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Der Ruf der Trommel
Diana Gabaldon
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Von ferne klingt ein Lied (Sturmzeiten, #2)
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The Monster Man of Horror House: Roman
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Fireman: Roman
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Tess: Roman
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Dornen des Glücks (Das Erbe von Foxworth Hall, #3)
Michael Görden, V.C. Andrews
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Hängt alle anderen 50er ab

50 Pieces for Grey - A.M. Arimont

Inhaltsangabe

Die junge Prostituierte Ann schlägt sich auf der Straße durch, als sich ihr die Chance eröffnet, für eine Callgirl-Agentur zu arbeiten. Unerwartet wird sie nach kurzer Zeit von deren wichtigstem Kunden angefordert – Alex Cotrell, ein reicher und mächtiger Geschäftsmann. Ann kann nicht glauben, dass er ausgerechnet sie ausgewählt hat und fühlt sich geschmeichelt, ahnt jedoch nicht, dass Alex spezielle Vorlieben und ein düsteres, blutiges Geheimnis hat. Für Ann hat Alex sich einen ganz besonderen Verwendungszweck überlegt, doch alles kommt anders.

 

Achtung: enthält drastische Gewaltszenen und sexuelle Inhalte. 

 

Meine Meinung

Wer sich nach der Warnung hinsichtlich der sexuellen Gewaltszenen anfänglich noch nicht sicher ist, sollte dies sehr schnell nach dem Prolog entscheiden können.

Mein absoluter Makel beim Lesen fast aller Bücher ist es allerdings, jegliche Inhalte eines Prologs zu verdrängen. So war es auch hier. Los ging es für mich, als das erste Mal der Name Ann erschien.

 

Ann lebt das abgefuckte Leben einer Prostituierten. Kennenlernen tun wir sie an ihrem Blowjob- Day. In Bahnhofnähe gibt sie alles für Lau, um sich ein einigermaßen erträgliches Leben leisten zu können.

Der einzige Lichtblick in ihrem Leben wird sehr schnell klar.

Ihre Freundin, Kollegin und WG-Partnerin Jessy.

Trotz der kurzen Sequenzen, welche das Miteinander der beiden beleuchtet, kann der Autor die zwischenmenschliche Beziehung sehr gut in Szene setzen.

Ein großer Freundschaftsbeweis zeigt sich, als es eine lautstarke Ankündigung ihres Zuhälters gibt. Auf wenigen Seiten überschlagen sich die Vorfälle in der Mädelswohnung nur so. Um Schlimmeres zu vermeiden, verschafft Jessy ihrer Freundin eine Möglichkeit zu fliehen. Ann schließt die Tür hinter sich und weiß nicht, ob sie ihre beste Freundin jemals wiedersehen wird.

 

Den Zeitsprung, den der Autor dann ansetzt, war optimal.

11 Monate später

Ann hat den Absprung geschafft. Vom Bahnhofsviertel in eine schicke Callgirl- Agentur. Verdutzt wirkt Ann, als ihre Chefin ihr den neuen Job beziehungsweise ihren neuen Kunden vorstellt. Alex Cotrell!

Der Geschäftsmann lädt Ann zu sich ein. Ann wird konfrontiert mit einer Welt, die ihr bisher nicht zugänglich war.

 

Klar ist Cotrell ist speziell!

Ungern möchte ich auf eine euch eventuell bekannte Reihe zurückgreifen, aber auch in diesem Buch betreten wir ein Spielzimmer.

Alex bringt Ann seine spezielle Vorliebe näher und zack nur eine Seite weiter und der Autor hat mich fast vom Hocker gerissen. Bei dieser ganz besonderen und wegweisenden Szene wusste ich nicht, welche Emotion ich zuerst zulassen soll.

Ich war schockiert, gespannt und musste auch ein wenig schmunzeln.

 

Denn diese junge Frau durchkreuzt den Plan des erfolgreichen, geheimnisvollen Mannes. Er will Ann plötzlich für längere Zeit buchen und dieser seltsamen Situation auf den Grund gehen.

 

Da dieser Redrum Cuts Band lediglich 127 Seiten besitzt, möchte ich nicht zu viel vorweggreifen. Daher nur noch kurz etwas zum Ende.

Ein Buch aus dem Genre brauch ein Finale.

Dieses Werk bot mir persönlich zwei actionreihe und überraschende Showdowns.

 

Mein Fazit

Eine scheinbar bekannte Story ganz neu und besser!

A.M. Arimont konnte mich von Anfang an abholen.

Ich saß mit Ann in der Limousine und war gespannt auf das, was auf uns wartet, sobald der Wagen hielt. Lesetechnisch habe ich absolut nichts zu meckern. Beim Lesen spürt man, wie rasant der Autor den Spannungsbogen aufgebaut hat.

Das Ende konnte mich überraschen, nahezu begeistert zurücklassen.

 

Aber tatsächlich stand meine Bewertung erst nach dem Lesen des Nachwortes fest.

Vielen Dank an den Autor für diesen Einblick und ein noch größeres Danke für das, was im Endeffekt im Buch gelandet ist.

Tolle Grundidee, aber da geht mehr

Die Party: Thriller. Wer Glück hat, stirbt als Erster - Jonas Winner

Inhaltsangabe

Es ist der 31. Oktober – Halloween: Zehn Jugendfreunde freuen sich auf ein Wiedersehen nach vielen Jahren. Brandon, der elfte im Bund, hat sie alle in einen Glasbungalow geladen, der sich auf einem Felsplateau hoch über dunklen Wäldern erhebt. Auf dieser Party will Brandon die Zeit der achtziger Jahre aufleben lassen – was damit beginnt, dass alle ihre Handys abgeben müssen. Doch als die Freunde begrüßt werden, überschlagen sich die Ereignisse. Aus einem vermeintlichen Schockeffekt wird tödlicher Ernst: Ein Kronleuchter löst sich von der Decke und begräbt den Gastgeber unter sich. Ein tragischer Unfall. Oder? In diesem Moment wird der Gesellschaft klar: Unter ihnen ist ein Killer. Die Party beginnt…ihre letzte Party! 

 

Meine Meinung 

Das diesem Klappentext ein düsteres Geheimnis zu Grunde liegt, das wird allen Lesern von Anfang an klar sein.

 

Brandon veranstaltete im Jahre 1986 eine Halloweenparty und viele seiner Schulfreunde feierten verkleidet mit ihm. In dieser Nacht passierte jedoch etwas. Nach dieser Party haben sich die Schulkameraden so gut wie nicht mehr gesehen.

30 Jahre später erhalten zehn seiner damaligen Schulfreunde eine Einladung von Brandon. Wieder möchte er mit ihnen eine Halloweenparty veranstalten.

 

Zu Beginn des Buches bekommt man einen knappen, aber ausreichenden Einblick in die Persönlichkeiten der Gäste. Unter den Gästen sind alte beste Kumpels, aber auch ein Pärchen, welches nach der Halloweennacht des Jahres 1986 getrennte Wege ging. Für mich steckte in den vielen, sehr unterschiedlichen Figuren auf jeden Fall Potenzial. Auf den ersten Seiten verbarg Brandon selbst natürlich das größte Geheimnis.

Wie im Klappentext allerdings bereits nachlesbar, erfährt man aus seiner Sicht zu wenig, da es bei der Begrüßung einen fatalen Unfall gibt. Hier wird mir persönlich schon wieder zu viel in der Inhaltsangabe verraten, denn dieser Punkt wäre es toller Überraschungsmoment beim Lesen gewesen.

 

Als sich alle Gäste auf zu Brandons Party machen und schließlich am Fuße des Berges ankommen, auf dessen Spitze sich das fulminante Glashaus befindet, beginnt der unabwendbare Schrecken für die Freunde.

Brandon plant eine 80er Revival-Party und vor 30 Jahren gab es keine Handys.

Diese sollen die geladenen Gäste abgeben.

Neben dem Glashaus, war dies für mich ein weiterer Punkt, der das typische Thrillerszenario andeutete. Abgeschiedenheit, kein Telefon und zum Schluss konnte der Weg zum Haus nur mit einer Fähre, welche einen Fluss überquert, passiert werden. Bis hier hin war ich sehr neugierig, was im Haus auf mich und die Gäste wartet. Im Haus angekommen geht es nach Brandons Unfall Knall auf Fall weiter.

Die Gäste werden mit einer erschreckenden Videobotschaft konfrontiert und die Party nimmt seinen Lauf.

 

Zu diesem Zeitpunkt erinnerte mich die Story zum Teil an einen klassischen amerikanischen Horror-Streifen, gepaart mit gut gewählten Sequenzen ähnlich der Filmreihe SAW. Damit konnte mich der Autor bis zur Hälfte des Buches auf jeden Fall sehr gut unterhalten. Ich konnte rätseln, lachen und es gab immer wieder Überraschungen.

 

Im zweiten Teil des Buches baut der Autor Rückblicke in die Vergangenheit ein. Passte gut, da man so mehr über Brandons Geschichte erfahren konnte.

Allerdings kommt hier auch nach und nach ein Geheimnis an die Oberfläche, welches meiner Meinung nach die Geschichte in Zwei gerissen hat. Thematisch für mich vollkommen aus der Luft gegriffen und daher konnte mich die zweite Hälfte nicht mehr fesseln.

Ich war zwar gespannt, wie Jonas Winner den Bogen schlägt, und fand es im Endeffekt auch gut gemacht. Aber für mich sind behandeln beide Teile im Buch unterschiedliche Themen.

 

Allerdings muss ich an dieser Stelle hinzufügen, dass sich jeder Leser eine eigene Meinung bilden sollte. Dies mag Geschmackssache sein und als Horrorfilmliebhaber, habe ich mir nach dem tollen Beginn wahrscheinlich eine ganz andere Story im Kopf zusammengebaut. Zudem sollten sich Leser aufgrund der vielen Figuren auf konzentriertes Lesen einlassen können. Ich muss stellenweise auch stark überlegen, wer nun gerade von uns gegangen ist und wer noch um sein Leben kämpft.

 

Mein Fazit

Jonas Winner konnte mich nach „Murder Park“ mit gewissen stilistischen Mitteln wieder fesseln. Aber die Story verlief sich im zweiten Abschnitt für mich zu stark in eine ganz andere Richtung. Mein Lesefluss entwickelte sich von „gespannt die Seiten umblättern, was noch kommt“ in „okay, schauen wir mal, wie es endet“.

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf mehr vom Autor.

80er Jahre Fans kommen musikalisch und filmtechnisch hier übrigens voll auf ihre Kosten.

 

Die Mitford- Schwestern gab es wirklich

Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht: Roman (Mitford-Schwestern, Band 1) - Jessica Fellowes, Andrea Brandl

Inhaltsangabe

London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Krieges jeder etwas zu verbergen hat. 

 

Meine Meinung 

Dass es diese Schwestern tatsächlich gab, wurde mir erst in der Leserunde bei Lovelybooks durch andere Mitleser bewusst. Die Mitfordfamilie war, wie bereits im Klappentext angekündigt eine skandalumwitterte Familie in England. Nach dem ersten Band kann ich da noch nicht ganz mitgehen, aber ein wenig Recherche mit einem abrupten Abbruch, aus Angst mich zu spoilern, verriet mir, dass da noch einiges auf die Leser der Reihe zukommen wird und ich freue mich allein aus diesem Grund schon sehr auf die Fortsetzung. Nun aber vorerst meine Meinung zum Reihenauftakt mit dem Titel „Unter Verdacht“. Der Titel wurde hier sehr gut gewählt, denn Mittelpunkt in dem Roman nimmt der Mord an einer Bekannten Frau der Familie Mitford ein.

„Es war das letzte Mal, dass Florence Nightingale Shore lebend gesehen wurde.“

(S. 15)

 

Zu Beginn lernt man als Lesern zwei der Hauptcharakter im Buch kenne. Zum einen ist das Louisa Cannon, welche aus ärmlichen Verhältnissen entstammt und aufgrund einer familiären Gefahr nach einer Lebensveränderung trachtet. Und zum anderen Nancy Mitford, die älteste der Schwestern im Hause Mitford.

Dank einer gemeinsamen Bekannten kommt es dazu, dass Louisa die Chance erhält im Hause Mitford als Kindermädchen angestellt zu werden. Für die junge Frau geht ein Wunsch in Erfüllung. Sie ist nun vor ihrem gewissenlosen Onkel in Sicherheit, muss allerdings ihre schwache Mutter zurücklassen.

 

Durch Louisa’s Flucht aus dem Elternhaus und dem Start der Ermittlungen um den Mord an Florence Nightingale Shore kommen noch zwei männliche Charaktere in die Geschichte dazu. Guy Sullivan und sein Kollege Harry Conlon. Beide sind Angestellte der Bahnpolizei und wirken noch recht tollpatschig in ihrem Job. Da der Mord in einem Zugabteil stattgefunden hat, sind sie an den Untersuchungen beteiligt.

Unter den bisher vorgestellten Figuren bahnt sich auch eine Liebesgeschichte an. Ich persönlich fand sie ganz süß. Die Autorin ließ den Part nebenher laufen und beließ das Augenmerk auf den Titel „Unter Verdacht“.

 

Kamen mir im Großen und Ganzen das Setting London und die Zeit der Goldenen Zwanziger ein wenig zu kurz, so konnte die Autorin mich bei der Ermittlungsarbeit doch fesseln. Die Voraussetzungen vor fast 100 Jahren waren natürlich ganz anders und meistens erschien die Arbeit der Polizei als sehr primitiv. Aber es war eine andere Zeit und für uns ist die damalige Polizeiarbeit heute wohl kaum noch denkbar.

 

Mehr zu den ganzen Verstrickungen unter den ganzen Figuren im Buch möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten. Um auf den Rätsels Lösung zu kommen, brauch es einiges an Zeit. Aber Jessica Fellowes legt sehr gekonnte Fährten und konnte mich persönlich mit einem sehr überraschenden Ende begeistern.

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Für den zweiten Teil wünsche ich mir ein bisschen mehr Feeling hinsichtlich der Zeit und auch des Settings. Nicht nur London kam mir etwas zu kurz, auch das Anwesen der Mitfords erscheint mir nach dem ersten Band noch vollkommen fremd. Im ersten Band hat sich die Autorin wirklich sehr auf die Figuren gestürzt und die Atmosphäre drum herum ein wenig schleifen lassen.

 

Mein Fazit

Die überraschende Wende, der Schreibstil und vor allem die Aussicht darauf, dass die Folgebände wohl noch einiges mehr an Skandalen mit sich bringen werden, lässt mich freudig auf den zweiten Band der Reihe warten.

Ich freue mich eine weitere Schwester kennenzulernen. Zudem bin ich gespannt, welchen Zeitsprung die Autorin einbauen wird, da Nancys jüngere Schwestern doch noch sehr kindlich sind in dem ersten Teil. Und ein dritter Punkt auf den ich gespannt bin, ist wie viel Wirklichkeit die Autorin mit Fiktion vermischen wird.

Familie Lejongård lüftet weitere Geheimnisse

Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis: Roman (Die Löwenhof-Saga, Band 2) - Corina Bomann

Inhaltsangabe

Südschweden, 1931. Mathilda ist 16 und nach dem Tod ihrer Mutter Waise. Völlig überrascht steht sie plötzlich der beeindruckenden Agneta Lejongård gegenüber. Die ihr unbekannte Gutsherrin ist ihr Vormund und nimmt sie mit auf den Löwenhof. Mathilda ahnt nicht, dass Agneta ihre Tante ist. Und noch bevor sie die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt, bricht in Europa ein neuer Krieg aus. Das Leben auf dem Löwenhof verändert sich für immer, und Mathilda muss auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück ganz neue Wege gehen. 

 

Meine Meinung 

An erster Stelle ein ganz großes Lob an die Sprecherin Karoline Mask von Oppen.

Wer sich noch unsicher ist, ob er zum Buch oder zum Hörbuch greift, sollte den Hörbuchgenuss nicht außer Acht lassen.

Die Sprecherin haucht sowohl Mathilda, als auch der Geschichte so viel Leben ein.

Interessant ist auch, dass für jeden Teil der Reihe eine andere Sprecherin gewählt wurde. Agneta im ersten Band wurde von Nora Jokhosha gesprochen und hat mir auch sehr gut gefallen.

 

Seit dem Ausgang des ersten Bandes sind 16 Jahre vergangen.

So glücklich wie Band 1 endete, so traurig beginnt der zweite Teil der Reihe. Die junge Mathilda verliert ihre Mutter, welche man bereits aus Band 1 kennt und wird zur Waise. Sie sieht sofort ihr zukünftiges Leben den Bach hinunter gehen, möchte sie doch mit Paul glücklich werden und mit ihm gemeinsam ein Möbelhaus eröffnen. Bei der Testamentseröffnung ihrer Mutter erwartet Mathilda dann eine überraschende Wendung ihres Schicksals. Vor ihr steht Agneta Lejongård, zu deren Mündel sie werden soll. So kommt es, dass wir als Hörer/Leser gemeinsam mit Mathilda zurück an den Löwenhof kehren.

 

Dort wird Mathilda allerdings nicht von allen herzlich empfangen. Agneta’s Söhne Ingmar und Magnus reagieren sehr unterschiedlich auf die neue Bewohnerin des Hauses. Vor allem der ruhige Magnus hat im Verlauf des Buches noch einiges in petto. Seinen Unmut gegenüber Mathilda konnte ich von Anfang bis Ende nicht verstehen und durch sein nicht nachvollziehbares Verhalten nimmt er sehr schnell die Rolle des unsympathischsten Charakters ein. Sein Verhalten habe ich während des Hörens auf Eifersucht geschoben, ob es wirklich so ist, wird in diesem Teil nicht bestätigt.

 

Ansonsten gibt es einige Wiedersehen mit bereits bekannten Hausangestellten, was mir an Buchreihen immer besonders gut gefällt. Wie bereits im ersten Band herrscht unterschwellig eine geheimnisvolle Stimmung. Sobald man den ersten Band der Reihe kennt, ist man Mathilda hier im Vorteil. Man ahnt, mit welcher Wahrheit sie im Verlauf konfrontiert wird, kann lediglich ihre Reaktion nicht abmessen.

 

Auch im zweiten Teil darf es nicht an Liebe, Intrigen, Geheimnissen und Schicksalsschlägen mangeln und das tut es auch nicht. Corina Bomann zeigt ihr Händchen diese Geschichte fortzusetzen. Als Hörer/Leser hat man durch etwas größere Zeitsprünge auch das Gefühl im der Story voran zu kommen.

 

In diesem Band schlittert man als Hörer/Leser in die Zeit des 2. Weltkrieges hinein. Einige interessante Themen schneidet die Autorin in ihrer Geschichte an, aber konstant bleibt die Geschichte um Mathilda und Agneta auf dem Löwenhof im Fokus. Gerne hätte ich noch ein wenig mehr von der Rolle Schwedens in dieser Zeit erfahren, aber das war nicht das Vorhanden von Corina Bomann und daher werde ich schauen, ob sich dazu vielleicht andere Lektüre finden lässt.

 

Was mir während des Lesens immer gefehlt hat, war ein zeitlicher Überblick. Die Autorin versucht die Jahreszahlen geschickt zu umgehen und als Hörer/Leser aber ich versucht mich sehr stark auf den Jahreszeitenwechsel und den Jahresübergang durch die Silvesterfeier zu orientieren. Enden tut dieser zweite Teil der Löwenhof Saga im Mai 1945 und mit dem Weg der Sonne.

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Hinsichtlich eines Punktes wählte die Autorin ebenfalls eine andere Herangehensweise, wie ich es mir gewünscht hätte. Im ersten Band lernen wir einen Mann kennen, der im zweiten Band nochmal eine sehr interessante Rolle gespielt hätte, leider nur in der dritten Person erwähnt wird und keinen eigenen Auftritt mehr hat.

 

Mein Fazit

Auch Band 2 konnte mich mitnehmen an den Löwenhof. Corina Bomann konnte mich wieder durchgängig mit Interesse an der Geschichte packen. Ein großes Lob ist auch in meinem Fazit der Sprecherin zu zukommen, welche mir die Geschichte wirklich sehr schön vorgetragen hat.

Mit Aussicht auf den dritten und letzten Band der Reihe bin ich gespannt auf die Protagonistin, die Zeit in der das Buch spielen wird und auf die Ereignisse, die auf die Familie Lejongård warten.

Castle Rock hautnah

In einer kleinen Stadt "Needful Things" - Stephen King, Christel Wiemken

Inhaltsangabe

Eine Kleinstadt gerät außer Kontrolle

Der Zugereiste Leland Gaunt eröffnet den Laden „Needful Things“. Die Kunden finden dort Raritäten, mit denen sie ihre geheimen Sehnsüchte und Wünsche erfüllen. Aber alles hat seinen Preis: Neben einer symbolischen Bezahlung verlangt Leland von ihnen, anderen Einwohnern harmlose Streiche zu spielen. Bald schon eskaliert der Spaß, und in Castle Rock herrscht das blanke Chaos... 

 

Meine Meinung 

Da sich ein paar Leserinnen für diesen Roman zu einer Leserunden zusammengeschlossen hatten, ließ ich Kings Chronologie nochmal aus den Augen und sprang vom Jahr 1982 ins Jahr 1991, den hier erschien das Buch „In einer kleinen Stadt“, welches auch unter dem Namen „Needful Things“ bekannt ist.

 

Erwartungen an das Hörbuch hatte ich keine großen, außer natürlich, dass es gefällt. Vom Kontext her hatte ich keine Ahnung, was es mit Needful Things auf sich hat. Ich wusste lediglich, dass es in diesem Werk zurück in das beschauliche Städtchen Castle Rock geht, und dort halte ich mich ziemlich gerne auf.

 

Der Einstieg in dieses Buch ist ganz King-like nahezu perfekt. Als Hörer/Leser wird man sofort wieder in diese spürbare Energie des kleinen Städtchens hineingezogen. Gemeinsam mit dem elfjährigen Brian Rusk erkunden wir die Stadt und plötzlich fällt uns dieser neue Laden auf.
ERÖFFNUNG DEMNÄCHST!

Brian vermutet einen ganz gewöhnlichen Trödelladen dahinter, doch sehr schnell wird ihm klar, dass dies ein besonderer Laden ist.

 

Leland Gaunt, der Besitzer des Needful Things begrüßt Brian als ersten Kunden in seinem Laden. Stephen King erschafft hier wieder einen sehr interessanten Charakter. Mr. Gaunt erscheint auf der einen Seite unheimlich nett, auf der anderen Seite aber einfach nur unheimlich. Er weiß Dinge von jedem einzelnen Bewohner der Stadt. Mit der Zeit betreten einige davon seinen Laden und der Autor bringt die Geschichte nach und nach ins Rollen.

Neben dem kleinen Brian Rusk sind es Sheriff Alan Pangborn und Schneiderin Polly Chalmers, welche der Story einen tieferen Sinn geben. Beide Figuren erzählen nicht nur ihre Geschichte hinsichtlich Mr. Gaunt, sondern beide tragen ein Geheimnis mit sich herum, welches tief in ihnen an ihrer Seele nagt.

 

Im Verlauf der Geschichte dreht sich alles um den neuen Laden, aber auch um die Beziehungen der Anwohner Castle Rocks untereinander. Seitdem Leland Gaunt in der Stadt ist, geschehen seltsame Dinge. Ich bezeichne es als Streiche, welche einen mehr oder minder langen Rattenschwanz nach sich ziehen.

Hier beweist King, dass er diese zielgenauen Verflechtungen von Handlungselementen einfach beherrscht.

Als Hörer/Leser ist man mittendrin, lernt gefühlt jeden Bewohner der Stadt kennen und verfolgt die einzelnen Geschichten hautnah mit.

 

Wieder erschafft King vor allem durch Leland Gaunt eine düstere Atmosphäre.

Der Mann scheint zwei Gesichter zu haben und zeigt diese auch.

An dieser Stelle kann ich allen das Hörbuch zum Buch empfehlen.

David Nathan setzt den Bösewicht Gaunt nahezu perfekt in Szene, so dass mir der ein oder andere Schauer über den Rücken zog, wenn er in Aktion war.

 

Und beim Hören die ganze Zeit die Frage, wer kommt dem mysteriösen Besitzer auf die Schliche?

 

„Das habe ich nicht getan. Ich habe gehandelt, wie ich es immer tue. Ich zeige den Leuten, was ich zu verkaufen habe – und lasse sie dann selbst entscheiden.“

(S. 846)

 

Die Ausgänge seiner Romane sind nicht immer nach meinem Geschmack. Hier bin ich sehr zwiegespalten. Der Kontext um Mr. Gaunt war nicht ganz meins, dafür der, der anderen Figuren umso mehr.

Action könnt ihr auf jeden Fall erwarten, denn ein Spannungsbogen kann Stephen King auf jeden Fall anbringen. Beim Hören prasselten die kurzen Kapitel am Ende nur so auf mich ein. Lesend verspricht dies ein schnelles Umblättern im Buch.

 

Eine kleine Macke, die hoffentlich noch andere KingLeser teilen, ist, dass sich mir in jedem seiner Bücher ein Name eines Charakters besonders festsetzt.

Bei „In einer kleinen Stadt“ ist es eindeutig Andy Clutterbuck.

Klingt förmlich nach einem Mantra oder?

 

Weitere Beispiele

Carrie – Sue Snell

Shining – Dick Hallorann

The Stand – Randall Flagg

F, S, H und Tod – Kurt Dussander

 

Mein Fazit

Den Gerüchten zu Folge stellt dieser Roman das Ende des Castle Rock Zyklus dar. Da ich ein paar Bücher übersprungen habe, werde ich in STARK nochmal nach Castle Rock zurückkehren und ja, ich freue mich drauf. Der Autor hat für Fans hier ein beschauliches Städtchen erschaffen. Eigentlich könnten hier doch alle Geschichten spielen oder was meint ihr?

Ihr ward noch nicht in Castle Rock?

Dann aber schnell!

Ich kann euch auch dieses Buch vom King empfehlen.

Wer allerdings Leland Gaunt in realer Aktion erleben möchte, der sollte wie ich zum Hörbuch greifen.

Deutsche Geschichte grandios verpackt

Flug der Träume: Roman - Ariel Lawhon, Annette Hahn

Inhaltsangabe

Eine Gruppe von Passagieren wird im Mai 1937 zur Schickalsgemeinschaft. Der letzte Flug der Hindenburg und sein tragisches Ende markieren das Ende einer Ära. Ariel Lawhon entfaltet eins der größten Rätsel des 20. Jahrhunderts und erzählt von dieser Reise mit einer emotionalen Intensität, die noch lange nachwirkt.

Am Abend des 3. Mai 1937 gehen in Frankfurt 97 Menschen an Bord des Zeppelins Hindenburg, für den letzten, schicksalhaften Flug nach Lakehurst, New Jersey. Unter ihnen eine ängstliche Stewardess, die etwas zu verbergen hat, der zuverlässige Navigator, der ihre Zuneigung gewinnen will, ein naiver Kabinenjunge, der eine dauerhafte Position im größten Luftschiff der Welt anstrebt, eine vorlaute Journalistin, die in Deutschland auf einer schwarzen Liste steht, und ein geheimnisvoller amerikanischer Geschäftsmann, der eine offene Rechnung begleichen möchte. Im Laufe der drei champagnerseligen Tage ihrer Reise lichtet sich allmählich der Dunst um ihre Lügen, Ängste, Pläne und Hoffnungen für die Zukunft. 

 

Meine Meinung 

Wer meinen Blog ab und zu verfolgt, der hat mit der Zeit mitbekommen, dass ich mich unheimlich für geschichtliche Aspekte interessiere. Gerne auch im Sachbuchformat, aber vor allem mittels historischen Romanen.

 

Da musste ich nicht lang überlegen, als dieses Buch in unserer Leserundengruppe vorgeschlagen wurde. Das größte Luftfahrzeug der Geschichte, welches nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt wurde, war mir bis dato natürlich ein Begriff, aber als Bescheid wissen, konnte ich es nicht bezeichnen.

Dieser Punkt sieht nun nach dem Lesen ganz anders aus.

 

Als >>Titanic der Lüfte<< ging sie in die Geschichte ein und Kenner bringen das Datum des 6. Mai 1937 mit der Hindenburg in schreckliche Verbindung.

Ein tragischer Tag für die Luftfahrt, aber auch für viele Menschen auf der ganzen Welt.

 

Der Roman von Ariel Lawhon, eine Autor, deren Name man sich auf jeden Fall merken sollte und von der ich mir noch viele weitere Bücher erhoffe, startet drei Tage vor dem großen Unglück.

Am 3. Mai 1937 gehen 97 Menschen (36 Passagiere, 61 Crewmitglieder) an Bord und erhoffen sich eine 3-tägige, reibungslose und entspannte Überfahrt nach Lakehurst, New Jersey, USA.

Im Fokus der Geschichte stehen zwei Flugpassagiere und drei Besatzungsmitglieder der Hindenburg, welche bereits kurz, aber prägnant im oben eingefügten Klappentext vorgestellt werden.

Um jedem Leser von der Geschichte rein gar nichts vorweg zu nehmen, möchte ich an dieser Stelle nur verraten, dass alle fünf Perspektiven über das gesamte Buch hinweg fesseln. Jede Sichtweise mal mehr und mal weniger, aber im Großen und Ganzen erzählt jede Figur eine geheimnisvolle oder spannende Geschichte.

Konnten mich anfänglich vor allem die junge Stewardess Emilie und der Navigator Max überzeugen, rückten zur Mitte des Romans vor allem der Kabinenjunge Werner und die Journalistin Gertrud in meinen Fokus.

 

Der Aufbau des Buches gefiel mit super. In sehr regelmäßigen Abständen wechseln die Kapitelüberschriften, welche gleichzeitig die Perspektive der Stewardess oder zum Beispiel des ominösen Amerikaners ankündigen. Die einzelnen Abschnitte haben anfänglich eine sehr gute Länge, um die Charaktere besser kennen zu lernen und einzuschätzen. Gegen Ende nutzt Ariel Lawhon einen so rasanten Wechsel der Erzählperspektive, dass mir förmlich schwindelig wurde, aber eine spürbare Spannung produziert wird, die den großen Showdown ankündigt.

 

Neben den Ereignissen um die Personen schafft es die Autorin dem Leser das Luftschiff näherzubringen. Egal ob Details zu technischen Daten oder zur Einrichtung und Aufteilung des Zeppelins, hier werden sämtliche Fakten erklärt und fließend in die Geschichte eingebracht.

Über die Beantwortung folgender Fragen bin ich im Nachhinein unheimlich dankbar:

Warum flog dieser Zeppelin mit 200.000m3 entflammbarem Wasserstoff durch die Luft?

Wie fanden 97 Passagiere und die Besatzung darin Platz?

Wie war der Alltag auf diesem Luftriesen?

Was bedeutet die Nummer 091091-K-455(-)6(-)8 auf einer militärischen Erkennungsmarke?

Und wie viel Zeit benötigte es, dass die Hindenburg ausbrannte?

 

Ob die Autorin mit ihrer Geschichte den wahren Grund für die Zerstörung der >Hindenburg< gefunden hat, werden wir wohl nie erfahren. Dies bleibt eine unbeantwortete Frage.

 

In dieser Rezension möchte ich mal wieder erwähnen, wie wichtig es ist, auch das Nachwort bzw. die Anmerkungen von Autoren zu lesen. Ariel Lawhon berichtet, dass sie in ihrem Buch einzelne reale Begebenheiten eingearbeitet hat. Zum Beispiel sind einzelne Personengeschichten nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern in Wirklichkeit so geschehen. Einige der fünf Figuren lebten wirklich und gingen an dem Tag im Mai 1937 tatsächlich an Bord des Luftschiffes.

Lediglich die Verflechtungen der Geschichte selbst bezeichnet die Autorin als ihren Versuch einer Theorie zum Absturz des Zeppelins.

 

Mein Fazit

Für mich ein Buch, dessen Geschichte ich für lange Zeit verinnerlichen werde.

Der Unglückstag des größten Luftschiffes aller Zeiten ging in die Geschichte ein und für die heutige Generation ist es kaum vorstellbar, dass solche Gewalten vor 80 Jahren durch die Lüfte flogen. Auch für mich ein besonderer Teil in der Geschichte der Luftfahrt und ein Denkmal gegenüber den 36 Toten, welches nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Für dieses Buch würde ich wohl fast jedem Leser unter euch eine Leseempfehlung aussprechen. Und ich kann in keinerlei Hinsicht verstehen, dass diesem Buch in der großen Leserschaft bisher so wenig Beachtung zugekommen ist. Unbedingt lesen!

Ich mag den Stil von Martin Krist gern

Stille Schwester: Der zweite Fall für Kommissar Henry Frei (Die Henry Frei-Thriller 2) - Martin Krist

Inhaltsangabe

DU BIST GLÜCKLICH? BALD BIST DU TOT!
Seit Monaten treibt ein Serienkiller sein perfides Spiel in der Hauptstadt: Auf heimtückische Weise erdrosselt er die Frauen, verwandelt ihre Leichen in groteske Kunstwerke. Es gibt keine Verbindung zwischen seinen Opfern. Er hinterlässt keine Spuren. Kommissar Henry Frei und sein Team stehen vor einem Rätsel.

Die Beziehung von Rebecca und Andreas könnte glücklicher nicht sein. Bis sie seinen Lügen auf die Schliche kommt. In ihr keimt ein furchtbarer Verdacht. Wer ist Andreas wirklich?

Der zweite Fall für Kommissar Henry Frei. 

 

Meine Meinung

So wie Band 1 der Reihe („Böses Kind“) endete, so lässt Martin Krist seinen zweiten Band um Henry Frei starten. Nach dem Beenden des Prologs dachte, nein, das kann er doch nicht machen. Doch kann er!

 

Wenn ich an diesen Autor denke, kommen mir sofort seinen fiesen Cliffhanger in den Sinn. Egal ob es sich da um den Prolog, um einzelne Kapitel oder um das Ende handelt, Krist weiß seine Leser konstant zu unterhalten.

 

Mittlerweile habe ich fünf seiner Bücher gelesen und rezensiert. Mit der Zeit gehe ich an seine Bücher immer sehr optimistisch heran, denn ich mag seinen Stil sehr. Der unterscheidet sich Gott sei Dank von Buch zu Buch nicht sehr, aber Martin Krist schafft es in jedem Buch noch diese spezielle Note einzubringen.

Bei „Stille Schwester“ waren es die E-Mails an Henry Frei.

„..ich schreibe Ihnen diese E-Mail, weil Sie mich getötet haben.“

(Pos. 105)

 

Also mit sowas bekommt er mich ja ganz schnell rum.

Ich hatte keine Ahnung, in welche Richtung das geht. Sehnlichst habe ich auf weitere Mails gewartet und Stück für Stück wird eine Geschichte erzählt, welche vor Hass, Neid und Sehnsucht nur so strotzt.

 

Nun aber erst einmal zu den bereits bekannten Figuren aus dem ersten Band der Reihe. Natürlich werden wir in dem Buch wieder mit Frei und seiner Kollegin Louisa Albers konfrontiert. Worauf der Autor bereits im ersten Band großen Wert legte, waren die Feinheiten der beiden Ermittler, um sie mit ihren Eigenarten kennen zu lernen und zu verinnerlichen. Der „penible, analytische und intelligente“ (Pos. 118) Henry Frei mit seiner nicht zu übersehbaren Zwangsstörung und seine junge Kollegin, welche das komplette Gegenteil von ihm ist und in diesem Band durch weg mit einer Erkältung zu kämpfen hat.

Diese Besonderheiten in der Charakteristik der Figuren sind mir in diesem Band noch deutlicher ins Auge gesprungen.

Da der Fall im Band „Böses Kind“ noch nicht gelöst wurde, versuchen die beiden und ihre Team wieder alles, um den Mörder der Frauen zu finden.

In diesem Band gibt es zwei weitere Morde mit dem gleichen Schema und dennoch tappen alle im Dunkeln.

„..drei Morde, dreimal das gleiche Schema, er tötet, kündigt sein nächstes Opfer mit einem verdammten Zettel, einer verdammten Telefonnummer an.“

(Pos. 1542)

 

Alle Leser, welche das „Böse Kind“ gelesen haben, werden sich an Alanna erinnern, die verschwundene Tochter von Frei’s ehemaligem Chef und Freund Oskar Marek. Ich wäre enttäuscht gewesen, wenn dieses Thema hier nicht aufgegriffen wird.

Es geht in eine neue Runde. Neue Details. Neue Fakten.

Aber ich glaube, dass der Autor mit der Story noch nicht am Ende angekommen ist.

 

Ein Punkt, der bei Martin Krist immer wieder das Gefühl von Familie und Heimkommen verursacht, ist, dass er bekannte Personen aus anderen Büchern in die Geschichte integriert. So gibt es hier ein Wiedersehen mit dem Ermittler Paul Kalkbrenner, welcher mich erinnern lässt, dass ich da noch einiges mit ihm zu lesen habe.

 

Weiterentwickelt wird in diesem Band vor allem der Charakter Henry Frei.

Man bekommt weitere Einblicke in seine Familie, seinen Alltag und weiß ich nun noch besser zu kennen. Bei Louisa Albers tritt man ein wenig auf der Stelle. Hier erhoffe ich mir, dass sie im dritten Band bitte nicht mehr schnieft und schnottert.

 

Auf der Suche nach dem Mörder kann der Autor die Spannung zum Ende wieder stark anziehen. Es gibt einen Wow-Effekt und mal wieder ein ganz böses Ende, welches mich mit einem tippenden Finger auf der Tischplatte zurücklässt und der Frage: wann geht es weiter?

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Ein Punkt, den dieses Buch meiner Meinung nach nicht unbedingt gebraucht hätte, war die Geschichte um Rebecca und Andreas, welche bereits oben im Klappentext erwähnt wird. Herr Krist hätte die Story auch ohne diese beiden Figuren rund bekommen. Aber das ist wieder absolute Geschmackssache.

 

Und ich war tatsächlich ein wenig überrascht, dass ich dieses Buch nach 230 Seiten bereits beendet hatte.

 

Mein Fazit

„Stille Schwester“ ist eine gelungene Fortsetzung um die seltsamen Morde, welche Henry Frei versucht zu lösen. Man merkt beim Lesen sehr gut, wie viel Feinschliff der Autor seinem Hauptcharakter Frei und seiner Story verleiht.

Dank des Lesespaßes kann ich auch dieses Buch wieder weiterempfehlen.

 

Kastrierte Priester und eine verliebte Katie

Gequälte Engel: Thriller - Graham Masterton

Inhaltsangabe

Welches Geheimnis verbirgt die katholische Kirche von Irland?

An einem kalten Frühlingsmorgen in der Grafschaft Cork finden zwei Fischer im Blackwater River den aufgeblähten Körper von Father Heaney. Hände und Füße sind gefesselt und um den Hals trägt er die Würgemale einer Garrotte. Zudem ist er kastriert worden. 
Kurz darauf wird ein zweiter Priester auf die gleiche Weise zu Tode gefoltert. 
Katie Maguire befürchtet, dass ein Serienmörder gerade erst mit seinen Taten begonnen hat… 

 

Meine Meinung 

Wer Katie Maguire bereits aus „Bleiche Knochen“ kennt, der weiß, dass ihr tote und kastrierte Priester deutlich besser stehen, als eine verliebte Blindheit.

Man gönnt der Frau als Leser ja so einiges an Glück, aber hier hat Graham ein wenig zu sehr auf rosarotes Papier gesetzt, aber dazu später mehr.

 

Nach dem Lesen des Klappentextes war ich mir noch nicht ganz sicher, ob mir die Thematik Kirche zusagt. Denn eigentlich ist das nicht mein Thema, aber der FESTA Verlag konnte mich bei „BIGHEAD“ schon einmal umstimmen.

Denn nach dem Auffinden des ersten toten Priesters und kurze Zeit später Opfer Nummer 2, wird schnell klar, dass der Autor hier weniger Wert auf die Kirche an sich legt, sondern die Story in eine blutige und von Rache getränkte Richtung fließen lässt.

 

Das erste WARUM und WER kommt einem beim Lesen sehr schnell in den Sinn, aber das stört hier nicht weiter, denn Masterton schreibt toll. Der Perspektivwechsel zwischen der ermittelnden Katie, dem Opfer und dem Täter bringt immer frischen Wind in die Geschichte. Vor 7 Jahren wurde gegen 12 Priestern wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Kein neues Thema, ich weiß, aber der Autor bestätigt diesen Missbrauch nicht einfach, sondern lässt es offen.

Fakt ist, dass sich jemand an diesen Priestern rächt. Und Graham Masterton bringt hier für mich ein paar neue Foltermethoden ein, die ich mir auf meinem privaten Zettelchen vermerke. Falls es mal zum Äußersten kommen sollte, legt euch lieber mit jemand anderem an, denn ich lese FESTA- Bücher und bin zu allem bereit.

 

Der Fall hat es in sich und die Antwort auf die gequälten Engel wird recht lang zurückgehalten, kommt dann aber mit Blitz und Donner.

 

Und dann komme ich noch mal kurz auf Katie zu sprechen. Eigentlich darf ich sie hier gar nicht allein nennen, denn da fehlt noch die zweite Hälfte des Gefühlsübels. John, den einige noch aus dem ersten Band der Reihe kennen sollten, geht Katie nicht mehr aus dem Kopf und es bahnt sich was an. Vielen stößt allein dieser Part in dem Genre schon negativ auf. Ich muss sagen, dass ich eigentlich recht menschlich auf solche Szenen reagiere, ABER womit ich ein großes Problem habe, sind starke Frauen, die sich zu Mimosen verwandeln. Eigentlich verwende ich das Wort Mimosen lediglich für Männer, aber hier muss Katie auch mal dran glauben. Sie lässt ihre starken und selbstbewussten Charakterzüge hier durch einen Mann unterbinden und das finde ich schade.

Schreiend an Katie:

„Katie zieh den Finger und sei wieder die Alte!“

 

Denn ein kleiner Hoffnungsschimmer lässt mich sehnsüchtig auf Band 3 freuen.

 

Mein Fazit

Mit dem Fall an sich und seinem exzellenten Schreibstils kann mich Graham Masterton wieder für sich gewinnen. Lediglich Katie schwächelt mir hier zu sehr. Nicht so sehr bei den Ermittlungen, sondern es ist der Privatbereich, der mir hier ein Dorn im Auge ist.

Ansonsten lässt der KT zu Band 3 hoffen, also an alle Katie-Fans, verpasst diesen Fall nicht und Amen den armen Priestern!

Das historische Schweden und seine Frauen

Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe: Roman (Die Löwenhof-Saga, Band 1) - Corina Bomann

Inhaltsangabe

Ein schwedisches Landgut, eine mächtige Familie, eine Frau zwischen Liebe und Pflicht: Die große Saga von Corina Bomann

Agneta kämpft mit den Tränen. Ein Telegramm hat sie nach Hause gerufen, ihr Vater ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Dabei hatte sie sich schweren Herzen von ihrer mächtigen Familie losgesagt und in Stockholm ein freies Leben als Malerin geführt. Eine Aussöhnung schien unmöglich. Jetzt werden ihr Titel, Glanz und Vermögen zu Füßen gelegt, sie soll das Erbe ihres Vaters antreten als Gutsherrin vom Löwenhof. Ihre Wünsche und Träume sind andere, sie sehnt sich nach einem Leben an der Seite von Michael, einem aufstrebenden Anwalt. Selbstlos stellt Agneta sich der Pflicht und Familientradition. Ihr Herz jedoch kann nicht vergessen und sehnt sich nach Liebe … 

 

Meine Meinung 

Es gibt neues von Corina Bomann. Noch dazu ist es eine Trilogie und die Autorin nimmt den Leser mit ins historische Schweden um 1913.

Für mich eine Zeitepoche, in der ich sehr gern lese, am vorfreudigsten war ich allerdings auf das Land Schweden. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich dieses unparteiische Land sehr sehr selten als Setting in meinen Büchern.

Vor allem geschichtlich war ich sehr gespannt, mit welchen Fakten die Autorin ihre Geschichte umwebt.

 

Als Protagonistin lernt man gleich zu Beginn die 28-jährige Agneta Lejongård kennen. Um als Freigeist und Malerin zu leben, verließ sie den Gutshof Löwenhof und somit auch ihr Elternhaus. In Stockholm lebt sie ihr Leben mit ihrem Freund und zukünftigem Anwalt Michael und ihrer Suffragettenfreundin Marit.

Bis ein Telegramm ihrer Mutter alles verändern soll…

 

Auf dem Gutshof hat es einen Unfall gegeben und Agneta soll unverzüglich die Reise zu ihrem Elternhaus auf sich nehmen. Scheint es für Agneta anfänglich lediglich ein Pflichtbesuch zu sein, ist für sie klar, dass sie nach dem Abschätzen der Unfallfolgen nach Stockholm und ihrem freien Leben zurückkehrt, aber auch dieses Vorhaben soll sich in Luft auflösen.

 

Der Schicksalsschlag bringt die Folge mit sich, dass Agneta Gutsherrin des Löwenhof sein soll. Für den Leser ist schnell klar, dass eine schwerwiegende Entscheidung vor dieser jungen Frau steht. Hat sie sich ihr Leben doch ganz anders vorgestellt.

Zu dem ahnt man als Leser, welches historische Ereignis bevorsteht und ich finde es für die Zeit eher ungewöhnlich, dass eine Frau das Oberhaupt eines Hauses ist. Umso neugieriger war ich auf die weitere Fortsetzung des Romans.

 

Zurück am Hof lernt man weiter Figuren kennen, welche die Geschichte in seinem Fortgang unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel Agneta’s Mutter Stella Lejongård, welche im Buch als Schneekönigin bezeichnet wird, sowie viele Angestellte des Löwenhofs. Für mich kristallisierte sich hier sehr schnell heraus, dass die Mutter keine Sympathieträgerin wird und auch welchen Angestellten eventuell eine größere Rolle in der Geschichte zugesprochen wird.

 

In einem historischen Roman darf die Liebe meist nicht fehlen, aber die Autorin würde es dem Leserpublikum zu leicht machen, wenn Agneta denjenigen lieben dürfte, dem ihr Herz gehört. Ihre Mutter sieht keine unverheiratete Frau als Herrin des Löwenhofs und schmiedet ihre ganz eigenen Pläne.

Im Verlauf des Buches ist Agneta des Öfteren gezwungen ihrer Vernunft und weniger ihrem Herzen zu folgen.

 

Des Weiteren ist dieser Roman bestückt mit vielen Geheimnissen um die Familie Lejongård, sowie weiteren Schicksalsschlägen und Überraschungsmomenten.

Der geschichtliche Aspekt, auf den ich sehr gespannt war, wird hier lediglich angeschnitten, aber Corina Bomann kann einen Ausblick geben, inwieweit Schweden sich versucht aus dem 1. Weltkrieg herauszuhalten.

Sehr reizvoll macht sie für mich das schwedische Königshaus, um den Kronprinzen Gustav VI. Adolf und seine Gemahlin Margaret, welche einige Rollen im Buch einnehmen.

 

Wer andere Bücher der Autorin kennt, wird auch im Schreibstil einen Unterschied erkennen. Allerdings kam ich auch mit ihrer historischen Seite gut zurecht.

Die Autorin findet ein ansprechendes Maß an Charakter- und Umgebungsbeschreibungen.

 

Ein Reihenauftakt wäre nicht perfekt, wenn er dem Leser nicht einige Fragen offenlassen würde. So ist es auch hier. Am Ende des Romans befindet man sich in den ersten Zügen des Jahres 1915.

Meine offen gebliebenen Fragen sind notiert und ich bin gespannt, auf welche die Autorin in den beiden Folgebänden eingehen wird.

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Zwei Punkte möchte ich an dieser Stelle meiner Rezension noch ansprechen.

Zum einen wird Agneta anfänglich als starke und selbstbewusste Frau dargestellt, haben die Veränderungen in ihrer Lebensführung dahingehend Folgen. Agneta kann ihre Stärke im Verlauf nur stellenweise ans Licht bringen. Hinsichtlich dieses Punktes bin ich gespannt, ob es ein Wiedersehen mit dieser Figur geben wird und wie ihre Charakterentwicklung fortgesetzt wird.

Wenn Liebe im Spiel ist, kommt es gelegentlich aus zu romantischen Sexszenen. Sexszenen enthält dieses Buch, aber mir gefielen die Beschreibungen leider gar nicht. Auch wenn es nur einen winzigen Teil der gesamten Geschichte ausmacht, fiel es mir sofort auf. Von Romantik keine Spur und die Beschreibungen waren meiner Meinung nach nicht ganz passend für die Zeit, in der der Roman spielt.

 

Mein Fazit

Mich macht der Auftakt der „Löwenhof- Saga“ auf jeden Fall neugierig und ich freue mich, dass die Planung der Folgebände bereits abgeschlossen ist und man als Leser nicht allzu lange auf die Weiterführung der Geschichte warten muss.

Corina Bomann schafft es interessante Figuren zu erschaffen, das Leben auf dem Löwenhof durch intensive Beschreibungen darzustellen und einen geschichtlichen Ausblick auf Schweden als Land zu geben.

Bomann Fans sollten diese Reihe in ihrem Erfahrungsschatz nicht auslassen.

Wärst du auch ein Final Girl?

Final Girls: Thriller - Riley Sager, Christine Blum

Inhaltsangabe

Sie haben die Hölle überlebt. Aber das war erst der Anfang...

Als Einzige hat die Studentin Quincy ein Massaker auf einer Party überlebt. Sie hat jede Erinnerung an damals aus ihrem Gedächtnis gelöscht und sich mühsam ein normales Leben aufgebaut. Zwei andere Frauen, Lisa und Samantha, haben ähnlich Grauenvolles durchgemacht – ein Fest für die Medien, in denen die drei als »Final Girls« bekannt werden. Doch der Horror ist noch lange nicht zu Ende: Lisa wird tot aufgefunden. Ermordet? Der Schlüssel zu allem scheint in dem Massaker in Pine Cottage zu liegen, das nur Quincy überlebte. Angestachelt von Samantha, versucht sie verzweifelt sich zu erinnern, was dort geschah... 

 

Meine Meinung 

Mit diesem Thriller trifft der Dtv Verlag und natürlich auch der Autor Riley Sager genau meinen Geschmack. Als ich das Cover sah und den zugehörigen Klappentext las, war mir das sofort klar.

Auch wenn einige bei folgender Aussage schmunzeln oder den Kopf schütteln werden, kann ich von mir sagen, dass ich die Ambitionen zu einem Final Girl hätte.

 

Im Buch selbst ist die Rede von drei Final Girls.

Jede der jungen Frauen hat ein Massaker überlebt.

Lisa überlebte ein Massaker in ihrem Studentenwohnheim.

Samantha überlebte vier Jahre später den Angriff des Sackmanns.

Und weitere acht Jahre später entkam die 19- jährige Quincy als Einzige dem Pine Cottage- Massaker.

 

Viele Jahre liegen dazwischen, aber alle drei Frauen haben ihre ganz persönliche, schreckliche Geschichte zu erzählen, werden von bösen Erinnerungen verfolgt und von den Medien als Final Girls bezeichnet, die Einzigen, die überlebten.

 

Beim Lesen fielen mir des Öfteren Ähnlichkeiten zu typischen Horrorfilmen auf.

Für mich allerdings kein Punkt, der hier negativ auffällt. Auch in den Filmen überlebt meist nur eine Figur. Und ab den ersten Szenen rätsele ich bereits immer, wer dies sein könnte. Pine Cottage erinnert mich zu dem an ein typisches Setting in einem Horrorfilm. Euch sei an dieser Stelle nochmal gesagt:

Fahrt niemals mit einer Clique in einen tiefen Wald, in eine verlassene Hütte, um euch dort mit Alkohol und Drogen die perfekte Party zu geben.

 

Quincy als Hauptfigur in dieser Geschichte gefiel mir super.

Man merkt sehr gut, dass der Autor sich vor allem bei ihrer Charakterdarstellung besonders viel Mühe gegeben hat. Es sind die Feinheiten, die ihre Person zu etwas Interessantem machen.

Seit dem Massaker von Pine Cottage kann Quincy sich an nichts erinnern. Erst als sie blutüberströmt in den Armen eines Polizisten lag, setzen ihre Erinnerungen wieder ein. Dann hat sie diese Macke Dinge zu sammeln und zu stehlen, in denen sie sich spielgelt, um sich zu vergewissern, dass sie noch da ist. Und ein fast tägliches Ritual ist die Pille Xanax mit einem Schluck Traubenschorle.

 

Der Autor wechselt in seinem Roman zwischen zwei Handlungsperspektiven.

Zum einen erlebt man als Leser mit Quincy die Zeit nach Pine Cottage, zum anderen versetzt uns der Autor 10 Jahre zurück, als die Clique um Quincy sich aufmacht zur Waldhütte namens Pine Cottage. Auch dieser Wechsel gefiel mir unglaublich gut. Den Strang in der Vergangenheit nutzt der Autor, um nach und nach Licht in Quincys Amnesie zu bringen. Gefühlt weiß man als Leser eher was gestehen ist, als Quincy selbst.

 

Aber in diesem Thriller geht es nicht nur um Quincy. Wie es der Titel verrät, geht es um alle drei Final Girls. Nach einem schrecklichen Vorfall sind sämtliche Ohren und Augen gespitzt, Gefahr liegt in der Luft.

Riley Sager spielt in dem Buch mit der Täter- und Opferrolle der einzelnen Figuren.

Sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit konnte er ordentlich für Verwirrung sorgen und trotz vieler kleiner Details einen guten Bogen schlagen.

 

„Ich will dir beibringen, ein Final Girl zu sein.“

(S. 413)

 

Hinsichtlich der Spannung konnte man einen Unterschied zwischen den beiden Zeitebenen spüren. In Pine Cottage konnte man förmlich das nahende Ende anfassen, die Luft brannte und ich wollte da einfach nicht weg. Durch die Amnesie der Hauptfigur, ist man als Leser einfach über jedes Fuzelchen von Information dankbar.

In der Gegenwart war lediglich eine Gefahr spürbar, die Seiten an sich haben sich allerdings deutlich entspannter lesen lassen. Aber dafür überzeugt der Autor in der Gegenwart mit etlichen Wendungen und Überraschungsmomenten.

 

Mein Fazit

Riley Sager stellt uns mit „Final Girls“ sein Debüt vor.

Nach diesem Thriller, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht, werde ich die Augen nach der deutschen Veröffentlichung seines zweiten Thrillers „The Last Time I Lied“ offen halten.

Dieses Buch ist für mich optisch ein absolutes Highlight.

Schlicht, mit großer Schrift und prägnanten Farben sticht einem das Cover förmlich in die Augen.

Für alle Thriller-Fans eine ganz klare Leseempfehlung.

Brodelt vor Spannung, entlädt sich aber noch nicht

Sturm der Schwerter (A Song of Ice and Fire #3.1) - George R.R. Martin

Inhaltsangabe

Die Sieben Königreiche befinden sich im blutigen Bürgerkrieg. Einer der Anwärter auf den Thron ist bereits tot, ein anderer in Ungnade gefallen, doch der blutige Machtkampf in Westeros tobt erbitterter denn je. Robb Stark, der Herr von Winterfell, leistet dem tyrannischen Haus Lennister hartnäckig Widerstand, obgleich seine Schwester als Geisel am Hof des Kind-Königs Joffrey gefangen gehalten wird. Da sehen sich die Streiter von Winterfell plötzlich einer ganz neuen Gefahr gegenüber: Aus dem Norden drängen unbekannte Kräfte zur Grenze vor…

 

Meine Meinung

  1. Band

(kann Spoiler enthalten!)

 

Gleich zu Beginn des 5. Bandes der Reihe entwickelt sich eine Hass- Freundschaft, wenn man dies so bezeichnen mag zwischen zwei Charakteren, die mir dadurch wieder mehr in den Fokus rücken. Brienne von Tarth und Jamie Lennister.  Unterschiedlicher könnten sie nicht sein und dennoch gelang durch deren Weg in Richtung Königsmund und der schnippischen Konversationen ein super Start in die Geschichte. Jedoch werden sie auf ihrer Reise aufgegriffen und dies hat vor allem für den Königsmörder schwerwiegende Folgen.

 

Robb Stark versucht weiterhin Widerstand zu leisten. Während seine Mutter auf ein Versprechen mit dem Haus Frey setzt, welche die Starks bei ihrem Kampf unterstützen wollen, bricht Robb das Versprechen. Welche Folgen dies für die Starks wohl haben wird? Dass sein Handeln folgenlos bleibt, daran glaube ich in dieser Reihe nicht mehr.

 

Wer mir in diesem Teil ein wenig zu kurz gekommen ist, wobei dafür andere Charakter und Charaktergruppen Vollgas gegeben haben, ist Arya Stark, Robb’s Schwester. Aber sie trifft auf einen alten Bekannten und lernt die Bruderschaft um Lord Beric Dondarrion kennen.

 

In Königsmund regiert weiterhin ein Kind. Allerdings beschließt der Rat, dass seine Verlobung zum Hause Stark gelöst werden soll. Der Rat sieht größeres Potenzial, wenn sich das Haus Lennister mit dem Haus Tyrell verbindet.

Die Auserwählte Margery Tyrell mag ich sehr gern. Ich mag ihre frischen Charakterzüge und wie sie mit ihrer Großmutter, der Dornenkönigin und Sansa Stark umgeht. Für Sansa ist allerdings ganz schnell ein neuer Heiratskandidat gefunden. Die Lennisters versuchen wirklich mit allen Mitteln an der Macht zu bleiben.

 

Etwas kleine Rollen zugesprochen werden dieses Mal der Sturmtochter Daenerys, welche ihre Armee für den Kampf um den Eisernen Thron vergrößert und Brandon Stark zugesprochen. Bran, der aus der Ruine Winterfell im letzten Band flüchtete, macht sich mit seinen Freunden auf in den Norden.

Was hat es mit dem 3-äugigen Raben auf sich, nach dem er suchen soll?

 

Und nun zu den beiden Handlungssträngen, die mir in diesem Band am meisten gefallen haben. Die Nachtwache heimst Verluste ein. Hier kommt es zu einigen actionreichen Szenen und die Anderen rücken immer weiter ins Bild. So langsam bekomme ich eine Vorstellung, war mir dieser Teil bisher immer noch sehr suspekt erschienen. Auch die Geschichte um Jon Schnee geht spannend weiter.

In diesem Teil vermischt sich bei ihm Verrat und Liebe.

Beim Hören treibt es mich immer weiter weg vom Süden. Ich mag die Beschreibungen des Nordens und nun auch des eisigen Teils des Nordens hinter der Mauer sehr.

 

Abschließend ein Mann, der zum Schluss meine ganze Aufmerksamkeit hatte.

Oberyn Martell aus Dorne reitet in Königsmund ein zu Ehren der bevorstehenden Hochzeit zwischen Joffrey und Margery. Aber in seinem Inneren hat er ganz andere Dinge vor, als dieses Ereignis zu feiern. Tyrion bekommt einen kleinen Einblick in sein Vorhaben und ist nicht allzu abgeneigt von dem, was eventuell kommen wird.

 

Mein Fazit

In dem 5. Teil der Reihe spürt man wieder, wie der Autor jegliche Spannung wieder erst aufbaut, um diese dann im kommenden Teil zu entladen.

Lange kann ich mit diesen vielen Cliffhangern und Eventualitäten nicht leben.

Das Hörbuch zum 6. Band muss schleunigst zu mir finden.

Wie der Autor es schafft, fast alle erschaffenden Charakteren auf der Seitenanzahl bzw. den Hörminuten seine Aufmerksamkeit zu schenken, ist einfach grandios.

Unterschätze niemals eine Frau

Power Women - Geniale Ideen mutiger Frauen: Was würden sie dir raten? - Andreas Jäger

Inhaltsangabe

In diesem Buch finden sich die wahren Geschichten von 25 Frauen, die alle auf ihre eigene Weise die Welt verändert haben - von den Trung-Schwestern, die vor 2000 Jahren in Vietnam eine Rebellion gegen China anführten, über Katharina die Große, die Kaiserin von Russland wurde, zu der großartigen Malerin Frida Kahlo, der jungen Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai, der engagierten Schauspielerin Emma Watson und Michelle Obama, die eine große Fürsprecherin der Rechte von Frauen und Mädchen ist.

Jede dieser Frauen ist auf ihre Weise beeindruckend, aber ob Naturwissenschaftlerin, Krankenschwester, Schriftstellerin, Rechtsanwältin, Schauspielerin, Umweltschützerin, Fußballerin oder Tierschützerin – eines haben sie alle gemeinsam: Sie waren und sind der Überzeugung, dass Männer und Frauen ebenbürtig sind, und haben sich geweigert, Männern den Lauf der Geschichte zu überlassen. 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch gehört einfach in die Hand jedes jungen Mädchens und auch gerne in jede Hand einer erwachsenen Frau. Mit diesem Werk zeigt uns der Verlag auf, dass es weit mehr als zwei Hände voll Frauen gibt, die zu unserer Geschichte etwas beigetragen haben.

 

Ich bezeichne mich nicht nur gerne als starke und selbstbewusste Frau, sondern bin es auch. In einer Welt, die meiner Meinung nach noch sehr weit von Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männer entfernt ist, sind solche Bücher unheimlich wichtig. Vor allem für die weibliche junge Generation.

Denn schaut man sich den heutigen Alltag einer Jugendlichen an, so fällt auf, dass es nicht nur Jungs sind, die einen erdrücken. Nein! Mobbing, Neid und Hass spielen in unserer modernen Welt für viele Mädchen eine große Rolle.

Zurückzug und ein geringes Selbstbewusstsein sind das Resultat.

 

Dieses Buch zeigt euch, dass Mädchen und Frauen so einiges erreichen können.

Und das Phänomen „unterschätze niemals eine Frau“ zieht sich einmal komplett durch die Weltgeschichte. Im Buch zeigt Kleopatra bereits 69 v. Chr., dass man eine Frau als Herrscherin nicht verkennen sollte.

 

Einige der 25 vorgestellten Frauen, wie zum Beispiel Jeanne D’Arc, Katharina die Große oder Florence Nightingale waren mir bereits bekannt.

„Ich habe keine Angst. Ich wurde geboren, um dies zu tun.“

(Jeanne D’Arc, 1429)

Andere wiederum waren mir noch aus der Schulzeit ein Begriff. Dazu gehören Marie Curie, Virginia Woolf und Rosa Parks.

„Ich wage sogar zu behaupten, dass sich hinter dem >Anonymus<, der so viele Gedichte geschrieben hat, ohne seinen Namen darunterzusetzen, oft eine Frau verbirgt.“

(Virginia Woolf)

 

Absolute neue und unheimlich interessante Informationen bekam ich durch dieses Buch von Ada Lovelace, Amelia Earhart und Junko Tabei.

Diese drei Geschichten machen mich wirklich neugierig auf mehr Literatur über die Damen.

„Du sollst wissen, dass ich mir der Gefahren vollauf bewusst bin.

Ich will es tun, weil ich es tun will.

Frauen müssen versuchen, das Gleiche zu wagen wie Männer.

Wenn sie scheitern, soll ihr Scheitern nur eine Herausforderung für andere sein“

(aus einem Brief von Amelia Earhart)

 

Wie bereits im Klappentext ersichtlich, hatten diese 25 Frauen Erfolg auf die verschiedensten Weisen. Dass hier nicht nur die Politik oder Bürgeraktivisten zählen, ist ein absoluter Pluspunkt. Es werden auch eine Architektin und eine Malerin geehrt.

 

Ein weiteres Highlight sind die einzelnen Illustrationen der Frauen, welche von verschiedenen Illustratoren stammen. So hat man die Frau, über die man liest, gleich vor Augen. Allerdings wurde ich dennoch angespornt auch das Internet nochmal zu einigen Damen zu befragen.

 

Vom Aufbau her erfährt man anfangs wichtige Fakten zur Biografie, im Anschluss befindet sich ein Text zum Wirken der Frauen. Dieser beläuft sich allerdings immer nur auf lediglich eine Seite. Mir war es fast immer ein wenig kurz, aber da dieses Buch unter die Kategorie Kinder- und Jugendbuch fällt, sind diese kurzen, aber informativen Abschnitte auf jeden Fall sinnvoll.

 

Am Ende jeder Vorstellung stellte der Autor verschiedene Fragen in den Raum, welche vor allem junge Frauen in der heutigen Welt beschäftigen und ließ diese Fragen aus der Sicht einer jeden porträtierten Frau beantworten.

Dieser Teil fällt absolut in das Jugendbuch-Genre. Ich konnte mich an meine Schulzeit zurückerinnern, in der mich da einige der Tipps motiviert hätten.

Als Erwachsene steht man mittlerweile über viele der angesprochenen Probleme drüber.

 

Mein Fazit

Für mich ein Buch, welches mich gut unterhalten hat und welches nachwirkt.

Der Beweis dafür, dass nicht nur Männer zu unserer Weltgeschichte etwas beigetragen haben. Dieses Buch sehe ich abschließend eher als Buch für 12- 17- Jährige, aber dennoch konnte es mir auch als Erwachsene einige neue Informationen beschaffen. Ich bin dankbar über jede starke Frau, die ich kenne.

Schenkt euren Füßen mehr Beachtung!

Unfuck your Feet: Das Comeback eines vernachlässigten Körperteils - Marco Montanez

Inhaltsangabe

DAS COMEBACK EINES VERNACHLÄSSIGTEN KÖRPERTEILS

Der Fuß, von den einen geliebt, von den anderen gehasst, aber meistens sträflich vernachlässigt. Damit ist jetzt Schluss! Unfuck your Feet lenkt die Aufmerksamkeit auf unsere Füße und den großen Zeh und führt Sie auf eine unterhaltsame und bilderreiche Reise von der Evolution des zweibeinigen Fußgängers bis zum modernen Turnschuh und den Irrungen und Wirrungen der modernen Orthopädie und ihren Einlagen. Marco Montanez Fußfitness-Konzept Toebility stärkt Ihre Füße und bietet Hilfe bei gängigen Fußproblemen wie Hallux valgus oder Fersensporn. Mit den zahlreichen Übungen in diesem Ratgeber machen Sie Ihre Füße endlich fit und holen sie aus ihrem Schattendasein heraus. 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch habe ich vor geraumer Zeit vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Und ich war wahnsinnig neugierig auf diese Thematik, gerade da ich beruflich sehr viel mit den Füßen eines Menschen arbeite.

Da passte es super, dass ich bei NetGalley zusätzlich auf eine Challenge traf, welche dieses Buch beinhaltete. Ganz schnell habe ich das Buch nun wieder zur Hand genommen, um noch die letzten fehlenden Seiten zu beenden.

 

Und bereits im ersten Kapitel spricht der Autor das an, worum es in diesem Buch geht.

„Kaum ein Körperteil wird so offensichtlich vernachlässigt.“ (S. 13)

 

In insgesamt 38 kurzen und knackigen Kapiteln nimmt sich Marco Montanez den Fuß vor. Ich mag seine Art, wie er den Leser anspricht. Dies macht er sehr persönlich und eindringlich. Er verschönert in keinerlei Hinsicht bestehende Tatsachen und greift Beispiele aus dem Alltag auf, in denen sich mit Sicherheit viele der Leser wiederfinden werden.

 

Wie viele Menschen haben ihren Fuß schon einmal anatomisch betrachtet?

Auch wenn ich als Therapeutin mit der Anatomie des Fußes vertraut bin, war es interessant einmal Zahlen zu sehen. Denn Knochen und Muskeln eines Körperteils habe ich bisher noch nie gezählt.

26 Knochen

33 Gelenke

60 Muskeln

mehr als 100 Bänder

 

Fantastisch und erschreckend zugleich oder?

 

Der Autor nimmt im Buch immer wieder Anlauf, um dem Leser zu verdeutlichen, wie stark wir unsere Füße im Alltag ignorieren. Meines Erachtens brauch ein Mensch solche Bücher, um sich gewisse Themen erstmals näher zu bringen und zum Nachdenken anzuregen.

Fragt auch ihr euch einmal, was eure Füße für euch tun.

Welchen Aufgaben und Funktionen bringen sie mit sich?

Was müssen sie über das gesamte Leben alles aushalten?


„Wir haben vergessen, wie man steht, geht und läuft.“ (S. 26)

 

„Moderne Menschen haben verlernt zu gehen und schuld sind die Schuhe.“ (S. 45)

 

Das Thema Schuhe baut Marco Montanez in die Thematik Joggen ein.

Dieser Punkt spaltet immer wieder die Gemüter.

Ich persönlich finde, dass man diese Sportart sehr gut beherrschen muss, um seiner Physiologie treu zu bleiben. Aus therapeutischer Sicht bin ich allerdings kein Befürworter des Joggings, einfach weil ich der Meinung bin, dass sehr viele Menschen dieses physiologische Laufen nicht beherrschen. Der Autor spricht davon, dass viele Menschen erst einmal wieder lernen sollten, richtig zu stehen.

Damit trifft er es auf den Punkt.

Mir selbst wurden meine Probleme sehr gut vor Augen geführt.

An Laufen denke ich nicht, aber ich werde nun wieder üben physiologisch zu stehen.

 

Besonders erschreckt hat mich ein Beispiel hinsichtlich der Belastung beim Joggen. Wenn man da auf einmal Kilogrammangaben vor sich hat, sitzt man mit großen Augen und einem offenen Mund vor den geschriebenen Zeilen.

 

„Ein Körper ist nur so stark wie sein Fundament.“ (S. 80)

Und unser Fundament sind unsere Füße.

 

Um euch nicht zu viel vorwegzunehmen, möchte ich meine Worte an dieser Stelle sacken lassen. Jeder sollte in sich gehen und überlegen, wie viel Gutes er seinen Füßen tut und auch darüber nachdenken, wie viel Schlechtes wir unserem Fundament zu muten.

 

Da meine Füße selbst ein sehr unphysiologisches Grundgerüst darstellen, habe ich mich sehr über den praktischen Teil im Buch gefreut. Mit einfachen, aber so schwierigen Übungen werde ich mich in Zukunft meiner Fußmotorik widmen.

Es ist erschreckend, was ein Fuß wahrscheinlich einmal konnte und mit der Zeit verlernt hat.

 

Mein Fazit

Ich bedanke mich vielmals für diese Fokussierung auf meine Füße.

Trotz Vorwissen konnte der Autor mich zum Nachdenken anregen und er zeigt mir neue Perspektiven auf, um mich und auch meine Patienten besser zu beraten und zu behandeln. Mit seinem Buch „Unfuck your feet!“ spricht Montanez den Leser direkt an. Sowohl für Laien, als auch Fachleute super verständlich und unbedingt empfehlenswert.

Widmet euch diesen vernachlässigten Körperteilen.

Zwei sehr unterschiedliche Themen perfekt verknüpft

Dreizehn - M.H. Steinmetz

Inhaltsangabe

Detective Sergeant Ethan Ward vom New Scotland Yard wird mit der Aufklärung einer Mordserie in London betraut. Ein mysteriöser Täter verstümmelt auf bizarre Weise arglose Opfer und überzieht ihre Haut mit winzigen Schnitten in Form uralter mystischer Symbole, die einem bestimmten Muster folgen. Er hinterlässt dabei Spuren, die jeder Logik widersprechen.
Zusammen mit der eigenwilligen Graphologin Natascha Horvat verstrickt sich Ward in einem tödlichen Netz aus altägyptischer Mythologie und gefährlichen Geisterbeschwörungen.
Eine Spur führt sie nach Foulness Island zur Courtsend Psychiatrie, in der die Insassen unter dem harten Regime des rätselhaften Doktor Botkin anstelle von Namen Nummern tragen. Besonders Patientin Dreizehn weckt ihr Interesse, denn sie kennt Details zur Mordserie, die sie verdächtig machen. Doch wie kann sie von den Morden wissen, ruhiggestellt von Medikamenten und eingesperrt in eine Gummizelle?
Verbirgt sich hinter ihrer Schizophrenie mehr als nur eine gespaltene Persönlichkeit? 

 

Meine Meinung

Bevor ich mir Bücher selbst kaufe, stelle ich mir immer die Frage, was mich an dem Buch anspricht. Hier war es im ersten Moment die Optik. Die düsteren Farben mit der sehr „sympathisch“ aussehenden Frau konnten mir sofort einen zweiten Blick abgewinnen. Der Titel „Dreizehn“ war so nichtssagend, dass mir absolut nichts anderes übrig blieb, als das Buch umzudrehen und mir den Inhalt ein weniger näher anzuschauen. Beim Lesen stieß ich dann auf Worte wie Mordserie, mystische Symbole, Psychiatrie, Schizophrenie und schon landete dieses Buch von M.H. Steinmetz in meiner „Gekauft-Tasche.“

Das zur Geschichte des Kaufvorganges. Ich denke, da wird es einigen ähnlich gehen.

 

Mit Detective Sergeant Ethan Ward setzt der Autor uns einen Hauptcharakter vor, der einfach sympathisch ist, weil er aus der Rolle fällt. Denkt man beim New Scotland Yard sofort an anzugtragende Männer, so punktet Ward bei mir mit Parka, Cargos und Militärstiefeln.

Nach dem ersten Mord, welcher schon sehr speziell ist, holt Ethan Ward sich die Symbologin Natasha Horvat mit ins Boot. Und DIE konnte mich fast noch besser unterhalten, einfach weil sie noch mehr aus der Reihe fällt.

„Das gelbe Krokodil schwimmt im Fluss.“ (S. 73)

Beide zusammen ergeben ein perfektes Team.

Und weil der Autor hinsichtlich der Charaktere noch einen oben draufsetzen wollte, fügt er noch eine Frau namens „Dreizehn“ in die Geschichte ein.

Sie war für mich in der Geschichte der Joker. In Bezug auf eine Charaktervielfalt und Charakterausarbeitung hätte Steinmetz nicht mehr bieten können.

Völlig orientierungslos erwacht sie in einem dunklen Raum.

Sie trägt eine Zwangsjacke und stellt sich folgende Fragen.

Wo bin ich?

Bin ich ein Patient?

Das Opfer eines Unfalls?

Ist mein Name Jane Doe?

(S. 10)

 

Und was haben diese seltsamen schwarzen Linien auf ihrem gesamten Körper zu bedeuten? An dieser Stelle war ich schon bereit für die Geschichte.

Auf den ersten Seiten wirft der Autor dem Leser so viele Häppchen hin, dass man einfach nur anbeißen kann. Mein Notizzettel überschlug sich mit Fragen und ich war bereit dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

 

Bereits im Klappentext wird erwähnt, dass sie Symbole auf ihrer Haut mit der altägyptischen Mythologie zusammenhängen. Ich bin eine große  Liebhaberin der großen Thematik Mythologie. Dabei gehört die ägyptische nicht zu meinen Liebsten, aber man merkt schon auf den ersten Seiten zu diesem Thema, welche tiefgründige Recherchearbeit der Autor an den Tag gelegt hat.

 

Steinmetz erschafft eine Figur, welche ab dem Zeitpunkt ihrer Erwähnung dauerhaft Horror und Action in die Geschichte brachte.

 

„Ich bin die Herrin des Gemetzels.“ (S. 91)

Diese Todesbotin verfolgt einen Plan und nichts scheint sie auf ihrem Weg aufhalten zu können.

 

„Ich werde euch heimsuchen zur Fahrt in die Hallen der ewigen Verdammnis.“ (S. 184)

 

Als ich beim Lesen bereits des Öfteren ein innerliches Lob an den Autor ausgesprochen habe, kommt er doch tatsächlich noch mit einem Thema um die Ecke, mit dem er mich ja total auf seiner Seite hat. Diejenigen unter euch, die mich schon länger begleiten oder sogar privat ein wenig besser kennen, könnten drauf kommen, welche Materie ich meine. Mehr möchte ich an dieser Stelle zu dieser Überraschung nicht sagen.

Bis zu diesem Punkt im Buch und auch in meiner Rezension scheint es hier um eine Vielzahl von Themen und Charakteren zu gehen. Das kann ich sofort bestätigen, aber Mario Steinmetz schafft es, weit auszuholen, den Leser mit auf die Reise der alles verschlingenden Schlange zu nehmen und dennoch alle Punkte in seiner Geschichte so zu verpacken, dass es stimmig wird.

 

Wer bei diesem Buch Horrorelemente erwartet, der bekommt diese.

Des Weiteren erlebt man das Setting Psychiatrie durch „Dreizehn“ ausgiebig mit.

Das Thema Mythologie setzt der Autor interessant in Szene, ohne dass es unverständlich wirkt. Beim Lesen konnte er mich mit seinen nichtssagenden und im Nachhinein so passenden Kapitelüberschriften fortwährend zum Weiterlesen motivieren. Zu diesem Buch gehört einfach ein Showdown und mich konnte er mitreißen. Die letzte Seite und der anschließende Epilog machen das Buch zu einem Leseerlebnis.

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Lange habe ich über diese kurze Information nachgedacht und mich letztendlich dazu entschlossen, diese hier einzufügen.

Würde ich nur die Geschichte und das Können des Autors bewerten, hätte ich hier absolut nichts zu meckern. In meinen Rezensionen gehe ich allerdings auf das Komplettpaket ein, das heißt, ich bewerte das Buch so, wie es im Handel erhältlich ist und beim Lesen war ich einfach unheimlich enttäuscht vom Lektorat. Dieses lag

nicht im Aufgabenbereich des Autors und dennoch halten viele Leser nun dieses schlecht korrigierte Exemplar in den Händen. Dies zur kurzen Erklärung in Bezug auf meine folgende Bewertung.

 

Mein Fazit

Wer bereits Bücher von Mario Steinmetz gelesen hat, der wird sehr schnell merken, welch Herzblut und Arbeit in diesem Buch steckt. Meiner Meinung nach hat er sich hier an etwas Neues herangetraut und dieses Experiment ist ihm geglückt. Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht gelesen. Das heißt, die Geschichte mit seinen vielen Ideen und den hervorragenden und perfekt auf die Geschichte abgestimmten Figuren konnte mich super unterhalten und wird mir in Erinnerung bleiben.

Trotz meiner kurzen Kritik kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass ihr dieses Buch unbedingt lesen solltet. Es ist anders, aber es ist horrormäßig gut.

Ketchum zeigt zu was Menschen in der Lage sind

Evil - Jack Ketchum

Inhaltsangabe

Die USA in den 50er- Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden, grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf. 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch habe ich über die Jahre schon mehr als einmal gelesen und ich weiß, dass ich es noch viele weitere Male lesen werde. Der zwölfjährige David, welcher in diesem Roman den Ich-Erzähler darstellt, schildert anfänglich das Leben einer amerikanischen Vorstadtidylle im Jahr 1958.

 

„Diese Geschichte ist für dich, Ruth“ (S. 32)

 

Diese Worte vom erwachsenen David stehen allerdings in keinem Fall für eine nett gemeinte Widmung. David erzählt viele Jahre später in welchen Sumpf aus Schrecken und kaum glaubhafter Gewalt er hineingezogen wurde.

 

Jeder, der dieses Buch liest, wird anfänglich merken, dass Jack Ketchum den Leser ganz langsam und sacht an dieses Buch heranführt. Mit kleinen Schritten nähert man sich dem großen Schrecken.

David lebt in einer beschaulichen Nachbarschaft. Da die Beziehung zu seinen Eltern nicht gerade die herzlichste ist, zieht es ihn sehr oft nach nebenan ins Nachbarhaus. Hier lebt Ruth mit ihren drei Söhnen Donnie, Willie und Ralphie. Vor allem mit Donnie verbindet David eine Freundschaft, da beide im gleichen Alter sind. Durch die Beschreibungen aus Davids Sicht wird sehr schnell klar, dass Ruth eine sehr spezielle Erziehung anwendet. Sie hat kein Problem, wenn ihre Söhne Alkohol trinken oder sich mit sexuell basierten Filmen im Fernsehen die Zeit vertreiben. David ist gerne bei der Familie Chandler nebenan, einfach weil alle locker miteinander umgehen und es keine Regeln gibt. Ruth ist weniger eine Erwachsene, eher eine Freundin der Jungs.

 

Eines Tages trifft David auf Meg, welche nach einem Schicksalsschlag mit ihrer kleinen Schwester Susan zu ihrer Tante Ruth ziehen. Von Anfang an ist David fasziniert von Meg, doch schnell wird klar, dass Ruth mit den Mädchen nicht so umgeht, wie es eine Tante tun sollte.

Für die beiden Mädchen war es im Endeffekt das schrecklichste Omen, dass ihre Obhut an ihre Tante Ruth ging. Von nun an verändert sich das Leben aller…

 

Vom Ich-Erzähler bekommt man noch kurze Einblicke in sein Erwachsenenleben. Gescheiterte Ehen, Ängste und Kinderlosigkeit. Und dass er keine Kinder hat, liegt vor allem an dem Wissen, zu was Kinder in der Lage sind.

 

Ab einem gewissen Punkt verändert sich die Atmosphäre im Buch erheblich.

Jack Ketchum setzt einen Punkt hinter der heimischen Vorstadtidylle und nimmt den Leser mit zu einem Setting, welches jeden Leser packen und psychisch belasten wird.

 

Dieses Buch bringt eine fesselnde und schockierende Story mit sich, spricht aber ebenso Themen an, welche weiterhin aktuell sind und mit denen man sich immer wieder auseinandersetzen sollte.

Steckt in jedem etwas Böses?

Aktivität vs. Passivität eines Handelnden.

 

„Ich konnte es nicht mehr mit ansehen und schaute weg.“ (S. 144)

 

Und immer wieder Fragen, wie: zu was wärst du in der Lage?

 

Mit hat der Autor Bilder in mein Gehirn verpflanzt, die ich bereits nach dem ersten Mal lesen nicht mehr vergessen habe. Das wiederholte Lesen bringt mir jedes Mal das Grauen an sich näher.

Im letzten Drittel traut man sich fast gar nicht mehr weiterzublättern.

Wer dieses Buch als leichte Kost an sieht, der ist absolut abgehärtet.

Meiner Meinung nach geschehen hier Dinge, die man einfach verachten muss.

 

„Es gibt Dinge, die erzählt man nicht. Da stirbt man lieber.

Dinge, von denen man weiß, dass man besser gestorben wäre, statt sie zu erleben.

Diese Dinge habe ich erlebt.“ (S. 293)

 

Mein Fazit

Für mich ist und bleibt dieses Werk von Jack Ketchum einfach das Beste.
„Evil“ kann ich ganz klar zu einem meiner Lieblingsbücher zählen.

Und nicht aus dem Grund, weil ich es befürworte, was hier geschieht, sondern weil Ketchum den Leser hier sowas von in der Hand hat. Die Spannungskurze, ich nenne sie auch gern die Kurve des Grauens, fügt er so gekonnt in die Geschichte ein. Die Charakterdarstellungen sind brillant und die sehr detailgetreuen Beschreibungen packen jeden Leser emotional.

Für jeden, der sich traut eine absolute Leseempfehlung.

Bekannter Plot, tolle Umsetzung

Stiefmutter: Roman - Paula Daly, Eva Bonné

Inhaltsangabe

Seit eine Auseinandersetzung mit ihrer Stiefmutter Karen eskalierte, gilt die sechzehnjährige Verity als emotional instabil. Karen ignoriert sie seit dem Vorfall und legt all ihre Aufmerksamkeit auf ihre jüngere Tochter Brontë. Deren Tage sind vollgepackt mit Klavierunterricht und Nachhilfe – was immer es braucht, um sie zu neuen Höchstleistungen zu treiben. Denn Karen lässt nichts außer Perfektion gelten. Eines Tages entschließt Verity impulsiv, ihrer kleinen Schwester eine Auszeit zu gönnen, und geht mit ihr auf den Spielplatz. Doch der Ausflug wird zum Alptraum, als in einem kurzen unbeobachteten Moment Brontë spurlos verschwindet... 

 

Meine Meinung 

Paula Daly ist bereits einigen Lesern als Autorin psychologischer Spannungsthriller bekannt. Für mich war es ein Kennenlernen mit der Autorin, umso gespannter bin ich immer, ob der jeweilige Stil und das Ideenreichtum mich packen können.

 

Im Mittelpunkt dieses Romans steht die Patchworkfamilie Bloom.

Beim Vater Noel wird schnell klar, dass er mit seinem Leben nicht zufrieden ist.

Das Familienleben um seine Frau und den drei Kindern bekommt er als vielarbeitender Arzt nur am Rande mit. Flüchtet er sich doch gern in die Arbeit.

Seine Frau Karen spielt in diesem Buch eine entscheidende Rolle.

Für mich verkörpert sie als Beispiel von „Extremeltern“ die Ursache des nahenden Unheils. Zu ihrem älteren Sohn hat sie eine mehr als emotionslose Beziehung. Ihre zehnjährige Tochter Brontë hingegen, welche das einzige gemeinsame Kind von Noel und Karen ist, vergöttert sie. Und zu guter Letzt lernt man noch die 16-jährige Verity kennen. Nachdem seine erste Ehefrau erkrankte, holte Noel Bloom seine Tochter zu seiner neuen Familie.

 

Allein diese Konstellation verspricht Unheil.

Jeder Leser wird sehr schnell Mitleid mit der kleinen Brontë haben, die von ihrer Mutter weniger gefördert, sondern gedrillt wird. Termine über Termine jagen sie durch ihren Alltag. Für Karen völlig normal, für Brontë Stress pur.

Demnach kann man es Verity nicht verdenken, als sie ihrer Schwester eine kleine Auszeit im Park mit Freunden gönnen will. Und dann war da nur diese kurze Zeitspanne, in der Verity nicht da war und Brontë verschwand.

Als Leser denkt man an dieser Stelle, dass die restlichen Seiten die mysteriöse Kindesentführung behandeln, aber weit gefehlt. Paula Daly überrascht hier mit einer Wende, mit der wohl niemand rechnet.

 

Plötzlich tritt noch ein weiteres Verschwinden in den Fokus und der Strudel zieht die Familie Bloom immer tiefer in einen Sumpf.

Beim Lesen fiel mir auf, dass mich der Schreibstil, der Aufbau des Buches und die erstaunlichen Ereignisse wirklich mitgerissen haben. Auch wenn die Atmosphäre und die Thematik an sich sehr düster wirken, schaffte es die Autorin mit kurzen, knackigen Kapiteln mich an die Story zu fesseln.

 

Ein Charakter, den ich an dieser Stelle nicht missen möchte, ist Detective Joanne Aspinall. Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen, aber diese Frau, welche den Fall um die Entführung zugesprochen wird, war mir von Anfang an sympathisch.

 

Das Ende kam wie erwartet überraschend. Ich hatte beim Lesen eine Vermutung, diese beruhte sich nach guten 400 Seiten mindestens einmal auf jeden vorkommenden Charakter, so dass ich absolut nicht sagen kann: ich habe es gewusst.

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Auch wenn dieser Roman als psychologischer Thriller einzuordnen ist, fehlte es mir gerade beim Thema Extremeltern und die Auswirkungen auf die Kinder an Emotionen. Karens Perspektive konnte die Autorin noch recht gut darstellen, allerdings gingen mit Brontë und Verity zu stark unter. Dies mag gewollt sein, zerstückelt für mich aber die Message des Buches.

 

Mein Fazit

Mit dem Roman „Stiefmutter“ lässt mich die Autorin dennoch zufrieden zurück.

Ich hatte Spaß beim Lesen und wollte diesem Geheimnis unbedingt auf die Spur kommen. Dass Paula Daly den Leser an der Nase herumführt, ist hier solide ausgedrückt. Wie gesagt, es hätte jeder sein können. Den Bogen, den sie am Ende schloss fand ich super.

Dies führt dazu, dass mich die Autorin neugierig auf ihre anderen Werke macht.

Hier erwarte ich mir einen ebendiese Sogwirkung und einem fesselnden Ideenreichtum.