ins Ungewisse an, die sie nach Fallen Mountain führt, dem Ort, von dem Liams schlimmste Albträume handeln und an dem er als Kind beinahe sein Leben verlor.

Bald muss er erkennen, dass Caras und seine eigene Vergangenheit eng verknüpft sind und sich ihre Wege nicht per Zufall gekreuzt haben. In einer Welt, in der Magie plötzlich zu Realität wird, sehen sich ein Mann ohne Zukunft und eine Frau ohne Vergangenheit gezwungen, um mehr als nur ihrer beiden Leben zu kämpfen.

 

Meine Meinung

Diesen ersten Roman des Autorenduos Robert und Sarah Glas durfte ich schon vor Erscheinen testlesen und von vornherein war ich sehr gespannt auf diese Geschichte. Ich lese nicht allzu oft im Genre Fantasy, aber verirre mich gern immer mal wieder in andere Welten. Habe ich anfänglich noch versucht der Geschichte mit normalem Verstand zu folgen, wurde mir sehr schnell klar, dass die Autoren hier eine andere, sehr geheimnisvolle Welt erschaffen haben, welche Parallelen zu unserer Welt aufweist und dennoch ganz anders ist.

 

Viele Stichwörter, wie zum Beispiel der Mann in Blau, das verbotene Land oder auch der Ausspruch „Die Narren tanzen im goldenen Licht“ konnten von Anfang an eine spannende Atmosphäre erschaffen. Natürlich hatte ich auch dementsprechend viele Fragen im Kopf während des Lesens, aber die Autoren konnten ein sehr gelungenes Fortlaufen der Story gestalten, welches meiner Meinung nach mit einem steigenden Spannungsbogen einhergehen konnte.

 

Auch die Darstellung der beiden Hauptcharaktere Liam und Cara konnte mich mit dem Wachsen der Geschichte fesseln. Wie im Klappentext bereits erwähnt, führt ein Zufall die beiden zusammen. Der Mann mit der ungewissen Zukunft und die Frau mit der verlorengegangenen Vergangenheit.

Wenn ich mich für einen Part entscheiden müsste, konnte mich Cara’s Geschichte noch ein wenig mehr begeistern. Vor allem zum Ende hin, als sich viele Fäden zusammenspinnen ließen.

Beide haben ihre eigene interessante Geschichte zu erzählen und ich mochte es sehr wohin mich das Autorenpaar geführt hat.

 

Liam stellt sich seiner Vergangenheit, da er für sich keine Zukunft sieht, wenn er sich dieser nicht stellt. Kennt er Cara noch gar nicht lange, ist sie der Grund, der ihn antreibt. Denn Cara will zu ihrem alten Ich zurückfinden. Was ist mit ihr passiert, dass sie sich an nichts erinnern kann? Was hat es mit dem Mann und dem weißen Raum auf sich?

Hier zählt wohl das Motto: zusammen sind wir stark.

Beide stellen sich ihren individuellen Schatten.

 

Neben den gut ausgearbeiteten Charakteren konnte mich auch das Setting begeistern. Meiner Meinung nach konnte mich dieser Punkt auch am meisten in den Bann ziehen. Es wurde düster beschrieben. Eine Welt, die mich aufgrund der Menschen und verschiedener städteähnlicher Konstellationen an unsere Welt erinnerte und dennoch ein völlig anderes Bild in meinem Kopf erschaffen konnte.

 

Lesetechnisch habe ich das Buch zwar im Korrekturmodus gelesen, das heißt es vielen noch einige Korrekturen an, aber ich hatte dennoch keine großen Schwierigkeiten in einen Lesefluss zu kommen. Der Schreibstil und auch die stilistischen Mitteln fand ich völlig angebracht für diese Story. An dieser Stelle bin ich immer wieder begeistert, wie es zwei Personen gelingt an einem Buch zu arbeiten.

Ich kann es mir unheimlich schwer vorstellen, da sich meiner Meinung nach doch zwei verschiedene Stile vermischen. Hier ist es gelungen und bei solchen Werdegängen würde ich zu gerne mal hinter die Kulissen schauen.

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Zu meckern habe ich an dieser Stelle nichts, dennoch bleibe ich meinem Bewertungssystem treu und verbleibe noch etwas verhalten.

Meine Begründung liegt darin, dass ich bei Reihen einen sehr großen Wert darauf lege, dass Autoren einen gelungenen Reihenauftakt spannend fortsetzen. Einige Fragen sind für mich noch nicht geklärt, was bei einer mehrteiligen Reihe positiv ist, aber in einem Folgeband erwarte ich dann weitere Auflösungen, eine fortführende interessante Grundidee und vor allem wieder diese gewisse Atmosphäre.

Einzelne Reihenbücher bewerte ich also einzeln mit Option nach oben.

Ist eine Reihe beendet werde ich diese auch nochmal im Gesamten bewerten.

 

Mein Fazit

In diesem Reihenauftakt von Robert und Sarah Glas macht ihr euch mit Liam und Cara auf eine Reise ins Ungewisse. Verfolgt beide bei der Aufarbeitung ihres bisherigen Lebens, bei dem Herausfinden der vielen Geheimnisse um ihre Person und macht euch bereit auf das was kommen wird.

Für alle Leser, die gerne in fremde Welten abtauchen und gerne Geheimnissen gegenüberstehen, spreche ich hier eine Leseempfehlung sowohl für jugendliche, als auch für erwachsene Leser aus.

Ich bin angetan von der Geschichte und bin sehr gespannt, wie diese Reihe fortgesetzt wird.

Lucinda Riley von einer ganz anderen Seite

Der verbotene Liebesbrief: Roman - Lucinda Riley, Ursula Wulfekamp

Inhaltsangabe

Als der berühmte Schauspieler Sir James Harrison in London stirbt, trauert das ganze Land. Die junge Journalistin Joanna Haslam soll in der Presse von dem großen Ereignis berichten und wohnt der Trauerfeier bei. Wenig später erhält sie von einer alten Dame, die ihr dort begegnet ist, einen Umschlag mit alten Dokumenten – darunter auch einen Liebesbrief voller mysteriöser Andeutungen. Doch wer waren die beiden Liebenden, und in welch dramatischen Umständen waren sie miteinander verstrickt? Joannas Neugier ist geweckt, und sie beginnt zu recherchieren. Noch kann sie nicht ahnen, dass sie sich damit auf eine Mission begibt, die nicht nur äußerst gefährlich ist, sondern auch ihr Herz in Aufruhr versetzt – denn Marcus Harrison, der Enkel von Sir James Harrison, ist ein ebenso charismatischer wie undurchschaubarer Mann...

 

 

Meine Meinung 

Ein ganz großer Teil der Leser kennt und liebt die Romane von Lucinda Riley.

Auch ich zähle mich dazu.

Bisher habe ich Merkmale, wie Familiengeschichten, große Emotionen und die zwei verschiedenen Zeitebenen geliebt. Mit ihrem neu in Deutschland veröffentlichten Roman, „Der verbotene Liebesbrief“, welchen die Autorin bereits im Jahr 2000 schrieb und veröffentlichte, zeigt sie eine andere Seite von sich und ihrem Können.

Ich hätte tatsächlich nicht damit gerechnet, dass die Autorin auch anders schreiben kann, doch in diesem Werk beweist sie es.

 

Lässt der Klappentext noch auf die altbekannten Merkmale schließen, so kommt es doch ganz anders. Denn der Roman ist von vielen krimitechnischen Kennzeichen durchzogen. Dies stellt den Punkt Emotionen zwar in den Hintergrund, aber hebt den Fakt Spannung enorm herauf. Ich war begeistert mit welchem Tempo uns Riley durch dieses Werk treibt. Zu keiner Sekunde hätte ich aufhören wollen zu lesen.

Wer nun denkt, dass es schade um die großen Gefühle ist, welche die Autorin sonst so gezielt in Szene zu setzen weiß, der brauch absolut nicht enttäuscht sein. Die verschiedenen Geheimnisse und die Vielzahl an Charakteren, bringen Verluste und Vereinigungen mit sich, dies bedeutet also auch Emotionen.

 

Joanna war für mich die Protagonistin, weil ihr ziemlich zu Beginn die Aufgabe zu kam, das Geheimnis um diesen mysteriösen Liebesbrief zu lüften.

Waren die Geheimnisse in den bisher erschienen Büchern der Autorin nie leicht zu lösen, stellt Riley ihre Figur Joanna vor eine schwierige Aufgabe, welche nicht nur mit Zeit und Mühe, sondern auch mit großer Gefahr verbunden ist.

 

In diesem Werk gilt es Freundschaften zu erkennen und schätzen zu wissen, aber auch skeptisch zu sein, wer denn nun ein Freund und wer sich als Feind herausstellt. Auch die Liebe ist in den Riley-Romanen kein einfaches Spiel, so auch hier. Sowohl die Prota Joanna, als auch Zoe Harrison, die Enkeltochter des verstorbenen Schauspielers, welcher im Klappentext erwähnt wird, haben es alles andere als leicht, DIE Liebe zu finden.

Ich habe beide auch unheimlich gern auf diesem Weg begleitet.

 

Für mich das absolute Highlight war allerdings der Weg zur Lösung des Geheimnisses. Riley schafft es, diese Auflösung fast über das gesamte Buch im Schatten stehen zu lassen. Man hat Ahnungen, aber so richtig weiß man erst am Ende Bescheid.

 

Schreibstiltechnisch hatte ich bei Lucinda Riley noch nie etwas zu bemängeln, so auch hier nicht. Es liest sich nahezu perfekt und ist für mich und wahrscheinlich auch für euch ein absoluter Pageturner.

 

Ob ich die zweite Zeitebene vermisst habe?

Wenn ich ganz ehrlich bin, nicht wirklich. Die durchgängige Spannung hat es absolut wett gemacht. In Bezug auf die Geschichte hätte es mit zwei Zeitebenen sogar funktionieren können, aber ich denke, dass die Autorin sich dabei etwas gedacht hat. War ich mir ziemlich sicher, dass dies ihr erstes Werk ist und sie sich dort noch in einem anderen Stil versucht hat, war ich überrascht, dass „Seeing Double“ (Originaltitel) erst 8 Jahre nach ihrem ersten Roman erschien.

Da bleibt mir nun dafür eine umso größere Hoffnung, dass Riley irgendwann nochmal zu diesen Spannungselementen greifen wird.

 

Mein Fazit

„Der verbotene Liebesbrief“ überraschte mich total, aufgrund des ganz anderen Stils der Autorin. Umso mehr konnte sie mich mit dieser spannenden und actionreichen Geschichte um den Finger wickeln. Es ist sehr schön zu sehen, wenn Autoren plötzlich eine ganz andere Art zu schreiben zeigen.

Ich bin begeistert und freue mich, dass diesen Monat bereits ein weiteres Buch von ihr in Deutschland erscheint.

Ist es so einfach zu manipulieren?

Der Junge auf dem Berg - John Boyne, Ilse Layer

Inhaltsangabe

Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz.
Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.

 

 

Meine Meinung 

Viele Leser mögen das Buch „Der junge im gestreiften Pyjama“ kennen. Mit diesem Buch konnte der Autor John Boyne große Erfolge erzielen. Das Thema berührt und Boyne konnte mich mit dem Buch vor Jahren für sich gewinnen.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich erfuhr, dass er sich nochmal an das Thema 2. Weltkrieg wagt.

Wieder steht ein kleiner Junge im Mittelpunkt.

 

Pierrot lernen wir im Jahre 1936, im Alter von 7 Jahren kennen.

Sein Vater deutscher Kriegsveteran, seine Mutter französischer Herkunft.

Pierrot wächst in Frankreich auf und schließt eine enge Freundschaft mit dem jüdischen Nachbarsjungen Anshel. Die intensive Verbindung zwischen den beiden, kann der Autor auf wenigen Seiten sehr gut darstellen. Da Anshel taub ich, verständigen sich die beiden mit Gebärdensprache, was sie nur noch mehr verbindet.

Als sein Vater die Familie verlässt und seine Mutter erkrankt und zeitnah stirbt, bleibt Pierrot nichts anderes übrig als ein Waisenhaus. Er muss die Wohnung, seine Nachbarn und Freunde, Anshel und seinen geliebten Hund, ja eigentlich sein ganzes bisher wundervolles Leben zurücklassen.

Im Waisenhaus erreicht ihn dann ein unerwarteter Brief. Die Schwester seines Vaters möchte Pierrot zu sich holen. Mit dem Zug macht sich Pierrot auf den Weg in die bayrischen Alpen, wieder mal eine Reise ins Ungewisse.

 

Der Empfang im Berghof auf dem Obersalzberg ist alles andere als herzlich. Pierrot wird mit Regeln und Zurechtweisungen in das Leben auf dem Berg konfrontiert.

 

Anfangs kann Pierrot diese Dinge überhaupt nicht begreifen.

Wieso gibt seine Tante ihm einen neuen Namen?

Wieso darf er nie über seinen jüdischen Freund Anshel reden?

Und vom wem spricht seine Tante als Herr und Herrin?

 

In den Jahren 1937 – 1940 kehrt der Herr des Hauses, Adolf Hitler immer öfters in seinen Berghof ein. Pierrot lernt in kennen und als einziges Kind im Haus bekommt er ungemein viel Aufmerksamkeit von Hitler.

 

Sehr schnell schaut Pierrot zu ihm auf, versucht seine Gedankengänge nachzuvollziehen und vergisst nach und nach die Erinnerungen an sein altes Leben in Frankreich.

 

„Er wusste nicht so recht, ob er so ein Mensch werden wollte wie sie. Andererseits hatten diese Jungen vor nichts Angst gehabt und gehörten zu einer Gruppe – genau wie auch die Musketiere, dachte er. Pierrot mochte die Vorstellung, vor nichts Angst zu haben. Und auch die Vorstellung, irgendwo dazuzugehören.“ (S. 180f.)

 

Seiner Tante wird sehr schnell klar, was sie mit ihrer Entscheidung, ihren Neffen zu sich zu holen, angerichtet hat.

Welche Folgen wird diese Sympathie für Hitler vor allem für Pierrot haben?

 

„Mir graut vor dem Gedanken, was für ein Mensch aus ihm wird, wenn das so weitergeht.“ (S. 217)

 

Dieses Buch erzählt nicht nur einen Teil unserer deutschen Geschichte, nein, es geht vor allem auf die zwischenmenschlichen Geschehnisse auf dem Obersalzberg ein. Hier steht vor allem der Versuch Hitlers, den unschuldigen Jungen Pierrot von seinem Gedankengut zu überzeugen im Vordergrund. Geschickt weiß er ihn von seinen Ansichten zu überzeugen, so dass Pierrot eine gewaltige Veränderung widerfährt.

 

Das Thema Manipulation ist eine sehr schwerwiegende Problematik.

In Verbindung zu seinem Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ konzentriert er sich mit dieser Thematik nochmals auf die Zeit des Nationalsozialismus.

Aber nicht nur Hitler war ein guter Manipulator. Die im Buch angesprochenen Inhalte können auf sehr viele Persönlichkeiten historischer Ereignisse angewandt werden.

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Im Vergleich zu „Der Junge im gestreiften Pyjama“ fehlt es mir in diesem Buch tatsächlich an Emotionen. Das Thema Hitler ist zum einen eine sehr kühle Thematik, aber gerade da menschliche Beziehungen im Buch eine große Rolle spielen, hätte der Autor in dieser Hinsicht noch mehr herausholen können.

Des Weiteren wurden mir viele Situationen, vor allem diese, in denen der Punkt Beeinflussung eine große Rolle spielten, zu schnell abgehandelt. Eine Vertiefung in manche Sichtweisen hätte mir besser gefallen.

 

Mein Fazit

John Boyne hat hier wieder einen Roman geschrieben, deren Inhalt mehrere wichtige Themen behandelt. Neben Verlusten und Freundschaften, geht er auf eine völlige Wesensveränderung eines Kindes, aufgrund von manipulativem Verhalten, Gesprächen und Aufmerksamkeit ein. Der Autor konnte bei mir mit sehr treffenden Zitaten punkten.

Aber ich weiß, dass er viel intensiver mit Emotionen umgehen kann.

Ein Thema, welches zur damaligen Zeit, aber auch heute, kein Einzelfall war.

Ein Wiedersehen mit den Hohensteins

Das Erbe der Hohensteins: Roman (Hotel Hohenstein 2) - Anna Balbusso;Elena Balbusso;Ann Jonas

Inhaltsangabe

Ein leuchtendes Spektakel an Emotionen und Intrigen vor der opulenten Kulisse des Siebengebirges

Im Jahr 1925 strahlt das Hotel am Drachenfels in bewährter Pracht. Die Goldenen Zwanziger bescheren dem Grand Hotel eine Schar illustrer Gäste und schillernder Abendveranstaltungen. Auch Valerie, die schöne Tochter des Hoteliers, genießt das Leben in vollen Zügen und verdreht zahlreichen Männern die Köpfe. Ihr Bruder Ludwig dagegen hadert mit seinem Schicksal als Hotelerbe. Viel lieber würde er nach Amerika aufbrechen und dort sein Glück als Ingenieur versuchen. Doch seine Verlobte Charlotte von Domin schreckt vor keiner Heimtücke zurück, um ihn von seinen Plänen abzubringen…

 

 

Meine Meinung 

Ich habe den ersten Band geliebt. Dass die Autorin mit dem zweiten Band der Reihe einen Zeitsprung von 20 Jahren macht, wusste ich nicht, einfach weil ich mich immer wieder bremse Klappentexte zu lesen. Auf den ersten Seiten war ich dementsprechend verwirrt und auch ein wenig enttäuscht, da ich Angst hatte, die liebgewonnenen Charaktere aus dem ersten Band zu verlieren.

Aber da sie zur Familie gehören und diese Reihe eine Familien-Saga ist, war diese Angst unbegründet. Zwar stehen die bekannten Charaktere, wie Julia, Konrad und Johanna nicht mehr im Mittelpunkt der Geschichte, sie gestalten die Geschehnisse dennoch weiter mit.

 

Der erste Weltkrieg ist vorbei und standen die Namen Emma, Ludwig und Valerie im ersten Band für den Nachwuchs der Hohensteins, so beherrschen sie nun die Geschichte. „Das Erbe der Hohensteins“ ist also Programm. Und sie stehen ihren Eltern in nichts nach.

Jeder Charakter bringt auf seine Art und Weise Schwung in die Geschichte.

 

Valerie, die mit ihrer Schönheit so manchen Hotelgästen den Kopf verdreht, erscheint zwar sehr schnell naiv, dennoch konnte mich ihre Geschichte fesseln.

Da ist dieser neue Koch im Hotel ihres Vaters, dem sein Ruf voraus geht und dennoch kann Valerie es nicht lassen mit dem Feuer zu spielen.

Wird dieses Spiel Folgen haben? Und welches Geheimnis verbirgt der Neue?

 

Emma nimmt für mich in diesem Teil die Rolle von Julia aus dem ersten Band ein. Sie war mir sofort sympathisch, erscheint sehr erwachsen und hat große Pläne.

Spannend war es auch mitzuerleben, dass es Frauen in den 20er Jahren nicht einfach gemacht wurde, ihre Wünsche zu verfolgen bzw. diese in die Tat umzusetzen.

 

Karl Hohenstein’s Sohn Ludwig spiegelt für mich in diesem Buch den Zwiespalt zwischen Erwartungen und Wünsche wider. Auch seinen Werdegang und seine Entscheidungen habe ich sehr gerne verfolgt.

 

Und auch in diesem Teil gibt es ein Sorgenkind. Hans, der Neffe von Karl Hohenstein lässt sich mit den falschen Leuten ein und dies hat fatale Folgen. Seine Figur versprühte von vornherein den Part der Sehnsucht.

 

Im ersten Band habe ich den sehr flüssigen Schreibstil positiv erwähnt, daran kann Anna Jonas auch im zweiten Band festhalten. Einen Punkt, der „Das Hotel am Drachenfels“ zu etwas ganz Besonderem gemacht hat, waren die Beschreibungen der Umgebung. Die Autorin konnte dem Leser die Region des Siebengebirges unheimlich gut vor Augen führen. Dieser Punkt tritt im Folgeband nicht mehr allzu oft auf. Hier wird mehr Augenmerk auf die Entwicklung der Charaktergeschichten gelegt.

 

Ein weiterer Punkt, der nicht ganz an Band 1 anschließen kann, ist die Spannung.

Gewisse Geheimnisse und deren Umgang damit, konnte eine gewisse Spannung über das komplette Buch aufrechterhalten. In diesem Band gab es auch Geheimnisse, aber entweder wurden sie sehr schnell aufgedeckt oder es wurde sehr spannungslos damit umgegangen. Als Leser habe ich mir zwischen den Figuren mehr Action gewünscht.

 

Da ich bei dem dritten und abschließenden Band der Reihe wieder mit einem großen Zeitsprung rechne, bin ich sehr gespannt, welche Charaktere uns dann durch die Geschichte begleiten.

 

Mein Fazit

Band 2 kann nicht ganz an die Besonderheiten des ersten Teils anknüpfen, konnte mich dennoch gut unterhalten. Aufgrund der vielen Geschichten der einzelnen Familienmitglieder ist es zu jeder Zeit interessant weiterzulesen.

Klare Leseempfehlung.

 

Die Sphäre der Macht

Oxen. Das erste Opfer: Thriller (OXEN-Trilogie) - Jens Henrik Jensen, Friederike Buchinger

Inhaltsangabe

Niels Oxen, ein schwer traumatisierter Elitesoldat, zieht sich in die Einsamkeit der dänischen Wälder zurück, um seinen inneren Dämonen zu entkommen. Doch bei einem nächtlichen Besuch des Schlosses Nørlund wird er zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall: Hans-Otto Corfitzen, Exbotschafter und Gründer eines Thinktanks, wurde auf dem Schloss zu Tode gefoltert. Oxen gerät in die Fänge des dänischen Geheimdienstes. Seine einzige Chance: Zusammen mit der toughen Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck muss er die wahren Täter ausfindig machen. Die Spuren führen zu einem übermächtigen Geheimbund.

 

 

Meine Meinung 

Dieser Reihenauftakt ist mir vor Monaten in der Verlagsvorschau schon in die Augen gesprungen. Vor allem aufgrund des sehr groß dargestellten Titels, bei dem eigentlich so gar nicht weiß, was er bedeutet, wenn man den Klappentext nicht zur Hilfe nimmt. Allerdings kam mir das Buch erst wieder in den Sinn, als ich Verlagspost bekam. Solche Überraschungsmomente halten meistens wirklich tolle Bücher bereit.

 

Ein ehemaliger, traumatisierter Elitesoldat. Dieser Punkt hat mich nach dem Lesen der Inhaltsangabe wohl am meisten interessiert. Zu dem bin ich nach den Romanen von Jussi Adler-Olsen ein Fan von Thriller, welche in Dänemark spielen.

Bei dem angesprochenen Geheimbund hatte ich schon meine Vermutung, dass es in die politische Richtung geht. Eigentlich nicht mein Thema, aber nach einigen Seiten hatte mich der Autor bereits gepackt und ich musste unbedingt wissen, wie die Reise von Niels Oxen verlaufen wird.

 

Auf der einen Seite haben wir den Ex-Elitesoldat Niels Oxen, welchem in der dänischen Militärgeschichte großes Ansehen gehört. Durch verschiedene Zufälle geriet er in die Ermittlungen zu einem Todesfall, dem bereits mehrere der gleichen Art vorausgegangen sind.

Jemand tötet zuerst den treuen Begleiter als Warnung und anschließend befindet sich der Besitzer in Gefahr. Alle Männer gehören in irgendeiner Weise der höheren politischen Gesellschaft an. Wieso müssen diese Männer sterben?

 

Niels Oxen wird im Waldgebiet Rold Skov, wo er eigentlich nur Abgeschiedenheit und Ruhe vor der Zivilisation sucht, von dem dänischen Geheimdienst aufgegriffen.

Dieser hat Oxen im Auge. Als Täter? Oder als Helfer?

Aufgrund seiner Fähigkeiten soll er zur Aufklärung des Falles beitragen und gerät immer mehr in den Strudel der mysteriösen Morde.

An seiner Seite steht Margrethe Franck, Geheimdienstmitarbeitertin und diese Franck-Oxen-Allianz hat mir in diesem Buch sehr gut gefallen. Beide Charaktere erscheinen geheimnisvoll, man erfährt nur häppchenweise von ihrer Vorgeschichte. Beide wissen nicht, ob sie ihrem Gegenüber Ver- oder Misstrauen entgegen bringen sollen. Eine absolut spannende Mischung.

Zudem hat Niels Oxen immer wieder mit den Sieben zu kämpfen.

Diese Sieben kehren in Flashbacks zu ihm zurück.

Der Auslöser sind verschiedene Erlebnisse in den Kriegsgebieten, in denen Oxen diente.

Für mich ein sehr interessantes begleitendes Thema zum eigentlichen Fall.

 

Gemeinsam versuchen sie den Feind in diesem Machtspiel zu entlarven, aber das ist einfacher als gedacht, denn hier sind höhere Instanzen involviert, welche wissen sich zu verstecken.

 

Dieser erste Band der OXEN-Trilogie konnte mich wirklich neugierig machen. Spannende Charaktere kann Jens Henrik Jensen dem Leser mit Oxen und Franck auf jeden Fall bieten. Des Weiteren erfahren wir im rauen Dänemark, wie der Kampf gegen eine große Macht angesagt wird. Das Buch bietet neben einem sehr gut leserlichen Schreibstil packende Wendungen, actionreiche Situationen und ein Ende, welches man so nicht stehen lassen kann.

Das Spiel ist noch nicht vorbei!

 

Mein Fazit

Vor allem der Charakter Niels Oxen hat es mir angetan. Seine Figur ist einerseits ausgereift dargestellt, andererseits bedient sich der Autor hier noch so vieler Lücken und Geheimnisse, welche ich unbedingt in Erfahrung bringen möchte.

Kann Oxen den Kampf gegen den Geheimbund gewinnen und hat er Mut und Kraft sich seinen eigenen bösen Geistern entgegenstellen?

Ich werde diese Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen!

Leseempfehlung für alle Leser, die sich ebenso in den OXEN-Wahn reinlesen möchten.

Wie man sich täuschen kann bzw. täuschen lässt

Schuld und Menschlichkeit: Justizfälle über Moral und Gerechtigkeit - Buchcover by Coverkitchen, Constantin Himmelried

Inhaltsangabe

Die Fälle, die hier erzählt werden, beruhen auf wahren Begebenheiten. Sie ermöglichen Ihnen einen tiefen Einblick in die Justizvollzugsanstalten und in das deutsche Rechtssystem. 


Ein Killer feuert in der Öffentlichkeit neun Mal in das Gesicht seines Opfers. Seine Strafe: sechs Jahre Haft.
Ein unscheinbarer Gefangener muss am Tag seiner Freilassung zurück ins Gefängnis und begeht Selbstmord.
Ein Vergewaltiger will seine Tat nicht eingestehen und akzeptiert eine höhere Strafe, die er ohne Bewährung bis zum Schluss absitzt. Dann trifft er einen alten Freund.
Ein Schleuser, der acht Frauen unter lebensgefährlichen Umständen nach Deutschland geschleppt hatte, kommt mit einer Geldstrafe davon.

Aus der Presse entnehmen Sie nur die Schlagzeilen: den Beginn des Prozesses, den Verdacht der Staatsanwaltschaft und am Ende die Verurteilung.

 

 

Meine Meinung 

Ob Constantin Himmelried auf diese Wirkung aus war, weiß ich nicht.

Was ich weiß, ist, dass ich diese Aussage aus dem Roman mitnehme.

 

Ohne die Plattform BLOGG DEIN BUCH wäre ich wohl gar nicht auf dieses Buch aufmerksam geworden, was ich im Nachhinein zutiefst bedauern würde.

Danke, dass es euch gibt.

 

Der Autor erzählt in einem sehr passenden und klaren Schreibstil von vier wahren Justizfällen. Sowohl der Titel, als auch die 4 Überschriften der Fälle:

Neun Schüsse ins Gesicht

Der Toastdieb

Der Vergewaltiger

Der koreanische Schleuser

 

Scheinen für mich sehr gut gefällt. Als Leser hat man eine Ahnung wohin es gehen wird. Und dann kommt es ganz anders.

 

Im Klappentext wird erwähnt, dass man als Leser einen Blick hinter die Geschichte, sozusagen hinter die Kulisse werfen kann.

Wer kennt es nicht, dass man Schlagzeilen zu Geschehnissen direkt in der Zeitung liest oder sie nur nebenbei im Fernsehen oder im Radio mitbekommt und sich sofort eine Meinung bildet. Nachdem zwei, drei Wochen vergangen sind, erfährt man auf gleichem Wege eventuell vom Urteil und der folgenden Strafe für den Täter.

Auch ich bin eine Person, die in vielen Fällen völlig unverständlich mit dem Kopf schüttelt oder mit den Augen rollt. So war es auch bei jedem der vier behandelten  Fälle, jedoch mit einer nie erwarteten Wende.

 

Egal ob bei dem Fall „Neun Schüsse ins Gesicht“ oder „Der Vergewaltiger“, man erfährt mehr! Nicht nur eine Schlagzeile und ein Urteil, nein! Constantin Himmelried erzählt in kurzen, aber detailreichen Sätzen, das Wie und das Warum. Und vor allem das Warum war für mich vier Mal spannend zu verfolgen.

Dass mich die Fälle so in den Bann ziehen, hätte ich nicht gedacht.

Der Autor regt unheimlich zum Nachdenken an, mich hat er wahrscheinlich sogar ein wenig beschämt, weil ich leider zu den Menschen gehöre, die sich sehr schnell eine Meinung bilden ohne Hintergründe zu hinterfragen.

Bezieht man diesen Punkt auf Justizfälle und deren Darstellung in den verschiedenen Medien, wird uns Menschen dieses WARUM meist vorenthalten. Mir erscheint es, als wollen Zeitungen und Nachrichtensender lediglich eine aufmerksamkeitserregende Überschrift und die schockierenden und wütenden Reaktionen der Menschheit.

 

Emotional konnte Constantin Himmelried mich mit seinem Debüt vor allem mit „Der Toastdieb“ und „Der koreanische Schleuser“ packen. Die Geschichte hinter diesen beiden Fällen hatte eine besondere Wirkung auf mich.

 

Nach den gelesenen 284 Seiten konnte der Autor mich sogar mit seinem letzten Fall animieren, weiter zu lesen. Ein gewisses Thema hat mich sehr ergriffen und wollte im Anschluss im Internet recherchiert werden.

 

Für mich stellte sich nach diesem Buch die große Frage, ob es uns Menschen an Menschlichkeit fehlt, dass wir so vorschnell urteilen oder ob uns einfach gewisse Informationsquellen nicht zugänglich gemacht werden und es daher rührt?

 

Ein weiterer Punkt, der mich brennend interessiert, ist, wie der Autor selbst an diese Informationen der vier Fälle gelangt ist. Bekannt ist, dass Constantin Himmelried Rechtswissenschaften studiert hat. Hatte er während seines Studiums Kontakt zu diesen Justizfällen oder besteht das Buch aus reiner Recherche.

Für mich gab es im letzten Fall einen Wink, der mir in Erinnerung bleibt, der aber glaub ich nicht die Antwort auf meine Frage ist.

 

Mein Fazit

Erinnert ihr euch auch an Fälle aus den Medien, dessen Urteile ihr überhaupt nicht nachvollziehen könnt und über die ihr euch sehr schnell eine Meinung über unser Justizsystem bildet? Lest unbedingt dieses Buch!

Gerade so kritischen Menschen, wie ich selbst, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Ebenso Interessierten an wahren Kriminalfällen.

Geheimnisse zur viktorianischen Zeit

Die Reise der Amy Snow: Roman - Tracy Rees, Elfriede Peschel

Inhaltsangabe

Als Baby wurde Amy Snow ausgesetzt. Mittellos und von allen gehasst wird sie auf dem noblen Hatville Court aufgezogen. Die schöne Tochter des Hauses, Aurelia Vennaway, ist Amys einzige Freundin und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Als Aurelia jung stirbt, bricht Amys Welt zusammen. Aber Aurelia macht ihr ein letztes Geschenk: ein Bündel Briefe, das Amy auf Schatzsuche schickt. Einen Code, den nur Amy entschlüsseln kann. Am Ende erwartet Amy ein Geheimnis, das ihr Leben verändern wird. Amy Snow begibt sich auf eine Reise quer durch England.

 

 

Meine Meinung 

Ein Buch, welches viel zu lange auf meinem ungelesenen Stapel lag.

Zur Buchmesse 2015 ist es zu meiner Buchfamilie dazu gestoßen und aufgrund eines Zusammenschlusses zu einer Leserunde mit anderen Bloggerinnen wurde es endlich gelesen.

Viele mögen die Epoche des viktorianischen Zeitalters nicht, bekannt ist diese Zeitepoche zum Beispiel aus den Büchern von Jane Austen. Natürlich gibt es einiges an Geplänkel und Gefühlsduseleien, aber diese Zeit war halt so. Für mich ist es aufgrund des totalen Bruchs zu unserer heutigen Zeit immer sehr schön, in dieser zu lesen. Tracy Rees konnte dieses Vorsichtige und Zurückhaltende der Zeit in ihrer Geschichte um die junge Amy Snow sehr gut herüberbringen.

 

Amy Snow, deren Herkunft unbekannt ist, wird an einem eisigen Wintertag von Aurelia Vennaway im Garten des elterlichen Anwesens gefunden. Dieser Wintertag war für Aurelia und für Amy ein Geschenk, welcher im Nachnamen von Amy verankert bleiben sollte. Für Aurelia’s Eltern hingegen, war Amy ein Dorn im Auge, wuchs nun ein fremdes Kind bei ihnen auf. Ihrer einzigen Tochter zu Liebe, duldeten sie Amy und dulden spricht hier Worte. Die Eltern waren für mich die Figuren, die am wenigsten Sympathiepunkte verdient haben. Die Ansichten mögen zur Zeit so gewesen sein, aber von Herzlichkeit und Menschlichkeit war bei beiden nichts zu spüren.

 

Aurelia war das Lebendige dieser Familie und mir ihr wurde auch Amy zu einem Wirbelwind. Die beiden werden beste Freundinnen und im Herzen waren sie Geschwister. Doch nur 17 Jahre später soll diese Freundschaft ein Ende finden, Aurelia stirbt und hinterlässt ihrer treuen Freundin ein Erbe, viele Geheimnisse, aber auch viele Stolpersteine.

Im Buch geht es vor allem um die Geheimnisse. Aurelia schickt Amy ante mortem geschriebene Briefe, welche Amy auf eine Reise schicken sollen, eine Reise ins Ungewisse.

 

Wie für Amy war auch für mich als Leserin das ungewisse dieser Reise sehr spannend zu verfolgen. Immer wieder lernt Amy neue Leute kennen, reist zu verschiedenen Orten und jedes Mal wartet sie auf die Zeit, zu der ein neuer Brief und somit ein neuer Hinweis von Aurelia auftaucht.

Gerade die verschiedenen Orte und Charaktere belebten meiner Meinung nach dieses Buch. Der Schreibstil ließ sich sehr gut lesen und passt hervorragend zu dieser Zeit, in der die Geschichte spielt.

 

Welches Geheimnis soll Amy auf die Spur kommen?

Geht es um ihre Herkunft?

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Nun folgender Punkt kann an meiner weiblichen Intuition liegen oder doch daran, dass gewisse Geheimnisse fast zu offensichtlich in die Geschichte eingebaut wurden. Einiges war mir sofort klar und mit diesen Gedanken geht man solch einer Geschichte natürlich nicht mehr ganz unvoreingenommen entgegen.

 

Mein Fazit

Im Großen und Ganzen hat mir die Reise mit der jungen Amy Snow Spaß gemacht.

Es gab Freude und Leid. Viele neue Bekanntschaften und eine Aufgabe, der Amy sich stellen muss, um hinter die Lösung der vielen Rätsel zu kommen.

Für alle Leser, denen der Lebensstil und den typischen Umgangsformen des viktorianischen Zeitalters nichts ausmachen, sollten sich unbedingt auf die Reise mit Amy begeben.

 

 

Wer kennt die Wahrheit?

Der Tag, an dem wir dich vergaßen - Marion Ahl, Diane Chamberlain

Inhaltsangabe

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch?  Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens… 

 

Meine Meinung 

Das Buch der Autorin Diane Chamberlain teilt sich in drei Teile ein, wobei mir persönlich der erste Teil am besten gefallen hat, was bei Büchern ja eigentlich immer selten der Fall ist. Da die meisten Bücher eine gewisse Anlaufphase benötigen. Dieses hier jedoch überhaupt nicht! Der erste Teil konnte mich total in die Geschichte hineinziehen. Zu dem schreibt die Autorin sehr lebendig und meine Vorstellungskraft musste nicht viel dafür tun, dass dieses Buch in meinem Geiste wie ein Film ablief. Eine grandiose Wirkung!

 

Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau von HarperCollins gesehen habe, ist mir hier nicht sofort das Cover, aber der Titel ins Auge gesprungen. „Der Tag, an dem wir dich vergaßen“ klingt für mich sehr traurig und emotional. Des Öfteren sehne ich mich nach solchen Geschichten, weil man den eigenen Emotionen einfach mal freien Lauf lassen kann. Zu dem verbirgt dieses Buch ein Rätsel. Das Rätsel um Riley’s Schwester Lisa, welche sich vor 23 Jahren das Leben nahm.

 

Mittlerweile ich Riley 25 Jahre alt, frisch getrennt und nach dem Tod ihres Vaters wieder mit ihrem Elternhaus konfrontiert. Ihr älterer Bruder Danny, welcher auf einem Campingplatz lebt, hatte nie ein gutes Verhältnis zu seinem Vater, daher steht Riley mit den zu erledigenden Dingen nach dessen Tod so ziemlich allein da. Als die beim Ausräumen diesen Karton mit den alten Zeitungsartikeln findet, stößt sie auf Dinge zum Selbstmord ihrer Schwester, die ihr bisher nicht bekannt waren. Beziehungsweise weiß sie nun, dass ihre Eltern ihr einiges verschwiegen haben.

Was ist damals passiert?

Wieso wählte Lisa, welche eine talentierte Violinistin war diesen Ausweg?

Oder war dies nur eine Täuschung und Lisa lebt?

 

Die Grundidee fand ich sehr interessant und auch der Verlauf der Geschichte. Um das Rätsel zu lösen, tauchen wir in die gesamte Lebens- und Familiengeschichte der MacPhersons ein. Nach und nach bringt die Suche nach der Wahrheit immer mehr Unklarheiten, Lügen und Geheimnisse ans Licht. Ich habe jede Seite des Buches sehr gern umgeblättert. Da ich bei diesem Buch absolut nichts vorwegnehmen möchte, werde ich gar nicht auf das Ende eingehen. Lasst euch überraschen.

 

Dieses Buch bringt Spannung und Emotionen mit sich und regt sehr zum Nachdenken an.

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Nachfolgender Punkt ist eine persönliche Meinung und sollte euren Leseentschluss nicht verstimmen. Bereits im Prolog fiel mir als wachsame Leserin etwas auf und als ich den zweiten Teil des Buches erreichte, bestätigte sich meine Meinung. Diesen Aufbau wird die Autorin mit Bedacht gewählt haben. Ich, als Leserin, hätte mir einen anderen gewünscht. Aber sowohl der eine, als auch der andere Aufbau haben seine Vor- und Nachteile und ebenso seine Absichten.

 

Mein Fazit

Wortwörtlich werden hier auf 400 Seiten mehrere Lebensgeschichten erzählt, die mich in ihren Bann ziehen konnten. Vor allem Rileys Parts habe ich sehr gerne gelesen und mit ihr gefühlt. Der Titel ist im Buch Programm und das Thema Vergessen wurde von der Autorin durch eine besondere und berührende Geschichte dargestellt. Allen Lesern und Leserinnen, welche die Geheimnisse der Familie MacPhersons ergründen möchten, kann ich nur sagen, tut es!

 

Ein zufriedenstellendes Finale

Hoffnung eines neuen Tages: Roman. - Elisabeth Büchle

Inhaltsangabe

Während der Erste Weltkrieg seinen unheilvollen Lauf nimmt, versucht die junge Demy in Berlin weiter unermüdlich, sich und ihre Schützlinge durch die schwere Zeit zu bringen. Als sie unter der Last zusammenbricht, steht ihr Philippe Meindorff unverhofft zur Seite. Doch dann erhält die Familie eine niederschmetternde Nachricht, die alles erneut ins Wanken bringt... 

Anki und Robert geraten in Petrograd in die Unruhen der Februarrevolution und müssen mit den vier Fürstenkindern fliehen. Bei dem fast aussichtslosen Versuch, nach Berlin zu entkommen, wird die Schicksalsgemeinschaft auseinandergerissen. Wird das nahe Kriegsende alle wieder zusammenführen? 

 

Meine Meinung 

Nachdem St. Petersburg und die Geschichte um Anki und Robert im zweiten Band der Reihe einen großen Part eingenommen hatten, tritt im dritten Band wieder Berlin mehr in den Mittelpunkt. Dort verfolgen wir die Geschichte der jungen Demy weiter. Ihr Charakter ist kaum noch mit der kleinen Demy zu vergleichen, welche wir im ersten Band der Reihe kennengelernt haben. Mit jedem Band wächst sie über ihre Mittel, Möglichkeiten und auch Kräfte hinaus. Doch irgendwann erreicht jeder seine Grenze. So geschieht es ihr gleich zu Beginn des finalen Bandes, dass sie schwer erkrankt und das Haus mit den vielen Seelen, welche Demy bei sich aufgenommen hat, ohne sie zurechtkommen muss.

An ihrer Seite steht Philippe Meindorff. Habe ich mir ja im zweiten Band schon mehr erhofft bei den beiden, kam es nicht dazu. Demy blockt eventuelle Zuneigung immer wieder ab, aber ich mag Philippe seine Hartnäckigkeit und es war schön zu verfolgen, dass er Demy in dieser schwierigen Zeit unterstützt und ihr aufzeigt, dass das Leben auch ohne ihre guten Taten weitergeht.

 

Bisher haben wir das Kriegsgeschehen aus der Sicht von Hannes Meindorff betrachten können, welcher sich vor allem an der französischen und belgischen Front beweist. Im finalen Band tritt seine Ehefrau Edith ein wenig in den Vordergrund. Sie hat sich als Krankenschwester gemeldet und versucht mit allen Mitteln den verwundeten Soldaten zu helfen, wo sie nur kann. Das Schicksal will es so, dass sie dort auf einen Bekannten ihres Schwagers Philippe trifft. Dieser benötigt dringend Hilfe. Und sie erfährt Dinge, die ihr Leben komplett verändern werden.

 

Anki, ihr geliebter Robert und die vier Chabenski-Töchter versuchen unterdessen einen Weg aus Petrograd zu finden. Die Gefahr, dass der Feind die vier Kinder als Adlige erkennt, ist einfach zu groß.

 

Aber Gefahr lauert auch in Berlin. Philippes langjähriger Feind Karl Roth kann immer noch nicht von ihm lassen. Zu groß ist sein Rachedurst. Er will Philippe treffen und er weiß auch schon genau wie.

 

Für mich der wohl spannendste Part war, ob die Autorin hier alle Erzählstränge im finalen Band vereint. Nachdem sich die verschiedenen Familien im ersten Band aufgrund kriegsferner Gründe verzweigten, wäre eine Zusammenführung zum Kriegsende doch ein toller Abschluss für die Meindorff-Saga.

Wie die Autorin diese Reihe dann zu einem Abschluss bringt, stimmt mich glücklich. Anfänglich hätte ich es nicht gedacht, aber die Autorin schrieb hier eine Geschichte, an die und deren Charaktere ich mich noch lange erinnern werde.

 

Ein großes Lob kann ich auch im dritten Band der Reihe wieder aussprechen, weil sich das Buch durch den sehr flüssigen Schreibstil sehr angenehm lesen lässt und als Geschichtsliebhaberin merke und liebe ich die sehr gute Recherche über die Zeit und die Zustände des 1. Weltkrieges.

 

Mein Fazit

Wer interessiert ist an faszinierenden Charakteren, die sich in einer Geschichte mit jedem Band weiterentwickeln, und verschiedenen Einblicken in die Zeit des 1. Weltkrieges, der sollte unbedingt zu der „Meindorff-Saga“ von Elisabeth Büchle greifen. Denn diese Reihe ist nicht nur optisch ein Genuss.

 

Wer traut sich eine Runde mit dem Fahrstuhl zu fahren?

LEGENDEN: 1- Das Fahrstuhlritual -  Horror - Dana Müller

Inhaltsangabe

Existiert eine Welt hinter der uns bekannten?

Diese Frage stellt sich Justin nicht, denn für ihn ist das Übersinnliche nur eine Erfindung.

Doch dann führt er das Fahrstuhlritual durch und sein Weltbild gerät ins Wanken. Mittendrin in allem, was er für Aberglauben hielt, wird er von bedrohlichen Wesen verfolgt.

Wird Justin dem Bösen entkommen?

 

 

Meine Meinung

Nicht immer gehe ich drauf ein, aber dieses Cover ist ein Hingucker. Mir ist es bei Facebook und kurze Zeit später auch bei Amazon sofort in die Augen gesprungen. Für viele Bücherliebhaber leider nicht zum In-den-Schrank-stellen. Schade, aber nicht zu ändern.

 

Gut finde ich, dass der Klappentext nicht viel verrät. Er ist kurz und auf den Punkt.

Beim ersten Durchlesen, dachte ich sofort: „hmm, etwas Übersinnliches…da gehe ich eigentlich genauso ran, wie Justin…schauen wir mal.“

 

Solche Bücher haben meiner Meinung nach eine schwierige Aufgabe, und zwar de n Leser in seinen Bann ziehen, obwohl dieser bereits von Anfang an voreingenommen ist. Ich war es hier auf jeden Fall, denn wer glaubt schon an Geister?

 

Es ist mein erstes Buch von Dana Müller, aber nicht mein letztes, denn die Autorin schaffte es mich in den Bann zu ziehen und plötzlich kamen mir ganz andere Gedanken, als „ach, solch Geisterkram“.

 

Mit den 4 Charakteren Justin, Anna, Simon und Luca, welche zwischen 16 und 18 Jahre alt sind, stellt sie uns vier verschiedene Figuren vor, die die Geschichte auf ganz unterschiedliche Weise formen.

Justin erschien mir als normal, seinem Denken konnte ich am meisten folgen.

Anna, das einzige Mädchen in der Runde ist die Jüngste, aber gut das sie dabei ist.

Simon, der Abgedrehte mit einem Hang zu Drogen und irren Ideen.

Luca, ebenfalls von Drogen angezogen, ist der Draufgänger der Runde.

 

Es sind jugendliche Charaktere und die Autorin baut auch gelungen die typische neuzeitliche Jugendsprache in dieses Buch ein. Nicht jeden sein Fall, auch ich mag es nicht, aber in so ein Buch gehört es einfach rein. Würden gerade Simon und Luca normal sprechen, wäre die Atmosphäre futsch.

Als Simon im Internet ein Video einer Mutprobe sieht, ist er gebannt.

DAS FAHRSTUHLRITUAL

Als Justin sofort einlenkt, dass er an so einen Quatsch nicht glaubt, ist er plötzlich derjenige, der dasteht, als ob er ein Feigling wäre. So kommt es, dass er die Mutprobe als erster machen will, um den anderen dreien zu beweisen, dass da nichts dran ist.

 

Als Simon ihm erklärt, wie das Fahrstuhlritual funktioniert, wurde mir zum ersten Mal ein wenig mulmig. Egal wie sehr man sich gegen übernatürliche Gegebenheiten wehrt, das Kopfkino setzt sich von ganz allein in Gang. So war es zumindest bei mir. Und blöd dann auch noch, wenn man weiß, man muss am folgenden Tag wieder einen Fahrstuhl betreten.

Justins Erlebnisse haben anfänglich keine Folgen, doch dann geht es los…

Justin wird verfolgt…

Er hört ständig dieses flüstern…

Und der rote Handabdruck an seinem Knöchel ist seinen Freunden Beweis genug, dass auch sie sich fürchten vor dem, was sie da in Gang gesetzt haben.

 

Die Spannung musste sich erst aufbauen, aber als sie dann da war, war man gefesselt von der Geschichte. Was ist da im Fahrstuhl? Das kann ich euch natürlich nicht verraten. Allerdings hätte ich mir dazu gerne noch ein wenig tiefergehende Informationen gewünscht.

Es wird auf jeden Fall geheimnisvoll und die Jugendlichen werden vor eine harte Aufgabe gestellt, die Folgen von Justins Mutprobe rückgängig zu machen.

 

Mit dem Ende konnte mich die Autorin dann nochmal richtig begeistern.

Überraschend und so gut.

 

Mein Fazit

Der erste Band einer Reihe, die sich hoffentlich so fortsetzen wird. Die Ideen verschiedene Legenden zu behandeln finde ich sehr gelungen und die Vorfreude auf mehr ist da.

Band 1 konnte mich nach einer kurzen Anlaufstrecke in seinen Bann ziehen und bis zum Schluss fesseln.

Wenn ich mich jemals in ein Gebäude mit 10 Stockwerken und einem Fahrstuhl begebe, werde ich mutig sein und hoffe, dass nichts passiert!

 

Anders als erwartet

Wie bastel ich mir einen Zombie: Schaurig-schöne Geschichten aus der Wissenschaft - Frank Swain, Astrid Mania

Inhaltsangabe

Seit tausenden von Jahren versuchen wir Mittel und Wege zu finden, Körper und Geist unserer Mitmenschen zu beeinflussen und zu kontrollieren. Von giftigem Honig, der ganzen Armeen niederstrecken kann bis zu den Voodoo-Zaubern auf Haiti – Frank Swain erzählt ebenso fundiert wie mitreißend wahre Geschichten aus der Wissenschaft. Von Hundeköpfen, die ohne ihre Körper zum Leben erweckt werden, von Geheimgesellschaften, die tief in die Psyche des Menschen vordringen, mit dem Wunsch, den Tod zu überlisten. Und von Parasiten, die ihren Wirt so beeinflussen können, dass er zu Suizid oder zur Geschlechtsumwandlung getrieben werden kann.

 

Meine Meinung 

Und das heißt nicht schlecht!

Aber hier habe ich beim ersten Blick sofort Jeffrey Dahmer und sein Vorhaben einen Zombie zu erschaffen gedacht. Falsch gelegen.

 

Das Buch teilt sich in 7 verschiedene wissenschaftliche Geschichten auf, welche jeweils nochmal eigene Kapitel aufweisen, so dass jede Story 30 – 40 Seiten hat.

Für mich war es ein super Buch, um jeden Abend eine weitere Geschichte zu lesen. Dies geling mir glaub ich bis zur 3. Story, danach konnte ich fast gar nicht aufhören. Ab dem vierten Fall kamen meine Themen ins Spiel, die ich wirklich unheimlich interessant finde. Zeitlich gesehen startet man in der ersten Geschichte im Jahre 1887 und liest sich dann nach und nach der Gegenwart entgegen.

 

Wer Angst vor wissenschaftlichen Arbeiten hat, sollte diese hier Ablegen. Denn sobald Interesse an der Thematik besteht, stellt man sehr schnell fest, dass dieses Buch sehr gut ausgearbeitet ist und uns Menschen verschiedene Szenarien näherbringt unter dem Motto:

Sie sind ein Untoter, ein Zombie, sind es immer schon gewesen.“ (S. 277)

 

Was ich nie gedacht hätte, dass man aus diesem Buch so viel mitnimmt. Ich dachte, jeden Abend eine Geschichte, ganz nett und dann steht das Buch im Regal. Aber nein, so viele Markierungen und Klebchen habe ich lange nicht mehr benutzt.

Eigennamen, Tiernamen, Filmtitel, Buchtitel und und und. Das Buch hat mich wirklich angeregt, weiter zu forschen und ich habe meine Liste noch nicht abgearbeitet. Sobald Zeit ist, lese ich mich in markierte Thematiken nochmal rein.

Und wenn ein Buch sowas mit sich bringt, hat es schon was!

 

Der Schreibstil war nicht immer ganz flüssig, aber wissenschaftliche Ausarbeitungen lesen sich meiner Meinung einfach anders als ein gefühlsbetonter Roman.

 

Zu den einzelnen Fällen möchte ich gar nicht so viel verraten. Der Autor zeigt in siebenfacher Hinsicht auf, wie Zombies erschaffen werden und das ein oder andere Mal hat es mich wirklich geschaudert.

Meine Highlights, wenn man das überhaupt so nennen darf, waren die Themen:

Lobotomie

Parasiten

Klone

 

Einen Fakt, den ich nicht allzu oft betone ich meinen Rezension, dieses aber hier nur zu gern mache, ist, dass der Autor im Buch eine wahnsinnig lange Bibliographie angehängt hat. Unglaublich, was bei diesem Buch für Recherchetätigkeit dahintersteckt. Danke für diesen zusätzlichen Einblick.

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Ich weiß nicht, ob ich einen Anlauf brauchte, um in dem Buch anzukommen, oder ob mich die ersten Storys nicht so packen konnten wie die folgenden.

Geschmackssache und sehr interessenabhängig meiner Meinung nach.

 

Mein Fazit

Dieses Buch kann ich nicht nur allen Zombie-Fans unter euch empfehlen.

Dieses Buch ist Wissen, dass man einfach haben sollte und sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Frank Swain zeigt auf, wie oft vom Menschen und manchmal auf von der Natur versucht wird, einen Zombie zu basteln.

Für mich eine Wissenserweiterung auf die ich sehr stolz bin!

 

Willkommen in Finsterhoven. Einen angenehmen Aufenthalt!

Finsterhoven - Jeidra Rainey

Inhaltsangabe

Oktober 2016: Miranda und Seth erkunden die längst vergessene Kinder- und Jugendpsychiatrie im Wald von Finsterhoven. Tragisches scheint sich auf der geschlossenen Station im letzten Stockwerk abgespielt zu haben und als Seth plötzlich verschwindet, findet sich Miranda in ihrem persönlichen Albtraum wieder.

April 2016: Cara wird aufgrund eines Vorfalls in die Kinder- und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Sie fühlt sich missverstanden und rebelliert, muss jedoch mit Entsetzen feststellen, wie verloren die Patienten dieser Anstalt sind und wie wenig Verständnis die Angestellten ihnen entgegenbringen. Als sie Parker, eine engagierte Psychologiestudentin kennenlernt, schöpft sie Hoffnung. Doch bringt diese Hoffnung auch eine Veränderung mit sich?

 

Meine Meinung 

Diese Bücher, die man am Tag der Erscheinung sofort kauft und dann auch gleich mit dem Lesen anfängt. Das neue Buch der Autorin, welche nun unter dem Namen Jeidra Rainey schreibt, gehört für mich zu dieser Kategorie. Ich habe bereits ein anderes Buch der Autorin gelesen und auch da konnte sie mich mit einer tollen Story überraschen. Was ich besonders an den Büchern von Jeidra Rainey mag, sind die Schauplätze im Buch: verfallene Gebäude und hier nun eine ehemalige Kinder- und Jugendpsychiatrie. Allein dieser Punkt bringt immer schon einen gewissen Schauer mit sich.

 

Ich lese sehr häufig Bücher auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Besonders hier, dass die Erzählstränge gar nicht so weit auseinander liegen. Lediglich 6 Monate trennen die Geschichten von Miranda, Cara und Parker.

 

Im April 2016 begegnen wir zuerst der jungen Psychologiestudentin Parker, welche vor allem durch ihre Unsicherheit auffällt. Schnell wird sie zum Opfer anderer Mitstudenten und findet lediglich Anklang bei Chuck, welcher ebenso Psychologie studiert und sich wie sie als Außenseiter bezeichnet. Im Verlauf des Buches wird schnell klar, dass Parker ein Geheimnis hat. Irgendwas ist in der Vergangenheit vorgefallen, denn als ihre Zimmergenossin Ivy ihr Tagebuch stiehlt, erwacht in Parker eine ungeahnte Panik, dass genau dieses Geheimnis ans Licht kommen wird.

Und als die dann auch noch den heißbegehrten Assistentenplatz in Finsterhoven unter ihrer Dozentin Frau Dr. Wolff bekommt, droht Ivy ihr mit Konsequenzen.

 

Ebenfalls im April begegnen wir der 17-jährigen Cara, welche aufgrund von aggressivem Verhalten in der Schule von ihrer Mutter nach Finsterhoven gebracht wird. Anhand ihres Charakters lernen wir einige andere Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie kennen und bekommen einen Einblick in den Alltag der Klinik und den Machenschaften des Klinikpersonals. Schnell wird klar, das Cara sich gegen alles und jeden aufbringt, weil sie ihrer Meinung einfach nicht dort hingehört. Mit ihrer Psychiaterin Frau Dr. Wolff kann sie auf Anhieb keine Verbindung aufbauen, bis die Ärztin ihre neue Assistentin Parker mitbringt. Cara fühlt sich erstmals von Parker verstanden und öffnet sich.

 

6 Monate später erzählt uns die Autorin die Geschichte von Miranda, welche ebenfalls Psychologie studiert und die mit ihrem Freund Seth in die kürzlich geschlossene Psychiatrie Finsterhoven einsteigt. Das stellte sich mir doch von Anfang an die Frage, wieso „Finsterhoven“ geschlossen wurde?

Als die die geschlossene Abteilung betreten, tritt das ein, womit Miranda wohl nie gerechnet hat. Seth wird niedergeschlagen und Miranda bleibt hinter verschlossener Tür in der Psychiatrie gefangen.

„Willkommen in der Jugendpsychiatrie.

Ich wünsche dir einen angenehmen Aufenthalt.“ (Pos. 627)

Von da an, schafft es Jeidra Rainey den Leser zum Überlegen anzustiften, was dort mit Miranda passiert. Wer tut ihr das an? Und wieso?

 

Als der Name eines Mitpatienten von Cara genannt wird, fand ich schnell eine Verbindung zwischen Cara und Parker, aber dieser Name brachte mich auch bei diesen beiden Erzählsträngen überhaupt nicht weiter. Bei Miranda schaffte es die Autorin durch gezielte Wortwahl mich total zu verwirren, so dass ich hinsichtlich des Täters gar keine Vermutung anstellen konnte.

Durch den ständigen Wechsel der drei Perspektiven und sehr knackigen Kapitel konnte mich die Autorin sehr zum Weiterlesen animieren.

Durch die vielen undurchschaubaren Gegebenheiten hätte ich niemals aufhören können mit diesem Buch. Ich war sehr gespannt auf das Ende.

 

Dieses kam auf jeden Fall überraschend daher, mag aber Geschmackssache sein.

In der Hinsicht bin ich sehr gespannt auf andere Meinungen.

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Ich fand das Ende gut, im Großen und Ganzen auch passend zur Story, aber ein Punkt erschien mir etwas unrealistisch. Diesen Punkt habe ich mir aber nur notiert, weil die Autorin über die gesamte Story sehr authentisch und realistisch geschrieben hat.

Und für den perfekten Bogen hätte ich zum Ende hin gern noch etwas mehr von ein, zwei Nebencharakteren gelesen. Die letzten Kapitel schossen sich doch sehr auf die drei Hauptcharakter Cara, Parker und Miranda ein.

 

Mein Fazit

Ein Jugendthriller, der meiner Meinung nach auch super für Erwachsene zu lesen ist. Die Charaktere sind Jugendliche, aber die Geschehnisse und die Story passen zu Jedermann. Ich mag diese Atmosphäre in ihren Büchern einfach sehr gern. Und ihre Ideen sind genau mein Beuteschema: Psychiatrie, Geheimnisse, ein wenig Action und ein unvorhersehbares Ende, sowas brauch man einfach ab und zu.

Für alle Fans ihrer anderen Bücher ein Muss und für Leser, denen die Bücher der Autorin noch nicht bekannt sind, wäre „Finsterhoven“ ein super Startschuss.